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Aufschlagzünder mit und ohne Verzögerung für drallose Geschosse, insbesondere
Wurfminen Die Erfindung bezieht sich auf Aufschlagzünder für drallose Geschosse,
insbesondere Wurfgranaten, welche mit oder ohne Verzögerung beim Aufschlag wirken
sollen. Solche Geschosse gehören heutzutage zur Infanteriebewaffnung. Sie sind daher
Massenverbrauchsartikel, die so einfach konstruiert sein sollen, daß sie auch in
Werkstätten hergestellt werden können, die nicht speziell für den Zünderbau bestimmt
und ausgestattet sind.
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Die Bauelemente solcher Zünder müssen daher einfach sein und von einer
sicheren Wirkung, um die unbedingt notwendige Transport-, Rohr- und Maskensicherheit
zu gewährleisten. Andererseits müssen alle Teile in einem möglichst geringen Raum
untergebracht werden, da ein Zünder totes Gewicht. darstellt, das zusätzlich zu
dem Nutzgewicht, dem Geschoß, zu verschießen ist.
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Diese Forderungen - Einfachheit der Bauart und geringes Volumen -
sind bei dem neuen Zünder verwirklicht.
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Neuerdings verlangt aber die Waffenentwicklung größere Schußweiten
der Granatwerfer, ja bis zum Dreifachen der bisher üblichen. Diese wiederum bedingen
eine andere, im allgemeinen flachere Flugbahn, besonders bei den weiteren Entfernungen.
Der Einfallwinkel der Geschosse wird daher in vielen Fällen flacher werden, was
aber die Zünderwirkung nicht beeinflussen darf. Insbesondere beim Abprallschießen,
das ganz geringe Einfallwinkel erfordert, aber andererseits bei vielen Zielen große
Wirkung verspricht, müssen durch die Zünder verursachte Blindgänger möglichst vermieden
werden.
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Der neue Zünder wurde auch dieser Forderung angepaßt, indem-der Zündermechanismus
als Trägheits-Schlagteil ausgebildet ist. Erfindungsgemäß sind die in bekannter
Weise wirkungsmäßig hintereinandergeschalteten Beharrungssicherungen, die Bremshülse,
das Bremsuhrwerk, der Nadelbolzensicherungs-Schwingschieber und der Pilleträger-Schwingschieber
in einem im Zünderkörper gleitbaren Innengehäuse untergebracht, das durch eine zwischen
einer Innenschulter im Zündkörper und einer Außenschulter am Innengehäuse sitzende-Sperrfeder
in Ruhe in Anlage an der in bekannter Weise hinten im Zünderkörper sitzenden Sprengkapsel
gehalten ist. Eine raumsparende Sicherung des Nadelbolzensicherungs-Schwingschiebers
wird hier erfindungsgemäß dadurch erhalten, daß die Bremshülse hinten einen Verlängerungsfinger
trägt, der gleichzeitig den Nadelbolzensicherungs-Schwingschieber und den Pilleträger-Schwingschieber
am Ausschwingen hindert. Ferner ist eine Verkleinerung des Bremsuhrwerks erfindungsgemäß
dadurch erzielt, daß der Hemmanker des Uhrwerks einen seitlichen Arm trägt, an dem
ein Massegewicht sitzt, wodurch das Trägheitsmoment vergrößert, die Ankerabmessung
aber verkleinert wird. Eine vorzeitige Entsicherung bei Hinfallen des Geschosses
wird ohne zusätzlichen Raumbedarf dadurch verhindert, daß die Beharrungshülse vorn
einen Verlängerungsarm trägt und in Höhe seiner Wurzel eine Ringrille, in welche
der Sperrarm eines vorn auf dem Innengehäuse angelenkten Sicherungsflügels eingreift.
Zum Entsichern dieser Transportsicherung wird ein bekannter Beharrungsbolzen benutzt,
welcher erfindungsgemäß vorn einen verdickten Kopf hat, in den der Bolzenschaft
mit einem konischen Hals übergeht, welcher den Sicherungsflügel bei Beharrungsrückgang
außer Eingriff mit der Ringrille an der Beharrungshülse bringt. Gegen Verdrehung
im Zünderkörper ist das Innengehäuse vorzugsweise durch bekannte -Nut-Stift-Führung
gesichert. Nach hinten zu wird das Innengehäuse durch eine in seine Rückstirn eingebördelte
Abdeckscheibe im Feuerloch verschlossen. Zur Steigerung der Empfindlichkeit des
Trägheits-Schlagteils bei Aufschlag wird, um die Hinzufügung zusätzlichen- Gewichts
zu vermeiden, erfindungsgemäß die Sprengkapsel von hinten in ihre Fassung eingeschraubt
und diese Fassung nach vorn zu verschiebbar
in den Zünderkörper
eingesetzt mittels. eines Schraubringes. Das Innengehäuse steht dann mit seiner
Rückstirn teils auf der Fassung der Sprengkapsel, teils auf dem Schraubring auf.
Damit schließlich bei Abprallerschießen der Nadelbolzen nicht die Kopfmembran durchstößt,
ist der Nadelbolzenkopf außen konisch gehalten, so daß er beim Vorwärtsgehen sich
in der Kopfmembranträgerscheibe festklemmt.
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Die wesentlichen Elemente des neuen Zünders sind im Zünderbau bereits
bekannt. Neu- sind aber die in den Ansprüchen gekennzeichneten Anordnungen derselben
im Wurfminenzünder zum Zweck einer sicheren Zündung auch bei flachen Einfallwinkeln
der mit nur geringer Anfangsgeschwindigkeit verschossenen Geschosse, deren Zünder
aber die gleichen Sicherungsstrecken haben wie Zünder in solchen Geschossen, welche
mit hoher Anfangsgeschwindigkeit verschossen werden. Für diese Anordnungen wird
- der Schutz begehrt.
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In den Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsformen des neuen Aufschlagzünders
dargestellt. Es zeigt Fig.1 einen Längsschnitt durch den Zünder in Ebene L-M der
Fig. 6 in gesichertem Zustand, Fig. 2 einen Längsschnitt, um 90° versetzt zu dem
in Fig. 1, in der Ebene I-K der Fig. 5, Fig. 3 einen Querschnitt nach Ebene A-B
in Fig. 2, Fig. 4 einen solchen nach Ebene C-D in Fig. 2, Fig. 5 einen solchen nach
Ebene E-F in Fig. 2, Fig. 6 einen solchen nach Ebene G-H in Fig. 1, Fig. 7 den Längsschnitt
der Fig. 1 bei entsichertem Zustand des Zünders, Fig. 8 den Querschnitt der Fig.
6 bei entsichertem Zustand des Zünders, Fig.9 eine Teilansicht mit aufgebrochenem
Gehäuse, die die Hemmwerkübersetzüng sichtbar macht, Fig. 10 eine andere solche
Teilansicht, die Hemmrad und Anker zeigt, Fig. 11 einen Teilschnitt in Ebene T-U
der Fig. 10, Fig. 12 einen solchen in Ebene R-S der Fig. 9, Fig. 13 eine Seitenansicht
des Zünders, Fig. 14 einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform des Zünders
in gesichertem Zustand, Fig. 15 einen Querschnitt durch diese in Ebene TV-W in Fig.
14, Fig. 16 einen Teil-Längsschnitt bei Abschuß, Fig. 17 einen Querschnitt in Ebene
X-Y in Fig. 16. Der Zünderkörper ist mit 10 bezeichnet. Er enthält eine abgestufte
axiale Zünderbohrung, in welcher die beweglichen Teile des Zünders geführt sind.
In den rückwärtigen weitesten Teil 11 der Zünderbohrung ist von hinten ein kolbenartig
ausgebildetes Innengehäuse 12 eingeschoben, das -bis an eine Anschlagschulter 69'
vorwärts gleiten kann, aber durch eine Druckfeder 13, die sich vorn gegen eine Innenschulter
14 der Zünderbohrung 11 und hinten gegen eine Außenschulter 15 an dem Innengehäuse
abstützt, in seiner hintersten Stellung gehalten wird, in der es mit seiner Rückstirn
auf der Sprengkapsel 16 aufsteht. Diese ist hinten in den Zünderkörper 10 so tief
eingeschraubt, .daß ihre Vorderstirn gegen eine Innenschulter der Zünderbohrung
11 anstößt.
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In dem kolbenartigen Innengehäuse 12 ist eine axiale Bohrung 17. Durch
. diese reicht mit seinem Schaft 18 der Nadelbolzen, der vorn einen Kopf 19 und
hinten einen Bund 20 vor der Nadelspitze trägt. Auf dem Nadelbolzenschaft 18 gleitet,
in der axialen Bohrung 17 geführt, eine Beharrungshülse 21, die mit ihrem Rückende
in eine mit einer Zahnstangenzahnung 22 versehene Bremshülse 23 eintaucht. Zwischen
der Vorderstirn der Bremshülse 23 und dem am Vorderende sitzenden Kopf der Beharrungshülse
21 liegt eine starke Vorschub-Schraubenfeder 24, während im Innern der Bremshülse
23 um den Nadelbolzenschaft 18 herum eine schwächere Vorschub-Schraubenfeder 25
sitzt, deren vorderes Widerlager die Rückstirn der Beharrungshülse 21 und deren
hinteres Widerlager eine von hinten in eine axiale Ausnehmung in dem kolbenartigen
Innengehäuse 12 eingepreßte Platine 26 ist. Die Beharrungshülse 21 hat an ihrem
Schaft außen eine Ringnut 27, während in Einfräsungen 28 vorn in der Bremshülse
23 eine U-Feder 29 eingelegt ist, welche bei Rückgang der Beharrungshülse 21 in
die Ringnut 27 an dieser einschnappt und beide Hülsen 21 und 23 kuppelt.
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In Ruhelage liegt die Beharrungshülse 21 an eine Kappe 30 an, die
auf der Vorderstirn. des kolbenartigen Innengehäuses 12 durch Einkerbungen 31 befestigt
ist.
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Die Beharrungshülse 21 ist durch eine Transportsicherung in- Gestalt
einer Sperrkugel 32 festgestellt, die teilweise in eine-Außenringnut am Kopf der
Hülse eingreift, teilweise in einen Querkanal 34 in der Vorderstirn des kolbenförmigen
Innengehäuses 12. Der radiale Querkanal 34 ist durch die Kappe 30 vorn auf dem Innengehäuse
-12 abgedeckt. Die Kappe 30 hat ein Loch 35 vor der Sperrkugel 32. Diese wird im
Eingriff mit der Ringnut 33 außen am Kopf der Beharrungshülse 21 gehalten durch
einen Beharrungsbolzen 36, der durch eine Vorschubfeder 37 so weit nach vorn gestoßen
wird, bis er mit seinem Vorderende gegen eine Innenschulter 38 in der Zünderbohrung
11 anstößt. Die Länge des Beharrungsbolzens 36 sowie seines Rückhubes und die Stärke
seiner Vorschubfeder 37 sind so bemessen, daß die Beharrungshülse 21 auch noch bei
kleinen Treibladungen mit geringem Abschüßdruck gesichert bleibt.
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Der axiale Nadelbolzen mit seinem Schaft 18, seinem Bund 20 und der
Nadel hinter diesem ist durch einen Schwingschieber 39 in Sicherungslage gehalten.
Dieser lagert zwischen .der Platine26 und einer weiteren Platine 40 auf- einem Stift
41, hintergreift mit einem Bogenschlitz .42 den Nadelbolzenbund 20 und wird durch
eine Wickelfeder 43 derart belastet, daß er bei Freigabe durch diese vom Nadelbolzen
18 weggeschwenkt wird. Eine Zündpille 44 und eine Verzögerungspille 45 sitzen parallel
nebeneinander in einem Pilleträger-Schwingschieber 46, der in dem Endteil 47 der
Bohrung des Innengehäuses liegt und um einen Drehbolzen 48 schwenkbar ist, welcher
exzentrisch zur Zünderachse von hinten in das Innengehäuse 12 eingeschraubt ist.
Die Bohrung, in welcher der Drehbolzen 48 den Pilleträger-Schwingschieber 46 durchgreift,
ist auf eine gewisse Länge bei 49 erweitert, so daß eine Torsio-ns-Wickelfeder 50
darin untergebracht werden kann, deren Enden abgebogen sind und so gegen die Platine
40 und den Schieber 46 anliegen, daß die Feder 50 den Schieber 46 in die Scharflage
zu schwenken bestrebt ist. Um den Pilleträger-Schwingschieber 46 in Sicherungslage
zu halten, in welcher keine seiner beiden Zündpillen 44 und 45 hinter der Zündnadel
18 liegt, hat die Bremshülse 23 hinten einen Verlängerungsfinger 51. Dieser kann
aus dem Material der Hülse herausgearbeitet sein, z. B. durch Abfräsen, oder es
kann auch ein besonderer Stift in die Bremshülse 23 hinten eingesetzt sein. Der
Verlängerungsfinger 51 reicht durch die Platine 26 und in den Pilleträger-Schwingschieber
46 hinein und hält diesen in Sicherungslage gegen die Torsions-Wickelfeder 50.
In
die Zahnstangenzahnung 22 an der Bremshülse 23 greift ein Trieb 52 ein, mit dem
ein übersetzungsrad 53 -fest verbunden ist (Fig. 4). Dieses kämmt mit einem Ritze154
(Fig.3), auf dessen Welle fest das Hemmrad 55 sitzt, das mit dem Hemmanker 56 zusammenarbeitet.
Der eine Zapfen 57 am Rad 53 ist im Fleisch des Innengehäuses 12 gelagert, während
der andere Zapfen 58 in einem Lagerplättchen 59 lagert, das nach Einführen des Triebes
52 in das Innengehäuse eingepreßt wird (Fig. 4). Das Ritzel 54 ist mit einem Zapfen
in einem Lagerplättchen 60 gelagert und mit dem andern in einer Lagerbuchse 61.
Beide Lager sind in das Fleisch des Innengehäuses eingepreßt. Auch die Lagerbuchse
61 hat eine Ausfräsung 62, damit das Rad 53 in. die Triebzahnung hineinragen kann.
An dem Anker 56 ist ein Arm 57' mit einem Gewicht 58' angeordnet zur Vergrößerung
der Trägheitsmasse.
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Die Einstellung der Zündung auf »mit Verzögerung« oder »ohne Verzögerung«
geschieht durch ein Einstellglied 59' mit einem Schraubenzieherschlitz 60'. Wenn
der Schlitz 60' parallel zur Zünderachse- steht (Fig. 13), ist der Zünder auf »ohne
Verzögerung« eingestellt. Steht der Schlitz 60' am Einstellglied 59' senkrecht zur
Zünderachse, so ist der Zünder auf »mit Verzögerung« eingestellt. An dem Einstellglied
59' sitzt eine angefräste Nase 61'. An dem Pilleträger-Schwingschieber 46 ist eine
Ausfräsung 62'. Ist »ohne Verzögerung« eingestellt, so befindet sich die Nase 61'
im Bereich der Ausfräsung 62' am Pilleträgerschieber 46. Wird das Einstellglied
59' auf »mit Verzögerung« gestellt, so kommt der Finger 61' desselben aus dem Bereich
der Ausfräsung 62, so daß sich der entsicherte Pilleträger-Schwingschieber 46 durch
die Torsions-Wickelfeder 50 so weit drehen kann, bis eine Nase 63 an seinem Umfang
gegen einen festen Stift 64 anschlägt. In dieser Stellung des Schwingschiebers 46
befindet sich die Verzögerungspille 45 hinter der Zündnadel 18.
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Die hinten in den Zünderkörper 10 eingeschraubte Sprengkapsel 16 ist
durch eine Scheibe 65 vorn abgedeckt, welche in die Rückstirn des Innengehäuses
12 eingebördelt ist. Die Scheibe 65 hat ein zentrales Loch 66 für den Durchtritt
des Feuerstrahls von der Zündpille aus. Diese leichte Abdeckung durch eine Scheibe
genügt an Wurfgranatenzündern, die in der Regel keine besonders hohen Abschußdrücke
zu erleiden haben. Kommen jedoch hohe Abschußdrücke in Frage, so kann zwischen Zündergehäuse
10 und Sprengkapsel 16 eine weitere Zwischenlegscheibe mit zentralem Loch gelegt
werden, so daß sich beim Abschuß die Masse des Innengehäuses 12 nicht direkt auf
die Sprengkapsel-, sondern auf die Zwischenscheibe abstützt. Auch das Gewicht des
Pilleträger-Schwingschiebers 46 braucht dann beim Abschuß nicht allein durch die
Scheibe 65 abgefangen zu werden.
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Der Kopf 19 vorn auf dem Nadelbolzen 18 hat einen konischen Umfang
67. Er wird nach vorn abgedeckt durch eine Membran 68.
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Das Innengehäuse 12 hat vorn in seiner Außenfläche eine Längsnut 69,
in welche eine in den ZünderkÖrper 10 von außen eingeschraubte Kopfschraube 70 mit
einer Nase 71 am Innenende eingreift und so eine Sicherung gegen. Verdrehen des
Innengehäuses 12 im Zünderkörper 10 bildet.
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In der zweiten Ausführungsform (Fig. 14 bis 17) ist die Sperrkugel
32 weggelassen.. An ihre Stelle ist ein Sicherungsflügel 72 getreten. An_
der Beharrungshülse 21 ist am Vorderende eine Rille 73 eingearbeitet, in welche
der eine Arm 74 des Sicherungsflügels 72 eingreift, der von einer Feder 75 in die
Rille 73 gedrängt wird. Der andere Arm 76 des Sicherungsflügels 72 reicht bis dicht
an den Schaft des Beharrungsbolzens 36. Dieser hat vorn einen verdickten Kopf 77,
der mit einem konischen Hals 78 in den dünneren Schaft übergeht. Die Beharrungshülse
21 hat vorn einen Verlängerungsarm 79, der durch ein Loch in der Kappe 30 nach vorn
reicht und so auf der Hülse 21 sitzt, daß er im Wege des Armes 74 am Sicherungsflügel
sich befindet.
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An Stelle der großen Sprengkapsel 16 der ersten Ausführungsform
ist jetzt eine kleine Sprengkapsel 80 vorgesehen. Diese ist in eine Fassung 81 eingeschraubt,
welche ihrerseits von vorn in einen Gewindering 82 gleitbar eingesteckt ist. Der
Gewindering 82 ist als Endstück hinten in die Zünderbohrung 11 des Zünderkörpers
10 eingeschraubt, so daß er als hinteres Widerlager für das Innengehäuse 12 dient,
das auf ihm aufsitzt.
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Die Arbeitsweise des Aufschlagzünders gemäß der ersten Ausführungsform
ist folgende: Vorausgesetzt sei, daß er auf Aufschlag ohne Verzögerung eingestellt
ist. Hierzu ist das Einstellglied 59' auf die Marke 0V gedreht worden, wie in Fig.
13 ersichtlich.
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Bei Abschuß bleibt der Beharrungsbolzen 36 unter Überwindung der Kraft
seiner Vorschubfeder 37 zurück, so daß er die Sperrkugel 32 freigibt. Diese kann
durch das Loch 35 in der Kappe 30 nach vorn aus der Rille 33 an der Beharrungshülse
21 entweichen. Nachdem so die Sicherung der Beharrungshülse 21 aufgehoben ist, kann
die Hülse durch die Beharrung in der Bohrung 17 im Innengehäuse 12 zurückgleiten,
wodurch ihre starke Vorschubfeder 24 zusammengedrückt wird. Die Beharrungshülse
21 gleitet in die Bremshülse 23 hinein, und durch Einschnappen der U-Feder 29 in
die Ringnut 27 außen am Schaft der Beharrungshülse 21 werden beide Hülsen miteinander
gekuppelt. Dadurch wird die um die Beharrungshülse 21 gelegte starke Feder 24 außer
Wirkung gesetzt, und die in der Bremshülse 23 befindliche schwächere Feder 25 wird
zusammengedrückt. Nach Ende der Geschoßbeschleunigung schiebt die Feder 25 beide
miteinander gekuppelten Hülsen 21 und 23 wieder vorwärts. Dieses Vorschieben wird
gebremst, indem die Zahnstangenzahnung 22 an der Bremshülse 23 den Trieb 52 dreht,
dessen Drehung seinerseits über Übersetzungszahnrad 53, Ritzel 54, Hemmrad 55, Hemmanker
56 verlangsamt und geregelt wird. Durch das Vorgehen der Bremshülse 23 wird auch
der Verlängerungsfinger 51 langsam aus dem Pilleträger-Schwingschieber 46 ausgezogen,
und die Torsions-Wickelfeder 50 schwenkt den Schieber 46 um seinen Drehbolzen, 48,
so daß die Zündpille 44 hinter den Nadelbolzen gelangt. Jetzt ist der Zünder jedoch
noch nicht scharf, da der Nadelbolzen noch durch den Schwingschieber 39 festgestellt
ist, auf dem er mit seinem Bund 20 aufsitzt. Die Bremshülse 23 setzt ihren Weg nach
vorn fort, bis die mit ihr gekuppelte Beharrungshülse 21 an die Kappe
30 anstößt. Dadurch wird der Verlängerungsfinger 51 nun auch noch von seiner
Anlage an den Schwingschieber 39 abgezogen, und dessen Wickelfeder 43 schwenkt ihn
um seinen Drehstift 41, so daß sein Bogenschlitz 42 den Nadelbolzen freigibt. Dies
ist in Fig. 7 deutlich zu erkennen. Jetzt ist der Zünder scharf.
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Schlägt das Geschoß jetzt gerade auf, so erfolgt die Zündung dadurch,
daß die Membran 68 zurückgeschlagen wird und mit ihr über seinen Kopf 19 der
Nadelbolzen,
welcher die Zündpille 44 ansticht, die in üblicher Weise über die Sprengkapsel 16
die Spreng ladung des Geschosses zündet. Schlägt das Geschoß schräg auf als Abpraller,
so wird die Membran 68 nicht von Zielmaterial eingeschlagen, und der Nadelbolzen
kann nicht wirken. Jetzt wird aber das Innengehäuse 12 des Zünders gegen die Feder
13 nach vorn geworfen und mit ihm alle darin eingebauten Teile, einschließlich des
Pilleträger-Schwingschiebers 46. Die Zündpille 44 sticht sich an der Nadelbolzenspitze
also an, und es erfolgt Zündung. Damit der Nadelbolzen bei Abpralleraufschlag nicht
nach vorn fährt und dann seine Spitze aus dem Bereich der Zündpille gelangt, ist
der Umfang 67 des Nadelbolzenkopfes konisch gehalten. Er klemmt sich bei - Vorwärtsverschiebung
in der die Membran 68 tragenden Ringscheibe 68 a fest, und die Nadelspitze bleibt
in Reichweite der Zündpille.
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Der Zünder der zweiten Ausführungsform (Fig. 14 bis 17) arbeitet folgendermaßen:
Bei Abschuß bleibt der Beharrungsbolzen 36 zurück. Die Beharrungshülse 21 verharrt
noch in ihrer Lage, da sie durch Sicherungsflügel 72 gesperrt ist. Wenn der
Beharrungsbolzen 36 nun mit dem konischen Hals 78 den Sicherungsflügel erreicht,
schwenkt er dessen Arm 76 entgegen dem Uhrzeigersinn in Fig, 15 und damit seinen
Sperrarm 74 gegen die Kraft der Blattfeder 75 aus der Rille 73 vorn an der Beharrungshülse
21 heraus, und diese kann sich nach rückwärts verschieben. Die Entsicherungsdauer
wird hierdurch verlängert. Der Rückgang der Beharrungshülse 21, ihr Kuppeln mit
der Bremshülse, der gebremste Vorschub beider und die übrige Entsicherung des Zünders
erfolgen dann so, wie am ersten Ausführungsbeispiel beschrieben.
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Dieser Zünder ist für extrem niedrige Abschußdrücke gedacht. Erleidet
er während des Transports einen ungewollten Stoß, z. B, beim Hinfallen des Geschosses
auf den Geschoßboden, so kann der Beharrungsbolzen 36 ohne Folgen ganz zurückgehen
und die Beharrungshülse entriegeln. Dauert der Stoß länger, so kann auch die entriegelte
Beharrungshülse zurückgleiten um ungefähr drei Viertel ihres Rücklhubes, Natürlich
ist ein Rückhub derselben bis zum Kuppeln mit der Bremshülse nicht zulässig. Da
die Bewegung des Beharrungsbolzens und der Beharrungshülse nacheinander erfolgen,
ist es unwahrscheinlich, daß ein solcher Transportstoß die Dauer beider Rückbewegungen
überschreitet. Versuche haben ergeben, daß ein solcher Zünder bei mindestens 8 m
Fallhöhe auf einen Stahlamboß oder einen solchen mit Bleiunterlage gesichert bleibt,
Ist der Transportstoß beendet, dann werden Beharrungsbolzen und -hülse durch ihre
Vorschubfeder wieder nach vorn gedrückt, der Sicherungsflügel 72 sperrt wieder die
Beharrungshülse, und der ursprüngliche Sicherungszustand ist wieder erreicht. .
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Damit die Beharrungshülse 21 aber wieder ihre Sperrlage erreichen
kann und der Sicherungsflügel 72 nicht vor die Vorderstirn der Beharrungshülse schnappt,
ist der Verlängerungsarm 79 vorgesehen., Außen an ihn legt sich der Sperrarm 74
des Sicherungsflügels 72 an, bis die Rille 73 an der vorgehenden Beharrungshülse
72 wieder in Höhe des Sicherungsflügels 72 gelangt. Die Kappe 30 vorn auf dem Innengehäuse
12 hat natürlich ein Loch zum Durchtritt des Verlängerungsarms.
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Erleidet ein Geschoß mit diesem Zünder einen Abpraller, so wird mitsamt
dem Innengehäuse 12 auch die Sprengkapsel 80 zusammen mit ihrer Fassung 81 nach
vorn geworfen, was eine sichere Zündung bewirkt.