DE1095245B - Vorrichtung zum Entnehmen von Stoffmustern aus einem geschlossenen Druckbehaelter - Google Patents
Vorrichtung zum Entnehmen von Stoffmustern aus einem geschlossenen DruckbehaelterInfo
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Description
DEUTSCHES
Zum Behandeln, z. B. zum Färben, werden Stoffbahnen oft in einen Druckbehälter eingebracht, in
welchem zwei Aufwickelwalzen untergebracht sind, auf welche die Bahn abwechslungsweise aufgerollt
wird und dabei zwischen den Walzen eine Schlaufe bildet, welche jeweils dem Behandlungsmittel, beispielsweise
der Farbflotte, ausgesetzt ist. Um den Stand der Behandlung zu ermitteln, genügen erfahrungsgemäß
am Druckbehälter vorgesehene Schauscheiben nicht, sondern es muß ein Stück der Gewebebahn,
d. h. ein Stoffmuster, entnommen und außerhalb des Druckbehälters untersucht werden.
Zur Entnahme solcher Stoffmuster aus dem Druckbehälter sind bereits eine Mehrzahl verschiedener Vorrichtungen
bekanntgeworden.
Beispielsweise ist es bekanntgeworden, vor Inbetriebnahme der Färbeeinrichtung mehrere von der
zu färbenden Stoffbahn oder vom zu färbenden Garn völlig unabhängige Probestücke an einem Faden befestigt
in den Druckbehälter zu bringen und jeweils für die in Zeitabständen vorzunehmenden Kontrollen
eines dieser Probestücke durch eine Vorrichtung zu entnehmen, welche eine Schleuse, bestehend aus einem
am Druckbehälter angeordneten Ventil und einer Zwischenleitung, welche das Ventil mit einem Abschlußorgan
verbindet, aufweist.
Es ist weiter auch bekannt, Muster mit leicht zerreißbaren Fäden an der zu behandelnden Stoffbahn zu
befestigen und diese Muster dann dem Druckbehälter zu entnehmen. Diese Lösung hat den Nachteil, daß die
Stoffmuster jeweils vor der Behandlung an der Gewebebahn befestigt werden müssen und ihre Entnahme
nur in einer ganz bestimmten Lage der Stoffbahn erfolgen kann.
Gemäß einer weiter bekannten Vorrichtung zum Entnehmen von Stoffmustern aus einem geschlossenen
Druckbehälter werden die Stoffmuster in der Gewebebahn selber ausgeschnitten oder gegebenenfalls ausgebrannt
und über ein Rohrsystem mit Ventilen mittels Druckkammern pneumatisch aus dem Druckbehälter
ausgestoßen. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, daß zum Ausschneiden des Stoffmusters, welches durch
Anpressen einer gegebenenfalls elektrisch beheizten Schneidekante erfolgt, die Stoffbahn unter ziemlich
starker Spannung stehen muß, was bei zarten Geweben nicht immer möglich und bei gewissen Geweben nicht
erwünscht ist, und daß ferner, wenn das Stoffmuster ausgebrannt wird, zur Beheizung der Schneidekante
elektrische Installationen notwendig sind. Zudem greift diese bekannte Vorrichtung immer im gleichen
Abstand von der Gewebekante an, so daß bei mehrmaliger Entnahme von Stoffmustern an aufeinanderfolgenden
Stellen über die Stofflänge aus der gleichen Gewebebahn größere Stoff Verluste entstehen können.
Vorrichtung
zum Entnehmen von Stoffmustern
aus einem geschlossenen Druckbehälter
aus einem geschlossenen Druckbehälter
Anmelder:
Maschinenfabrik Benninger A. G.,
Uzwil (Schweiz)
Uzwil (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Ing. H. Görtz, Patentanwalt,
Frankfurt/M., Schneckenhofstr. 27
Frankfurt/M., Schneckenhofstr. 27
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 27. Juli 1957
Schweiz vom 27. Juli 1957
Es ist klar, daß beim Entnehmen von mehreren Stoffmustern in kurzen Abständen sich die Stoffbahn verziehen
kann und dann beim Aufrollen Falten bildet. Zudem funktioniert die pneumatische Ausstoßung des
ausgeschnittenen Stoffmusters nicht immer einwandfrei.
Die Erfindung bezweckt nun die Schaffung einer Vorrichtung, um aus einer in einem geschlossenen
Druckbehälter zwischen zwei Aufwickelwalzen eine Schlaufe bildenden Bahn mittels eines Schneidorgans
Stoffmuster zu entnehmen und diese mechanisch aus dem Druckbehälter zu transportieren, welche die Nachteile
der bisher bekannten Vorrichtungen vermeidet und ein einwandfreies Ausschneiden und Entnehmen
von Stoffmustern an jeder beliebigen Stelle der Stoffbahn in einfacher und zuverlässiger Weise gestattet.
Hierzu ist die erfindungsgemäße Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, daß ein im Druckbehälter quer
zur Bewegungsrichtung der Stoffbahn verschiebbares Rohr einen radialen, gegen die Schlaufe der Stoffbahn
gerichteten Stutzen, an welchem das Schneideorgan drehbar und axial verschiebbar angeordnet ist, sowie
eine in ihm von außen dreh- und axial verschiebbar gelagerte Stange aufweist, die eine Schnecke trägt,
welche mit einem an einer mit dem Schneideorgan verbundenen Hubstange angebrachten Zahnsegment zusammenwirkt,
so daß eine axiale Bewegung der Stange eine Drehbewegung des Schneideorgans zur Folge hat,
und welche ferner eine Hubgabel trägt, die an einem
009 679/214
Flansch der Hubstange angreift, so daß eine Verdrehung der erstgenannten Stange eine Verschiebung
des Schneideorgans senkrecht zur Gewebebahn bewirkt, und daß weiter eine das Rohr und den Stutzen
durchsetzende Röhre einen von außen verschiebbaren, an seinem inneren Ende mit einem Haken versehenen
Zugdraht enthält, mittels welchem das auszuschneidende Stoffmuster vor dem Schneidvorgang erfaßbar,
während des Schneidvorganges gegen das Schneideorgan preßbar und nach dem Schneidvorgang mechanisch
aus dem Druckbehälter transportierbar ist.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt,
und zwar zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt durch den Druckbehälter mit der Schneidvorrichtung,
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie H-II in Fig. 1,
Fig. 3 in vergrößertem Maßstab einen Schnitt durch die Entnahmevorrichtung und
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3.
In der Zeichnung bezeichnet 14 einen zylindrischen Druckbehälter bekannter Bauart, der aus zwei dicht
miteinander verschließbaren Teilen besteht. Im unteren Teil befindet sich die Behandlungsflüssigkeit 3. Im Behälter
14 sind oberhalb des Bades 3 zwei Aufwickelwalzen 1 bzw. 2 parallel zur Achsrichtung des Behälters
angeordnet, auf welche die zu behandelnde Stoffbahn B abwechslungsweise aufgewickelt wird,
wobei sie zwischen den Walzen 1, 2 eine Schlaufe bildet, die das Bad 3 durchläuft. Damit die Stoffbahn
B jeweils faltenfrei aufgewickelt werden kann, wird sie um eine Ausbreitvorrichtung gelenkt, die aus
zwei Ausbreitwalzen 61 und 62 sowie aus zwei Leitwalzen 71 und 72 besteht. Zwei Längstraversen 81
und 82 verbinden zwei Seitenschilde 83 und 84 miteinander, die in Lagerungen 91 und 92 im Druckbehälter
14 mittels Hülsen 11 pendelnd jedoch hermetisch abgedichtet aufgehängt sind. In den Hülsen 11
ist ein Rohr 12 abgedichtet so gelagert, daß es in Achsrichtung des Druckbehälters 14, d. h. quer zur Bewegungsrichtung
der Stoffbahn B, verschiebbar ist. An dem Rohr 12 ist ein radialer Stutzen 13 angeordnet,
welcher mit seiner öffnung gegen den zwischen den Leitwalzen 71 und 72 befindlichen Teil der Schlaufe
der Stoffbahn B gerichtet ist und in dieser Lage beim axialen Verschieben des Rohres 12 durch die Längstraversen
81 und 82 geführt ist. Durch Verschieben des Rohres 12 ist es somit möglich, die öffnung des
Stutzens 13 an jedem beliebigen Punkt der Breite der Stoffbahn B anzusetzen, und je nach dem Grad der
Aufwicklung auf der Stoffbahn auf eine der Walzen 1 oder 2 ist es auch möglich, den Stutzen an jeden beliebigen
Punkt der Länge der Stoffbahn B anzusetzen.
Aus den Fig. 3 und 4 ist ein im Stutzen angeordnetes Schneideorgan ersichtlich, welches einen Messerring
20 aufweist, in welchem mittels einer Schraube 21 ein ringförmiges Schneidemesser 22 eingespannt ist.
Um ein Pendeln des Messerringes 20 und damit des Messers 22 zu vermeiden, ist am Stutzen 13 ein Bolzen
23 befestigt, welcher einen Führungsinnenring 24 für das Messer 22 trägt. Messerring 20 und Messer 22 sind
gelenkig über einen Bolzen 15 an einer Hubstange 16 aufgehängt, welche sich radial in das Rohr 12 erstreckt
und in einer Nabe 17 dreh- und verschiebbar gelagert ist. An ihrem oberen, in das Rohr 12 ragenden Ende
trägt die Hubstange 16 ein Zahnradsegment 18 und etwas unterhalb des letzteren, aber immer noch im
Querschnitt des Rohres 12, einen Ringflansch 13. Im Rohr 12 ist eine parallel zur Rohrachse verlaufende
Betätigungsstange 25 dreh- und verschiebbar gelagert, die im Bereich des Stutzens mit peripheren Rillen versehen
ist oder eine Schnecke 19 trägt, die mit dem Zahnradsegment 18 im Eingriff steht. Eine axiale
Verschiebung der Stange 25 in Rohr 12, was über einen am außerhalb des Rohres 12 und des Druckbehälters
14 befindlichen Ende der Stange 25 angeordneten Betätigungshebel 38 erfolgen kann, hat somit
eine Drehbewegung der Hubstange 16 und damit des ringförmigen Messers 22 zur Folge. Auf der Stange
ίο 25 sitzt ferner ein Hubhebel 29, in dessen gabelförmiges
Ende der Ringflansch 30 der Hubstange 16 eingreift. Ein Verdrehen der Stange 25 hat somit eine
axiale Bewegung der Hubstange 16 und damit ein Heben oder Senken des Messers 22 zur Folge.
Wie aus dem linken Teil der Fig. 3 hervorgeht, mündet das Rohr 12 an der Wandung des Druckbehälters
14 in ein Gehäuse 33, in welchem eine Klappe 34 untergebracht ist, die über ein Ritzel 35 und eine
Zahnstange 36 durch axiales Verschieben einer an letzterer befestigten Steuerstange 37 geöffnet und geschlossen
werden kann. In das Gehäuse 33 mündet auch die Stange 25, die von außen über den Winkelgriff
38 einerseits längsverschoben und andererseits verdreht werden kann. In einem Aufsatzstück 39,
welches außerhalb der Klappe 34 am Gehäuse 33 angeflanscht ist, sitzt ein Zugdraht 40, der im Aufsatzstück
in Büchsen 42 zentriert ist. Dieser Zugdraht kann, wie in Fig. 3 punktiert dargestellt, durch eine
Röhre 44 geschoben werden, welche innerhalb des Führungsringes 24 für das Messer 22 in unmittelbarer
Nähe der Stoffbahn B mündet. An seinem inneren Ende trägt der Zugdraht 40 einen Widerhaken 41.
Das Aufsatzstück kann bei geschlossener Klappe mittels einer Klemmschraube 43 leicht gelöst werden.
Soll nun während der Behandlung einer Stoffbahn B im Druckbehälter zwecks Feststellung des Fortschreitens
der Behandlung mittels der beschriebenen Vorrichtung ein Stoffmuster entnommen werden, so wird
bei stillstehenden Walzen durch axiales Verschieben des Rohres 12 im Behälter der Stutzen 13 an diejenige
Stelle der Breite der Stoffbahn gebracht, aus welcher ein Stoffmuster gewünscht wird.
Durch Einstoßen des Zugdrahtes 40 wird dessen Widerhaken 41 in das Stoffstück B eingehängt, wie
aus der gestrichelten Darstellung in Fig. 3 ersichtlich ist. Durch Verdrehen des Winkelhebels 38 und damit
der Stange 25 wird über den Hubhebel 29, Ringflansch 30, Hubstange 16 und Messerring 20 das Messer 22
senkrecht auf die Stoffbahn B abgesenkt. Wird in der jetzigen Winkelstellung der Stange 25 diese nun hin-
und herbewegt, so wird durch die Drehbewegung des Messers 22 auf der Stoffbahn ein kreisrundes Stoffmuster
ausgeschnitten, wobei durch leichten Zug am Zugdraht 40 über den Widerhaken 41 die Stoffbahn
stets gegen das Messer angedrückt werden kann. Durch Zurückziehen des Zugdrahtes 40 kann hierauf
das ausgeschnittene Stoffmuster durch die Röhre 44 in das Aufsatzstück 39 bis außerhalb der Klappe 34
gebracht werden. Wird diese nun über den Hebel 37 in die Schließstellung gebracht, so kann durch Lösen
der Klemmschraube 43 das Aufsatzstück gelöst und das Stoffmuster ohne Druckverlust im Druckbehälter
entnommen werden. Eine nicht dargestellte Vorrichtung · verhindert, daß bei entferntem Ansatzstück 39
die Klappe 34 geöffnet bzw. bei geöffneter Klappe 34 das Ansatzstück 39 entfernt werden kann.
Werden an den Aufwickelwalzen 1, 2 Zählwerke eingebaut, so ist es möglich, die Stoffbahn für jede
Entnahme eines Stoffmusters immer an der gleichen Stelle ihrer Länge zu arretieren. Die Stoffmuster
werden dann an verschiedenen Stellen der Breite der Bahn entnommen, so daß nach der Behandlung nur ein
schmaler Streifen der Stoffbahn als Abfall wegen Entnahme von Stoffmustern ausfällt.
Claims (1)
- Patentanspruch:Vorrichtung, um aus einer in einem geschlossenen Druckbehälter zwischen zwei Aufwickelwalzen eine Schlaufe bildenden Bahn mittels eines Schneidorgans Stoffmuster zu entnehmen und diese mechanisch aus dem Druckbehälter zu transportieren, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Druckbehälter (14) quer zur Bewegungsrichtung der Stoffbahn (B) verschiebbares Rohr (12) einen radialen, gegen die Schlaufe der Stoffbahn gerichteten Stutzen (13), an welchem das Schneideorgan (22) drehbar und axial verschiebbar angeordnet ist, sowie eine in ihm von außen dreh- und axial verschiebbar gelagerte Stange (25) aufweist, die eine Schnecke (19) trägt, welche mit einem an einer mit dem Schneideorgan verbundenen Hubstange (16) angebrachten Zahnsegment (18) zu-sammenwirkt, so daß eine axiale Bewegung der Stange (25) eine Drehbewegung des Schneideorgans (22) zur Folge hat, und welche ferner eine Hubgabel (29) trägt, die an einem Flansch (30) der Hubstange (16) angreift, so daß eine Verdrehung der erstgenannten Stange (25) eine Verschiebung des Schneideorgans senkrecht zur Gewebebahn bewirkt, und daß weiter eine das Rohr (12) und den Stutzen (13) durchsetzende Röhre (44) einen von außen verschiebbaren, an seinem inneren Ende mit einem Haken (41) versehenen Zugdraht (40) enthält, mittels welchem das auszuschneidende Stoffmuster vor dem Schneidvorgang erfaßbar, während des Schneidvorganges gegen das Schneideorgan preßbar und nach dem Schneidvorgang mechanisch aus dem Druckbehälter transportierbar ist.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschriften N 9715 VII/8a (bekanntgemacht am 18.10.1956), Sch 14378 VII/8a (bekanntgemacht am 5. 7. 1956).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen009 679/21* 12.60
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH874444X | 1957-07-27 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1095245B true DE1095245B (de) | 1960-12-22 |
Family
ID=4544289
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM37188A Pending DE1095245B (de) | 1957-07-27 | 1958-03-29 | Vorrichtung zum Entnehmen von Stoffmustern aus einem geschlossenen Druckbehaelter |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1095245B (de) |
| GB (1) | GB874444A (de) |
-
1958
- 1958-03-29 DE DEM37188A patent/DE1095245B/de active Pending
- 1958-06-23 GB GB20069/58A patent/GB874444A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB874444A (en) | 1961-08-10 |
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