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Windschutzscheibe für Kraftfahrzeuge Bei Kraftfahrzeugen sind schon
seit Jahrzehnten zweiteilige Windschutzscheiben bekannt, bei denen zwischen dem
oberen und dem unteren Teil ein Sehschlitz offenbleibt. Es wurde auch bereits versucht,
solche geteilte Windschutzscheiben bei Motorrädern und Motorrollern zu verwenden.
Diese für Motorroller oder Motorräder bestimmten Windschutzscheiben. sind von vorn
betrachtet im wesentlichen konvex und in der Regel etwas nach hinten geneigt, so
daß die von vorn anströmende Luft nach den Seiten und nach oben abgelenkt wird.
Der Sehschlitz wird dabei entweder durch einen Ausschnitt gebildet, in welchem Fall
der über dem Sehschlitz und der unter dem Sehschlitz liegende Teil der Scheibe in
einer durch den Sehschlitz unterbrochenen Fläche liegen, oder die Scheibe besteht
aus zwei Teilen, die durch Metallstreben miteinander verbunden sind. Damit die Luft
nicht durch den Sehschlitz hindurchströmt, sondern nach oben abgelenkt wird. wurde
vorgeschlagen, vor dem oberen Scheibenteil eine ebenfalls gewölbte Vorscheibe anzuordnen,
deren untere Querkante bis zur Oberkante der Durchblicköffnung herabreicht. Ein
anderer Vorschlag sieht vor, im unteren Scheibenteil den Mittelteil so zurückzusetzen,
daß er einen nach oben offenen Kanal bildet, durch den hindurch der Luftstrom steil
nach oben gerichtet in den Sehschlitz gelenkt wird. Bei dem Versuch, derartige Scheiben
für Motorräder zu verwenden, zeigte sich aber, daß Scheiben, die aus mehreren durch
Metallstützen miteinander verbundenen Teilen bestehen, nur eine geringe Stabilität
besitzen.
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Die Windschutzscheiben für Motorräder und Motorroller, die an der
Lenkstange befestigt sind, sollen eine solche Höhe und Breite haben, daß sie den
Motorradfahrer vor dem Fahrtwind und gegebenenfalls vor Schnee, Regen, Steinschlag
usw. schützen. Sie sind aber beim Fahren wesentlich stärkeren Erschütterungen und
damit auch wesentlich höheren mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt als die Windschutzscheiben
von Vierradfahrzeugen. Um die nötige Stabilität zu besitzen, müssen sie daher aus
starkem Material gefertigt oder mit Versteifungen versehen sein. Ein Nachteil der
Windschutzscheiben besteht ferner darin, daß sie infolge ihrer Breite und der verhältnismäßig
geringen Krümmung dem anströmenden Fahrtwind einen hohen Frontwiderstand entgegensetzen.
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Gegenstand der Erfindung ist eine zweiteilige Windschutzscheibe für
Kraftfahrzeuge, insbesondere Motorräder und Motorroller mit einem Sehschlitz zwischen
dem oberen und dem unteren Scheibenteil, die dadurch eine hohe mechanische Festigkeit
und Stabilität erhält, daß der obere Scheibenteil an beiden Seiten mit dem unteren
Scheibenteil an diesem unmittelbar anliegend fest verbunden ist und die Gesamtbreite
des oberen Teiles in flachem Zustand größer ist als die Länge des oberen Randes
des unteren Scheibenteiles, so daß die vordere Mantellinie -des oberen Teiles mit
der Verlängerung der vorderen Mantellinie des unteren Teiles einen spitzen Winkel
bildet. Die Breite des Sehschlitzes nimmt dabei nach beiden Seiten hin ab. Zur weiteren
Erhöhung der Stabilität können die Verbindungsstellen zwischen dem oberen und dem
unteren Teil, die zu beiden Seiten des Sehschlitzes liegen, durch eine Stange miteinander
verbunden sein. Um den Luftwiderstand zu vermindern und die Stabilität weiter zu
erhöhen, kann nach einem weiteren Merkmal der Erfindung der untere Teil der zweiteiligen
Scheibe, die aus durchsichtigem, formbarem Material besteht, - räumlich so gekrümmt
sein, daß er in seinem oberen und in den beiden Seitenteilen von vorn betrachtet
konvex und in den dazwischenliegenden Zonen von vorn betrachtet konkav ist. Außerdem
kann die Scheibe von unten so keilförmig eingeschnitten sein, daß durch die Vereinigung
der Keilränder die beiden vorderen, annähernd waagerechten Mantellinien der Seitenteile
in der Horizontalebene einen stumpfen Winkel bilden.
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Besteht die Scheibe aus formbarem, plastischem Material, so kann sie
durch Warmformung in die beschriebene Gestalt gebracht werden. Es kann aber auch
eine an sich ebene, entsprechend geformte Scheibe verwendet werden, die durch eine
zusätzliche Haltevorrichtung in der gewünschten Form festgehalten wird. Im untersten
Teil ist die Scheibe zweckmäßig so stark
gekrümmt, daß die Fläche
der Windschutzscheibe am unteren Rand nahezu waagerecht liegt.
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Ein Ausführungsbeispiel einer Windschutzscheibe gemäß der Erfindung
ist -in - -Abb. 1 in Vorderansicht, in -Abb. 2 im Querschnitt dargestellt.
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Der untere Teil 1 der Scheibe hat im flachen Zustand etwa die Form
eines symmetrischen Trapezes mit stark abgerundeten unteren Ecken. Die Teile 2 sind
von vorn betrachtet konvex, so daß sie sich um Lenker und Hände des Fahrers in annähernd
zylindrischer Form herumwölben und die Fläche der Scheibe kurz unter dem Lenker
in nahezu waagerechter Richtung endet. Der mittlere Teil 4 ist wie bei den bekannten
Windschutzscheiben so gekrümmt, daß sich dieser Teil dem Fahrtwind entgegenwölbt.
Zwischen den Zonen 2 einerseits und der Zone 4 andererseits liegen die von vorn
gesehen konkaven Zonen 5, wobei die Wendelinien, in denen die konvexe in die konkave
Krümmung übergeht, durch punktierte Linien angedeutet sind. Am unteren Teil ist
die Scheibe bei 6 keilförmig eingeschnitten, so daß die vorderen Mantellinien 7
der Teile 2 nicht in einer geraden Linie liegen, sondern von oben gesehen einen
stumpfen Winkel bilden, der etwa dem von den Lenkerarmen 8 gebildeten stumpfen
Winkel entspricht. Am Lenkerkopf 9 sind an der Innenseite zwei Haltearme
10 vorgesehen, deren Enden bei 11 mit der Scheibe verbunden sind.
Durch dies Formgebung wird erreicht, daß sich bei -12 eine Nase bildet, von der
der Fahrtwind schräg nach oben und nach beiden Seiten in Richtung der konkaven Scheibenteile
abfließt, wie durch Pfeile angedeutet. Der obere Rand 13 dieses unteren Teiles der
Scheibe ist gerade oder nur schwach gekrümmt. An diesen Rand schließt sich der obere
Teil 14 der Scheibe an. Wie vor allem aus Abb. 2 ersichtlich, ist dieser
Teil 14 gegen den Teil 1 etwas geneigt. Der untere Rand 15 dieser Scheibe ist in
der Mitte ebenfalls gerade oder nur schwach gekrümmt an beiden Seiten bei
16 zweckmäßig etwas herabgebogen, damit die Stellen, an denen sich die beiden
Scheiben überdecken und aneinander befestigt werden, etwas verbreitert sind. Die
Gesamtbreite des oberen Teiles 14 ist im flachen Zustand etwas-=größer als die Länge
des oberen Randes 13 der Scheibe 1. Auf diese Weise wird erreicht, daß der
Teil 14 in der Mitte etwas über die Scheibe 1 vorspringt und sich die Weite des
Sehschlitzes 17 nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Tiefe nach beiden Seiten
vermindert, bis zu den Stellen 18, an denen sich die Ränder der beiden Scheiben
berühren. Bei 16 sind die beiden Scheiben durch mindestens zwei Niete oder
Schrauben unverdrehbar miteinander verbunden. Zweckmäßig sind diese beiden Verbindungsstellen
noch durch einen Stab 19 miteinander verbunden, so daß dadurch die Wölbung
der Scheibe fixiert ist, wodurch ein Abknicken der Scheibe beim Auftreten von stärkeren
Druckkräften gegen den Teil 14, - das nur eintreten- könnte, wenn sich zuerst die
Wölbung der Scheibe abflacht, verhindert ist. Das Eindringen eines stärkeren, den
Fahrer belästigenden Luftstromes durch den Sehschlitz 17 ist dadurch, daß der Fahrtwind
vom unteren Teil der Scheibe durch dessen besondere Formgebung _ nach der Seite
abgelenkt wird, während er an -der oberen Scheibe durch deren Neigung nach oben'
abfließt, zuverlässig vermieden. Die Ränder des keilförmigen Einschnittes
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im unteren Teil der Scheibe 1 sind durch einen Bügel 3 aus Metall
abgedeckt, mit dem zweckmäßig ein Metallband 20 an der Innenseite -der Scheibe
durch Schrauben verbunden ist, wodurch die Ränder des Einschnittes miteinander fest
vereinigt sind. Kräfte, die die Ränder aus dieser Befestigung herauszuziehen versuchen,
treten praktisch nicht auf, da die durch den Fahrtwind oder durch von außen gegen
die Scheibe geführten Stöße auftretenden Kräfte die Ränder zusammendrücken und nicht
auseinanderziehen. Der Bügel 3 dient gleichzeitig zur Befestigung der Windschutzscheibe
am Steuerkopf.
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Die Scheibe ist durch die beschriebene Formgebung so stabil, daß die
bei Motorradwindschutzscheiben sonst erforderliche Versteifung durch eine Metallleiste
am unteren Rand nicht erforderlich ist. An dem unteren Rand der Scheibe kann ein
Schurz 21 aus Leder, Kunstleder, weichem Kunststoff od. dgl. angenietet oder in
anderer Weise befestigt sein, der je nach Wunsch als Knie- und Beinschutz ausgebildet
sein kann oder sich gegebenenfalls an die vordere Verkleidung, wie sie insbesondere
bei Motorrollern üblich ist, anschließt.
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Wird die Scheibe nicht, wie erwähnt, warm verformt, sondern durch
die Haltearme 10 in ihrer räumlich gekrümmten Form gehalten, so hat die Windschutzscheibe
gemäß der Erfindung neben den bereits beschriebenen Vorteilen noch den weiteren
großen Vorteil, daß sie im flachen Zustand versandt werden kann. Die üblichen Windschutzscheiben
mit den starken gekrümmten Abschlußleisten benötigen für den Versand für jede einzelne
Scheibe eine einen beträchtlichen Raum erfordernde Verpackung. Die erfindungsgemäße
Scheibe dagegen kann flach aüfeinandergelegt in großer Zahl in einem flachen, wenig
Raum beanspruchenden Behälter versandt werden. In diesem Falle erhält die Windschutzscheibe
gemäß der Erfindung ihre räumlich gekrümmte Form erst beim Anmontieren an den Lenker
des Motorrades oder Motorrollers durch das Einspannen zwischen den Bügel 3 und das
Band 20 sowie das Anbringen der Befestigungen an den Haltearmen 10 und das Anbringen
der Verbindungsschrauben oder -niete bei 16.