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Fahrbare Vorrichtung zum Verteilen von dickflüssigen Stoffen Die Erfindung
bezieht sich auf eine fahrbare Vorrichtung zum Verteilen von Dünger, Schlamm oder
ähnlichen dickflüssigen Massen während der Fortbewegung.
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Es wird angestrebt, eine gleichmäßige Verteilung solcher Massen über
eine möglichst große Breite zu erzielen. Mit bekannten Vorrichtungen, bei denen
die aus einem Vorratsbehälter durch ein Rohr ausfließende Masse von einer rotierenden
Scheibe seitwärts fortgeschleudertwird,kann zwar eine ziemlich große Breite bestrichen
werden, aber die Gleichmäßigkeit der Verteilung läßt im allgemeinen zu wünschen
übrig, da bei den bekannten Vorrichtungen keine Mittel zur Erzielung einer solchen
gleichmäßigen Verteilung vorgesehen sind. Weil nur durch ihre Schwere aus dem Behälter
abfließende - insbesondere dickflüssige -Stoffe mit ungleichförmiger Geschwindigkeit
aus der Ausflußöffnung austreten, treffen sie auch in ungleichmäßigem Strom auf
die,Scheibe auf. Die Folge ist eine in weiten Grenzen ständig schwankende Streubreite
und Streudichte. Außerdem ist der Antrieb der mechanischen Verteiler schwierig und
umständlich, insbesondere, wenn die Vorrichtung als Anhänger ausgebildet ist, der`
durch einen Traktor fortbewegt werden muß.
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Ausgehend von der Überlegung, daß eine gleichmäßige Ausbreitung einer
zähen, schwer fließenden Masse nur dann möglich erscheint, wenn sie mit ausreichend
hoher und gleichförmiger Geschwindigkeit aus dem fahrbaren Behälter austritt, und
daß eine ausreichende Breitenstreuung angesichts des Umstandes, daß die an den Tiefstpunkt
eines fahrbaren Behälters angeschlossene Austrittsöffnung nicht allzu hoch über
der zu bestreuenden Bodenfläche liegen kann, nur dann zu erreichen ist, wenn die
zu verteilende Masse mit ausreichender Energie unter gleichzeitiger Verteilung in
die Breite schräg nach oben ausgeworfen wird, knüpft die Erfindung zunächst an jene
bekannten, zum Transport von Fäkalien und auch zur Beförderung und Verteilung von
Jauche bestimmten fahrbaren Behälter an, in denen mit Hilfe eines an den oberen
Teil des Behälters angeschlossenen Kompressors ein Überdruck erzeugt werden kann,
durch den die auszubreitende Masse mit einer Strömungsgeschwindigkeit aus der Austrittsöffnung
ausgestoßen wird, die höher und gleichmäßiger ist, als diejenige, die eine aus einem
drucklosen Behälter abfließende Masse erreichen kann.
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Abgesehen davon, daß bei einem Behälter, aus dem schwer fließende
Massen, wie z. B. Stalldung oder Schlamm, mit ausreichender Strömungsgeschwindigkeit
ausgestoßen werden sollen, Sorge für die Erzeugung eines höheren Überdrucks zu tragen
ist, als er zum Austreiben von verhältnismäßig leicht fließenden Massen wie Fäkalien
und Jauche nötig ist, ist der Auslas erfindungsgemäß als Breitstrahlwerfer ausgebildet,
der ähnlich wie ein bekannter Jaucheverteiler nach hinten schräg aufwärts gerichtet
ist und durch den .der Behälterinhalt unter Druck in vorbestimmtem Winkel ausgestoßen
wird. .
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Demgemäß bezieht sich die Erfindung auf eine fahrbare Vorrichtung
zum Verteilen von dickflüssigen Stoffen auf Bodenflächen während der Fortbewegung,
die aus einem druckfesten Behälter, einem mit dessen oberen Teil verbundenen Luftkompressor
sowie einem unten an der Behälterrückwand angeordneten Auslas besteht, und die Erfindung
ist dadurch ausgezeichnet, daß der Auslaß aus einem nach hinten schräg aufwärts
gerichteten Breitstrahlwerfer besteht, durch den der Behälterinhalt unter Druck
in vorbestimmtem Winkel ausgestoßen wird.
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Als Breitstrahlwerfer kann ein Rohr dienen, das in bekannter Weise
mit einer schlitzförmigen Ausstoßöffnung versehen ist, oder dessen Mündung - wie
gleichfalls bekannt - eine Leit- oder Prallfläche gegenüberliegt.
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Die Verteilwirkung der Vorrichtung kann auf vielerlei Art geregelt
werden, z. B. durch Veränderung des Drucks im Behälter, der Stellung eines Regelventils
zwischen dem Behälter und dem Breitstrahlwerfer sowie des Verhältnisses zwischen
Massenausstoß und Fortbewegungsgeschwindigkeit.
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Die Lage der Prall- oder Leitfläche zur Ausstoßöffnung kann, wie an
sich bekannt, regelbar, und das Prall- oder Leitblech sowie das Ausstoßrohr können
auswechselbar sein.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung bietet auch die Möglichkeit, den
Breitstrahlwerfer in an sich bekannter Weise seitlich schwenkbar zu machen, so daß
die Verteilung
der ausgestoßenen Masse bevorzugt oder sogar nur
nach einer Seite erfolgt.
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Durch Mittel zum wahlweisen Anschließen der zum oberen Behälterteil
führenden Leitung an die Druck-oder Saugseite des Kompressors kann in bekannter
Weise der Behälter durch Einsaugen des Füllguts gefüllt werden, nachdem der Breitstrahlwerfer
entfernt und durch eine Saugleitung ersetzt worden ist.
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Aus noch darzulegenden Gründen findet als Kompressor mit besondererri
Vorteil eine Wasserringpumpe Verwendung. Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 in Aufsicht
und in Fig.2 in Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel für die den Gegenstand der
Erfindung bildende Vorrichtung; Fig.3 zeigt eine Wasserringpumpe im Querschnitt.
Im gezeichneten Beispiel liegt der zylindrische Behälter 1 auf einem Rahmen 2 mit
zwei Laufrädern. Die Spitze des dreieckigen, über den Behälter 1 vorstehenden Rahmenteils
2' ist auf einem Tragkörper 4 des Traktors 5 abgestützt. Selbstverständlich kann
das vordere Rahmenende statt auf dem Traktor auch auf einem oder auf zwei Tragrädern
abgestützt sein.
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Auf dem vorstehenden Rahmenteil t' ist der Kompressor 6 in solcher
Weise untergebracht, daß er bequem mit der Arbeitswelle 7 des Traktors gekuppelt
werden kann.
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Eine hochgelegene Stelle des Behälters 1 ist durch die Leitung 8 mit
dem Kompressor 6 verbunden. Diese Leitung 8 kann über die Dreiwegventile 9 und
10 wahlweise an die Saugseite oder die Druckseite des Kompressors 6 angeschlossen
werden, und zwar derart, daß jeweils die mit der Leitung 8 nicht verbundene Kompressorseite
mit der Außenluft in Verbindung steht.
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Am rückwärtigen Ende des Behälters 1, der vorzugsweise nach hinten
abwärts geneigt ist, befindet sich unten ein Auslaßrohr 11, das durch ein Ventil
12 verschlossen oder beliebig weit .geöffnet werden kann. Die Bedienung des Regelventils
12 erfolgt in an sich bekannter Weise vom Traktorsitz aus, und zwar im gegebenen
Beispiel mittels einer Kurbel 13, deren auf dem Behälter 1 gelagerte und
gegen Längsverschiebung gesicherte Welle 14 am freien Ende eine Büchse mit Muttergewinde
trägt, die das am einen Ende einer Stange 15 vorgesehene Außengewinde aufnimmt.
Das andere Ende dieser Stange 15 greift das freie Ende eines kurzen, auf einer horizontalen
Welle 17 undrehbar befestigten Arms 16 in einem Gelenk an. Die zweifach am
Behälter gelagerte Welle 17 trägt einen zweiten, längeren Arm 18, mit dem die das
Regelventil 12 betätigende Stange 19 gelenkig verbunden ist.
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Mittels einer leicht lösbaren Kupplung 20 ist am Auslaßrohr
11 über einen Rohrkrümmer das Breitstrahlerrohr 21 befestigt. Dieses Rohr
21 ist schräg aufwärts gerichtet, und mit Abstand vor seiner Mündung ist eine Prallplatte
22 angeordnet. Beim Auftreffen auf diese Platte 22 breitet sich der unter Druck
aus dem Rohr 21 kommende Strahl fächerförmig nach oben und nach beiden Seiten a=as.
Die Ausrichtung des Rohrs 21 schräg nach oben ergibt selbst bei Anordnung .des Breitstrahlers
nahe über demBoden eineVerteilung des unter Druck stehenden Behälterinhalts über
eine große Breite. Der zwischen dem Breitstrahlerrohr 21 und dem Auslaßrohr
11 angeordnete Krümmer erlaubt es, durch Verdrehen der Kupplungsteile
20 das Rohr 21 aus seiner lotrechten Ebene nach links oder rechts zu verschwenken.
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Obwohl die Luft im Behälter schon vor der Verteilung des zu verarbeitenden
Stoffes unter Druck gesetzt werden kann, empfiehlt es sich, den Kompressor auch
während der Verteilung in Betrieb zu halten, um den Behälter zum Zwecke einer gleichmäßigen
Verteilung der ausgeworfenen Masse unter gleichbleibend hohem Druck zu halten.
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Der Behälter l kann entweder durch die mit dem Decke123 dicht verschließbare
Füll- und Inspektionsöffnung von oben oder nach Umschalten :der zum Kompressor führenden
Leitung 8 auf Saugbetrieb und nach Ersatz des Breitstrahlwerfers durch eine Saugleitung
von unten her gefüllt werden. Beim Füllen durch Einsaugen ist unter Umständen eine
in der Zeichnung nicht dargestellte Schutzmaßnahme gegen Überfüllen des Behälters
und Eindringen des Füllguts in den Kompressor erforderlich. Diese ist jedoch nicht
Gegenstand der Erfindung.
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Für den mit der Erfindung verfolgten Zweck ist die Verwendung einer
Wasserringpumpe oder einer ähnlichen, selbsttätig ansaugenden Pumpe mit rotierendem
Laufrad als Kompressor besonders nützlich. Mit solchen Pumpen ist ein hoher Unterdruck
erreichbar, der sie sehr geeignet zum Einsaugen auch von dickflüssidem Dünger oder
Schlamm in den Behälter macht. Selbst wenn ein solches Material versehentlich bis
in die Wasserringpumpe gesogen wird, so führt das nicht zum Bruch, wie es bei einer
Kolbenpumpe der Fall wäre. Besondere Schutzmaßnahmen gegen Überfüllen des Behälters
erübrigen sich somit bei Verwendung einer Wasserring- oder ähnlichen Pumpe. Anderseits
ist der Preßdruck einer Wasserringpumpe auf etwa 2 atü beschränkt, so daß einerseits
ein Sicherheitsventil am Behälter unnötig ist, anderseits von ihr auf einfachste
Weise ein gleichbleibender Überdruck aufrechterhalten werden kann.
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Fig. 3 zeigt im Querschnitt eine an sich .bekannte Wasserringpumpe.
In dem Gehäuse 31 befindet sich immer eine Wassermenge, die durch eine nicht dargestellte
Füllöffnung oder durch die Ein- oder Auslaßöffnung eingeführt und ergänzt werden
kann. Wenn der Läufer 32 rotiert, wird das Wasser mitgenommen und nimmt durch Zentrifugalkraft
die Form eines umlaufenden Ringes 33 an. Dadurch, daß der Läufer 32 mit seiner Achse
exzentrisch im kreisrunden Gehäuse 31 angeordnet ist, befindet sich zwischen
der Nabe 32'
des Läufers und dem Wasserring 33 ein halbmondförmiger Raum.
Durch diesen Raum reichen stets einige der Schaufeln oder Flügel 32" des Läufers
32 bis in den Wasserring und unterteilen den halbmondförmigen Raum in Teilräume,
die bei rotierendem Läufer fortwährend auf einer Seite entstehen und wachsen und
auf der anderen Seite allmählich kleiner werden und verschwinden. In einer der Seitenwände
befinden sich zwei Öffnungen 34 und 35, die in Anpassung an die Gestalt der hörnerartigen
Enden des halbmondförmigen Raumes die Form gebogener Dreiecke haben. Bei Rotation
des Läufers wird in Richtung des Pfeiles 36 Luft durch die Einlaßöffnung 34 eingesogen
und durch die Auslaßöffnung 35 ausgestoßen. Falls - z. B. infolge Überfüllung des
Behälters beim Füllen durch Unterdruck - ein dickflüssiger Stoff bis in die Pumpe
eingesogen wird, füllt sich ihr Innenraum vollständig auf und die Saugwirkung endet,
ohne daß die Gefahr von Bruch auftreten kann.
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Eine zum Füllen durch Saugwirkung geeignete Vorrichtung kann mit Vorteil
gebraucht werden, um fruchtbaren Schlamm aus Gräben und Tümpeln auf benachbarten
Grund zu bringen.
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Die verschiedenen, bei der erfindungsmäßigen Vorrichtung vorhandenen
Regelmöglichkeiten erlauben es, die Vorrichtung an die verschiedenen Viskositäten
der
zu verteilenden Substanzen anzupassen, sowie je nach ihrem Düngewert
verschieden große Mengen pro Flächeneinheit des Bodens auszustoßen.
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Die Erfindung ist nicht auf das gezeichnete Ausführungsbeispiel beschränkt.
Es können z. B. statt unbeweglicher Prall- und Leitbleche bewegliche Verteilermittel,
z. B. - wie an sich bekannt - eine Platte, eine Scheibe oder ein Schaufelrad in
den Weg des ausgeworfenen Strahls gesetzt werden, die .durch die Bewegungsenergie
des Strahls in Bewegung versetzt werden und zur gleichmäßigen Verteilung beitragen.
Auch könnte ein durch die Bewegungsenergie des Strahls bewegtes Organ gebraucht
werden, um das Strahlerrohr, wie ebenfalls an sich bekannt, in schwingende Bewegung
zu setzen. Die Verstellung eines schwenkbaren Strahlerrohrs oder schwenkbarer Prall-
oder Leitbleche kann auch vom Traktorsitz aus erfolgen, und in diesem kann der Traktorführer
während der Fortbewegung durch Hand- oder Fußbetätigung Rohr oder Verteilermittel
in regelmäßige Schwingungen versetzen.
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Gute Erfolge sind in der Praxis mit Vorrichtungen der beschriebenen
Art bei der Verteilung von schlammartigen Substanzen mit einem Luftdruck von 0,8
atü und Düsenöffnungen von 25 bis 50 mm erzielt worden.