DE1084569B - Praxinoskop - Google Patents
PraxinoskopInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Praxinoskop mit Drehteller, scheibenförmigen Bildträgern und einer mittig
auf die Bildträgerscheiben aufstellbaren vieleckigen Säule, an deren Außenflächen Spiegel vorgesehen sind.
Es ist ein Praxinoskop bekannt, dessen Bildträger-■ scheibe am Umfangsrand mit einem kreiszylinderförmigen
Ansatz versehen ist. Die Bilder sind an der Mantelinnenfläche des Kreiszylinders angeordnet. Die
Spiegelsäule und der kreiszylindrische Ansatz liegen koaxial zueinander. Diese koaxiale Lage der beiden
Teile ist ungünstig, da der Kreiszylinder den unteren Abschnitt der Spiegelsäule verdeckt, so daß dieser
zum Betrachten der Bilder verlorengeht. Hinzu kommt, daß das Auge eines den Spiegeln zugekehrten
Beobachters beim Umlaufen der Bildträgerscheibe vom gleichfalls umlaufenden kreiszylindrischen Ansatz abgelenkt
wird. Die Herstellung der Bildträger ist außerdem schwierig und kostspielig, da die Bilder auf einem
Zylindermantel angebracht werden müssen. Hinzu kommt, daß sich diese Bildträger wegen des Ansatzes
nur schwierig stapeln lassen und sehr viel Raum in Anspruch nehmen. Der große Platzbedarf macht die
Aufbewahrung einer größeren Anzahl solcher Bildträger, besonders im Heim, aber auch im Handel,
nahezu unmöglich.
Es sind weiter Praxinoskope bekanntgeworden, bei denen ein Bildband um eine mit öffnungen versehene
Trommel gelegt wird. Die Breite der öffnungen entspricht dabei der Bildbreite. In der Trommel sind
Spiegel oder Prismen angeordnet, die die Bilder nach außen reflektieren. Hier ist eine besondere Lichtquelle
zur Beleuchtung der Bilder des Bandes erforderlich. Diese Spiegel- bzw. Prismeneinrichtung macht das
ganze Gerät, zusammen mit der notwendigen Auf- und Abwickeleinrichtung für das Bildband, kompliziert.
Die Handhabung des Gerätes ist nicht einfach, da das Bildband unter allen Umständen so genau um
die Trommel gelegt werden muß, daß die Bilder im Band sich mit den öffnungen decken. Insbesondere für
Kinder sind diese Geräte daher ungeeignet.
Es ist auch bekannt, als Bildträger ebene Scheiben zu verwenden. Die Wiedergabe der Bilder erfolgt
hierbei jedoch mit Hilfe eines Linsensystems, das die Bilder auf einen Schirm projiziert. Ein Linsensystem
macht jedoch das Praxinoskop zu einem verwickelt aufgebauten und wegen der hohen Herstellungskosten
der Linsen teuren Gerät. Ein Praxinoskop dieser Art eignet sich daher nur für Spezialzwecke und nicht zur
allgemeinen Benutzung im Heim.
Bei anderen bekannten Geräten sind ebenfalls ebene Scheiben als Bildträger vorgesehen. Die Bilder werden
stroboskopisch beleuchtet und über ein aus Linsen, Spiegeln und Prismen bestehendes optisches System
auf einen Schirm projiziert. Diese Geräte sind Praxinoskop
Anmelder:
Morgan Development Laboratories, Inc., Westport, Conn. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. E. Liebau, Patentanwalt,
Göggingen über Augsburg, Von-Eichendorff-Str. 10
Göggingen über Augsburg, Von-Eichendorff-Str. 10
Porter Southwick Morgan, Westport, Conn.
(V. St. Α.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
noch teurer und komplizierter als die oben beschriebenen, da zu dem optischen System noch eine Einrichtung
zur Erzeugung der stroboskopischen Beleuchtung, d. h. periodischer Lichtblitze, kommt.
Zweck der Erfindung ist es, ein Praxinoskop zu schaffen, bei dem die obigen Nachteile vermieden sind
und das billig in der Herstellung und einfach in der Handhabung ist, so daß es in großem Umfang im
Heim zur Betrachtung von Bilderfolgen verwendet werden kann. Insbesondere soll es auch durch Kinder
bedient werden können. Dies wird erreicht, indem die Bilder in einer senkrecht zur Längsachse der mit den
Spiegeln versehenen Säule verlaufenden Ebene auf den Bildträgern angebracht sind.
Das erfindungsgemäße Praxinoskop ist mit wenigen und einfachen Bauelementen herstellbar. Die gesamte
zur Verfügung stehende Höhe der Spiegel ist zur Bildwiedergabe benutzt. Ein den Betrachter ablenkender
Ansatz am Bildträger ist nicht vorhanden. Die Teile des Praxinoskops können jederzeit auf einen
Plattenspieler üblicher Bauart aufgesetzt werden, so daß sich eine universelle Anwendbarkeit ergibt. Die
Handhabung erfordert dabei keinerlei Sachkenntnis.
Durch Herstellen einer Beziehung zwischen der Zahl der Reihenbilder und der Zahl der Spiegelflächen
kann man verschiedene Wirkungen erzielen. Wenn z. B. die Zahl der Bilder und die Anzahl der Spiegel
gleich ist, so erscheint eine stationäre Handlung; durch Vermehren oder Vermindern der Anzahl der
Bilder — relativ zur Zahl der Spiegel — werden die Objekte gegenüber der Drehrichtung der Schallpatte
eine Bewegung in der einen bzw. anderen Richtung ausführen.
Die Außenwand der auf die Bildträgerscheiben aufstellbaren Säule hat eine Mehrzahl nebeneinander-
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3 4
liegender länglicher Spiegelflächen, die zusammen im gleichem Winkelabstand hat, die aufeinanderfolgende,
Querschnitt ein regelmäßiges Polygon umgrenzen. Die wechselnde Bewegungsvorgänge darstellen. Damit die
Zahl der Seiten des Polygons ist gleich oder um Eins Bilder möglichst groß gemacht werden können, um sie
größer oder kleiner als die Zahl der Bilder einer Bild- besser sehen zu können, sind sie möglichst nahe am
reihe. . _ 5 Plattenumfang im Bereich der Schallschriftrille 12
Zweckmäßig bedeckt diese Spiegeltrommel nur den angeordnet. Zu diesem Zwecke besteht die Schallplatte
beschrifteten Teil der Schallplatte und beeinträchtigt aus einzelnen Lagen übereinander; die verschiedenen
nicht die gewöhnlich für die Schallschrift bestimmte Bilder 11 sind auf eine Scheibe 13 (Fig. 3) aus Papier
Fläche. '- od. dgl. gedruckt, über der eine durchsichtige Schicht
Der Boden der Trommel kann einen Belag mit 10 14 aus durchsichtigem Werkstoff, z. B. Vinyl- oder
einem rauhen Werkstoff haben, und zwar dort, wo sie Celluloseacetat, liegt, in der die Schallschrift 12 einauf
der Schallplatte ruht. Zweckmäßig hat er ein zen- geschnitten ist. Bei beiderseitig benutzbaren Schalltrisches
Loch zum Führen des Zentrierzapfens des platten üblicher Art hat jede Seite der Papierscheibe
Plattenträgers, um die Trommel zum Plattenträger 13 Bilder 11, und eine weitere Schicht 15 aus plastizu
zentrieren. 1S schem Werkstoff liegt auf der Unterseite der Scheibe
Das Praxinoskop nach der Erfindung kann ganz 13; die Lagen 14 und 15 ragen zweckmäßig etwas
allgemein für Vorführungszwecke verwendet werden. über den Umfang 16 der Scheibe 13 hinaus, so daß
Es soll aber mehr Interesse und Vergnügen als Schall- ihre Ränder die Scheibe 13 umschließen und zusamwiedergabegerät
hervorrufen für Kinder, die noch menhalten können.
nicht im schulpflichtigen Alter sind. Bild und Schall 2° Die Schallplatte 10 hat in der Mitte ein Loch IQa
werden kombiniert, und zwar als Musik, die auf das für den Zentrierzapfen 17 des Plattenträgers, um sie
Thema oder die Handlung der Praxinoskop-Bilder auf dem Plattenträger zu zentrieren,
bezogen ist. Bei dem Umlauf der Bilder 11 durch Drehen des
bezogen ist. Bei dem Umlauf der Bilder 11 durch Drehen des
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung Plattentellers sind sie auf einer Spiegeltrommel 18
beispielsweise dargestellt. Es zeigt 8^ sichtbar; diese hat einen Boden 19, der auf den mitt-
Fig. 1 eine Draufsicht eines Plattenspielers unter leren, beschrifteten Teil der Schallplatte aufgesetzt
Anwendung der Erfindung, werden kann, so daß er beim Drehen mitgenommen
Fig. 2 eine Vorderansicht nach Fig. 1, wird. Der Boden hat ein Loch 20 für den Zentrier-
Fig. 3 einen senkrechten Teilschnitt der Bildtrom- zapfen 17.
mel und der Schallplatte nach Fig. 1, in größerem 3° Dj6 Spiegeltrommel ist ein vielflächiger Körper mit
Maßstabe, nebeneinander angeordneten Spiegeln 21, deren Um-
Fig. 4 eine Teildraufsicht einer Ausführungsform fangslinien ein Vieleck bilden. Die Anzahl der Spiegel
der Bildtrommel, bei der die Flächen der Spiegel- entspricht der Zahl der Bilder 11 der Schallplatte, so
wandungen in ihren senkrechten Ebenen eben sind, daß bei der richtigen Umlaufsgeschwindigkeit sich ein
Fig. 5 eine Draufsicht wie Fig. 4, mit dem Unter- 35 glatter Bildablauf vollzieht.
schied, daß die Flächen der Spiegelwandungen in ihren Wenn die Spiegeltrommel 18 auf eine Schallplatte
senkrechten Ebenen konkav sind, 10, wie in Fig. 1 dargestellt, aufgesetzt ist und die
Fig. 6 eine Seitenansicht einer Bildtrommel, bei der Trommel gedreht wird, so wird auf die Schallplatte
die Spiegelflächen von unten nach oben schräg aus- fallendes Licht aufgenommen und von den Spiegeln
wärts geneigt sind, 4° 21 auf das Auge des Betrachters reflektiert, wenn die
Fig. 7 eine gleiche Ansicht wie Fig. 6, mit dem einzelnen Spiegel eine Stellung einnehmen, die recht-Unterschied,
daß die Spiegelflächen von unten nach winklig zur Blickrichtung des Beschauers steht,
oben auswärts nach einer Kurve geneigt sind, Bei einem Praxinoskop üblicher Art sind die BiI-
oben auswärts nach einer Kurve geneigt sind, Bei einem Praxinoskop üblicher Art sind die BiI-
Fig. 8 eine Teildraufsicht des mittleren Teiles einer der und die Spiegeltrommel konzentrisch in parallelen
Schallplatte nach der Erfindung, der die vieleckige 45 Ebenen angeordnet, und eine besondere Beleuchtungs-Vertiefung
zur Aufnahme der Bildtrommel und ein einrichtung ist zur Verdeutlichung der Bilder auf der
Paßloch der Bildscheibe zum Festlegen der Stellung Spiegeltrommel erforderlich,
der Bildtrommel zur Bildscheibe zeigt, Es hat sich aber erwiesen, daß einwandfreie Bilder
der Bildtrommel zur Bildscheibe zeigt, Es hat sich aber erwiesen, daß einwandfreie Bilder
Fig. 9 eine verbesserte Ausführungsform der Spie- erhalten werden können, wenn, wie in den Fig. 1 und 2
geltrommel, zum Teil in Ansicht bzw. im Schnitt, 5o dargestellt, die Bilder in einer Ebene liegen, die mit
Fig. 10 einen stark vergrößerten Querschnitt des der Ebene der Spiegel einen großen Winkel bildet,
konvexen oberen Teiles einer Spiegelwandung der d. h. wenn die Bilder in einer waagerechten Ebene He-Trommel
nach Fig. 9, gen, zu der die Spiegel etwa senkrecht stehen. Wenn
Fig. 11 einen ähnlichen Schnitt wie Fig. 10, bei der die Bilder waagerecht liegen, und zwar in einem Zimder
mittlere Teil der Spiegelwandung eben ist, 55 mer mit einer zum Lesen in der Nähe der Schall-
Fig. 12 einen konkaven unteren Teil der Spiegel- platte ausreichenden Beleuchtung, ist eine zusätzliche
wandung, Beleuchtung nicht erforderlich, um die Spiegelbilder
Fig. 13 eine Unteransicht der Spiegeltrommel nach der Bilder der Schallplatte zu betrachten, denn diese
Fig. 9, erscheinen deutlich sichtbar.
Fig. 14 eine Draufsicht einer Bildträgerplatte mit 6o Die Bilder 11 sind spiegelverkehrt und radial angedrei
Bilderreihen und ordnet, und zwar mit dem unteren Teil nach der
Fig. 15 eine Draufsicht einer Bildträgerplatte mit Mitte der Scheibe hin, so daß die Bilder auf den Spiezwei
Reihen größerer Bilder. geln in der natürlichen Stellung erscheinen.
Der Schallplattenspieler nach den Fig. 1 und 2 be- Wenn die darzustellende Handlung sich innersteht
aus einem Gehäuse A mit den üblichen (nicht 65 halb des Bildes selbst vollzieht, wie z. B. bei dem
dargestellten) Antriebsteilen, z. B. Motor, Verstärker lachenden Clown nach Fig. 1, d. h. wenn der Han-
und Lautsprecher, sowie dem Tonabnahmearm B1 delnde als solcher sich nicht bewegt, dann sind auf der
Reglerknöpfen C und Plattenteller D. Platte 11 so viele Bilder wie Spiegel auf der Spiegel-
Der Plattenteller D soll eine Schallplatte 10 unter- trommel vorhanden, und die Bilder 11 liegen radial
stützen, die in kreisförmiger· Anordnung Bilder 11 mit 70 ausgerichtet zu den Spiegeln 21, wenn die Trommel
auf die Platte aufgesetzt wird. Gegebenenfalls kann auch die Platte 10 auf beiden Seiten eine Vertiefung
22 (Tig· 8) mit vieleckiger Umrißlinie haben, um den
Fuß der Spiegeltrommel passend aufzunehmen. Um die Vertiefung 22 im richtigen Winkel zur Papierscheibe
13 auszurichten, hat letztere ein Paßloch 23 für einen Paßstift der Platte.
Wenn es sich bei der Bildwiedergabe um einen Bewegungsvorgang handelt, z. B. von springenden Tieren
oder marschierenden Soldaten, und die Bewegung in der Drehrichtung des Plattenträgers erfolgen soll,
so muß die Zahl der Bilder gleich der Zahl der Spiegel plus Eins sein, so daß bei jedem der Reihe nach erscheinenden
Bild das sich bewegende Objekt der vorderen Kante des Spiegels näher erscheint und allmählieh
von dort verschwindet, wenn ein anderes, ahnliches Bild an der hinteren Kante des Spiegels erscheint.
Wenn der Bewegungsvorgang entgegen der Drehrichtung der Platte erfolgen soll, so muß die Zahl
der Bilder 11 gleich der Zahl der Spiegel minus Eins sein.
" Die Spiegeltrommel 18 kann z. B. aus Metall mit polierten Spiegelflächen hergestellt sein, oder gläserne
Spiegel können an einem entsprechenden Körper befestigt sein. Aus Zweckmäßigkeits- und Ersparnisgründen
ist es aber praktisch, die Trommel 18 als ein Stück aus dunklem plastischem Werkstoff in einer polierten
Form im Vakuum herzustellen und so auf den Wänden 21 eine gute Spiegelwirkung zu erzielen.
Solche Trommeln haben nur geringes Gewicht und sind unzerbrechlich; diese beiden Merkmale sind für
Kinderspielzeug wichtig.
Wenn, wie in Fig. 1 dargestellt, die Spiegel 21 senkrecht auf der Schallplatte stehen, so muß die
Augenhöhe des Beschauers wesentlich oberhalb der Schallplattenebene liegen, um die Bilder auf der Spiegeltrommel
gut zu sehen. Der Plattenteller muß dann für kleine Kinder sehr tief stehen. Um dies zu vermeiden,
kann die Trommel so gestaltet sein, daß die Spiegel schräg nach oben auswärts geneigt sind, wie
in Fig. 6 dargestellt. Die Spiegel 21a sind eben in einer senkrechten Ebene, sind aber radial nach oben
auswärts geneigt. Es hat sich herausgestellt, daß bei einer Neigung der Spiegel von 22,5° zur Senkrechten
aufwärts radial nach außen alle Teile des bewegten Bildes deutlich gesehen, werden, wenn die Augenhöhe
nur etwas oberhalb der Plattenebene liegt. Die zweckmäßigsteAnordnung der Spiegel liegt jedoch zwischen
den beiden Extremen, nämlich bei einer Spiegelneigung von etwa 12° zur Senkrechten, wie in Fig. 9
dargestellt.
Gegebenenfalls kann auch die Trommel, z. B. die Trommel 18 & nach Fig. 7, konkave Spiegelwände
haben, die radial nach oben und auswärts geneigt sind. Die Sehne des durch die Krümmung gebildeten
Bogens ist etwa die gleiche wie bei senkrechter Spiegelanordnung für ebene Spiegel. Wenn die Spiegel in
der angegebenen Weise gekrümmt sind, werden die wiedergegebenen Bilder in, senkrechter Richtung —
vom Beschauer aus gesehen ■—· verlängert.
Die Spiegelflächen 21 können auch in einer waagerechten Ebene konkav gekrümmt sein, wie in Fig. 5
dargestellt, wodurch das gespiegelte Bild in waagerechter Richtung vergrößert wird. Durch Krümmung
der Spiegel in senkrechter und waagerechter Richtung wird das Spiegelbild ohne Verzerrung vergrößert.
Die Bilder 11 können in der Höhe oder in der Breite verkürzt gezeichnet werden, so daß sie bei der Wiedergabe
durch die Spiegeltrommel unverzerrt sind. Da aber die Bilder 11 selbst ein wesentliches Interesse erregen
und bei direkter Betrachtung auch amüsant sind, ist es zweckmäßig, daß die Bilder natürlich und
unverzerrt dargestellt sind.
Durch zweckmäßige Gestaltung der Spiegelflächen kann man ein natürliches Bild erhalten, wie nachstehend
beschrieben wird.
Bei der Scheibe nach Fig. 1 liegen die Bilder in einem einzigen ziemlich schmalen Streifen nahe am
Rand der Scheibe. Nach den Fig. 14 und 15 sind aber die Bilder der Scheiben 24 bzw. 25 in einer Mehrzahl
ringförmiger Bänder angeordnet, die einen breiten, vom Rand 16 nach der Mitte 26 reichenden Streifen
einnehmen. Es, entsteht dadurch das Problem, eine merkbare Verzerrung der reflektierten Bilder zu vermeiden,
insbesondere wenn es sich um stehende oder unbewegte Bilder handelt. Der Grund dafür ist die
Tatsache, daß die Bogenlänge sich mit dem radialen Abstand der segmentförmigen Bildteile vor jeder
Spiegelfläche ändert; die Bogenlänge oder-breite der Bildfläche nimmt vom Mittelteil 26 der Scheibe nach
dem Umfang 16 hin nach außen zu. Die Lösung des Problems wird noch erschwert, wenn die Spiegelflächen
nach oben und radial nach außen geneigt sind, und zwar dadurch, daß die Spiegel im unteren bzw.
oberen Teil verschiedene Breite haben.
Das Problem kann folgendermaßen gelöst werden:
1. durch Verzerrung der Bilder beim Zeichnen zum Ausgleichen der Spiegelbreite,
2. durch Krümmen der spiegelnden Fläche der Spiegel in der Querrichtung zur Erzielung einer Linsenwirkung
und zum optischen Ändern der wirksamen Breite der Spiegel- und Bildsegmente,
3. durch geringes Verzerren der Bilder beim Zeichnen und entsprechende optische Gestaltung der
Spiegelflächen.
Zu 1. Die Breite der Bilder vom Umfang der Scheibe nach innen zur Spiegeltrommel hin muß verringert
werden. Dies ist eine schwierige Aufgabe, die erhebliches künstlerisches Geschick und Einfühlungsvermögen
erfordert. Die Kosten für die Herstellung der Bilder auf diese Weise sind jedoch zu hoch.
Wenn die Bilder der Scheibe bei direkter Betrachtung natürlich erscheinen sollen, ist der obere Teil 27
jedes Spiegels 28 (Fig. 9 bis 12) konvex, wie in Fig. 10 dargestellt, so daß der obere Teil der Bildsegmentfläche
29 (Fig. 14) unmittelbar vor der Spi&- gelfläche optisch zusammengezogen wird. Das untere
Ende 30 des Spiegels wird konkav gestaltet, wie in Fig. 12 dargestellt, so daß der innere Teil 31 der Bildfläche
optisch verbreitert wird. Die Spiegelfläche in einem bestimmten Mittelteil 32 ist eben, wie in Fig. 11
dargestellt, wo weder eine Zusammenziehung noch eine Verbreiterung des vom Mittelteil 33 der Bildfläche
reflektierten Bildes erforderlich ist.
Der konvexe Teil 27 und der konkave Teil 30 des Spiegels sind allmählich von den Enden des Spiegels
nach dem mittleren Teil 32 weniger gekrümmt, so daß die radialen Linien, die die Seiten, des Bildsegmentes
29 bilden, optisch im wesentlichen parallel gebracht werden, wenn sie auf dem Spiegel reflektiert werden.
Diese Anordnung ermöglicht nicht nur eine Herstellung der Bilder in natürlicher Gestalt, sondern sie
gewährleistet auch, daß jedes wieder auftretende Spiegelbild bei seinem Erscheinen auf den Spiegeln
in die Augen des Beschauers fällt, wenn der Spiegel senkrecht zur Blickrichtung des Beschauers steht.
Wie bereits ausgeführt, kann die Verzerrung des reflektiertenBildes vermieden werden, und zwar durch
Ändern des Bildes auf optischem Wege sowie Verzerren des zu reflektierenden Bildes. Dies kann zweck-
mäßig sein, wenn aus Ersparnisgründen ein Spiegel verwendet wird, der in seiner ganzen Länge einfach
konvex ist. Dadurch verringert man das Maß, um das das Bild verzerrt werden müßte, besonders im äußeren
Teil der Scheibe, obwohl das der Mitte der Scheibe näher liegende Bild mit stärkerer Verzerrung gezeichnet
werden müßte.
Gewöhnlich wird die Spiegeltrommel auf die Bildscheibe derart aufgesetzt, daß die vertikale Mittel- ·
linie eines Spiegels und die radiale Mittellinie der Bildgruppe im wesentlichen zusammenfallen. Dies ist
besonders zweckmäßig, wenn stehende oder Bilder ohne Vorwärtsbewegung zu sehen sind. Dieses Zusammenfallen
ist indessen nicht nötig, sobald zur Darstellung einer Vorwärtsbewegung einer in den Bildern
dargestellten Person des Bildes eine größere (bzw. kleinere) Anzahl von Bildgruppen, als Spiegel auf der
Spiegeltrommel vorhanden sind, vorgesehen ist.
Es ist zu beachten, daß die Schallaufzeichnung gewöhnlich dem Bildmaterial angepaßt ist und daß die
Handlung auf dem Bild synchron mit dem Rhythmus der Begleitmusik verläuft. Deshalb werden einer oder
mehrere Bewegungskreisläufe bei jeder Umdrehung der Schallplatte ausgeführt. Wenn die Schallaufzeichnung
richtig erfolgt und die Bilder richtig gezeichnet sind, kann der gewünschte Synchronismus nicht gestört
werden.
Die Bilder auf den Scheiben können sich natürlich auf ein beliebiges Subjekt beziehen. Wie z. B. in
Fig. 14 dargestellt, sind drei Bildreihen oder -streifen 34, 35 und 36 mit radialem Abstand vorhanden, während
nach Fig. 15 nur zwei Bildreihen oder -streifen 37 und 38 dargestellt sind.
Wenn das Subjekt eines Bildes oder einer Szene in der Drehrichtung der Scheibe wandern soll, so wird
die Zahl der Bilder um Eins oder mehr größer sein als die Zahl der Spiegel. Zum Beispiel sind nach
Fig. 14 siebzehn Bilder 36 auf dem inneren Teil 31 für eine Trommel mit sechzehn Spiegeln vorhanden.
Wenn das Bild stehen soll, d. h. weder vorwärts noch rückwärts wandern soll, und zwar in bezug auf die
Drehrichtung der Scheibe, so ist die Zahl der Bilder und der Spiegel die gleiche, wie es auch für den Mittelteil
33 nach Fig. 14 gilt. Dort sind sechzehn Bilder 35 vorhanden, d. h. eines für, jeden Spiegel. Wenn
die Bewegung entgegen der Drehrichtung der Scheibe wandernd gezeigt werden soll, so wird die Zahl der
Bilder um Eins oder mehr kleiner als die Zahl der Spiegel auf der Spiegeltrommel gewählt.
Die fortschreitende Bewegung der Bilder kann dadurch verlangsamt werden, daß etwa die doppelte Anzahl
von Bildern gegenüber der Zahl der Spiegel vorgesehen wird. Zum Beispiel sind nach Fig. 14 im
äußeren Teil 29 einunddreißig Bilder 34 paarweise für die sechzehn Spiegel vorhanden, und die Bewegung ist
auf die halbe Geschwindigkeit herabgesetzt. Da die Zahl der Bilder um Eins weniger ist als die doppelte
Zahl der Spiegel, erfolgt die Bewegung der Figuren entgegen der Drehrichtung der Scheibe. Wenn vierunddreißig
Bilder 34 vorhanden wären, so würde die fortschreitende Bewegung in der Drehrichtung der
Scheibe erfolgen, und die Figuren der Bilder 34 wurden so gezeichnet werden, daß sie nach der entgegengesetzten
Richtung schauen, um natürlich zu wirken.
Gelegentlich können auch noch andere Objekte in einem Bildstreifen dargestellt werden, wie z. B. ein
Schmetterling der Bilder 39 im äußeren Teil 29 der Fig. 15. Eine beliebige Anzahl solcher gelegentlicher
Bilder kann vorgesehen werden, und sie brauchen nicht auf jedem Spiegel reflektiert zu werden. Zum
Beispiel ergeben die Bilder 39 des Schmetterlings die Vorstellung, daß der Schmetterling in die Szene hinein-
und aus ihr herausfliegt. Eine ähnliche Wirkung wird im Mittelteil 33 von Fig. 14 hervorgerufen, wo
die Bilder 40 eines Balles in den aufeinanderfolgenden Bildsegmenten einen derartigen Abstand haben, daß
es aussieht, als ob der Ball von dem einen Bär in der Reihe einem anderen zugestoßen wird. Es sind achtzehn
Bilder 40 des Balles vorhanden, und es sieht aus, als ob der Ball über den Kopf des einen Bären
hinweg in der Drehrichtung der Scheibe fliegt.
Ferner können, wie in Fig. 15 dargestellt, andere Bilder, z. B. die Bilder 41 eines Vogelkopfes, zwischen
den Bildreihen angeordnet sein, und zwar in gleicher Anzahl wie die Spiegel, so daß der Kopf keine fortschreitende
Bewegung auszuführen scheint, sondern sich nur seitlich bewegt.
Die Spiegeltrommel kann so, wie in den Fig. 2 und 3 dargestellt, hergestellt werden, so daß die Spiegel
unten direkt auf der Bild-Schallplatte aufliegen oder wie nach Fig. 9 einen Abstand von der Platte
haben. Nach Fig. 9 ist die aus plastischem Werkstoff hergestellte Trommel 42 auf einem Hohlzylinder 43
aus Blech befestigt, dessen Boden 44 auf dem Plattenteller aufsteht und bei 45 ein Loch für den Zentrierzapfen
17 des Plattentellers hat. Der Zylinder 43 umschließt an seinem oberen Ende einen Flausch 46 der
Trommel 42, während ein Flausch 47 des Zylinders sich gegen den Boden 48 der Trommel legt. Lappen
49 des Zylinders greifen in Ausnehmungen des Bodens 48 und sind zur Verbindung des Zylinders und
der Trommel umgebogen. Das obere offene Ende 50 der Trommel 42 ist mit einem Zierdeckel 51 aus Blech
abgedeckt. Sein unteres Ende greift über einen Flausch 52 der Trommel, und ein Kropf 53 dient zum
Aufsetzen oder zum Abnehmen der Trommel von der Schallplatte.
Claims (8)
1. Praxinoskop mit Drehteller, scheibenförmigen Bildträgern und einer mittig auf die Bildträgerscheiben
aufstellbaren vieleckigen Säule, an deren Außenflächen Spiegel vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Bilder in einer
senkrecht zur Säulenlängsachse verlaufenden Ebene auf den Bildträgern angebracht sind.
2. Praxinoskop nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Säule mitsamt den Spiegeln
sich nach unten verjüngt.
3. Praxinoskop nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Spiegel Konkavspiegel
dienen.
4. Praxinoskop nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Spiegel Konvexspiegel
Verwendung finden.
5. Praxinoskop nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Spiegel ein
oberes, konvexes, ein mittiges, ebenes und ein unteres, konkaves Teilstück umfaßt, wobei die Teilstücke
an den Anschlußstellen ineinander, übergehen.
6. Praxinoskop nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine die Anzahl der Ecken
der Spiegelsäule um Eins über- oder unterschreitende Zahl von Bildern auf dem Bildträger.
7. Praxinoskop nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildträgerscheiben mit
Schallaufzeichnungsrillen versehen und an sich bekannte Mittel zur Abnahme und Wiedergabe des
Schalles vorgesehen sind.
8. Praxinoskop nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildträgerscheiben auf der
die Bilder enthaltenden Oberfläche mit einer die Bilder überdeckenden, durchsichtigen, vorzugsweise
aus Kunststoff bestehenden Schicht versehen sind, in welcher sich die Schallrillen befinden.
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In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 2937, 117 025,
124932, 594531;
britische Patentschriften Nr. 239 564, 484799;
USA.-Patentschriften Nr. 1658 030, 2203 437, 433.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM31385A DE1084569B (de) | 1956-08-11 | 1956-08-11 | Praxinoskop |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM31385A DE1084569B (de) | 1956-08-11 | 1956-08-11 | Praxinoskop |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1084569B true DE1084569B (de) | 1960-06-30 |
Family
ID=7301220
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM31385A Pending DE1084569B (de) | 1956-08-11 | 1956-08-11 | Praxinoskop |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1084569B (de) |
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