-
Einrichtung zum Stapeln, Trocknen und Entleeren von landwirtschaftlichen
Lagergütern, insbesondere Heu, gehäckseltem Getreide Die Erfindung betrifft eine
Einrichtung zum Stapeln, Trocknen und Entleeren von landwirtschaftlichen Lagergütern,
insbesondere Heu, gehäckseltem Getreide, mit einem silo artigen Lagerraum, der einen
zentralen Schacht zum Belüften und Entleeren des Lagergutes mit einem Gebläse aufweist,
und mit einer in dem Schacht auf und ab bewegbaren, an ihrem oberen Ende verschlossenen
Glocke.
-
Siloförmige Lagerräume mit einem zentralen Belüftungsschacht, durch
den die Trockenluft gedrückt oder gesaugt wird, sind bekannt. Bei diesen bekannten
Ausführungen besteht der Schacht aus einem zylindrischen oder quadratischen besonderen
Bauteil, dessen Seitenwandungen mit Offnungen zum Durchtritt der von einem meist
unterhalb des unteren Schachtendes vorgesehenen Gebläse geförderten Trockenluft
versehen sind. Durch den festen Schachtmantel ist jedoch die Angriffsfläche der
Trockenluft auf die Größe der Öffnungen beschränkt, wodurch der Wirkungsgrad der
Anlage beträchtlich herabgesetzt wird. Ein weiterer erheblicher Nachteil dieser
Ausführungen besteht darin, daß die Entleerung von Hand ausgeführt wer den muß und
sehr mühselig und zeitraubend ist.
-
Es ist bei Silos ferner bekannt, im Kopf einen umlaufenden Verteiler
für das einzubringende Gut vorzusehen. Außerdem sind auf dem Lagergut ruhende Entleervorrichtungen
bekanntgeworden, die das Gut mittels Rechen, Förderschnecken, Fräsen oder endlosen,
mit Zähnen versehenen Förderbändern loslösen und über einen seitlich am Silo vorgesehenen
Kanal oder eine aus dem Kopf herausgeführte Rohrleitung nach außen befördern.
-
Schließlich ist bei festem zentralem Belüftungsschacht zur Belüftung
bestimmter Horizontalabschnitte des Silos bekannt, im Schacht mit Abstand voneinander
einstellbare Schläuche vorzusehen, deren oberer am oberen Ende verschlossen ist.
-
Zur Belüftung von Heuschobern ist es bekannt, eine Mehrzahl von oben
verschlossenen und im Heu von Hand hochziehbaren Glocken vorzusehen.
-
Es ist Aufgabe der Erfindung, die Angriffsfläche der Trockenluft
auf ein Höchstmaß zu vergrößern und gleichzeitig neben einer gleichmäßigen Verteilung
beim Einbringen des Gutes in den Silo eine maschinelle Entleerung derart zu ermöglichen,
daß das entnommene Gut durch das zur Belüftung dienende Gebläse unmittelbar und
selbsttätig zur Futterstelle gefördert werden kann.
-
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß eine zentrale,
umlaufende, vorzugsweise rohrförmige und mit Steigeisen versehene Welle vorgesehen
ist, die sowohl zur Führung und zum Antrieb der den Schacht bildenden Glocke als
auch zum Antrieb eines umlaufenden Verteilers für das eingebrachte Gut und einer
Entleervorrichtung, die das am oberen Ende des Stapels entnommene Gut in den zentralen
Schacht fördert, dient.
-
Bei einer derartigen Ausführung wird der Luftschacht ohne Zuhilfenahme
irgendwelcher Konstruktionsteile lediglich durch einen durch die Glocke gebildeten
zylindrischen Hohlraum im Lagergut erhalten, so daß die volle Mantelfläche des Schachtes
für den Durchtritt der Trockenluft zur Verfügung steht.
-
Die Anlage arbeitet daher mit dem bestmöglichen Wirkungsgrad. Die
Glocke übernimmt dabei gleichzeitig die obere Abdichtung des Luftschachtes. Diese
kann dadurch verbessert werden, daß die Glocke aus einem Traggerüst besteht, über
dem ein für den Zutritt von Gebläseluft unten offener ueberzug aus stoffartigem
oder pIastischem Werkstoff aufgebracht ist.
-
Durch die Anordnung einer zentralen Welle im Schacht läßt sich auf
einfachste Weise eine Vielzahl von Arbeitgängen, nämlich Füllung, Bildung des Luftschachtes
und Entleerung, schnell und vorteilhaft erledigen. Die Entleerung erfolgt dabei
durch den im gestapelten Material gebildeten Schacht, an dessen unterem Ende nach
einer Weiterbildung der Erfindung ein Verbindungskanal angeschlossen sein kann,
durch den das entnommene Gut durch das sowieso vorhandene Belüftungsgebläse unmittelbar
und selbsttätig an die Futterverwertungsstelle, z. B. Freßrinne, förderbar ist.
-
Die selbsttätige Entleerung kann auf verschiedene, an sich bekannte
Methoden erfolgen, beispielsweise durch einen mit der zentralen Rohrwelle umlaufenden
Heurechen, bei dem am Umfang mit rechenartigen Zinken besetzte und schräg zur Bewegungsrichtung
gelagerte
frei drehbare Räder vorgesehen sind. Ferner kann eine Schnecke verwendet werden,
deren Durchmesser nach der dem Drehpunkt abgewandten Seite kleiner wird und deren
Umfang mit Zähnen besetzt ist. Der für die Schnecke erforderliche zusätzliche Rotationsantrieb
muß dabei von einem besonderen Elektrog'motor oder über ein entsprechendes Getriebe
von der zentralen Rohrwelle abgenommen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht
durch Vorsehen einer Fräse oder in der Anordnung eines senkrecht zur Drehachse umlaufenden
endlosen Bandes, das mit rechenartigen Zähnen tesftickt ist.
-
Durch Anbringen von Steigeisen an der Rohrwelle ist ferner eine bequeme
und gefahrlose Möglichkeit zum Besteigen des Silos gegeben.
-
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht eines entsprechend der Erfindung ausgebildeten
Silos zum selbsttätigen Stapeln, Trocknen und Entleeren, teilweise im Schnitt, Fig.
2 das Traggerüst des Silos vor Aufbringen der Außenhaut, Fig. 3 den Silo der Fig.
1 in gefülltem Zustand nach Einleitung der Entleerung mittels eines umlaufenden
Heurechens, Fig. 4 bis 6 weitere Ausführungen von selbsttätigen Entleervorrichtungen,
Fig. 7 die Ausbildung einer Glocke aus einem mit einer Hülle überzogenen Traggerüst
in Seitenansicht mit auf der rechten Seite entfernter Hülle, Fig. 8 eine Draufsicht
auf die Teile der Fig. 7.
-
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 zeigt einen FuttersiIo 1 mit einem
Gerüst aus Rohren und Profileisen entsprechend Fig. 2, das mit einer Außenhaut aus
geeignetem Werkstoff, z. B. Asbestzement, versehen ist. Die Wandung 2 der Außenhaut
ist mit Löchern 3 versehen, die zweckmäßig hutzenförmig ausgebildet sind, so daß
ein Eindringen von Regen verhindert wird. Im Fundament 5 des Silos oder unter einer
besonderen Abdeckung ist ein Luftkanal 6 mit einem Gebläse 7 vorgesehen, ferner
das Drucklager 8 für eine in der Silomitte hochgeführte Rohrwelle 9, die am oberen
Ende in einem weiteren Lager 10 läuft.
-
Die Drehbewegung der Rohrwelle 9 wird durch einen unmittelbar beim
Drucklager 8 vorgesehenen Elektromotor 11 oder über einen Kettentrieb 11' bewirkt.
Zum Besteigen des Silos ist die Rohrwelle 9 mit Steigeisen 12 versehen, außerdem
können auch Steigeisen außen am Traggerüst des Silos angebracht werden.
-
Zur Bildung des für eine wirksame Belüftung und Trocknung des Lagergutes
13 erforderlichen zentralen Luftschachtes 14 ist erfindungsgemäß auf der Rohrwelle
9 eine auf und ab bewegbare Glocke 15 vorgesehen. Diese Glocke besteht aus einem
unten offenen zylindrischen Hohlkörper, beispielsweise aus Holz, Kunststoff, Faserstoff,
Leichtmetall. Besonders vorteilhaft ist es, die Glocke 15 entsprechend Fig. 7 aus
einem Traggerüst zu bilden, auf dem ein unten offener zylindrischer Überzug 45 aus
stoffartigem oder plastischem Werkstoff aufgebracht ist. Diese Ausführung hat den
großen Vorteil, daß die entsprechend der späteren Beschreibung von unten in die
Glockenhülle eintretende Gebläseluft die Hüllenwandung nach außen gegen das eingebrachte
Gut preßt und dadurch eine gute Abdichtung des oberen Endes des Luftschachtes bewirkt.
-
Die Aufundabbewegung der Glocke 15 wird durch einen vom Antriebsmotor
11 der Rohrwelle 9 bewegten Kettentrieb 16 durchgeführt. Zusätzlich kann eine -I-landkurbel
4 vorgesehen sein. Damit die Steigeisen
12 an der Rohrwelle 9 durch den GIockenboden
17 bei der Vertikalbewegung hindurchtreten können, sind entsprechende Schlitze 46
vorgesehen, die durch Gummiklappen 47 selbsttätig abdichten.
-
Zu Beginn der Füllung des Silos befindet sich die Glocke 15 am Boden
18 des Silos, der für den Durchtritt der Gebläseluft eine Öffnung 19 besitzt, die
etwas kleiner als der Glockeudurchmesser ist. Das Füllen des Silos erfolgt zweckmäßig
durch einen bei 20 angedeuteten Gebläsehäcksler oder ein Fördergebläse, das das
Trockengut über die Rohrleitung 21 in einen im Dachraum des Silos vorgesehenen trichterförmigen
Verteiler 22 fördert. Dieser Verteiler 22 läuft mit der Rohrwelle 9 um, so daß das
Gut 13 gleichmäßig rings um die Glocke 15 im Silo aufgeschichtet wird.
-
Während des Füllbetriebes führt die Glocke 15 eine doppelte Bewegung
aus: sie dreht sich mit der umlaufenden Rohrwelle 9 und wird gleichzeitig durch
den Kettentrieb 16 langsam aufwärts bewegt. Die Länge des Glockenmantels 23 und
die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung sind so bemessen, daß das Stapelgut 13
genügend zusammengesackt ist, sobald die Glocke den Innenraum freigibt, so daß -dann
nach und nach ein vom Trockengut selbst gebildeter zylindrischer Schacht 14 entsteht,
der keine Konstruktionsteile aufweist und dessen gesamte Mantelfläche 24 für den
Durchtritt der Trockenluft zur Verfügung steht.
-
Die Trockenluft wird von einem im Fundament 5 des Silos am Eingang
des Luftkanals 6 vorgesehenen Gebläse 7 geliefert. Während der Belüftung ist der
Kanal 6 bei 26 bespielsweise durch einen Schieber oder eine Klappe abgeschlossen,
die bei der später zu beschreibenden selbsttätigen Entleerung und Förderung des
Futters in die Freßrinne wieder geöffnet wird.
-
Die vom Gebläse 7 kommende Trockenluft steigt im Schacht 14 bis unter
die die obere Abdichtung übernehmende Glocke 15 hoch, verteilt sich gleichmäßig
im Trockengut 13 und entweicht schließlich durch die in der Silowandung vorgesehenen
Hutzenlöcher 3. Durch das Fehlen jeglicher Konstruktionsteile innerhalb des im Lagergut
gebildeten Luftschachtes 14 wird der bestmögliche Wirkungsgrad der Trocknung erreicht.
-
Gleichzeitig wird durch die Glocke 15, besonders bei stoffartiger
Ummantelung, eine wirksame obere Abdichtung des Luftschachtes ermöglicht, indem
die von unten in den Glockenmantel einströmende Gebläseluft diesen ausweitet und
fest gegen das umgebende Lagergut 13 andrückt.
-
In geeigneten Fällen kann selbstverständlich auch mit Entlüftung
gearbeitet werden, wie dies die doppelt gerichteten Pfeile 50 in Fig. 1 andeuten.
In diesem Falle wird durch das Gebläse 7 die Luft aus dem Innenraum des Silos abgesaugt.
-
Nach Füllung und Trocknung des Siloinhaltes 13 wird die Glocke 15
nach unten bewegt und herausgenommen. Aus diesem Grunde wird die Glocke zweckrnäßig
mehrteilig ausgebildet. Soll nun von dem im Silo befindlichen Vorrat 13 entnommen
werden, so geschieht dies nach dem Erfindungsvorschlag ebenfalls vollkommen selbsttätig,
indem oben auf dem Stapel 13 eine von der Rohrwelle 9 angetriebene Entleervorrichtung
27 angebracht wird. Hierfür hat sich als einfach in Arbeitsweise und Montage ein
mit der Rohrwelle 9 durch ein waagerechtes Gestänge 28 verbundener Heurechen 29
erwiesen. Dieser besitzt in bekannter Weise schräg zur Bewegungsrichtung gelagerte
frei drehbare Räder, deren Umfang mit rechenartigen Zähnen versehen ist, so daß
er beim Umlaufen mit der Rohr--welle 9 die oberste Schicht des Stapels 13 nach der
Silomitte
befördert, wo sie durch den Luftschacht 14 nach unten fällt und dort entnommen werden
kann. Um auch diese Arbeit selbsttätig durchführen zu können, steht nach der Erfindung
der im Fundament des Silos vorgesehene Luftkanal 6, der am einen Ende das Gebläse
7 enthält, mit seinem freien Ende 30 mit der Freßrinnne in Verbindung, so daß das
durch den Luftschacht 14 herabfallende Trockengut vom Gebläse 7 in Richtung des
Pfeiles 32 in die Freßrinne geblasen wird. Bei diesem Arbeitsgang wird der Schieber
26 im Luftkanal 6 entfernt oder so umgelegt, daß er zur unteren Öffnung des Schachtes
14 etwa unter 450 geneigt ist und unten die für die Förderluft benötigte Durchgangsöffnung
33 frei läßt.
-
Als weitere Ausführungsmöglichkeit für die selbst tätige Entleervorrichtung
läßt sich entsprechend der Darstellung der Fig. 4 eine Schnecke 37 verwenden, deren
Durchmesser nach der dem Drehpunkt (Rohrwelle 9) abgewandten Seite zu kleiner wird
und deren Umfang mit Zähnen 37' besetzt ist. Der für die Schnecke erforderliche
zusätzliche Rotationsantrieb wird in Fig. 4 einem kleinen Elektromotor 38 entnommen,
der die Schnecke über ein Kegelrad- oder Schneckengetriebe 39 in Rotation versetzt.
Die Drehung der Schnecke 37 mit ihrem Rotationsantrieb 38, 39 über die Oberfläche
des Stapels 13 erfolgt durch die Rohrwelle 9.
-
Zur selbsttätigen Entleerung kann ferner entsprechend Fig. 5 eine
Fräse 40 dienen, die mit wachsendem Vorschub mit der Rohrwelle 9 auf dem Stapel
13 umläuft.
-
Schließlich läßt sich die selbsttätige Entleerung mittels der in
Fig. 6 gezeigten Vorrichtung durchführen. Hierbei wird ein senkrecht zur Drehachse
(Rohrwelle 9) umlaufendes endloses Band 41, das mit Zähnen 42 besetzt ist, verwendet,
das von der Rohrwelle 9 über die Oberfläche des Stapels 13 bewegt wird.
-
PATENTANSPROCEE: 1. Einrichtung zum Stapeln, Trocknen und Entleeren
von landwirtschaftlichen Lagergütern, insbesondere Heu oder gehäckseltem Getreide,
mit einem siloartigen Lagerraum, der einen zentralen Schacht zum Belüften und Entleeren
des Lagergutes mit einem Gebläse aufweist, und mit einer in dem Schacht auf und
ab bewegbaren, an ihrem oberen Ende verschlossenen Glocke, dadurch gekennzeichnet,
daß eine zentrale, umlaufende, vorzugsweise rohrförmige und mit Steigeisen ver-
sehene
Welle (9) vorgesehen ist, die sowohl zur Führung und zum Antrieb der den Schacht
(14) bildenden Glocke (15) als auch zum Antrieb eines umlaufenden Verteilers (22)
für das eingebrachte Gut und einer Entleervorrichtung (27, 37, 40, 41), die das
am oberen Ende des Stapels entnommene Gut in den zentralen Schacht (14) fördert,
dient.