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Lichtstarkes fotografisches Objektiv Die Erfindung betrifft lichtstarke
fotografische Ob-
jektive, insbesondere Weitwinkelobjektive mit einem Öffnungsverhältnis
größer als F : 1,8, und will. Verzeichnung und Öffnungsfehler herabsetzen. Dazu
wird ein siebenlinsiges Gaußobjektiv benutzt.
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Es ist bereits ein siebenlinsiges Objektiv bekanntgeworden, das zwar
einem Gaußobjektiv ähnlich aufgebaut ist, jedoch hinter der Blende eine dreigliedrige
Linsenkombination mit einem der Blende zugewandten verkitteten Glied aufweist. Ferner
ist bereits ein siebenlinsiges Gaußobjektiv bekanntgeworden, das vier in der Luft
stehende Glieder enthält, nämlich vor der Blende einen objektseitigen positiven
Meniskus und ein aus einem positiven und einem negativen Meniskus bestehendes verkittetes
Glied und hinter der Blende ein dreilinsiges verkittetes und ein bikonvexes Glied.
Die Erfindung geht von einem Objektiv dieser Art aus, wobei in Abweichung von dem
bekannten Objektiv das dreilinsige verkittete Glied aus einem Negativ, das von zwei
Positiven eingeschlossen ist, besteht und die erste gekittete Fläche dieses Gliedes
eine stark sammelnde Wirkung hat, und empfiehlt, daß folgende Bedingungen eingehalten
werden: 0,32 f < r3 < 0,45 f
0,22 f < y5 < 0,35
f
d, -I- d4 < 0,13 f 0,2 f < d5 < 0,28 f
0,16f<r,<0,25f
ne - n5 > 0,09 1,63 < (n1, n2, ne, n7) < 1,74, wobei
f die Brennweite des Objektivs ist und y die Krümmungsradien der einzelnen
Linsenflächen mit steigender Folge der Indizes von der Objektseite des Objektivs
her, d die Linsendicken und Luftabstände längs der optischen Achse und n die Brechungsindizes
der einzelnen Linsen für die d-Linie bedeuten.
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Die Erfindung soll an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
noch näher erläutert werden; in der Zeichnung zeigt Fig. 1 eine Schnittansicht eines
Weitwinkelobjektivs mit einem Bildwinkel von 60° und einem Öffnungsverhältnis von
f : 1,8 und Fig. 2 Fehlerkurven zur Erläuterung der sphärischen und astigmatischen
Aberration sowie der Verzeichnung. Das Objektiv umfaßt vier in Luft stehende Glieder
mit insgesamt sieben Linsen. Das erste Glied ist ein sammelnder Meniskus L1, der
mit der konvexen Oberfläche gegen das Objekt gerichtet ist. Das zweite Glied ist
ein aus einem positiven Meniskus L2 und einem negativen Meniskus L3 bestehendes
verkittetes Glied, das mit der konvexen Fläche und mit der gekitteten Fläche r4
auf das Objekt zu gerichtet ist. Das dritte verkittete Glied liegt hinter der Blende,
besteht aus drei Linsen L4, L5 und L, in der Reihenfolge positiv, negativ und positiv
und ist mit der konkaven Fläche gegen das Objekt gerichtet. Der Radius r., der vorderen
gekitteten Flächen der Linsen L4 und L5 ist stark gegen das Objekt zu L7. gekrümmt.
Die Objektive Das vierte gemäß Glied der ist vorliegenden ein positiver Erfindung
Meniskus '
müssen die folgenden Bedingungen erfüLen, wobei die aufeinanderfolgenden
Krümmungsradien in der Richtung von der Objektseite zu der Bildseite durch »r« mit
steigendem Index, die axialen Abstände zwischen den Linsen durch »d« mit ähnlich
steigendem Index, die Brechungsindizes für die d-Linie des optischen Glases der
aufeinanderfolgenden Linsen durch »n« mit ähnlich steigendem Index und die Dispersionsvermögen
der Linsengläser durch »v« mit ähnlich steigendem Index bezeichnet sind und wobei
f die Brennweite des gesamten Objektivs ist.
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1. 0,3f < r,< 0,45f 0,2 f < y5 < 0,35
f
2. d3 + d4 < 0,13 f 0,18 f < d5 < 0,28
f 3. 16f < y7 < 0,25 f
4. n, - n5
> 0,08 5. 1,6 < (n1, n2) < 1,67 1,6 < (n4, nB, n7)
< 1,72
In Fig. 2 zeigt die stärkere strichpunktierte Linie S1 die sphärische
Aberration der d-Linie, die dünnere strichpunktierte Linie S2 Abweichung von der
Sinusbedingung bei der d-Linie, die stärkere ausgezogene Linie S3 die sphärische
Aberration der g-Linie, und die schwächere gestrichelte Linie S4 zeigt die Abweichung
von
der Sinusbedingung bei der g-Linie. In Fig. 3 zeigt die stärkere ausgezogene Linie
A $ die Kurve der sagittalen Bildfeldwölbung und die dünnere strichpunktierte Linie
Am, die meridionale Bildfeldwölbung. In Fig. 4 zeigt die stärkere ausgezogene Linie
D die Verzeichnung für jeden Einfallswinkel.
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Die speziellen Daten für eine Ausführungsform des Objektivs gemäß
der Erfindung sind: f =1; 2a = 60°; f : 1,8 r1 = 0,579 d1 = 0,097
n, = 1,6584 v1 = 50,8 r2 = 1,787 de = 0,005 r3 = 0,369 d3 = 0,079 n2 = 1,6584 v2
= 50,8 r4 = 0,573 d4 = 0,032 n3 = 1,6987 v3 = 30,1 r5 = 0,267 db = 0,230 re = -0,297
de = 0,055 n4 = 1,6204 v4 = 60,3 r7 = -0,215 d7 = 0,026 n, = 1,5750 v, = 41,3 ra
= -3,299 d8 = 0,069 ne = 1,6779 v, = 55,3 r9 = -0,422 ds = 0,001 yio = 4,259 dio
= 0,083 n7 = 1,6395 v7 = 55,5 rii = -1,057 Wenn für das Glied L2, L3 die Bedingung
0,3f < r3 < 0,45 f ; 0,2 f < r, < 0,35 f und der Brechungsindex
für die d-Linie von L1, L2, L4, Le, L7 1,6 < n1, n2 < 1,67;
1,6 < n4, ne, n7 < 1,72 vorgegeben sind, wird die Petzvalsumme des
Objektivs auf etwa 0,25 gehalten. Das Bild ist eben, und zusätzlich ist die astigmatische
Differenz gering, wie aus Fig. 3 ersichtlich. Die Ausrichtung der gekitteten konvexen
Fläche r4 der Linsengruppe L2, L3 gegen das Objekt dient wirksam der Verminderung
der chromatischen Aberration der Vergrößerung. Wenn das Verhältnis d3 + d4
< 0,13 f für die Dicke der zweiten Gruppe längs der optischen Achse,
0,18 f < d5 < 0,28 f
für den Abstand längs der optischen Achse
zwischen den Linsen L3 und L4 und 0,16 f < r7 < 0,25
f für den Krümmungsradius der gekitteten Fläche von L4 - L5 eingehalten wird,
wird die Koma innerhalb eines Bildwinkels von 20° sehr gering. Die Unterschiede
in den Brechungsindizes bei der d-Linie in den Linsen L5 und sollten über 0,08 gewählt
werden, um die Koma-Aberration zu vermindern. Wenn so vorgegangen wird, können,
wie in den Aberrationskurven der Fig. 2 bis 4 dargestellt, zufriedenstellende Ergebnisse
erzielt werden. Trotz des hohen Öffnungsverhältnisses von f : 1,8 hat das Weitwinkelobjektiv
gemäß der Erfindung eine weitgehend verminderte, ja sogar im wesentlichen ausgeschaltete
Bildfeldwölbung und astigmatische Differenz im Vergleich zu den bekannten Weitwinkelobjektiven,
wobei durch die angegebenen Vorteile die anderen Aberrationen nicht nachteilig beeinflußt
werden.