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Horizontal und schrägaufwärts fördernde pneumatische Rinne Die Erfindung
bezieht sich auf eine horizontal und schräg aufwärts fördernde pneumatische Rinne
für den Transport von Schüttgütern, vorzugsweise Zement und Rohmehl, die geschlossen
ist und eine als Förderbahn für das Fördergut dienende poröse Zwischenschicht aufweist,
welche die Förderrinne in einen Rinnenoberteil und einen Rinnenunterteil trennt,
dem Druckluft zugeführt wird, mit einer am Aufgabeende angeordzeiten Zellenradschleuse
od. dgl. für das Fördergut.
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Pneumatische Förderrinnen haben sich für den Transport von mehligem
Gut, und vor allem für den Transport von Zement und Rohmehl, sehr gut eingeführt
und auch bewährt. Um einen bestimmten Materialfluß zu erhalten, arbeiten sie meistens
mit einer gewissen Abwärtsneigung, die zwischen 5 und 10 0/o variiert. Dies ist
ein entscheidender Nachteil der bisherigen pneumatischen Förderrinnen, da man infolge
der zweckmäßigen Neigung immer an Höhe verliert und öfters die Bauten um einige
Meter höher machen muß, nur um der Förderrinne eine genügende Neigung zu geben.
Ferner mußte man, sobald die Förderrinne eine bestimmte Länge überschritt, spezielle
Bedienungslaufstege vorsehen, die eine Bedienung der Förderrinne ermöglichten. Anlagemäßig
wird durch solche Laufstege das Bild verschlechtert, und die Investitionskosten
werden erhöht.
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Um pulverförmige und feinkörnige Massengüter mittels einer pneumatischen
Rinne horizontal oder schrägaufwärts fördern zu können, bedurfte es bis heute eines
teuren maschinellen Aufwandes und einer treppenförmigen Ausbildung der Förderrinne.
In der Praxis hat man mit dieser nur sehr kleine Höhendifferenzen überwinden können,
da die Förderbahn von Treppe zu Treppe in Förderrichtung schräg abfallende längere
luftdurchlässige Abschnitte aufweist, welche durch schräg ansteigende, kurze, luftdurchlässige
Verbindungsflächen, nämlich die Treppen, miteinander verbunden sind. Für den größten
Teil der Länge der För derrinne hat man auch hier mit einer gewissen Abwärtsneigung
gearbeitet.
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Die sonst noch bekannte Förderung von pulverförmigem Massengut im
pulsierenden Luftstrom ist bei waagerechter Förderrinne nur für verhältnismäßig
kurze Förderlängen nutzbar. Bei größeren Förderlängen muß ebenfalls durch eine gewisse
Abwärtsneigung der Materialfluß aufrechterhalten werden.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, diese Nachteile zu vermeiden
und eine zuverlässige horizontale und schrägaufwärts gerichtete Förderung von Schüttgütern
mittels einer pneumatischen Rinne mit einfachen Mitteln und sogar über größere Steigungen
zu ermöglichen. Die Erfindung besteht darin, daß die Förderrinne durch in dem Rinnenoberteil
senkrecht zu der als Förderbahn dienenden porösen Zwischenschicht
angeordnete Trennbleche,
die in das Fördergut eintauchen, aber einen Durchflußquerschnitt für das Fördergut
frei lassen, in einzelne Druckkammern unterteilt ist, denen die aus der porösen
Zwischenschicht austretende Druckluft durch das Fördergut hindurch zugeführt wird,
wobei das Fördergut infolge der Druckdifferenzen zwischen den einzelnen Kammern,
deren Druckabfall gegen den Rinnenauslauf gerichtet ist, zum Auslauf fließt.
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Die in den Rinnenunterteil eingeleitete Druckluft tritt durch die
poröse Zwischenschicht in die Druckkammern des Rinnenoberteils. Hierdurch werden
nicht nur die Druckkammern des Rinnenoberteils stetig mit der Druckluft, die für
die Förderung benötigt wird versorgt, sondern es wird gleichzeitig das Fördergut
infolge der Durchlüftung in Bewegung gehalten, so daß das auf dem porösen Boden
liegende Fördergut in einen flüssigkeitsähnlichen Zustand, der sogenannten Wirbelschicht,
gelangt und unter Einwirkung der steten Druckdifferenzen von Kammer zu Kammer des
Förderkanals in Richtung des Druckgefälles gegen den Rinnenauslauf geschoben wird.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung besteht darin, auch
im Rinnenunterteil, also unterhalb des porösen Bodens, eine Unterteilung in aufeinanderfolgende
Druckkammern, die den darüberliegenden Kammern im Rinnenoberteil entsprechen, vorzunehmen.
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Zu diesem Zweck ist der Rinnenunterteil durch in Verlängerung der
Trennbleche des Oberteils angeordnete Trennwände in Druckkammern unterteilt, und
diese
stehen über Drosselorgane mit der Druckleitung in Verbindung.
An sich sind Trennwände im Rinnenunterteil pneumatischer Förderrinnen bekannt, jedoch
nicht im Zusammenwirken mit den erfindungsgemäßen Trennblechen im Rinnenoberteil,
wobei sie dem Zweck dienen, die Druckdifferenzen zwischen dem Rinnenoberteil und
dem Rinnenunterteil über die ganze Länge der Rinne etwa gleich groß einstellen zu
können, um ein möglichst kontinuierliches Fließen des Fördergutes zu erreichen.
Man kann hierdurch die für die Förderung günstigsten Druckdifferenzen an den Drosselorganen
einstellen, was sich insbesondere bei längeren Förderrinnen empfiehlt. Dann ist
es auch zweckmäßig, mindestens zwei Gebläse zur Erzeugung der Druckluft vorzusehen,
von denen das erste Gebläse die in der Nähe des Auslaufes angeordneten Druckkammern
des Rinnenunterteils und das zweite Gebläse speist, welches die vom ersten Gebläse
komprimierte Luft höher verdichtet und die folgenden Druckkammern im Rinnenunterteil
versorgt. Man vermeidet unnötige Drosselverluste und kann die Druckluftzufuhr so
vornehmen, daß die Druckluft für die Kammern der niederen Drücke der ersten Verdichtungsstufe
und die Druckluft für die Kammern mit höheren Drücken einer zweiten und gegebenenfalls
einer dritten Verdichtungsstufe entnommen wird. Die Anzahl der Verdichtungsstufen
richtet sich wiederum nach der Länge der Förderrinne und ist nicht auf zwei Verdichtungsstufen
beschränkt.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung an mehreren Ausführungsbeispielen
dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine horizontal fördernde pneumatische Förderrinne,
bei der Druckkammern nur im Oberteil der Rinne angeordnet sind, Fig.2 einen Querschnitt
durch die Rinne nach Fig. 1, Fig.3 eine horizontal fördernde pneumatische Förderrinne
mit im Oberteil und im Unterteil angeordneten Druckkammern, und Fig. 4 die pneumatische
Förderrinne nach Fig. 3, mit der schräg aufwärts gefördert wird.
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Im Rinnenunterteil 1 befindet sich Druckluft, die durch die poröse
Zwischenschicht 2 in das Fördergut fließt, welches sich im Rinnenoberteil 3 befindet.
Die poröse Zwischenschicht ist ein luftdurchlässiger Boden, der z. B. aus porösen
Platten, Textilbändern oder Drahtgewebe oder aus der Kombination dieser bestehen
kann. Indem die Druckluft dasFördergut durchdringt, wird es in einen flüssigkeitsähnlichen
Zustand gebracht. Die Trennbleche 4, die bis in die Schicht des Fördergutes ragen,
verhindern die Luft am freien Abfließen gegen den Auslauf 6 hin. Dadurch bilden
sich in den einzelnen Kammern 3 a Drücke aus, wobei in der Kammer bei der Zellenradschleuse
5, also bei der Materialaufgabe, der größte Druck herrscht und gegen den Auslauf
6 hin abnimmt. Die entstandene Druckdifferenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Kammern bewirkt nun, daß das Fördergut, da es sich in einem flüssigkeitsähnlichen
Zustande befindet, von der Kammer des höheren Druckes nach der Kammer des tieferen
Druckes weitergeschoben wird. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist der Druck im
geschlossen ausgebildeten Rinnenunterteil 1 über die ganze Länge annähernd konstant.
Die Druckluft wird im Gebläse 9 erzeugt und über das Drosselorgan 8 und Leitung
7 dem Rinnenunterteil 1 zugeführt.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 entstehen erhebliche Druckdifferenzen
zwischen dem Rinnenunterteil 1 und dem Rinnenoberteil 3, der dem Auslauf 6 benachbart
ist, so daß an diesen Stellen unnötig Luft entweichen kann. Um diesen Druckluftverlust
zu ver-
meiden, ist gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 auch der Rinnenunterteil
1 in einzelne Kammern 1 a durch die Trennwände 11 unterteilt. Die einzelnen Kammern
sind gegeneinander luftdicht abgeschlossen.
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Die Druckluft jeder Kammer entweicht nur durch die poröse Zwischenschicht
2 hindurch. Jede dieser Kammern 1 a steht mit der Druckluftleitung 7 über zugeordnete
Drosselorgane 8 in Verbindung. Mit den Drosselorganen8 werden die Drücke in den
Kammern 1 des Rinnenunterteilsl derart eingestellt, daß die Druckdifferenzen zwischen
Rinnenoberteil und Rinnenunterteil über die ganze Länge der Rinne annähernd gleich
groß werden. Damit die Drosselverluste nicht zu groß werden, kann die Druckluftzufuhr
so gestaltet werden, daß die Kammern des Rinnenunterteils in der Nähe des Auslaufes
6 von einem ersten Gebläse 9 gespeist werden. Dieses erste Gebläse9 speist außerdem
ein zweites Gebläse 10, indem die vom ersten Gebläse 9 kommende Luft höher verdichtet
wird und dann über die Drosselklappe 8 den folgenden Kammern 1 a im Rinnenunterteil
zugeführt wird.
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Die Fig. 4 stellt die pneumatische Rinne für die Schrägaufwärtsförderung
dar. Im Prinzip ist der Aufbau der Rinne gleich wie in Fig. 3 dargestellt. Die Kammerteilung
im Rinnenoberteil 3 muß je nach Aufwärtsneigung kleiner oder größer gemacht werden.
In dem Ausführungsbeispiel haben die Kammern 1a im Rinnenunterteil die doppelte
Länge wie die Kammern 3a im Rinnenoberteil, d.h., zu einer Kammer 1a gehören zwei
Kammern3a. Diese Teilung kann selbstverständlich auch eine andere sein, so daß beispielsweise
drei Kammern 3a im Oberteil einer Kammer 1 a im Unterteil entsprechen.