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Förderer für den Untertagebergbau Zusatz zur Patentanmeldung H 31525
VI/ 5 d (Auslegeschrift 1 067 755) Die Hauptpatentanmeldung geht aus von einem Förderer
für den Untertagebergbau, bei dem eine Anzahl von muldenförmigen, einander an den
Enden überlappenden Tragblechen durch einen oder zwei Kettenstränge zu einem Bandabschnitt
von geringerer Länge als der Förderlänge verbunden sind und der Bandabschnitt mittels
Laufrollen auf den Schienen eines Bandtraggestells zwischen einer Belade- und Entladestelle
hin und her verfahrbar ist. An den beiden Enden des Bandabschnitts sind Seilstränge
befestigt, die durch Umführungsrollen an den Enden des Bandtraggestells umgelenkt,
unter dem Band abschnitt zurückgeführt und zu einem einzigen Seilzug vereinigt sind.
Dieser Seilzug bildet mit der bzw. den Ketten des Bandabschnitts zusammen ein endloses
Zugorgan des Förderers, das nur einen einzigen Antrieb benötigt. Um einen solchen
Förderer auch bei veränderlicher Förderlänge benutzen zu können, ist gemäß dem Erfindungsgedanken
der Hauptpatentanmeldung an dem Bandabschnitt eine mit ihm zusammen verfahrbare
Vorrichtung angeordnet, die sowohl einen Seilvorrat zur Verlängerung des Zugseiles
enthält, als auch die Verkürzung des Zugseiles ermöglicht. Dadurch wird es möglich,
den Förderer der Hauptpatentanmeldung bei den verschiedensten Förderlängen und entsprechend
verschiedenen Seillängen zu verwenden und Vergrößerungen der Förderlänge durch Entnahme
von Seil in der benötigten Länge aus dem Seilvorrat in sehr einfacher Weise durchzuführen.
Ein solcher Förderer erfordert außerdem nur mäßige Herstellungskosten und ist daher
sehr wirtschaftlich verwendbar. Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Hauptpatentanmeldung
kann die den Seilvorrat aufnehmende Vorrichtung aus einer feststellbaren Trommel
bestehen, die die Verlängerung des Zugseiles durch Abwickeln der benötigten Seillänge
und die Verkürzung des Zugseiles durch Aufwickeln nicht benötigter Seillänge ermöglicht.
Wenn diese Trommel z. B. an einem Ende des Bandabschnitts angeordnet ist, dann verhindert
sie jedoch die ,umlenkung des mit ihr versehenen Bandabschnittsendes an der Entladestelle
aus dem Obertrum in das Untertrum (eine solche Umlenkung wäre nämlich wegen der
Größe der Trommel, die in der Regel einen Seilvorrat von mehreren hundert Metern
aufgewickelt enthalten muß, praktisch nicht durchführbar). Ist die Trommel jedoch
in der Mitte des Bandabschnitts angeordnet, dann kann (da sie sich auch bei dieser
Anordnung an der Entladestelle nicht umlenken läßt) lediglich die der Entladestelle
zugekehrte Hälfte des Bandabschnitts mit Schüttgut beladen werden, während die andere
Bandabschnittshälfte nur für den Materialtransport herangezogen werden kann.
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Die Erfindung bezweckt, einen Förderer nach der Hauptpatentanmeldung
zu verbessern. Erfindungsgemäß ist der Seilvorrat auf der Unterseite des Bandabschnitts
in einer flachen Lage oder in so geringer Anzahl von flachen Lagen übereinander
angeordnet, daß er die Umlenkung des gesamten Bandabschnitts aus dem Obertrum in
das Untertrum an den Umlenkstellen des Förderers nicht behindert. Diese Weiterbildung
des Erfindungsgedankens der Hauptpatentanmeldung ermöglicht es, den Bandabschnitt
an der Entladestelle, wo in der Regel durch Abwerfen über Kopf entladen wird, in
seiner gesamten Länge in das Untertrum überzuführen und dadurch restlos zu entladen.
Durch entsprechende Uberführung des Bandabschnitts in das Untertrum auch an der
Beladestelle kann die Länge des Bandtraggestells in häufig sehr erwünschter Weise
beträchtlich verringert werden (bei 100 m Bandabschnittslänge um fast 100 m).
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Außerdem ergibt diese Anordnung des Seilvorrats den Vorteil der gleichmäßigeren
Belastung des Bandabschnitts und seiner Laufrollen.
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Der erfindungsgemäße Förderer ist vorzugsweise so ausgebildet, daß
der Seilvorrat durch in der Längsrichtung des Bandabsclmitts in einer Lage parallel
nebeneinander angeordnete und angenähert die Länge des Bandabschnitts oder einen
Teil dieser Länge aufweisende Seilstränge gebildet wird, wobei die einzelnen Stränge
naturgemäß mittels Schlaufen ineinander übergehen. In diesem Falle empfiehlt es
sich ferner, an einem Ende des Seilvorrats (bzw. des Bandabschnitts) die nebeneinanderliegenden
Seilstränge mittels in etwa senkrechter Ebene verlatifender Schlaufen ineinander
übergehen zu lassen und durch diese Schlaufen einen an einer Tragplatte des
Förderers
längsverschiebbaren und festlegbaren Bolzen hindurchzustecken; dann kann nämlich
die Verlängerung des Zugseiles in einfacher Weise dadurch vorgenommen werden, daß
nach einer Längsverschiebung des Bolzens eine oder mehrere Schlaufen von dem Bolzen
abgezogen und mit den durch sie verbundenen Seilsträngen aus dem Seilvorrat herausgezogen
und in das Zugseil übergeführt werden.
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Die Stränge des Seilvorrats werden zweckmäßig durch sie unterstützende,
mit den Laufrollengliedern des Bandabschnitts verbundene Flacheisen getragen (solche
Laufrollenglieder werden üblicherweise in Abständen von 1 bis 2 m bei Gliederförderbändern
und demgemäß auch bei dem Bandabschnitt des erfindungsgemäßen Förderers vorgesehen).
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen
Förderers in einer Strecke des Untertagebergbaus, Fig. 2 die dazugehörige Draufsicht,
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Bandabschnitt dieses Förderers in größerem Maßstab
und Fig. 4 eine unterbrochene Draufsicht auf den Bandabschnitt der Fig. 3.
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Der dargestellte Förderer soll Schüttgut, insbesondere Versatzgut,
von einer aus einer Aufgabeschurre 1 bestehenden Beladestelle in einer Strecke 2
zu einer Entladestelle3, insbesondere - bei Flözen von steiler Lagerung - der Abwurfstelle
für das Versatzgut transportieren. Zwischen der Beladestelle 1 und der Entladestelle
3 ist ein geschlossenes Bandtraggestell 4 auf dem Liegenden 5 verlegt oder in an
sich bekannter Weise an dem nicht dargestellten Ausbau der Strecke 2 aufgehängt.
Das Bandtraggestell setzt sich zusammen aus Schüssen von aus U-Eisen oder Winkeleisen
bestehenden, paarweise angeordneten Laufschienen 6, die auf Tragböcken 7 gelagert
sind. An der Entladestelle 3 weist das Bandtraggestell eine Umkehrstation 8 für
das Förderband bzw. den Bandabschnitt auf. Eine entsprechende Umkehrstation 9 befindet
sich unter der Aufgabeschurre 1 für das Versatzgut. Auf bzw. in den Lauf- und Führungsschienen
6 laufen die paarweise angeordneten Rollen 10 des Bandabschnitts 11, der aus einer
Anzahl hintereinander angeordneter muldenförmiger, einander an den Enden überlappender
Tragplatten 12 und den diese gelenkig miteinander verbindenden beiden Doppellaschenketten
13 besteht.
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Der Bandabschnitt 11 befindet sich in der Darstellung der Fig. 1
und 2 (in nicht unterbrochenen Linien gezeichnet) auf dem rechtsseitigen Ende des
Bandtraggestells 4. Nach der Einschaltung des Antriebs läuft er in Förderrichtung
14 unter der Aufgabeschurre 1 entlang und wird dabei beladen. An dem Ende 15 des
Bandabschnitts 11, das zweckmäßigerweise von einem Laufrollenglied 34 des Bandabschnitts
gebildet wird, ist mittels der in Fig. 4 dargestellten Klemmbacken 18 ein Ende des
Antriebsseiles 16 angeschlagen bzw. befestigt, das über die Rolle 17 in der Umkehrstation
8 herumgeführt ist und einem Antrieb zuläuft, der aus zwei nebeneinanderliegenden
Seilscheiben 20 und zwei diesen gegenüberliegenden Spannscheiben 21 besteht. Die
Seilscheiben 20 sind auf einer Welle 22 aufgekeilt und werden von dem Motor 23 über
eine Kupplung24, ein Getriebe 25 und die weitere Kupplung 26 angetrieben.
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Das auf die Antriebsscheiben 20 auflaufende Seil wird mittels der
durch die Gewindespindeln 28 verstellbaren Spaunscheiben 21 gespannt. Das von dem
Antrieb
ablaufende Seiltrum ist mit dem anderen, zweckmäßig ebenfalls durch ein Laufrollenglied
34 gebildeten Ende 30 des Bandabschnitts 11 mittels der Klemmbacken 18 kraftschlüssig
verbunden (vgl.
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Fig. 4) und geht dann in den nachstehend geschilderten Seilvorrat
auf der Unterseite des Bandabschnitts über; die Klemmbacken 18 bewirken, daß Zugkräfte
vom Seil 16 unmittelbar auf den Bandabschnitt übertragen werden, also nicht in diesen
Seilvorrat eingeleitet werden können. Bei der Umlenkung des Bandabschnitts in der
Umkehrstation 9 (wenn also der Bandabschnitt unter der Beladestelle 1 entlangläuft
und, mit Fördergut beladen, sich in Richtung 14 auf die Entladestelle 3 hin bewegt)
wird der an dem Bandabschnittsende 30 festgeklemmte Seilstrang durch die Umführungsrolle31
am rechtsseitigen Ende des Bandtraggestells 4 umgelenkt.
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Auf der Unterseite des Bandabschnitts ist in der aus Fig. 3 und 4
ersichtlichen Weise ein Seilvorrat angeordnet. Von den Klemmbacken 18 des Bandabschnittsendes
30 aus verläuft ein Seilstrang 36 von der Länge etwa des Bandabschnitts in Förderrichtung
und geht an dem anderen Bandabschnittsende 15 mittels einer in etwa senkrechter
Ebene angeordneter Seilschlaufe 37 in den parallel zu dem Strang 36 und unmittelbar
neben diesem verlaufenden Strang 38 über, der sich an dem Bandabschnittsende 30
mittels einer in waagerechter Ebene angeordneten Schlaufe 39 in den in Förderrichtung
verlaufenden Seilstrang 40 fortsetzt. Dieser wiederum geht an dem Bandabschnitts
ende 15 mittels einer etwa senkrechten Schlaufe 41 in den parallel zum Strang 40
und unmittelbar neben diesem verlaufenden Seilstrang 42 über, der durch die waagerechte
Schlaufe43 in den parallel zum Strang 38 verlaufenden Seilstrang 44 übergeführt
wird, usw. Auf diese Weise gelingt es, wie in Fig.3 und 4 angedeutet, ohne weiteres
beispielsweise zwanzig Seilstränge von in Betracht kommender Stärke (z. 13. etwa
6 mm) in einer Lage auf der Unterseite des Bandabschnitts anzuordnen und dadurch
bei einer angenommenen Bandabschnittslänge von 100 m etwa 2000 m Seil im Vorrat
zu halten, wodurch eine Verlängerung der ursprünglichen Förderlänge um etwa 1000
m ermöglicht wird.
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Durch die in etwa senkrechter Ebene verlaufenden Schlaufen 37, 41
usw. am Bandabschnittsende 15 ist ein an einer Tragplatte des Förderers längsverschiebbar
gelagerter Bolzen 48 hindurchgesteckt. Wenn man diesen Bolzen in Richtung des Pfeiles
49 (vgl. Fig. 4) um ein geringes Maß verschiebt, dann kann man z. B. die äußerste
Schlaufe 37 von dem Bolzen abziehen und die durch diese Schlaufe verbundenen Seilstränge
36 und 38 nach vorangegangener Lösung der Klemmbacken 18 am Bandabschnittsende 15
aus dem Seilvorrat herausziehen und das Zugseil 16 dadurch um die Länge dieser Stränge
verlängern.
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Da der Bandabschnitt 11 in der Regel eine beträchtliche Länge aufweist
(z. B. 40 bis 100 m und mehr), ist es erforderlich, die Seilstränge durch geeignete,
über die Länge des Bandabschnitts verteilte Verbindungselemente mit diesem zu verbinden.
Dies geschieht vorzugsweise durch die Seilstränge auf ihrer Unterseite umterstützende
Flacheisen 50, die mit den Laufrollengliedern 34 verbunden sind (vgl.
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Fig. 3). Durch ein die Seilstränge übergreifendes bügelförmiges Flacheisen
51 wird zweckmäßigerweise verhindert, daß das Seil aus dem Seilvorrat beim Fördervorgang
zwischen die sich gegeneinander abwinkelnden Tragplatten gelangt und dabei unter
Umständen beschädigt wird.
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Die Anordnung des Seilvorrats in einer einzigen Lage, wie in Fig.
3 und 4 dargestellt, ermöglicht es ohne weiteres, den Bandabschnitt 11 an den Umlenkstellen
8 und 9 aus dem Obertrum in das Untertrum überzuführen, ohne daß der dabei notwendigen
Abwinklung der Tragbleche gegeneinander durch die verhältnismäßig geringe Seilsteifigkeit
Hindernisse entgegengesetzt würden. Auch das Gewicht des Seilvorrats behindert die
Umlenkung des Bandabschnitts nicht, weil es sich über dessen gesamte Länge verteilt.
Wenn in einem besonderen Falle jedoch der Bandabsclnitt eine verhältnismäßig geringe
Länge aufweist, so daß es nicht möglich ist, einen beträchtlichen Seilvorrat in
einer einzigen Lage anzuordnen, so kann man den Seilvorrat auch in mehreren Lagen
übereinander unterbringen, sofern deren Anzahl so gewählt wird, daß die erhöhte
Seilsteifigkeit das Überführen des Bandabschnitts aus dem Obertrum m das Untertrum
noch zuläßt.
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Es ist natürlich möglich, die Seilstränge und die sie verbindenden
Schlaufen des Seilvorrats in anderer Weise anzuordnen, als dies in Fig. 4 dargestellt
ist.
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PATENTANSPROCHE: 1. Förderer für den Untertagebergbau, bei dem eine
Anzahl von Tragplatten zu einem Bandabschnitt von geringerer Länge als der Förderlänge
verbunden sind, der auf den Schienen eines Bandtraggestells zwischen einer Belade-
und einer Entladestelle hin und her verfahrbar und durch einen an seinen Enden befestigten,
ange-
triebenen Seilzug mit einer mit dem Bandabschnitt verfahrbaren Seilspeichervorrichtung
zu einem Förderer mit endlosem Zugorgan und änderbarer Tragbandabschnittslänge verbunden
ist, nach Patentanmeldung H 31525 VI/5 d, dadurch gekennzeichnet, daß der Seilvorrat
auf der Unterseite des Bandabschnitts (11) in einer oder mehreren flachen Lagen
übereinander derart angeordnet ist, daß die Umlenkung des gesamten Bandabschnitts
aus dem Obertrum in das Untertrum an den Umlenkstellen (8, 9) des Förderers nicht
behindert wird.