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Vorrichtung zum Erhitzen von Würsten oder wurstförmigen Speisen Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erhitzen von \\'ürsten oder wurstförmigen
Speisen rnit einem in einer Heizkammer waagerecht angeordneten, von elektrischen
Heizelementen umgebenen Zylinder, in welchen ein mit Griff versehener, die Wurst
aufnehmender, oben offener Kochbehälter einschiebbar ist.
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Im allgemeinen geschieht das Erhitzen von Kochwurst od. dgl. in der
Weise, daß man die Würste im Wasser erhitzt, wobei allerdings der Nachteil in Kauf
genommen werden muß, daß die Würste im Wasser ihren Geschmack verlieren und sehr
leicht platzen.
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Es ist eine Vorrichtung zum Erhitzen von Würsten oder wurstförmigen
Speisen mit einer Heizkammer bekannt, in welcher ein die zu erhitzende Wurst aufnehmender
Behälter längsverschiebbar geführt ist. Die Heizkammer besteht aus einem Zylinder,
der von elektrischen Heizwendeln umgeben ist und dessen Wandung die von der Heizwendel
erzeugte Wärme leicht durchläßt.
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Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einer Erhitzungsvorrichtung
eine Einfüllvorrichtung für schmackhafte Würze, die in die Wurst eingeführt wird,
zuzuordnen. Die Erfindung ist gekennzeichnet durch die Zuordnung einer Einfüllvorrichtung
für Würze, die aus einem oberhalb der Heizkammer lagernden Vorratsbehälter für die
Würze und einem daran angeschlossenen, in den Heizzylinder zentral hineinragenden
Einfüllrohrbesteht, auf welchem der Kochbehälter mit einer Bohrung seiner Rückwand
verschiebbar geführt ist.
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Mit besonderem Vorteil ist in dem Einfüllrohr für die Würze eine das
Rohr ausfüllende Nadel verschiebbar angeordnet, die in gänzlich eingeschobener Lage
mit ihrer Spitze über das vordere Rohrende vorstellt und an ihrem rückwärtigen,
außerhalb des Heizzylinders vorstehenden Ende einen quer gerichteten Handgriff zum
Herausziehen der Nadel aufweist, während zum Einschieben der \Tadel beim Vorziehen
des Kochbehälters das aufrechtstehende Ende einer am Kochbehälter sitzenden rückwärtigen
Führungsstange dient.
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Erfindungsgemäß trägt der Kochbehälter an seinem vorderen Ende einen
drehbaren Knopf, der mit einer im Innern des Kochbehälters drehbaren, gegen die
zylindrische Behälterwand anliegenden Scheibe oder Kappe verbunden ist, welche nach
rückwärts gerichtete, in das vordere Wurstende eindringende Spitzen zum Drehen der
Wurst aufweist.
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Das Einfüllrohr besteht aus einem die Wärmestrahlen weitgehend reflektierenden
polierten Material. Der Erfindungsgedanke ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der neuen Kochvorrichtung
mit dem Kochbehälter in geöffneter Stellung, Fig. 2 einen Längsschnitt nach den
Linien 2-2 durch Fig.3 in Pfeilrichtung, wobei der Kochbehälter geschlossen ist,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung bei geschlossenem Kochbehälter, Fig.
4 einen Querschnitt nach den Linien 4-4 durch Fig. 2 in Pfeilrichtung und Fig. 5
ein elektrisches Stromkreisdiagramm, welches, die Anschlüsse zur Stromleitung und
Steuerung der infraroten Heizelemente darstellt.
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Gemäß Fig. 1 ist die Kochvorrichtung auf einer flachen, rechteckigen
Grundplatte 10 aufgebaut, die von Füßen 11 getragen wird. An der Oberfläche der
Grundplatte 10 sind aufrecht stehende Seitenwände 13 und 14 angebracht, welche zum
Teil eine an den Enden offene Heizkammer 15 begrenzen. Nach oben ist die Heizkammer
15 durch einen Würzebehälter 17 abgeschlossen, welcher eine abnehmbare Schraubkappe
18 zum Nachfüllen des Behälters aufweist. Die Oberkanten der Seitenwände 13 und
14 tragen den Behälter 17, und der Boden 19 dient als Abschluß der an den Enden
offenen Heizkammer 15 nach oben hin.
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Auf der Grundplatte 10 ist ein Stützbock 20 mit Nieten
21 befestigt. Die Stütze 20 besteht aus einem Streifen Flachmaterial, dessen waagerechtes
Mittelstück 22 sich oberhalb der Grundplatte 10 zwischen zwei geraden, schräg abwärts
gerichteten Streben 23 erstreckt, deren untere Enden waagerecht auslaufen.
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Durch die Heizkammer 15 erstreckt sich in Längsrichtung ein waagerecht
angeordneter Zylinder 25,
der mit seiner unteren Fläche an dem Mittelstück
22 des Bockes 20 befestigt ist und damit in seiner Lage innerhalb der Heizkammer
15 festliegt.
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In dem Zylinder 25 befindet sich ein in Längsrichtung verschiebbarer,
nicht drehbarer zylinderförmiger Kochbehälter 26. Die obere Hälfte des Behälters
26 ist bei 27 ausgespart, so daß sein Querschnitt zwischen seinen Enden eine halbrunde
Form aufweist, um ein müheloses Einlegen oder Herausnehmen der Wurst oder einer
wurstförmigen Speise mit abgerundeten Enden, die in der Vorrichtung gekocht werden
soll, zu ermöglichen.
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Der Vorderteil des Behälters 26 ist geschlossen mittels einer Wand
29, die einen Teil des Behälters 26 bildet. Ein Einfüllrohr 30 zum Einführen der
Würze ist koaxial zum Zylinder 25 in dessen rückwärtiger Stirnwand befestigt und
ragt in den Kochbehälter 26 hinein, der mit einer Bohrung seiner Rückwand
31 verschiebbar auf dem Rohr 30 geführt ist. Ein auf seinem Umfang geriffelter,
scheibenförmiger Griff 32 ist am 1"orderteil des Behälters 26 befestigt und dient
zum Herausziehen des Behälters 26 aus dem Zylinder 25, so daß der Inhalt durch die
Aussparung 27 leicht zugänglich ist.
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Ein mit einer Rändelung und einem Schaft 34 versehener Knopf 33 kann
sich in der Vorderwand 29 des Behälters 26 und in dem scheibenförmigen Griff 32
frei drehen. Eine Längsbewegung des Schaftes 34 in bezug auf den Behälter 26 wird
durch einen am Schaft 34 vorgesehenen Bund 35 vermieden. Eine halbrund geformte
Kappe 37 ist vor der Aussparung 27 im Behälter 26 drehbar angeordnet. Der Rand dieser
Kappe liegt (licht an der Wandung des Behälters 26 an, während die Wölbung der Kappe
37 an dem inneren Ende des Schaftes 34 fest angebracht ist, so daß die Kappe sich
mit diesem drehen kann. An ihrer Innenseite weist die Kappe 37 eine Vielzahl symmetrisch
angeordneter und nach rückwärts gerichteter Spitzen 38 auf, welche in das vordere
Ende der Wurst eindringen, die somit heim Drehen des Rändelknopfes 33 gedreht werden
kann.
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Am hinteren Ende des Behälters 26 ist eine nach hinten gerichtete
Führungsstange 39 angeordnet, deren Ende 41 nach oben abgebogen ist. In dem Einfüllrohr
30 für dieWürze ist eine verschiebbare, das Rohr ausfüllende Nadel 42 angeordnet.
Ihr vorderes Ende läuft in einer Spitze 43 aus, welche die Wurst in Längsrichtung
durchstechen kann, so daß diese leicht auf das Einfüllrohr 30 heraufgleitet, wenn
der Behälter 26 mit der darin befindlichen Wurst vor dem Kochen rückwärts geschoben
wird.
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Eine Würzezuleitung 45 führt vom Behälter 17 nach unten, und ihr unteres
Ende steht mit dem hinteren Ende des Einfüllrohres 30 in Verbindung. In der vorderen
Stellung der Nadel 42, wie in Fig. 2 dargestellt, ist die Zuleitung 45 abgeschlossen.
Wird die Nadel 42 nach hinten gezogen, wie durch gestrichelte Linien in Fig. 1 dargestellt,
so wird die Zuleitung 45 geöffnet, und die im Behälter 17 befindliche Würze kann
nach unten in das Einfüllrohr 30 abfließen. Ist das Einfüllrohr 30 durch die Wurst
verhältnismäßig luftdicht abgeschlossen, so entsteht durch das Herausziehen der
Nadel 42 ein teilweises Vakuum, das die Würze nach unten in das Rohr 30 zieht. Andererseits
kann die Würze auch allein durch das Gefälle oder unter Druck in das Rohr 30 fließen.
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Ein horizontal gerichteter Handgriff 46 ist am hinteren Ende der Nadel
42 befestigt, damit diese in dem Rohr 30 in Längsrichtung bewegt werden kann. Der
Handgriff 46 ist mit nach unten gerichteten, in seitlichem Abstand voneinander angeordneten
Führungszapfen 47 versehen, welche über die Führungsstange 39 greifen und den Handgriff
46 in horizontaler Lage halten.
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Eine Vielzahl Keratnik-Isolatoren 49, von denen einer in Fig. 2 gezeigt
ist, tragen eine Reihe von Heizelementen 50, welche aus schraubenförmig gewickeltem
Widerstandsdraht bestehen. Die Heizelemente 50 sind innerhalb der offenen Heizkammer
15 angeordnet und umgeben den Zylinder 25, so daß dieser gleichmäßig durch Infrarotstrahlen
beheizt wird, wenn die Heizelemente 50 unter Strom gesetzt werden.
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Der Behälter 26 und der Zylinder 25 bestehen aus einem Material, das
die Strahlen frei auf die im Behälter 26 befindliche Wurst überträgt. Die Hülse
30 ist vorzugsweise poliert und aus einem Material hergestellt, das die Infrarotstrahlen
der Heizelemente 50 zurückwirft, so daß sie, nachdem sie radial nach innen die Wurst
durchquert haben, wieder radial nach außen zurückgeworfen werden, wodurch größere
Gleichmäßigkeit in der Verteilung der Kochhitze erreicht wird.
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An einer der schrägen Streben 23 des Stützbockes 20 ist ein Steuerschalter
51 angebaut. Ein nach unten gerichteter Zapfen 53 ist an der Unterseite des Behälters
26 nahe dem vorderen Ende angebracht. Der Zylinder 25 weist vorn einen Schlitz zur
Aufnahme des Zapfens 53 auf. Ist der Behälter 26 ganz in den Zylinder 25 eingeschoben,
so berührt das untere Ende des Zapfens 53 den Schalter 51, wodurch dessen Kontakte
55 geschlossen werden (Fig.5).
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Gemäß Fig.5 wird der Strom zur Betätigung des Gerätes durch Stromleitungen
57 und 58 herangeführt. Die Leitung 57 geht durch die Kontakte 55 des Steuerschalters
51 zur Wicklung 59 eines einstellbaren Verzögerungsrelais 61, wobei der Stromkreis
mit der anderen Stromzuführungsleitung 58 geschlossen wird. Unverzüglich, nachdem
die Schalterkontakte 55 geschlossen wurden, schließen sich die Relaiskontakte
62
des Verzögerungsrelais 61 und speisen die Heizelemente 50 aus den Leitungen
57 und 58. So beginnt der Kochvorgang. Nach einer vorher bestimmten einstellbaren
Zeitspanne öffnen sich die Kontakte 62 des Verzögerungsrelais und machen die Heizelemente
50 bei Beendigung des Kochvorganges stromlos. Das -#'erzögerungsrelais kann in an
sich bekannter Weise thermisch betätigt oder motorgetrieben sein, es kann mittels
eines Uhrwerkes ausgelöst oder von einem Bremszylinder gesteuert werden, oder es
kann eine Kondensatoraufladung oder -entladung stattfinden.
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Zur Inbetriebnahme wird der Behälter 26 nach vorn gezogen und eine
Wurst durch die Aussparung 27 eingelegt, wobei das vordere Ende der Wurst auf die
Spitzen 38 aufgespießt und die Nadel 42 durch Festhalten des seitlich vorstehenden
Griffes 46 in ihrer vorderen Stellung gehalten wird. Wird nun der Kochbehälter 26
in den Zylinder 25 eingeschoben, so durchdringt die scharfe Spitze 43 der :Tadel
42 die Wurst in Längsrichtung, so daß sie leicht auf das Einfüllrohr 30 gleitet.
Beim Einschieben des Behälters 26 in den Zylinder 25 berührt und schließt der Zapfen
53 den Steuerschalter 51, worauf der Kochvorgang beginnt. Während des Kochens wird
der Knopf 33 und damit die Wurst gedreht, um ein gleichmäßiges Durchkochen zu erzielen.
Ferner wird während des Kochens zu gegebener Zeit der Griff 46 der Nadel 42 nach
hinten bewegt und damit die Nadel 42 aus dem Rohr 30 herausgezogen.
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Falls es wünschenswert erscheint, die flüssige Würze zusammen mit
derWurst zu kochen, so wird die Nadel
42 schon zu Beginn des Kochvorganges
herausgezogen. Selbstverständlich kann dies auch erst nach dem Kochen oder kurz
vor Beendigung geschehen. Nach dem Kochen schaltet das Verzögerungsrelais 61 den
Strom ab. Der Behälter wird dann zum Herausnehmen der Wurst nach vorn gezogen. Dabei
legt sich das aufrecht stehende Ende 41 der Führungsstange 39 gegen das hintere
Ende der Nadel 42, so daß Behälter 26 und Nadel 42 sich gemeinsam bewegen. Die flüssige
Würze in dem Einfüllrohr 30 wird somit im gleichen Maße in die Wurst gepreßt, wie
der Längskanal in der Wurst frei wird, der vorher durch das Rohr 30 besetzt war,
wodurch sich die Würze als fortlaufender Kern mitten durch die Wurst erstreckt.
Die Zuleitung 45 wird bei Beginn der Vorwärtsbewegung der Nadel 42 abgeschlossen,
so daß keine überschüssige Würze aus dem Würzebehälter 17 austreten kann.
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Anstatt die Würze durch Gefälle oder bei atmosphärischem Druck zuzuführen,
kann auch Überdruck angewandt werden, beispielsweise durch einen unter Federdruck
stehenden Kolben, Druckluft od. dgl.