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DE1094265B - Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamidopyrazolen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamidopyrazolen

Info

Publication number
DE1094265B
DE1094265B DEB51675A DEB0051675A DE1094265B DE 1094265 B DE1094265 B DE 1094265B DE B51675 A DEB51675 A DE B51675A DE B0051675 A DEB0051675 A DE B0051675A DE 1094265 B DE1094265 B DE 1094265B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sulfanilamido
methyl
acid
pyrazole
group
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB51675A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Chem Dr Erich Haack
Dipl-Chem Dr Ruth Heerdt
Dr Rudi Gall
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roche Diagnostics GmbH
Original Assignee
Boehringer Mannheim GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Boehringer Mannheim GmbH filed Critical Boehringer Mannheim GmbH
Priority to DEB51675A priority Critical patent/DE1094265B/de
Publication of DE1094265B publication Critical patent/DE1094265B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D231/00Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings
    • C07D231/02Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings
    • C07D231/10Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D231/14Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D231/38Nitrogen atoms
    • C07D231/42Benzene-sulfonamido pyrazoles

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Plural Heterocyclic Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamidopyrazolen Die Herstellung von heterocyclisch substituierten Sulfanilamiden erfolgt üblicherweise durch Umsetzung eines Sulfonsäurehalogenids, das in p-Stellung einen in die Aminogruppe überführbaren Rest trägt, mit einer heterocyclischen Aminoverbindung oder durch Umsetzung der entsprechenden heterocyclischen Halogenverbindung mit einem Sulfonamid bzw. dessen Alkalisalz (vgl. deutsche Patentschrift 952 809 sowie belgische Patentschrift 557 254).
  • Diese bekannten Verfahren weisen aber verschiedene Nachteile auf. So ist z. B. die zweitgenannte Methode nicht bei allen halogensubstituierten Heterocyclen anwendbar; im Falle der 5-Halogenpyrazole versagt sie z. B. völlig. Bei der erstgenannten Methode dagegen besteht die Gefahr, daß das Sulfonylhalogenid auch mit dem Ringstickstoff reagiert und somit entweder die den gewünschten Sulfonamiden isomeren kernsubstituierten Verbindungen entstehen oder eine Doppelsubstitution eintritt. In manchen Fällen sind die Amino-heterocyclen nur schwache Basen, die einer direkten Reaktion mit dem Sulfonylhalogenid nicht zugänglich sind, so daß noch eine Hilfsbase zugesetzt werden muß, z. B. Pyridin.
  • Vielfach müssen jedoch wesentlich stärkere Basen (wie Trimethylamin) angewandt werden; hierbei entstehen meist Verbindungen, welche zwei Sulfonylreste an der Aminogruppe tragen. Die Umwandlung dieser isomeren bzw. doppelt substituierten Sulfonamide in die gewünschten Verbindungen erfordert besondere Maßnahmen und ist oft mit dem Verlust der halben Menge an eingesetztem Sulfonylhalogenid verbunden. Im Falle der 5-Sulanilamido-pyrazole kommt noch hinzu, daß die als Ausgangsprodukte benötigten Aminopyrazole zum Teil sehr schwer zugänglich sind.
  • Es wurde nun gefunden, daß die therapeutisch interessanten 5-Sulfanilamido-pyrazole nach einem neuen Verfahren hergestellt werden können, welches die oben geschilderten Nachteile vermeidet und insbesondere eine gesicherte Position der Sulfonamidgruppe am Pyrazolring gewährleistet.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß man in der Methylengruppe gegebenenfalls substituierte N1-Acylacetyl-sulfonamide mit Hydrazin bzw. monosubstituierten Hydrazinen oder ihren reaktionsfähigen Derivaten in saurem Milieu kondensiert.
  • Zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens sei die Herstellung des 5-Sulfanilamido-3-methyl-1 -phenylpyrazols aus Sulfanilsäureacetoacetylamid und Phenylhydrazin in der folgenden Gleichung dargestellt: X = Aminogruppe oder ein in die Aminogruppe überführbarer Rest (z. B. Nitro- oder Acylaminogruppe).
  • Die Durchführbarkeit dieser Ringschlußreaktion ist als überraschend zu bezeichnen. Die ß-Ketoacyl-sulfonamide besitzen zwar zwei Sauerstoff-Funktionen, die an sich zur Reaktion mit Hydrazinen geeignet erscheinen.
  • Es ist jedoch bekannt, daß beim Pyrazolringschluß von ß-Ketosäurederivaten im allgemeinen der an der Säuregruppe befindliche Rest (Ester- oder Amidgruppe) abgesprengt wird, wobei es zur Bildung von 5-Oxy-pyrazolen (= Pyrazolonen) kommt. Dies war auch im vorliegenden Fall zu erwarten, um so mehr, als eine Sulfonamidgruppe einen besonders leicht abspaltbaren Substituenten einer Säuregruppe darstellt. Tatsächlich konnte auch bislang bei der Umsetzung von Nl-Acylacetyl-sulfonamiden mit Phenylhydrazin nur die Bildung von Oxy-pyrazolen und Sulfamiden beobachtet werden (Chem. Ber., 83, 555 [1950]).
  • Bei Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Acylacetyl-sulfonamide zweckmäßig mit einem geringen Überschuß an den Hydrazinen umgesetzt.
  • Die bevorzugten Reaktionstemperaturen liegen zwischen O" C und Zimmertemperatur (Eiskühlung). Als Hydrazinkomponente können die freien Hydrazine sowie deren reaktionsfähige Derivate (z. B. Hydrazone, Acylhydrazine, Semicarbazid, Azine sowie die durch Umsetzung von Diket- oder -aldazinen iiiit reaktionsfähigen Alkylestern erhaltenen quartären Ammoniumverbindungen) verwendet werden. Im letzteren Falle erfolgt der Ringschluß unter Abspaltung des an der Hydrazingruppe befindlichen Restes (d. h., es wird beispielsweise der Aldehyd bzw. das Keton frei). Die Reaktion kann mit allen üblichen sauren Kondensationsmitteln durchgeführt werden; sie gelingt z. B. schon bei Anwendung der Hydrazinhydrochloride bzw. -sulfate. Werden als Ausgangsprodukte die freien Hydrazine eingesetzt (d. h., der Ringschluß erfolgt unter Wasserabspaltung), so erhält man erheblich gesteigerte Ausbeuten, wenn man ein saures Kondensationsmittel mit der Fähigkeit zur Bindung des entstehenden Reaktionswassers verwendet; als besonders vorteilhaft hat sich eine Mischung aus Phosphorsäure und Phosphorpentoxyd erwiesen. Jedoch lassen sich auch andere für die Durchführung von Kondensationsreaktionen in wasserfreiem Medium geeignete Kondensationsmittel verwenden, wie starke wasseranziehende Säuren oder Lewis-Säuren. Voraussetzung für die Durchführbarkeit der Reaktion ist nur, daß die sauren Kondensationsmittel eine ausreichende Löslichkeit für beide Reaktionspartner besitzen oder diese durch Zufügung eines geeigneten inerten Lösungsmittels erlangen.
  • Die für das Verfahren der vorliegenden Erfindung als Ausgangsprodukte zur Anwendung gelangenden Nl-Acylacetyl-sulfonamide sind bis auf die in Chem. Ber., 83, S. 556 (1950), beschriebenen Vertreter neue Verbindungen. Sie können durch Umsetzung der Sulfonamid-Alkalisalze mit ß-Ketocarbonsäure-phenylestern nach dem in der deutschen Patentschrift 926491 für die Herstellung von N1-Acyl-sulfonamiden beschriebenen Verfahren erhalten werden. Für die Acetoacytyl-sulfonamide besteht außerdem die Diketon-Methode zur Verfügung (vgl. Chem. Ber., 83, S. 558 [1950]).
  • Die Ringschlußreaktion gemäß vorliegender Erfindung kann sowohl mit den freien N1-Acylacetyl-sulfanilamiden durchgeführt werden als auch mit solchen Benzolsulfonamiden, welche in p-Stellung einen nachträglich in die Aminogruppe überführbaren Rest (Nitro- bzw. Acylaminogruppe, insbesondere Acetyl- und Carboxyäthylaminogruppe) tragen. Wegen der leichten Verseifbarkeit der Ketocarbonsäure-Sulfonamid-Bindung ist es jedoch vorteilhaft, die - technisch wohl meist verwendete -Acylaminogruppe erst nach erfolgter Ringbildung in die freie Aminogruppe zu verwandeln.
  • Das erfindungsgemäße neue Verfahren soll an Hand der nachstehenden Beispiele erläutert werden.
  • 1. 5-Sulfanilamido-3-methyl-1-phenyl-pyrazol 85 ccm wasserfreie Phosphorsäure werden im Eisbad mit 21 ccm Phenylhydrazin versetzt. Nach 30 Minuten Rühren hat sich das Phenylhydrazinphosphat gelöst, und man fügt bei 10° C 32,4 g Acetylsulfanilsäure-acetoacetylamid (F. 205 bis 207° C) zu. Nach istündigem Rühren bei 100 C werden unter Eiskühlung 18,7 g Phosphorpentoxyd zugegeben. Man rührt die allmählich zäh werdende Mischung noch 3 Stunden bei 10° C und arbeitet dann wie folgt auf: Durch Zugabe von 375 ccm Wasser läßt sich die Hauptmenge (etwa 8001o) des 5-Acetyl-sulfanilamido-3-methyl-1-phenyl-pyrazols ausfällen. Aus der wäßrigen Lösung können durch Neutralisieren oder Ausschütteln mit Essigester weitere 5 bis 10 °/0 gewonnen werden. F. 108 bis 110° C.
  • Die Verseifung wird durch Erhitzen mittels 3 Mol 4n-Natronlauge auf dem Dampfbad bewirkt. Aus dem Verseifungsgemisch kann das 5-Sulfanilamido-3-methyll-phenyl-pyrazol (F. 178 bis 180°C) mit verdünnter Salzsäure ausgefällt werden. Ausbeute (bezogen auf eingesetztes Acetylsulfanilsäure-acetoacetylamid) etwa 70 °/0 der Theorie.
  • 2. Die folgenden 5-Sulfanilamido-pyrazole können in analoger Weise, wie im Beispiell beschrieben, hergestellt werden:
    Gesamt-
    5-Sulfanilamido-pyrazol F. F. der Acetyl- Bemerkungen ausbeute
    verbindung
    3-Methyl- 252 bis 254O C 247 bis 2480 C Verwendung von Hydrazinphosphat 55%
    3-Phenyl- .............. 251 bis 253°C 227 bis 228°C F. des Acetylsulfanilsäure-benzoyl-acetyl-
    amids: 168 bis 1720 C 6001o
    3-Phenyl-l-methyl- ...... 209 bis 210°C 248 bis 251°C Verwendung von Methylhydrazinsulfat 52%
    1,3-Dimethyl4-äthyl- 182 bis 185°C 229 bis 230°C F. des Acetylsulfanilsäure-(äthyl-aceto-
    acetyl) -amids: 210"C 5401o
    3. 5-Sulfanilamido-1,3-dimethyl-pyrazol 126 ccm wasserfreie Phosphorsäure werden im Eisbad mit 32 g Methylhydrazin-sulfat versetzt. Nach 30 Minuten Rühren fügt man bei 10O C 45 g Acetylsulfanilsäureaceto-acetylamid zu (F. 205 bis 207° C). Man rührt 1 Stunde bei 10O C und fügt unter Eiskühlung 27 g Phosphor-pentoxyd zu. Die allmählich zäh werdende Mischung wird noch 3 Stunden bei 10° C gerührt und dann mit Wasser und so viel konzentriertem Ammoniak versetzt, bis sie nur mehr schwach sauer reagiert. Das 5-Acetyl-sulfanilamido-1,3-dimethyl-pyrazol fällt in einer Ausbeute von 75,5% der Theorie aus; F. 199 bis 200° C.
  • Die Verseifung dieser Acetylverbindung wird durch Erhitzen mittels 3 Mol 4 n-Natronlauge auf dem Dampfbad bewirkt. Aus dem Verseifungsgemisch kann das 5-Sulfanilamido-l ,3-dimethyl-pyrazol mit verdünnter Salzsäure ausgefällt werden; F. 213 bis 215" C. Ausbeute 870/o der Theorie.
  • 4. 5-Sulfanilamido-3-propyl-1-methyl-pyrazol 0,15 Mol Acetylsulfanilsäure-butyroacetylamid (F. 177 bis 1800 C) und 0,22 Mol Methylhydrazin-sulfat werden unter analogen Bedingungen, wie im Beispiel 3 beschrieben, zur Kondensation gebracht. F. des 5-Acetylsulfanilamido-3-propyl-1-methyl-pyrazols:142 bis 145°C.
  • Ausbeute 7301o der Theorie. Die in üblicher Weise durchgeführte Verseifung ergibt in 880jger Ausbeute das 5-Sulfanilamido-3-propyl-1-methyl-pyrazol vom F. 168 bis 169" C.
  • 5. 5-Sulfanilamido-3-methyl-1 -butyl-pyrazol Führt man das im Beispiel 3 beschriebene Verfahren unter Verwendung von 0,15 Mol Acetylsulfanilsäureacetoacetylamid und 0,18 Mol Butylhydrazin durch, so erhält man in etwa 700!eiger Ausbeute das 5-Sulfanilamido-3-methyl-1-butyl-pyrazol vom F. 173 bis 1750 C (F. der Acetylverbindung 145 bis 148° C).
  • 6. 5-Sulfanilamido-3-methyl-1-cyclohexyl-pyrazol 0,15 Mol Acetylsulfanilsäure-acetoacetylamid und 0,18 Mol Cyclohexylhydrazin-hydrochlorid werden, wie im Beispiel 3 beschrieben, zur Umsetzung gebracht. F. der erhaltenen Acetylverbindung: 230 bis 2310 C. F. des 5-Sulfanilamido-3-methyl-1-cyclohexyl-pyrazols: 220 bis 223° C. Gesamtausbeute 69 0t0 der Theorie.
  • 7. In analoger Weise erhält man die folgenden 5-Sulfanilamido-pyrazole:
    5-Sulfanilamido-pyrazol Fp. Fp. der Acetyl- Verfahren
    verbindung
    l-Äthyl-3-propyl- ....... 140 bis 141°C 144 bis 147°C analog Beispiel 3 aus Acetylsulfanilsäure-butyroacetyl-
    amid + Äthylhydrazin-sulfat
    l-Propyl-3-methyl- ...... 193 bis 195°C 148 bis 152°C analog Beispiel 3 aus Acetylsulfanilsäure-acetoacetyl-
    amid + Propylhydrazin
    l-Isopropyl-3-methyl- .... 176 bis 178°C 169 bis 1700C analog Beispiel 3 aus Acetylsulfanilsäure-acetoacetyl-
    amid + Isopropylhydrazin-hydrochlorid
    l-Äthyl-3-methyl- ....... 166 bis 168°C 148 bis 152°C analog Beispiel 3 aus Acetylsulfanilsäure-acetoacetyl-
    amid + Äthylhydrazinsulfat

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamidopyrazolen, welche in 1-, 3- und/oder 4-Stellung des Pyrazolringes substituiert sein können, dadurch gekennteichnet, daß man gegebenenfalls in der Methylengruppe substituierte N1-Acylacetyl-sulfonamide der Formel in welcher X eine Aminogruppe oder einen in die Aminogruppe überführbaren Rest bedeutet, mit Hydrazin bzw. monosubstituierten Hydrazinen oder ihren reaktionsfähigen Derivaten in saurem Milieu kondensiert, und gegebenenfalls anschließend X in an sich bekannter Weise in die Aminogruppe überführt.
DEB51675A 1959-01-08 1959-01-08 Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamidopyrazolen Pending DE1094265B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3198791A (en) * 1960-04-26 1965-08-03 Hoechst Ag New sulfanilamido-pyrazoles and process of preparing them

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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