DE1095584B - Treibstoff fuer Flugzeuggasturbinen und Verfahren zur Herstellung desselben - Google Patents
Treibstoff fuer Flugzeuggasturbinen und Verfahren zur Herstellung desselbenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10G—CRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
- C10G19/00—Refining hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by alkaline treatment
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C10L—FUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
- C10L1/00—Liquid carbonaceous fuels
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft Kohlenwasserstofftreibstoffe für Flugzeuggasturbinen, die eine verminderte Neigung
zur Bildung kohleartiger Ablagerungen bei höheren Temperaturen aufweisen.
Flugzeuggasturbinen werden gegenwärtig mit raffinierten Kohlenwasserstofftreibstoffen vom Siedebereich
des Benzins und/oder Leuchtöls, z. B. vom Siedebereich innerhalb der Grenzen von 38 bis 315° C,
insbesondere von 140 bis 315° C, betrieben. Zu den
typischen Normvorschriften für derartige Treibstoffe gehört ein Reid-Dampfdruck von etwa 0,14 bis
0,21 kg/cm2 und ein Gefrierpunkt zwischen —60 und — 40° C. Diese Werte können aber auch höher oder
niedriger liegen, um den Anforderungen an bestimmte Arbeitsbedingungen zu entsprechen. Die Kohlenwasserstoffreaktionen
sind gesüßte Fraktionen, die durch praktisch vollständigen Schwefelentzug, z. B.
durch extraktive Süßung mit Alkalilauge, erhalten werden. Besonders wichtig ist es, daß der Gesamtschwefelgehalt
dieser Treibstoffe so niedrig wie möglich, z. B. unterhalb 0,4 Gewichtsprozent, und der
Mercaptanschwefelgehalt unterhalb 0,001 Gewichtsprozent liegt. Zur Bildung von Harzabscheidüngen
bei höheren Temperaturen der Größenordnung von 260° C genügen schon kleine Mengen Schwefel; diese
Harzbildung ist vermutlich auf Oxydation durch in dem Treibstoff gelösten Sauerstoff zurückzuführen.
Früher lagen die Treibstofftemperaturen in Flugzeuggasturbinenmotoren niedrig genug, um die Bildung
schädlicher Ablagerungen in der Vorverbrennungsstufe des Treibstoffsystems zu vermeiden. Hochleistungsmotoren
mit axialer Strömung arbeiten jedoch infolge der hohen Verdichtungsverhältnisse, des
verhältnismäßig geringen Treibstoffverbrauchs und der Verwendung des Treibstoffs als »Wärmereservoir«
bei so viel höheren Temperaturen, daß sich in einigen Fällen starke kohleartige Ablagerungen bilden können,
die die normale Treibstoffverteilung beeinträchtigen.
Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß die Neigung von Flugzeuggasturbinentreibstoffen zur
Bildung kohleartiger Ablagerungen bei höheren Temperaturen durch die Anwesenheit von Naphthensäuren
in Mengen von 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge der Treibstofffraktion,
wirksam verhindert werden kann.
Der erfindungsgemäße Treibstoff für Flugzeuggasturbinen ist daher ein Treibstoff auf der Basis einer
Kohlenwasserstofffraktion eines Siedebereichs innerhalb der Grenzen von 38 bis 315° C mit einem Gesamtschwefelgehalt
von weniger als 0,4 Gewichtsprozent und einem Merkaptanschwefelgehalt unter 0,001 Gewichtsprozent, der durch einen Gehalt an
Naphthensäuren von 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent gekennzeichnet ist.
Treibstoff für Flugzeuggasturbinen
und Verfahren zur Herstellung desselben
und Verfahren zur Herstellung desselben
Anmelder:
Esso Research and Engineering Company, Elizabeth, N. J. (V. St. A.)
Vertreter: E. Maemedce, Berlin-Lichterfelde West,
und Dr. W. Kühl, Hamburg 36, Esplanade 36 a,
Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 13. Januar 1958
Großbritannien vom 13. Januar 1958
Benjamin Thomas Fowler, Abingdon, Berkshire
(Großbritannien),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Wenn die Treibstofffraktion selbst Naphthensäuren enthält, wie es z. B. bei den aus naphthenischen Rohölen,
wie den Golfküstenölen, den californisehen ölen
oder den südamerikanischen Rohölen, z. B. den Tia-Juana-Rohölen, gewonnenen Treibstoffen der Fall ist,
üben die in dem Rohöl enthaltenen Naphthensäuren eine die Bildung von Abscheidungen verhindernde
Wirkung aus, und daher sind aus solchen naphthenischen Rohölen gewonnene Fraktionen besonders
wertvoll als Treibstoffe für Flugzeuggasturbinen, vorausgesetzt, daß sie eine genügende Menge an Naphthensäuren
enthalten.
Wenn eine naphthenische Fraktion mit alkalischen Mitteln behandelt wird, z. B. wenn die extraktive
Süßung mit Hilfe alkalischer Lösungen, wie Natronlauge, ausgeführt wird, werden die in der Fraktion
enthaltenen, aus dem Rohöl stammenden Naphthensäuren zusammen mit den Mercaptanen in Form von
Naphthenaten bzw. Mercaptiden entfernt. Dies führt zu einem erheblichen Anstieg der Neigung zur Bildung
von Abscheidungen bei höheren Temperaturen. Diese Wirkung ergibt sich aus dem folgenden Versuch, bei
dem eine aus einem Tia-Juana-Rohöl gewonnene Kohlenwasserstofffraktion
mit einem Siedebereich von 168 bis 316° C als öl »A« und eine ähnliche, 5 Minuten
009 679/292
mit 10 Volumprozent Natronlauge von 10° Be behandelte
Fraktion als öl »Β« bezeichnet wurde.
Die beiden öle »Α« und »Β« wurden dann gemäß
der CFR-Treibstoffverkokungsprüfung bei zwei verschiedenen Temperaturen bewertet.
Bei der CFR-Treibstoffverkokungsprüfung wird der
zu untersuchende Treibstoff durch ein erhitztes Rohr und dann durch ein Filter geleitet, welches aus einem
Sieb aus gesintertem, korrosionsbeständigem Stahl besteht. Die Prüfdauer beträgt 300 Minuten. Der Treibstoff
wird unter einem Druck von 10,5 kg/cm2 zugeführt, und es wird der Druckabfall an dem Filter gemessen.
Je größer der Druckabfall ist, desto geringer ist die Bewertung des Treibstoffes, die von 500 bei einem
Druckabfall von 0 bis 0 bei einem Druckabfall von 63,5 cm Hg reicht.
Diese Versuche führen zu folgenden Ergebnissen:
öl A, Bewertung
öl B, Bewertung
öl B, Bewertung
Temperatur bei der
Treibstoffverkokung, 0C 149 bis 204 204 bis 260
Treibstoffverkokung, 0C 149 bis 204 204 bis 260
800
870
870
770
110
110
Hieraus ersieht man, daß das unbehandelte Produkt seine Gütebewertung bei höheren Temperaturen im
wesentlichen beibehält, während das mit Alkalilauge extrahierte öl bei höheren Temperaturen eine sehr
niedrige Bewertung ergibt. Außerdem ist die Menge der Ablagerungen in dem Vorerhitzerrohr bei Öl A
nach 5 Stunden langem Betrieb nur etwas größer als bei öl B nach 1 stündigem Betrieb.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht daher in einem Verfahren zur Herstellung von
Treibstoffen der oben angegebenen Art, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man aus einer aus einem
naphthenischen Rohöl gewonnenen Fraktion eines Siedebereiches innerhalb der Grenzen von 38 bis
315° C mit Natronlauge die Mercaptane bis auf einen Gehalt von weniger als 0,001 Gewichtsprozent, bezogen
auf die Gesamtmenge der Fraktion, an Merkaptanschwefel extrahiert, aus dem alkalischen Extrakt
die Napthensäuren gewinnt und sie zu der extrahierten Fraktion in solcher Menge zusetzt, daß die extrahierte
Fraktion 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent Naphthensäuren enthält.
Die Gewinnung der Naphthensäuren aus dem alkalischen Extrakt kann nach an sich bekannten chemischen
Methoden erfolgen, z. B. durch Neutralisieren des alkalischen Extraktes mit einer Mineralsäure, wie
Salzsäure, und Extrahieren der Naphthensäuren mit einem Extraktionsmittel, z. B. Äther.
Aus der USA.-Patentschrift 2 232 436 ist es bekannt, Treibstofffraktionen in der Weise zu raffinieren,
daß man zunächst den Schwefelwasserstoff zusammen mit den leichtesten Kohlenwasserstoffen abdestilliert, dann die Naphthensäuren und Kresole mit
schwacher Natronlauge auswäscht und schließlich die Mercaptane durch Behandeln mit starker Alkalilauge
entfernt.
Gemäß der USA.-Patentschrift 2 216 968 werden Schmieröldestillaten naphthenischen Ursprungs durch
Auswaschen mit verdünnter Alkalilauge die Naphthensäuren entzogen, um eine spätere Farbverschlechterung
zu verhindern.
Die französische Patentschrift 827 345 beschreibt ein Verfahren zum Entfernen schwach sauer reagierender
Komponenten, wie z. B. Naphthensäuren, aus Kohlenwasserstoffen durch Auswaschen mit Alkalilauge,
wobei das Lösungsvermögen der Alkalilauge durch Zusatz aliphati scher polarer Verbindungen erhöht
wird.
Die auf die soeben erörterte französische Patentschrift bezügliche französische Zusatzpatentschrift
49 755 beschreibt ein ähnliches Verfahren, nach welchem der zum Auswaschen der Kohlenwasserstoffe zu
verwendenden Alkalilauge das Natriumsalz einer Fettsäure mit 2 Kohlenstoffatomen oder ein Kaliumsalz
einer Fettsäure mit 1, 2 oder 6 Kohlenstoffatomen zur Erhöhung des Lösungsvermögens zugesetzt wird.
Aus der USA.-Patentschrift 2 570 277 ist ein Verfahren zum Süßen von Kohlenwasserstofffraktionen
bekannt, wonach die P'raktion, der die Merkaptane entzogen werden sollen, zunächst mit Alkalilauge gewaschen,
dann die Alkalilauge abgetrennt und die Fraktion anschließend in einer zweiten Verfahrensstufe mit einer um 1 bis 3% schwächeren Alkalilauge
unter Zusatz eines die Löslichkeit der Mercaptane erhöhenden Mittels gewaschen wird. Als Zusatzmittel
zur Alkalilauge zwecks Erhöhung des Lösungsvermögens für Mercaptane werden unter anderem Naphthenr
säuren empfohlen.
Die USA.-Patentschrift 2 084 575 beschreibt ein Verfahren zum Entfernen von Mercaptanen aus Benzin
ohne Umwandlung derselben in Disulfide durch Auswaschen mit einer Natronlauge, die Alkohol und
mindestens 50% Erdölnaphthensäuren in Lösung enthält, um eine bessere Lösung der Mercaptane zu erzielen.
Die USA.-Patentschrift 2 773 806 beschreibt die Raffination von Kohlenwasserstoffen in der Dampfphase
mit Hilfe von Alkalihydroxydlösungen, wodurch den Kohlenwasserstoffen unter anderem auch Naphthensäuren
entzogen werden sollen. Nach diesem Verfahren werden die bei der Dampfphasenraffination sich
in der Behandlungszone abscheidenden Kohleablagerungen durch Zirkulieren eines Gemisches von Öl.
Alkalinaphthenat- und Alkalihydroxydlösungen durch die Behandlungszone entfernt.
Alle diese bekannten Verfahren führen zu Kohlenwasserstofffraktionen,
die praktisch frei von Naphthensäure sind; denn es war bisher nicht erkannt worden,
daß ein geringer Gehalt an Naphthensäuren im Bereich von 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent die Neigung
von Treibstoffen für Flugzeuggasturbinen zur Bildung kohleartiger Ablagerungen bei höheren Temperaturen
wirksam verhindert.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung dient das folgende Beispiel, in welchem der Zusatz aus dem
Alkaliextrakt des oben beschriebenen Öls B hergestellt wird. Dieser Extrakt wird mit Salzsäure neutralisiert
und mit Petroläther extrahiert. Auf diese Weise werden aus 3,5 1 Alkalilauge 129g einer braunen, zähen
Flüssigkeit erhalten. Dieser als »Extrakt A<- bezeichnete Extrakt wird mit dem öl C verschnitten, welches
eine extrahierte Fraktion ähnlich dem öl B darstellt, und es werden weitere CFR-Treibstoffverkokungsprüfungen
durchgeführt. Die Ergebnisse sind die folgenden :
65
| CFR-Ver- kokungsprüfung, Gütebewertung bei 204 bis 260° C |
|
| öl C | 55 70 700 |
| öl C + 0,075% Extrakt A öl C + 0,125% Extrakt A |
Die Kennwerte des Öls C sind die folgenden:
Siedebereich, 0C 168 bis 316
Gesamtschwefel, Gewichtsprozent 0,22
Mercaptanschwefel, Gewichts-
Mercaptanschwefel, Gewichts-
prozent 0,00017
Gefrierpunkt, 0C —48
Aus diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß ein
extrahiertes öl, welches weniger als 0,1 Gewichtsprozent
an extrahierten Sauren enthalt, nur eine geringe Verbesserung bezuglich der Neigung zur Bildung von
Ablagerungen zeigt, wahrend die Anwesenheit von
mehr als 0,1% Sauren eine sehr erhebliche Verbesserung zur Folge hat.
Claims (1)
1. Treibstoff für Flugzeuggasturbinen auf der Basis einer Kohlenwasserstofffraktion eines Siede-
bereichs innerhalb der Grenzen von 38 bis 315° C m^ einem Gesamtschwefelgehalt von weniger als
0,4 Gewichtsprozent und einem Merkaptanschwefelgehalt unter 0,001 Gewichtsprozent, gekennzeichnet
durch einen Gehalt an Naphthensäuren von 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent, bezogen auf den Gesamttreibstoff.
2 Verfahren zur Herstellung von Treibstoffen
nach Ans h j dadurch gekennzeichnet, daß
m£m aug dner naphthenischen Rohölfraktion eines
Siedebereichs innerhalb der Grenzen von 38 bis 315o c die Merkaptane mit Natronlauge in an sich
bekannter Weise bis auf einen Gehalt von weniger als 0>001 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge
der Fraktion an Merkaptanschwefel, extrahiert und dieser Fraktion die aus dem alkalisehen
Extrakt isolierten Naphthensäuren zusetzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1148/58A GB846512A (en) | 1958-01-13 | 1958-01-13 | Improved fuels |
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|---|---|
| DE1095584B true DE1095584B (de) | 1960-12-22 |
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2397771A (en) * | 1941-10-17 | 1946-04-02 | Union Oil Co | Diesel fuel oil |
-
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- 1958-01-13 GB GB1148/58A patent/GB846512A/en not_active Expired
-
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