DE1083241B - Verfahren zur Gewinnung feinzerteilter Kieselsaeure - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung feinzerteilter KieselsaeureInfo
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Description
DEUTSCHES
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Stabilisierung von Kieselsäure, die sich als Verstärkungsfüllstoff
für Kautschuk und für andere Zwecke eignet.
In der Patentanmeldung C 6515 IVa/12i ist ein Verfahren
zur Ausfällung feinverteilter Kieselsäure vorgeschlagen, bei dem ein Ansäuerungsmittel, wie Kohlendioxyd,
mit geregelter Geschwindigkeit einer wäßrigen Lösung eines Alkalimetallsilicates zugegeben wird. Es
wurde gefunden, daß ein gelatineartiger Stoff entsteht, wenn das Ansäuerungsmittel der Alkalisilicatlösung zu
schnell zugefügt wird. Die so hergestellte Kieselsäure ist als Kautschukverstärkungsfüllstoff nicht geeignet. Andererseits
wird das Fällprodukt zu grob für die Verwendung bei Kautschuk, wenn die Geschwindigkeit, mit der das
Ansäuerungsmittel zugefügt wird, zu gering ist. Häufig ist dieses Produkt auch zu grob für andere Zwecke.
Es wurde gefunden, daß, um die zu einer Kautschukverstärkung
verlangten Eigenschaften zu erzielen, es wesentlich ist, daß die Kieselsäure unter Bedingungen
gefällt wird, bei denen die ausgefällte Kieselsäure eine durchschnittliche letzte Teilchengröße von weniger als
0,1 μ, vorzugsweise etwa 0,01 bis 0,05 μ, besitzt. Hierbei
ist es zweckmäßig, die Teilchengröße und die Eigenschaften des Füllstoffs zu seiner Oberfläche in Beziehung zu
setzen, wie sie durch eine Stickstoffabsorption bestimmt wird. Als allgemeine Regel kann gesagt werden, daß
Kieselsäure, die eine Oberfläche zwischen 50 und 200 m2/g
und eine durchschnittliche letzte Teilchengröße von 0,015 bis 0,05 μ besitzt, als Kautschukverstärkungsfüllstoff
geeignet ist. Eine Kieselsäure mit einer Oberfläche zwischen 10 und 15 m2/g und einer durchschnittlichen letzten
Teilchengröße zwischen 0,05 und 0,1 μ oder sogar 0,2 μ eignet sich als Papierfüllstoff. Die hier vorzugsweise
hervorgehobene Oberfläche ist eine solche, bei welcher der pH-Wert der Aufschlämmung der ausgefällten Kieselsäure
auf 7 eingestellt, die Kieselsäure gewonnen und bei etwa 105° C getrocknet und die Oberfläche des erhaltenen
Trockenproduktes gemessen wird.
Diese Füllstoffe können, wie in der Patentanmeldung C 6515 IVa/12i vorgeschlagen, so hergestellt werden, daß
man das Ansäuerungsmittel der Natriumsilicat- oder ähnlichen Alkalimetallsilicatlösung mit einer bestimmten
Geschwindigkeit zusetzt.
Auch nachdem die Kieselsäure mit angemessener Teilchengröße und Oberfläche ausgefällt worden ist, hat der
pH-Wert der Kieselsäureschlämmung, aus dem die Kieselsäure
endgültig gewonnen wird, einen wesentlichen Einfluß auf die Oberfläche des Produktes. Wenn also die
Kieselsäure nach der Ausfällung auf einen pn-Wert von 2 gebracht wird, so erhöht sich die Oberfläche erheblich,
und der nach der Filtrierung und Trocknung eines solchen Produktes gewonnene Füllstoff ist im allgemeinen als
Kautschukverstärkungsfüllstoff minderwertig.
In der Patentanmeldung C 14314 IVa/12i (deutsche Verfahren zur Gewinnung
feinzerteilter Kieselsäure
feinzerteilter Kieselsäure
Zusatz zur Patentanmeldung C 14314 IVa/12 i
(Auslegeschrift 1 076 650)
(Auslegeschrift 1 076 650)
Anmelder:
Columbia-Southern Chemical Corporation, Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Beil und A. Hoeppener, Rechtsanwälte,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 3. September 1957
V. St. v. Amerika vom 3. September 1957
Fred S. Thomhill, Akron, Ohio (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Auslegeschrift 1 076 650) ist vorgeschlagen worden, daß Kieselsäure gegen einen wechselnden ρπ-Wert stabilisiert
werden kann, indem sie der Einwirkung eines wäßrigen Mediums unterworfen wird, wobei der ρπ-Wert der Kieselsäure
nicht weniger als etwa 5 und die Temperatur mindestens 60° C beträgt. Wenn die Kieselsäure auf diese
Weise durch Wärme behandelt oder konditioniert worden ist, weist sie eine wesentlich geringere Neigung auf, nach
Säurezugabe selbst bis zu einem pH-Wert von 2 oder weniger, die Oberfläche zu verändern. Selbst wenn bei
Zugabe von Säure zu einer Kieselsäure, die, wie beschrieben, stabilisiert worden ist, eine geringe Oberflächenvergrößening
stattfinden sollte, so beeinflußt diese Veränderung die Kautschukverstärkungseigenschaften des Füllstoffs
nicht nachteilig und ist verhältnismäßig gering, verglichen mit den großen Veränderungen, die stattfinden,
wenn keine Wärmebehandlung stattgefunden hat.
Die für diese Wärmebehandlung erforderliche Zeit hängt von der Temperatur ab, bei der sie durchgeführt
wird, und auch etwas von der Temperatur, bei der die Kieselsäure vorher ausgefällt worden ist. Wenn die
Temperatur niedrig ist, so ist die Behandlungszeit lang, ist sie hoch, so sind verhältnismäßig kürzere Zeiten ausreichend.
Eine Wärmebehandlung der Kieselsäure bei Temperaturen zwischen 50 und 75° C kann z. B. 10 bis
20 Stunden oder mehr erfordern, während die Behandlungszeit etwas kürzer, etwa 5 Stunden ist, wenn die
009 530/491
Claims (1)
- 3 4Temperatur der Wärmebehandlung zwischen 70 und Menge (weniger als 0,08 °/0), wie sie gewöhnlich in handels-80° C liegt. Eine wirksame Wärmebehandlungstemperatur mäßigem Natriumsilicat vorhanden ist.liegt bei 80 bis 100° C und darüber, und bei einer solchen Die Lösung wird auf einer Temperatur von 73 ± 3° CTemperatur ist eine Wärmebehandlungszeit von min- gehalten. 40°/σ CO2-haltiges Kohlendioxydgas (der Restdestens 30 Minuten bis 2 Stunden ausreichend. 5 in Stickstoff und Luft) wird bei einer Gastemperatur vonEs wurde nun gefunden, daß bei Wärmebehandlungs- 46 bis 63° C bei einer Geschwindigkeit von 1881/Sek.temperaturen oberhalb 100° C, z. B. 120 bis 300° C, die (gemessen bei einem Druck von 760 mm und 0° C) in dieWärmebehandlung beträchtlich kürzer als 30 Minuten Lösung eingeleitet. Das Gas wird direkt unterhalb einersein kann. Es ist-in der Tat in einem solchen Fall zweck- Turborührvorrichtung so eingeführt, daß eine einheitlichemäßig, auf eine Erwärmungszeit von weniger als 30 Mi- io Verteilung des Gases erreicht wird, wobei das Gemischnuten zurückzugehen, da die Teilchengröße der Kiesel- kräftig gerührt wird. Die Kohlendioxydeinleitung wirdsäure leicht übermäßig anwächst, wenn die Kieselsäure- bei der gleichen Geschwindigkeit 4 Stunden fortgesetzt;schlämmung längere Zeit mehr als 30 Minuten auf eine nach dieser Zeit sind etwa 120 bis 140% der theoretischenTemperatur von mehr als 120° C erhitzt wird. So wurde CO2-Menge eingeleitet.gefunden, daß die Kieselsäure wirksam gegen eine wesent- 15 Eine Anzahl kleiner Teile dieser Aufschlämmung mitliehe Veränderung der Oberfläche bei Zufügung von Säure einem pH-Wert von etwa 10 wird 2 Minuten bis etwastabilisiert werden kann, wenn die Kieselsäure der Ein- 4 Stunden in einem mit einem Dampfmantel versehenenwirkung eines wäßrigen Mediums bei einem pH-Wert von Rohr auf 100, 140 und 160° C erhitzt. Die Oberflächenicht weniger als S und einer Temperatur von mehr als jedes dieser Produkte wurde gemessen, einmal, bevor die100° C, vorzugsweise zwischen 120 und 300° C, so lange ao Anteile der behandelten Aufschlämmung auf einen pn-unterworfen wird, bis die Oberfläche des Produktes Wert von 4 abgestellt waren, und einmal anschließend,stabilisiert ist, mindestens eine halbe Minute, aber nicht Es wurde gefunden, daß eine Hitzebehandlung bei 160° Clänger als etwa 25 Minuten. während 2 Minuten eine Stabilisierung gegen eine Ober-Nach dieser Behandlung wird die ausgefällte Kiesel- flächenveränderung ergibt, die gleich der ist, die durchsäure gegebenenfalls mit Säuren, wie Essigsäure, Salpeter- 25 256 Minuten langes Erhitzen auf 100° C erhalten wird,säure, Salzsäure, Schwefelsäure, einer ähnlichen Mineral- Eine 16 Minuten andauernde Hitzebehandlung bei 140° Csäure oder einer anderen Säure, extrahiert, um rück- ergibt eine Stabilisierung gegen eine Obernachenverände-ständiges Alkalimetalloxyd (wie Na2O) zu entfernen. rung, die der gleich ist, wie sie durch 128 Minuten langesDieses Alkalimetalloxyd oder Na2O liegt in Kombination Erhitzen auf 100° C erhalten wird,mit der Kieselsäure anwesend und stellt gewöhnlich eine 30 Ein Erhitzen auf Temperaturen oberhalb 160° C, z. B.Na20-Menge des Natriumsilicates Na2O(SiO2),,. (wobei χ 200° C, zeigt im wesentlichen gleiche Ergebnisse.2 bis 4 bedeutet), dar, die nicht mit der Kieselsäure aus Eine so hergestellte Kieselsäure wurde stabilisiert,der chemischen Kombination neutralisiert oder entfernt indem sie nach Einstellung des pn-Wertes der Aufschläm-worden ist. Nach dieser Behandlung wird die Kieselsäure mung auf 4 während vier Minuten auf 160° C erhitztdurch geeignete Mittel, wie Absetzenlassen oder Filtrieren, 35 wurde. Das so stabilisierte Material besaß eine Oberflächegewonnen. von 145 m2/g. Ein anderer Teil, der 16 Minuten auf 16O0CDas hier beschriebene Verfahren ist besonders vorteil- erhitzt war, besaß eine Oberfläche von 177 m2/g.
haft, da mit einfachen Mitteln gearbeitet werden kann, Diese beiden Produkte ergaben bei einer Einarbeitung um das Alkalimetalloxyd oder das Alkalimetall aus der in GR-S-Kautschuk einen Kautschuk mit einer Zerreißausgefällten Kieselsäure zu entfernen, ohne den ausge- 40 festigkeit von 217 kg/cm2 oder besser,
fällten Füllstoff nachteilig zu beeinflussen. Bei einer auf Der erfindungsgemäß zu stabilisierende kieselsäurediese Weise gewonnenen Kieselsäure erhöht sich im Laufe haltige Füllstoff kann nach verschiedenen Verfahren der Alkalientfernung die Oberfläche nicht wesentlich. hergestellt werden. Ein besonders vorteilhaftes VerfahrenDie Teilchengröße der erhaltenen Kieselsäure liegt ist in der deutschen Auslegeschrift 1 049 834 vorgeschla-innerhalb des bereits definierten Bereiches, die Ober- 45 gen. Der Füllstoff wird nach seiner Ausfällung und vorflächengröße liegt zwischen etwa 10 und 200 m2/g und, der Trocknung auf einen wasserfreien Zustand in einemwenn ein Kautschukverstärkungsfüllstoff hergestellt wäßrigen Medium bei einem pn-Wert von etwa 5 oderwerden soll, gewöhnlich zwischen 70 und 200 m2/g. mehr, weniger als 30 Minuten, vorzugsweise weniger alsDie Wärmebehandlung wird auf jede geeignete Weise 20 bis 25 Minuten, bei über 100° C behandelt,durchgeführt. Liegt die Behandlungstemperatur oberhalb 50 ,-,100° C, so wird die Kieselsäure in einer wäßrigen Auf- = Patentansprüche:schlämmung der Behandlung in einem Autoklav oder 1. Abänderung des Verfahrens zur Gewinnung fein-einem anderen Druckgefäß unterworfen, damit die Be- zerteilter Kieselsäure gemäß Patentanmeldung C14314handlung bei überatmosphärischem Druck durchgeführt IVa/12 i (deutsche Auslegeschrift 1076650), dadurchwerden kann. Um eine übermäßige Verringerung der 55 gekennzeichnet, daß zur Stabilisierung der KieselsäureOberfläche und Erhöhung der Teilchengröße zu vermeiden, gegen Veränderungen der Oberfläche für das Erhitzenwird die Kieselsäure, nachdem sie auf über 100° C, vor- in wäßrigem Medium bei einem ρπ-Wert von nichtzugsweise über 120° C, erhitzt worden ist, 25 bis 30 Mi- weniger als 5 während mindestens einer halben Minutenuten, nachdem die über 120° C liegende Temperatur bis höchstens 25 Minuten eine Temperatur von mehrerreicht worden ist, auf unter 100° C abgekühlt. Dies 60 als 100° C angewandt wird.kann durch eine geeignete Kühlung der Aufschlämmung, 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn-z. B. durch Verdünnen mit Wasser, dessen Temperatur zeichnet, daß die Wärmebehandlung bei einer Tempe-unter 100° C liegt, geschehen. ratur von mindestens 120° C nicht langer als etwa_j . 25 Minuten durchgeführt wird.-13613P161 65 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge-181 ma Natriumsilieatlösung werden in einen 227 m3 kennzeichnet, daß die Temperatur zwischen 140 undfassenden Tank gegeben. Diese Lösung enthält das Na- 300° C liegt.triumsilicat Na2O(SiOo)3 in Mengen, die ausreichen, um 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch geeine Na2O-Konzentration von 20,3 g/l zu erhalten. Die kennzeichnet, daß die Kieselsäure eine durchschnitt-Lösung enthält kein Natriumchlorid, außer einer kleineren 70 liehe letzte Teilchengröße von weniger als 0,1 μ besitzt.© 009 530/491 6.60
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