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Zehnertastatur für Rechenmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf
Zehnertastaturen von Rechenmaschinen und zielt auf eine wesentliche Vereinfachung
dieser Tastaturen ab, indem sämtliche Ziffernwerte und die gebräuchlichsten Rechenfunktionen
der Maschine vermittels der Zifferntasten 1 bis 9 eingestellt bzw. ausgelöst werden.
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Bei der bei Rechenmaschinen üblichen Zehnertastatur sind die Tasten
der Zahlen 1 bis 9 in drei Reihen übereinander angeordnet, wobei die Zahl »5« im
Schnittpunkt der beiden Diagonalen des von den neun Zahlentasten geformten Quadrats
liegt und im allgemeinen durch eine Erhöhung oder sonst fühlbare ändere Formgebung
als Orientierungstaste für das Blindtasten dient.
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Bei dieser Anordnung der neun Zahlentasten ist schon nach kurzer Einarbeitung
das blinde Eintasten mit einer Hand möglich, wobei dem Zeigefinger die Tasten 1,
4, 7, dem Mittelfinger die Tasten 2, 5, 8 und dem Ringfinger die Tasten 3, 6, 9
zugeordnet werden. Diese neun Zahlentasten lasen sich auf diese Weise leicht beherrschen
und ohne besondere Bewegung der Hand lediglich durch das Spiel der Finger bedienen.
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Schwieriger wird die Bedienung der Tastatur durch das Eintasten einer
oder mehrerer Nullen. Bei der allgemein gebräuchlichen Tastatur liegt die Taste
für die Null vor dem von den neun Zahlentasten geformten Quadrat und ist in gleicher
Breite wie eine Seitenlänge des Neunzahlenquadrats ausgebildet. Um eine Null zu
tasten, muß also die außerhalb des mit drei Fingern einer Hand leicht zu beherrschenden
Neunzahlenquadrats liegende Nulltaste angeschlagen werden. Zu diesem Zweck muß der
Bedienende entweder die Hand etwas zurückziehen oder aber die Nulltaste mit dem
Daumen bedienen. Um dies zu erleichtern, ist man auch schon dazu. übergegangen,
die Nulltaste nach der Daumenseite hin zu verlängern. Bei anderen bekannten Tastaturen
liegt die Nulltaste auf der linken Seite des Neunzahlenquadrats.
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In allen diesen Fällen konnte jedoch die Erfahrung gemacht werden,
daß der Durchschnittsbedienende nicht die erforderliche Gelenkigkeit und Beweglichkeit
im Daumen besitzt, um diesen Finger zu einer flotten, flüssigen, unverkrampften
Bedienung der Nulltaste geeignet zu machen.
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Auch die für die Auslösung der verschiedenen Rechenfunktionen erforderlichen
Tasten sind normalerweise außerhalb des Neunzahlenquadrats angeordnet, weshalb der
Bedienende nach jedem Eintasten der Betragszahl wieder die Hand von dem Neunzahlenquadrat
entfernen muß, um die Motortaste oder eine andere Funktionstaste anzuschlagen. Um
eine Ermüdung des Bedienenden zu verhindern, ist es deshalb auch schon bekannt,
z. B. die am meisten benötigte Motorschalttaste so anzuordnen, daß sie mit dem Handballen
betätigt werden kann. Weitere Konstruktionen -sind bekannt, bei denen durch das
Ausüben eines Überdruckes auf irgendeine der Zahlentasten das Maschinenspiel ausgelöst
wird.
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Bei einer anderen Ausführungsform sind die aus je drei Zifferntasten
bestehenden Reihen zwischen länglich ausgebildete Funktionstasten geschaltet.
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Auch ist es bereits bekannt, durch Verschiebung von Zahlentasten nach
ihrem Niederdrücken in horizontaler Richtung entweder zum Bedienenden hin oder vom
Bedienenden fortbestimmteRechenfunktionen auszulösen.
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Bei den ersten Anordnungen muß die Hand bewegt oder mindestens gekippt
werden. Die anderen Konstruktionen haben den Nachteil, daß bei ungleichem Anschlag
der Zahlentasten oder bei unbeabsichtigtem Druck auf diese in bestimmter Richtung
das Maschinenspiel schon ausgelöst werden kann, ehe die volle Zahl eingetastet ist.
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Weiter ist es bekannt, an Stelle von neun Zifferntasten für die Werte
1 bis 9 nur vier Zifferntasten vorzusehen und die Einstellung sämtlicher Werte von
1 bis 9 durch Bedienung einer oder mehrerer dieser vier Tasten vorzunehmen. Bei
dieser soeben genannten Tastatur wirkt jedoch jede Taste nur mit einem Kontaktpaar
zusammen, d. h., diese Tastatur dient insbesondere der Einstellung von Ziffernwerten
in verschlüsselter Form, indem durch die gleichzeitige Bedienung einer oder mehrerer
Tasten ein oder mehrere Kontaktpaare gleichzeitig geschlossen werden.
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Durch die Erfindung soll es demgegenüber möglich gemacht werden, lediglich
durch gleichzeitige Bedienung einer oder mehrerer der Zifferntasten 1 bis 9 nicht
nur diese Werte von 1 bis 9 einzustellen, sondern auch die gebräuchlichsten Rechenfunktionen
oder eine
oder mehrere Nullen. Zur Erreichung dieses Zieles werden
erfindungsgemäß bestimmte Zifferntastenpaare durch eine Kupplung derart miteinander
verbunden, daß bei Betätigung nur einer der beiden Tasten diese Kupplung unwirksam
ist und der auf der Taste angegebene Ziffernwert eingestellt wird, während bei gleichzeitigem
Niederdrücken beider Tasten über die Kupplung Schaltglieder betätigt werden, die
das Auslösen einer bestimmten. Rechenfunktion oder das Einstellen einer oder mehrerer
Nullen bewirken.
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Die Kupplung besteht gemäß der weiteren Erfindung aus einer mit den
Schaltgliedern verbundenen Wippe, die mit Stiften an den Tastenschäften zusammenwirkt.
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Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt.
Hierbei zeigt Fig. 1 eine Anordnung für das Eintasten von Nullen, Fig. 2 eine Anordnung
für das Auslösen von Rechenfunktionen.
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Fig. 1 zeigt das übliche Neunzahlenquadrat mit den Zifferntasten 1
bis 9. Zur Erreichung des Erfindungszweckes sind die Stengel der Tasten 1 und 2,
4 und 5 sowie 7 und 8 mit Stiften 11 ausgestattet, von denen jedes Paar über je
eine Wippe 12 greift. Beim Eintasten der Ziffern 1, 2, 4, 5, 7 oder 8 stößt der
Stift 11 an den Stengeln der entsprechenden Tasten gegen einen Schenkel der Wippe
12 und schwenkt diese um ihren Drehpunkt 13 in oder entgegen dem Uhrzeigersinn,
ohne eine Bewegung auf einen am Drehpunkt 13 der Wippe 12 angelenkten Hebelarm 14
zu übertragen. Werden jedoch nach dem Ausführungsbeispiel die Zifferntastenpaare
1, 2; 4, 5 oder 7, 8 gemeinsam niedergedrückt, dann stoßen beide Stifte 11 der Tastenstengel
auf die entsprechende Wippe 12, die nun abwärts bewegt wird und diese Bewegung auf
den zugeordneten Hebelarm 14 überträgt. Der Hebelarm 14 ist fest mit einer Welle
15 verbunden., so daß diese im Uhrzeigersinn gedreht wird. Am vorderen Ende der
Welle 15 ist ein Hebelarm 16 ebenfalls mit der Welle 15 fest verbunden und wird
deshalb auch im Uhrzeigersinn verschwenkt. Ein rechter Ansatz 17 des Hebels 16 macht
demzufolge eine Abwärtsbewegung und drückt dabei ein Nullstellstück 18 im Stehstift
wagen in die Anschlagstellung.
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Die Einrichtung kann so getroffen sein, daß durch das einmalige Niederdrücken
des einen oder des anderen der drei Zifferntas.tenpaare jeweils eine Null eingestellt
wird. Sollen jedoch durch eines der Zifferntastenpaare zwei oder auch drei Nullen
eingestellt werden, so braucht der untere Ansatz 17 des Hebels 16 nur derart verbreitert
zu werden, daß er gleichzeitig zwei oder drei Stellstücke 18 niederdrückt.
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In ähnlicher Weise wird auch die Auslösung eines Additionsmaschinenspiels.oder
einer anderen Funktion erreicht. Nach Fig. 2 sind die Tastenstengel der Zahlen 5
und 6 mit Stiften 19 ausgestattet, die über einer Wippe 20 liegen. Wird eine dieser
Tasten einzeln niedergedrückt, dann stellt sich dadurch in bekannter Weise das der
Zahl entsprechende Stellstück ein. Werden jedoch die Tasten. 5 und 6 mit Mittel-und
Ringfinger gemeinsam niedergedrückt, dann wird die Abwärtsbewegung der beiden Zahlenstengel
auf die Wippe 20 und einen Hebelarm 21 übertragen. Der Hebelarm 21 ist fest mit
einer Welle 22 verbunden und erhält daher eine Drehbewegung entgegen dem Uhrzeigersinn.
Diese Bewegung wird einem Hebelarm 23 mitgeteilt. Dieser Hebelarm 23 bewegt dadurch
eine Klinke 24 nach unten in eine Lücke 25 einer Stellstückwagenplatte 26, um den
Stellstückwagen in der zuletzt getasteten Dezimalstelle festzuhalten. Gleichzeitig
wird durch den rechten Arm des doppelarmigen Hebels 21 ein Glied 27 angehoben, das
mit dem Gestänge einer nicht gezeigten Antriebsschaltung verbunden ist.