DE1093996B - Stromfuehrungselemente und deren Verwendung in elektrolytischen Zellen zur Gewinnung oder Raffination von Aluminium - Google Patents
Stromfuehrungselemente und deren Verwendung in elektrolytischen Zellen zur Gewinnung oder Raffination von AluminiumInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung geht aus von Stromführungselementen, die in elektrolytischen Zellen für die Herstellung
von Aluminium als Kathode oder als Stromzuführung zur Kathode einer Reduktionszelle für die
Herstellung von Aluminium oder als Stromzuführung zur Anoden- oder Kathodenschicht einer Aluminiumraffinationszelle
verwendet werden. Diese Stromführungselemente stehen alle zumindest mit einem Teil ihrer Oberflächen mit geschmolzenem Aluminium
in Berührung.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, solche Stromführungselemente statt wie bisher aus Kohlenstoff
mindestens aus einem der Stoffe Titancarbid und Zirkoniumcarbid herzustellen und dadurch große Vorteile,
z. B. ein gutes Benetzen der Teile durch geschmolzenes Aluminium, zu erreichen. Nach einem
weiteren \^orschlag wurde die noch vorteilhaftere Verwendung der Boride des Titans und Zirkoniums
zu diesem Zweck angegeben und insbesondere auf die ausgezeichneten Eigenschaften von Titanborid (TiB2)
hingewiesen. Dieser Stoff hat einen noch viel niedrigeren elektrischen Widerstand als Titancarbid, ist
beständiger gegen Oxydation bei Temperaturen im Bereich von 300 bis 800° C und besitzt eine geringere
Löslichkeit im geschmolzenen Aluminium bei Temperaturen zwischen 950 und 1000° C, die in solchen
Elektrolysezellen verwendet werden. Die letztere Eigenschaft ist außerordentlich bedeutsam vom
wirtschaftlichen Standpunkt aus, da die Lebensdauer der Stromführungselemente von dem Ausmaß bestimmt
wird, in welchem sich das Material in dem geschmolzenen Aluminium der elektrolytischen Zelle
löst.
Es wurde nun gefunden, daß durch die Verwendung einer Mischung von Titancarbid und Titanborid
besondere Vorteile erzielt werden können, die nicht aus der Kenntnis ihrer einzeln bestimmbaren Eigenschaften
zu entnehmen sind.
Demgemäß sieht die vorliegende Erfindung Stromführungselemente vor zur Verwendung als Kathode
und/oder als Stromzuführung zur Anode oder Kathode in elektrolytischen Zellen für die Herstellung
oder Raffination von Aluminium, bei denen wenigstens die Teile der Stromführungselemente, die mit geschmolzenem
Aluminium in Berührung kommen, zum größten Teil oder vollständig aus einer Mischung von
Titancarbid und Titanborid bestehen.
Die Mischung kann 5 bis 25 Gewichtsprozent, vorzugsweise 10 bis 20 Gewichtsprozent, insbesondere
ungefähr 10 Gewichtsprozent Titanborid enthalten. Es ist auch möglich, die Teile der Stromführungselemente
außerhalb der Schmelze aus einer Mischung herzustellen, deren Titanboridanteil fortschreitend in
Richtung auf die Schmelze zunimmt.
Stromführungselemente
und deren Verwendung
in elektrolytisdien Zellen zur Gewinnung
oder Raffination von Aluminium
Anmelder:
The British Aluminium Company Limited, London
Vertreter: Dr. K.-R. Eikenberg, Patentanwalt,
Hannover, Am Klagesmarkt 10/11
Hannover, Am Klagesmarkt 10/11
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 10. März 1955
Großbritannien vom 10. März 1955
Charles Eric Ransley, Chesham Bois, Buckinghamshire
(Großbritannien),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Der überraschende Effekt, der bei der Vermischung von Titanborid mit Titancarbid bei der Herstellung
der Stromführungselemente erzielt wird, ist die Änderung der Löslichkeit von Titancarbid in Aluminium
bei hohen Temperaturen (z.B. bei 970° C). Ganz geringe prozentuale Zusätze von Borid drücken dabei
bereits merklich die Löslichkeit des Carbids herab.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 ist ein Diagramm, das die Löslichkeit von Titan in Aluminium bei 970° C für Materialien angibt,
deren Zusammensetzung sich von 100% Ti C bis 100VoTiB2 ändert;
Fig. 2 zeigt einen senkrechten Querschnitt durch eine Reduktionszelle;
Fig. 3 ist eine Teilansicht einer anderen Reduktionszelle,
in der die Stromführungselemente anders angeordnet sind;
Fig. 4 zeigt einen vertikalen Längsschnitt von einem
Ende einer Reduktionszelle, in der die Stromführungselemente wieder anders angeordnet sind;
009 650/400
Fig. 5 stellt einen vertikalen Schnitt durch eine Dreischichtenraffinationszelle dar;
Fig. 6 zeigt eine Reduktionszelle mit Kathoden, die aus erfindungsgemäßen Stromführungselementen hergestellt
sind, und zwar im Schnitt entlang der Linie VI-VI der Fig. 7;
Fig. 7 zeigt einen Schnitt entlang der Linie VII-VII der Fig. 6.
Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, wird die Löslichkeit von Titancarbid durch den Zusatz von nur 10% Titanborid
auf ungefähr ein Drittel herabgesetzt und bleibt dann im wesentlichen konstant bis zu einem Zusatz
von wenigstens 70% Borid.
Da Titanborid im Vergleich zu Titancarbid teuer ist, ist es von großem Wert, daß eine beträchtliche 1S
Verminderung der Löslichkeit erreicht werden kann, wenn verhältnismäßig kleine Anteile des Borids dem
billigeren und leichter erhältlichen Carbid zugesetzt werden. Es ist schwierig, den günstigsten Prozentsatz
von Borid anzugeben, der zu verwenden ist, obgleich bezüglich der Löslichkeit selbst Zusätze in der Größenordnung
von 10 bis 25% angebracht sind. Zusätze von weniger als 10% ergeben vorteilhafte Resultate.
Dabei müssen die erhöhten Kosten von Titanborid enthaltendem Material und die längere Lebensdauer
der Stromführungselemente gegeneinander abgewogen werden, es wird aber vorgezogen, nicht weniger als
5% TiB2 zuzusetzen.
Die Verwendung von solchen Mischungen für die Herstellung von Stromführungselementen ist von
außerordentlicher Bedeutung, insbesondere für Reduktionszellen zur Aluminiumherstellung. Bei Dreischichtenzellen
zur Raffination von Aluminium ergeben sich ebenfalls Vorteile, da aber die Löslichkeit
von TiC unter den Bedingungen in einer solchen Zelle allein normalerweise ausreichend niedrig ist,
rechtfertigen sich meistens die höheren Kosten von Ti C-Ti B2-Mischungen nicht.
Was andere Eigenschaften betrifft, so liegen die Ti C-Ti B2-Mischungen anscheinend in der Mitte
zwischen dem Carbid und dem Borid. Die Beständigkeit der Mischung gegen Oxydation in Luft bei hoher
Temperatur ist besser als bei Titancarbid allein. Der elektrische Widerstand steht in etwa einer linearen
Beziehung zu der Zusammensetzung und nimmt von einem Wert zwischen 60 und 70 Mikroohm/cm für
Titancarbid bis 10 Mikroohm/cm für Titanborid ab. Damit ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil durch die
Verwendung der Mischungen, da die höheren Kosten des Borids ausgeglichen werden können, indem ein
Stromführungselement von geringerem Querschnitt für die Zuführung eines bestimmten Stromes verwendet
wird.
Die Stromführungselemente aus Carbid-Borid-Mischungen können auf verschiedene Wreise hergestellt
werden. Das einfachste Verfahren besteht darin, Titancarbid- und Titanboridpulver von geeigneter
Reinheit und Teilchengröße zu mischen und dann die Mischung unter geeigneten Temperatur- und Druckbedingungen
zu pressen, was in einer Schutzatmo-Sphäre, z. B. aus Wasserstoff, erfolgt. Die für das
Pressen von Titancarbid geeigneten Bedingungen (Druck etwa 155 kg/cm2; Temperatur: 2000 bis
2100° C) sind auch für Carbid-Borid-Mischungen geeignet. Es kann aber auch pulverförmiges Ti C mit
TiB2 gemischt, dann kalt gepreßt und anschließend entweder im Vakuum oder in einer neutralen Atmosphäre
gesintert werden.
Andererseits ist es möglich, eine Mischung aus Titancarbid und Titanborid durch geeignete Abwandlungen
des Verfahrens für die Herstellung von Carbiden zu erhalten. Zu dem Zwecke wird die normale
Reaktion für die Herstellung von Ti C mittels Reduktion von Titandioxyd durch Kohlenstoff
TiO2+3C=TiC+2CO
abgeändert, indem der Kohlenstoff teilweise durch Bor ersetzt wird. Hierbei bildet sich Titanborid nach
der Gleichung:
TiO2+2C+2B=TiB2+2CO
Man erhält auf diese Weise leicht durch geeignete Einstellung des bei der Reduktion zu verwendenden
Kohlenstoff-Bor-Verhältnisses eine beliebige TiC-TiB2-Mischung,
aus der kompakte Teile hergestellt werden können, indem die Mischung warm gepreßt
oder kalt gepreßt und gesintert wird.
Es ist außerdem möglich, durch Warmpressen oder andererseits durch Kaltpressen und Sintern ein
Stromführungselement für Reduktionszellen oder Dreischichtenraffinationszellen herzustellen, das eine
sich verändernde Zusammensetzung hat. Es ist z. B. möglich, ein Stromführungselement herzustellen, das
20% Titanborid und 80% Titancarbid über nur einen Teil seiner Länge enthält, während der Rest im
wesentlichen aus Titancarbid besteht. Zwischen den beiden Teilen verschiedener Zusammensetzung kann
sich das Verhältnis der Bestandteile fortlaufend ändern, so daß ein allmählicher Übergang erhalten wird.
Nach diesem Verfahren ist die Gefahr auf ein Minimum verringert, daß sich an der Verbindungsstelle
zwischen den beiden Teilen verschiedener Zusammensetzung Risse bilden.
Mit diesem Verfahren ist es möglich, Stromführungselemente
herzustellen, die dort, wo sie in den geschmolzenen Kathodensumpf der Zelle hineinragen,
aus einer Mischung von Carbid und Borid, und dort, wo sie von der Wand oder dem Boden der Zelle umgeben
sind, nur aus Carbid bestehen.
In Fig. 2 wird eine Reduktionszelle gezeigt. Sie umfaßt eine Grundplatte 1 aus Mauerwerk oder Beton,
auf der eine flache Wanne 2 gelagert ist, die aus Kohlenstoff besteht und von einer Umgebungswand 3
aus Flußstahl gestützt und gehalten wird.
Entlang der Längskanten der oberen Bodenfläche der Wanne 2 sind zwei Kanäle 4 gebildet, in welche
im Abstand voneinander stabförmige Stromführungselemente 5 hineinragen, die in der oben beschriebenen
Weise hergestellt sind, so daß wenigstens der Teil des Stromführungselementes 5, der in das geschmolzene
Aluminium eintaucht, aus einer Mischung von Titanborid und Titancarbid besteht. Das Borid in diesem
Teil macht dabei vorzugsweise 10 bis 20 Gewichtsprozent aus. Der Rest des Stromführungselementes 5
kann aus der gleichen Mischung bestehen, oder es kann andererseits der Teil, der jeweils in dem Bereich
5 c liegt, aus einer Mischung von Titanborid und Titancarbid gebildet sein, in welcher der Anteil des
Titanborids nach und nach verringert wird, so daß sich ein allmählicher Übergang ergibt von dem in geschmolzenes
Aluminium eingetauchten Teil des Stromführungselementes zu dem restlichen Teil, der dann
nur aus Titancarbid besteht. In dieser Anordnung erstreckt sich jedes Stromführungselement 5 horizontal
durch die Wand der Wanne 2 und ragt in den zugehörigen Kanal 4 hinein. Das äußere Ende jedes Stromführungselementes
ist dabei mit einem Aluminiumstab 6 verbunden, der an den negativen Pol einer Stromquelle für die Elektrolyse angeschlossen ist. Das
Ende des Aluminiumstabes 6 kann an das Ende des Stromführungselementes 5 angegossen sein.
Die Anode 7 ist aus Kohlenstoff und ist durch geeignete Mittel (nicht gezeigt) mit dem positiven Pol
der Stromquelle verbunden. Die Aluminiumstäbe 6 sind, wie bei 6a in der linken Seite der Fig. 1 gezeigt,
mit einer Stromschiene 8 verbunden, die sich seitlich entlang der Zelle erstreckt.
Die Zelle kann durch eines der in der Industrie bekannten Verfahren in Betrieb gesetzt werden. Zum
Beispiel können die Anode 7 und die Wanne 2 auf Betriebstemperatur geheizt werden, indem die Anode
auf geeignete Kohlenwiderstandsblöcke gesetzt wird, die auf der Bodenfläche der Wanne liegen und durch
die dann elektrischer Strom durchgeleitet wird. Nachdem die Blöcke entfernt worden sind, kann die Elektrolyse
durch Einlaufenlassen von geschmolzenem Aluminium eingeleitet werden, das einen die Stromführungselemente
5 bedeckenden Sumpf 9 bildet, worauf dann geschmolzener Elektrolyt 10 zugeführt und sofort der volle Elektrolysenstrom durch die Zelle
geschickt wird. Der Sumpf aus geschmolzenem Metall bildet die Kathode für die Zelle. Wenn die Zelle in
vollem Betrieb ist, befindet sich der Hauptteil der Schmelze 10 in flüssigem Zustand und wird durch
eine Kruste 11 aus fester oder erstarrter Schmelze abgedeckt.
Bei einer anderen Ausführungsform, die in Fig. 3 gezeigt ist, sind die Stromführungselemente 5 vertikal
angeordnet und durch die Bodenplatte der Wanne 2 hindurchgeführt. Die oberen Enden der Stromführungselemente
5 ragen um ein kurzes .Stück über die obere Bodenfläche der Wanne heraus und bilden
eine elektrische Verbindung zwischen dem Sumpf 9 aus geschmolzenem Metall, das sich auf der Bodenfläche
ansammelt, und dem Aluminiumstab 6, der in elektrischer Verbindung mit der Sammelschiene 8
steht, die unter der Zelle entlangläuft.
Fig. 4 zeigt, wie die Wirtschaftlichkeit einer üblichen Reduktionszelle durch Verwendung von erfindungsgemäßen
Stromführungselementen verbessert werden kann. Der Boden der Wanne 2 ist wie üblich
aus Graphitblöcken gebildet, in die Stahlstäbe 6 eingebettet sind, die die Blöcke elektrisch mit der außerhalb
der Zelle liegenden Schiene (nicht gezeigt) verbinden, welche ihrerseits zum negativen Pol führt.
Solche Zellen haben den Nachteil, daß ein hoher elektrischer Widerstand zwischen dem geschmolzenen
Aluminiumsumpf 9 und der Wanne 2 auftritt, da das Metall den Kohlenstoff nicht benetzt und sich ein
schlecht leitender Schlamm während des Betriebes der Zelle auf dem Boden der Wanne ansammelt.
Um diese Nachteile zu beheben, werden Stromführungselemente 5 in Form von Stangen von zylindrischer
oder anderer Form in Ausnehmungen eingesetzt, die in den Blöcken des Zellenbodens gebildet
sind. Diese Stangen sind etwas langer als die Tiefe der Ausnehmungen, so daß ihre oberen Enden in den
Sumpf 9 aus geschmolzenem Metall hineinreichen und für den Elektrolysenstrom ein Weg von geringerem
Widerstand ergeben, durch den die Schlammschicht überbrückt wird. Die Ausnehmungen werden vorzugsweise
gleichmäßig verteilt über den Stahlstäben 6 angeordnet, enden aber kurz über diesen, so daß eine
Zwischenschicht aus festem Kohlenstoff verbleibt, die ein Leckwerden der Zelle verhindert. Die Stromführungselemente
5 werden vorzugsweise in ihren Stellungen mittels einer dünnen Pechschicht befestigt,
die sich bei der Betriebstemperatur der Zelle in eine feste kohlenstoffartige Verbindung verwandelt.
Die Fig. 5 zeigt die Anwendung der Erfindung auf eine Dreischichtenzelle für die Raffination von Aluminium.
Ein Stromführungselement 5 a, das aus dem erfindungsgemäßen Material besteht, erstreckt sich
horizontal durch die Isolier- (Magnesit-) Wandung 12 der Zelle und ragt mit seinem inneren Ende in eine
Vertiefung 13 hinein, die in der Bodenplatte der Zelle gebildet ist, so daß das Stromführungselement im Betriebszustand
in eine Schicht 14 aus geschmolzener
ίο Aluminiumlegierung eintaucht, die die Bodenschicht
bildet. Das äußere Ende des Stromführungselementes 5 a- ist mit einem Aluminiumstab 15 (der daran angegossen
sein kann) verbunden und führt zum positiven Pol der Elektrolysenstromquelle.
Ähnliche Stromführungselemente 5 b sind vertikal angeordnet und tauchen mit ihren unteren Enden in
eine Schicht 16 aus gereinigtem Aluminium ein, welches auf einer Schicht 17 aus geschmolzenem Flußmittel
schwimmt. Sie sind mit ihren oberen Enden an
ao eine mit dem negativen Pol verbundene Stromschiene 18 angeschlossen. Diese Stromführungselemente können
mit der Stromschiene (wie bei 19) verlötet oder daran angegossen werden. Die frei liegenden Teile der
Stromführungselemente 5 b sind in geeigneter Weise gegen Oxydation und andere schädliche Einflüsse
geschützt.
Die Verwendung von Stromführungselementen in Reduktionszellen, bei denen die Kathode zur Horizontalen
geneigt angeordnet ist, wird in den Fig. 6 und 7 erläutert. Die dargestellte Reduktionszelle besitzt sowohl
im Grundriß als auch im Querschnitt eine rechteckige Form und enthält eine Außenwand 21 aus
widerstandsfähigem Isoliermaterial, z. B. Magnesit, und eine Auskleidung 22 aus Kohlenstoff. Vertikale
Trennwände 23, ebenfalls aus Kohlenstoff, erstrecken sich von den Seitenwänden der Auskleidung nach
innen und stehen mit den entsprechenden Außen- und Bodenflächen der Kohlenstoffauskleidung 22 in Berührung,
sie enden aber kurz vor der Längsmittellinie der Zelle. Die Innenfläche jeder Trennwand 23 ist verhältnismäßig
stark nach oben und außen, vom unteren Ende ausgehend, zur Horizontalen geneigt, und die
oberen Flächen liegen etwas unter der Oberfläche des geschmolzenen Flußmittels 24, das die Zelle anfüllt,
wenn sie in Betrieb ist (s. Fig. 6). Die Trennwände 23 sind voneinander getrennt über die Länge der Zelle
verteilt und in einander gegenüberliegenden Paaren angeordnet. Jede Innenfläche der Trennwände trägt
eine Kathode 25 eines Kathodenpaares, das mit einer Anode 26 zusammenwirkt, die zwischen den Kathoden
liegt. Jede Kathode 25 besteht aus einer rechteckigen Platte eines gesinterten Preßlings, der in der oben
beschriebenen Weise hergestellt ist. Die Kathodenplatte ruht mit dem mittleren Teil ihrer äußeren
Fläche auf der Innenfläche der entsprechenden Trennwand 23, und ihre untere Kante steht in Berührung
mit der entsprechenden Seitenwand eines Kanals 27, der in Längsrichtung in der Bodenfläche der Kohlenstoffauskleidung
22 gebildet ist und in der Breite von einer Trennwand 23 bis zur gegenüberliegenden
reicht. Bei dieser Anordnung sind im Abstand voneinander über die Länge der Zelle verteilt Paare von
einander gegenüberliegenden Kathodenplatten 25 in V-Form angeordnet, deren untere Kanten um die
Breite des Kanals 27 voneinander getrennt sind. Die oberen Kanten der Kathodenplatten ragen, wie in
Fig. 6 gezeigt, etwas über die oberen Enden der Trennwände 23 hinaus und enden kurz unter der
Oberfläche des geschmolzenen Flußmittels 24. Die Anode 26 besteht aus Kohlenstoff und ist im Quer-
schnitt rechteckig. Ihr unterer Teil ist jedoch keilförmig, so daß die dadurch entstehenden geneigten
rechteckigen Flächen 26 α im wesentlichen parallel zu den Innenflächen der entsprechenden Kathodenplatten
25 verlaufen. Die Anode 26 wird von einer Stromschiene 28 (Fig. 6) getragen, die aus Stahl besteht
und die Anode mit dem positiven Pol der Elektrolysenstromquelle verbindet. Der obere Teil der Anode
erstreckt sich durch die Oberfläche des geschmolzenen Flußmittels 24 und die darüberliegende Kruste 24 α ίο
aus erstarrtem oder festem Flußmittel hindurch. Da die Anode während des Betriebes der Zelle verbraucht
wird, wird sie fortlaufend in bekannter Weise herabgelassen. Die Stellung der geneigten Flächen der
Anode ist dabei immer derart, daß der gewünschte konstante Abstand zwischen den Elektroden gewahrt
bleibt.
An einer Seite einer jeden Trennwand 23 ist auf dem Boden der Kohlenstoffauskleidung 22 eine flache
Vertiefung 29 angebracht, in die das innere Ende ao eines stabförmigen Stromführungselementes 30 hineinragt,
das aus einem gleichen gesinterten Preßling wie die Kathodenplatten besteht. Dieses Stromführungselement
erstreckt sich horizontal durch die vertikale Wand der Kohlenstoffauskleidung 22 nach
außen und ist elektrisch mit einer Aluminiumstange 31 verbunden, deren inneres Ende in die äußere Wand
21 eingebettet ist. Die Aluminiumstangen 31 sind mit dem negativen Pol der Elektrolysenstromquelle verbunden.
Bei der Inbetriebnahme der Zelle kann die Elektrolyse in üblicher Weise eingeleitet werden.
Wenn sich die Zelle in vollem Betrieb befindet, ist der Hauptteil der Flußmittelmischung im geschmolzenen
Zustand, obgleich sich eine Kruste 24ο aus
festem oder erstarrtem Flußmittel bildet, die den Zwischenraum zwischen der Kohlenstoffauskleidung
22 der Zelle und den entsprechenden Anoden 26 überbrückt und sich auch an den Wänden der Auskleidung
abwärts erstreckt, wie in Fig. 6 gezeigt. Auf den gesamten frei liegenden Oberflächen der Kathodenplatten
25 scheidet sich nun flüssiges Aluminium ab und fließt daran herab in den Sumpf 32, der sich über
die Bodenfläche der Kohlenstoffauskleidung 22 erstreckt und auch den Kanal 27 ausfüllt. Der Sumpf
bildet die elektrische Verbindung zwischen den Stromführungselementen
30 und den Kathodenplatten 25.
Der gesamte Elektrolysenstrom wird im wesentlichen von dem Aluminium des Sumpfes und nur wenig oder
überhaupt nicht von der Kohlenstoffbasis geleitet. Das geschmolzene Aluminium kann von Zeit zu Zeit aus
diesem Sumpf abgestochen werden.
Bei den oben beschriebenen Stromführungselementen, z. B. bei den Stromführungselementen 5
(oder 5 a und 5 b) der Fig. 2 bis 5, den Kathodenplatten 25 und den Stromführungselementen 30 der
Fig. 6 und 7, besteht wenigstens der Teil derselben, der in das geschmolzene Metall eintaucht, aus einer
Mischung aus Titanborid und Titancarbid. Der Anteil des Titanborids ist dabei in der Größenordnung von
bis 20 Gewichtsprozent und beträgt vorzugsweise ungefähr 10 Gewichtsprozent. Die Stromführungselemente
in den Fig. 3 bis 7 können ebenfalls, wie bei Fig. 2 beschrieben, eine abgestufte Zusammensetzung
besitzen.
Claims (3)
1. Stromführungselemente zur Verwendung als Kathode oder als Stromzuführung zur Kathode
einer Reduktionszelle für die Herstellung von Aluminium oder als Stromzuführung zur Anodenoder
Kathodenschicht einer Aluminiumraffinationszelle, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
der Teil des Stromführungselementes, der mit geschmolzenem Aluminium in Berührung
kommt, in der Hauptsache wenigstens aus einer Mischung von Titancarbid und Titanborid besteht.
2. Stromführungselemente nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung 5 bis
25 Gewichtsprozent, vorzugsweise 10 bis 20 Gewichtsprozent, insbesondere ungefähr 10 Gewichtsprozent
Titanborid enthält.
3. Stromführungselemente zur Verwendung als Stromzuführung zur Anode oder Kathode nach
Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des Titanborids in dem außerhalb des
geschmolzenen Aluminiums liegenden Teil des Stromführungselementes fortschreitend in Richtung
der Schmelze zunimmt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 622 522.
Deutsche Patentschrift Nr. 622 522.
Hierzu i Blatt Zeichnungen
© 009 650/4DO 11.60
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB343651X | 1955-03-10 |
Publications (1)
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|---|---|
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| DEB39448A Pending DE1093996B (de) | 1955-03-10 | 1956-03-09 | Stromfuehrungselemente und deren Verwendung in elektrolytischen Zellen zur Gewinnung oder Raffination von Aluminium |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE1093996B (de) |
| FR (1) | FR1149468A (de) |
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Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3034972A (en) * | 1958-03-28 | 1962-05-15 | Kaiser Aluminium Chem Corp | Electrolytic production of aluminum |
| US3151053A (en) * | 1958-06-12 | 1964-09-29 | Kaiser Aluminium Chem Corp | Metallurgy |
| US4333813A (en) | 1980-03-03 | 1982-06-08 | Reynolds Metals Company | Cathodes for alumina reduction cells |
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|---|---|---|---|---|
| DE622522C (de) * | 1932-08-06 | 1935-11-29 | Metallwerk Plansee G M B H | Elektrischer Kontaktstoff, der ein oder mehrere Carbide neben einem oder mehreren niedriger schmelzenden und weicheren Metallen enthaelt |
-
1955
- 1955-03-10 GB GB7136/55A patent/GB826635A/en not_active Expired
-
1956
- 1956-03-08 FR FR1149468D patent/FR1149468A/fr not_active Expired
- 1956-03-09 CH CH343651D patent/CH343651A/fr unknown
- 1956-03-09 DE DEB39448A patent/DE1093996B/de active Pending
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| DE622522C (de) * | 1932-08-06 | 1935-11-29 | Metallwerk Plansee G M B H | Elektrischer Kontaktstoff, der ein oder mehrere Carbide neben einem oder mehreren niedriger schmelzenden und weicheren Metallen enthaelt |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH343651A (fr) | 1959-12-31 |
| GB826635A (en) | 1960-01-13 |
| FR1149468A (fr) | 1957-12-26 |
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