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Kippbare Glasschmelzwanne Die vorliegende Erfindung betrifft eine
kippbare Glasschmelzwanne, die die Herstellung mäßig kleiner Mengen einer einzelnen
Art von Gegenständen oder die Erzeugung kleiner Mengen verschiedener Glasversätze
ermöglicht, wobei aber die Kosten im Vergleich zu denen des Gießens kleiner Glasmengen
aus Häfen niedriger sind und doch der Betrieb nahezu ebenso anpassungsfähig ist
wie beim Gießen aus Häfen.
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Die kippbare Glasschmelzwanne hat eine Beschikkungsöffnung am einen
Ende, eine waagerecht angeordnete Ausgangsöffnung am entgegengesetzten Ende, mindestens
eine Feuerungstür und einen mit ihr zusammenarbeitenden Brenner und mindestens eine
Abzugsöffnung für die ausströmenden Abgase der Beheizung der Wanne sowie ein Drehlager,
um das die Wanne zum Gießen gekippt werden kann. Das Besondere ist dabei, daß feststehende
Gasregeneratoren mit den Feuerungstüren und den zu diesen gehörigen Brennern in
Verbindung stehen, wenn die Wanne nicht gekippt ist, und daß außerdem wenigstens
eine Hilfsfeuerungstür in der Nähe der genannten Hauptfeuerungstür angebracht ist,
die einen besonderen Hilfsbrenner darin hat und zusammen mit der Wanne kippbar ist
und diese beheizen kann, wenn sie sich in gekipptem Zustand befindet.
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Kippbare Glasschmelzwannen sind zwar schon durch die französische
Patentschrift 1088851 bekanntgeworden; bei diesen bekannten Glasschmelzwannen war
zur Beheizung ein Brenner im Scheitel des über der Wanne angebrachten Gewölbes vorgesehen,
während Abgasleitungen aus demselben Gewölbe in der Nähe des oberen Wannenrandes
vorhanden waren. In der genannten französischen Patentschrift wird auch schon der
Gedanke erwähnt, die Wärme der Abgabe zur rekuperativen Beheizung des Ofens auszunutzen;
jedoch wird nichts darüber gesagt, welcher Art die benutzten Brenner sind, und erst
recht nichts darüber, ob und wie die Beheizung während des Kippens der Wanne fortgesetzt
werden soll. Die Angaben der französischen Patentschrift über die Nutzbarmachung
der Wärme im Betrieb des Ofens mußte aber, weil solche Wärmeriickgewinnungsvorrichtungen
notwendigerweise sehr groß und schwer sind, in der Fachwelt das Vorurteil entstehen
lassen, daß eine Beheizung der Wanne während des Kippens überhaupt unmöglich sei.
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Demgegenüber stellt die Anordnung zusätzlicher Hilfsbrenner, die sich
zusammen mit der kippbaren Wanne bewegen können, nach vorliegender Erfindung einen
erheblichen technischen Fortschritt dar, denn man kann dadurch das zu gießende Glas
auf wirtschaftliche Weise beliebig warm halten, indem man für das Aufheizen die
erwähnten Hauptbrenner mit Regeneratoreinrichtungen benutzt, die bekanntlich sehr
wirtschaftlich arbeiten und andererseits während des Kippens und Gießens durch kleinere
und an sich weniger wirtschaftlich, arbeitenden Hilfsbrenner dafür sorgt, daß die
Glasschmelze nicht zu kalt wird. Dadurch gelingt es, die in der. französischen Patentschrift
ausdrücklich erwähnten Schwierigkeiten beim Gießen zu vermeiden, die sämtlich auf
einen zu raschen Temperaturrückgang während des Gießens zurückzuführen sind.
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Eine derartige kippbare Schmelzwanne in der Größenordnung von etwa
30 t ermöglicht einen etwa 48stündigen Betrieb, und infolgedessen lassen sich leicht
einzelne Gegenstände oder kleine Mengen unterschiedlicher Zusammensetzungen herstellen.
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Diese kippbare Glasschmelzwanne kommt hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit
des Betriebes dem Gießen aus Häfen nahe, ermöglicht gegenüber diesem Verfahren jedoch
erhebliche.Einsparungen. Beim Gießen aus einer 30 t fassenden kippbaren Tageswanne
nach der Erfindung erhält man' jeweils aus einer Wannenbesclzickung etwa 1390 m2
gegossenes Scheibenglas. Dabei ist ein Verlust als Vorlauf und als Rückstand unvermeidlich;
jedoch ist dieser Verlust immer derselbe, unabhängig vom Füllungsgrad der Schmelzgefäße
und der Menge des-vergossenen Glases. Beim Gießen aus Häfen benötigt man andererseits
zur Erreichung derselben Kapazität von 30 t wie bei der neuen kippbaren Glasschmelzwanne
eine sehr große Anzahl von Einzelbeschickungen, und beim Ausgießen jeder der Häfen
tritt durch Vorlauf und Rückstand jeweils ein verhältnismäßig sehr viel höherer
Verlust auf.
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Der Gesamtverlust würde bei Verwendung von Häfen zur Erreichung der
genannten Kapazität etwa
25mal so groß sein wie bei der erwähnten
kippbaren Glasschmelzwanne, bei der nur ein einziger Vorlauf-und Rückstandsverlust
auftritt.
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Zum besseren Verständnis der Art und des Rahmens der Erfindung wird
diese nun an Hand der Zeichnungen noch näher erläutert.
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Fig. 1 ist eine Draufsicht auf die Glasschmelzwanne und ihre Zubehörteile;
Fig. 2 ist eine Rückansicht der Anlage, wobei ein Teil des Rückführungs- und des
Luftzuleitungskanals fortgelassen ist; Fig. 3 ist ein senkrechter Schnitt durch
die Tageswanne entlang der Linie 3-3 in Fig. 2, wobei die strichpunktierte Linie
die gekippte Stellung der Wanne zeigt; Fig. 4 ist ein waagerechter Schnitt entlang
den Schnittlinien 4-4 der Fig. 5; Fig. 5 ist eine Ansicht der Vorderseite mit dem
die Zuführungswalzen aufweisenden Ende der Glasschmelzwanne, bei dem die beiden
rechten Enden der Zuführungswalzen weggelassen sind; Fig. 6 ist ein senkrechter
Schnitt durch die Wanne entlang der Linie 6-6 der Fig.1; Fig. 7 ist eine vergrößerte
Teilansicht des linken Endes der Walzen und der in Fig. 5 dargestellten Kippvorrichtung
der Glasschmelzwanne; Fig. 8 ist ein Schnitt entlang der Linie 8-8 der Fig. 7 und
zeigt den Motorantrieb für die Walzen; Fig. 9 ist ein senkrechter Schnitt entlang
der Linie 9-9 der Fig. 7 und zeigt den Antrieb für die Walzen; Fig. 10 ist ein senkrechter
Schnitt entlang der Linie 10-10 der Fig. 7 und zeigt die Walzen und in gestrichelten
Linien ihre Lage in der Kippstellung der Wanne; Fig. 11 ist ein senkrechter Schnitt
entlang der Linie 11-11 der Fig. 8 und zeigt die Anordnung der Walzen und ihres
Antriebes; Fig. 12 ist eine Seitenansicht einer modifizierten kippbaren Glasschmelzwanne
mit einer andersartigen Kippvorrichtung; Fig. 13 ist eine Rückansicht der kippbaren
Glasschmelzwanne entlang der Linie 13-13 der Fig. 12; Fig. 14 zeigt einen Schnitt
entlang der Linie 14-14 der Fig. 12 mit dem Wälzlager für die kippbare Glasschmelzwanne.
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In der ganzen Beschreibung und den verschiedenen Figuren beziehen
sich dieselben Bezugsziffern auf ähnliche Teile.
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Die Glasschmelzwanne (auch als Tageswanne bezeichnet) wird allgemein
mit 10 bezeichnet; sie hat gewisse Zubehörteile, wie Förderrollen 11, die sich um
eine Achse 11' drehen können und zu einem Rollenförderband 12 gehören, das so auf
die Wanne ausgerichtet ist, daß es gegossene und gewalzte Glasscheiben in den allgemein
mit 13 bezeichneten Kühlofen zu führen vermag, in dem sich eine die Walzen 15 tragende
Plattform befindet.
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je zwei feststehende aufrechte Doppel-T-Träger 16 auf beiden Seiten
der Wanne bilden die Hauptstreben, von denen aus waagerechte Träger 17 nach vorn
gehen (Fig. 3), die eine Auflage für die das Rollenförderband 12 tragenden Querstreben
18 bilden. Die hier dargestellte Tageswanne hat eine Leistungsfähigkeit in der Größenordnung
von 30 t und läßt sich um eine Achse kippen, die mit derjenigen der unteren Walze
20 (Fig.5) zusammenfällt; auf dieser Achse liegt beiderseits je ein End-Drehzapfen
19 sowie je eine Endwelle 20' der Walze 20. Entsprechende äußere Lager 19' sind
an den oberen Enden der ein Stück voneinander entfernt angebrachten senkrechten
Streben 16 beiderseits der Tageswanne angeordnet; sie tragen die Enden der beiden
Drehzapfen 19, die als Drehachsen für die allgemein mit 23 bezeichnete Wannenplattform
dienen. Die obere Walze 21 bewegt sich zusammen mit der Wanne auf die in Fig. 3
dargestellte und in Verbindung mit dem Wannenaufbau beschriebene Weise.
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Die Plattform 23 besteht zuunterst aus zwei Paaren zusammengeschweißter
Träger 24 und bildet die Auflage für die kippbare Tageswanne. Die beiden in der
Längsrichtung verlaufenden Träger jedes der beiden Paare sind immer so weit voneinander
entfernt, daß sie auf den äußeren der senkrechten Streben 16 auf die in Fig. 5 und
6 dargestellte Weise gleitend geführt werden. Diese Träger 24 werden durch Doppel-T-Träger
28 (s. Fig. 3) miteinander verbunden.
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Die hinteren Enden der inneren Träger 24 sind durch die Querträger
25 miteinander verbunden, die vorderen Enden durch die- im Abstand voneinander angebrachten
Querträger 26 und 27. Ein weiterer querverlaufender Doppel-T-Träger, der eine Auflage
für die auf der Rückseite der Wanne befindlichen senkrechten Pfosten 52 bildet,
ist mit 29 bezeichnet. Er verbindet die inneren Längsträger der beiden Paare 24-24
miteinander. Die Plattform wird um die Drehzapfen 19 auf jeder Seite durch die senkrecht
angeordneten Pfosten 8 geschwenkt, die an den Platten 67
und den querverlaufenden
Doppel-T-Trägern 26 und 27 befestigt sind. Oben tragen die Pfosten 8 Lager 9, in
denen sich die Drehzapfen 19 drehen können.
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Jedes der beiden Längsträgerpaare 24-24 wird hinten ebenfalls durch
ein Abstandsstück 30 zusammengehalten, durch das ein Drehzapfen 31 geht, auf dem
ein Hebegelenk 32 sitzt. Auf der Wannenrückseite werden ferner zwei senkrechte Doppel-T-Träger
33 an Verstrebungen 34 gehalten; sie dienen als Spur für den Läufer 35, der, einen
über die vorderen Flansche der Doppel-T-Träger 33 passenden Läuferteil 35' enthält.
Jeder der Läufer sitzt auf dem äußeren Ende einer Kolbenstange 36 eines hydraulischen
Hebezylinders 37, der neben jedem der senkrechten Träger 33 angeordnet ist und dazu
dient, die kippbare Tageswanne 10 zu heben und zu senken.
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Auf den Trägern 28 der Plattform liegt eine stählerne Bodenplatte
38, die vorn quer einen Doppel-T-Eisenträger 39 und seitlich zwei ebensolche Träger
40 hat; die letzteren sind an ihren vorderen Enden mit dem Querträger 39 zu einem
in der Draufsicht U-förmigen Halter für den feuerfesten Boden der Glaswanne des
Ofens zusammengeschweißt. Diese Seitenträger 40 sind am besten in Fig. 6 zu sehen;
sie sind an die ihnen benachbarten Seiten der senkrechten, im Abstand voneinander
aufragenden Pfosten 42 beiderseits der Tageswanne angeschweißt. Unten sind die Pfosten
42 ferner an die Bodenplatte 38 angeschweißt, so daß sie also sowohl mit den seitlichen
unteren Trägern 24 wie auch mit den Seitenträgern40 verbunden sind. Die Endpfosten
43, von denen sich an jeder Ecke einer befindet, sind am besten in Fig. 4 zu erkennen;
sie sind unten ebenfalls an die Bodenplatte 38 angeschweißt und so mit der Plattform
23 verbunden. Auf dieser Plattform 23 und den Auflageplatten 38 ruhen die den Boden
bildenden feuerfesten Blöcke 44, die gekrümmte Rückwand 45 der Wanne, die vorderen
Boden- und Endblöcke 46, die eine Ausgußöffnung 46' und einen darin sitzenden Stopfen
46" aufweisen und an den Schnabelstein 47 angrenzen, der sich senkrecht in Richtung
nach dem oberen Ende der Glaswanne hin erstreckt und eine die Ausgußläche bildende
konvexe Innenseite 47' aufweist. Dieser Schnabelstein 47 ruht auf einem Winkeleisen
48
(Fig. 3), das sich über die Vorderseite des Ofens hinweg erstreckt
und an die senkrechten Endpfosten 43 angeschweißt ist, die eigentliche Heizkammer
liegt über der Glasschmelzwanne 41 und hat stärkere feuerfeste Wände, wie es am
deutlichsten in Fig. 6 zu sehen ist. 48 sind die Seitenwände der Glaswanne 41; sie
sind etwa halb so stark wie die Seitenwände der eigentlichen Schmelzkammer oberhalb
der Glasschmelze. Die Rückwand der Schmelzkammer ist gekrümmt und besteht aus feuerfesten
Blöcken 50; in ihr ist eine Beschickungsöffnung 51 vorgesehen. Die die Krümmung
ergebenden feuerfesten Blöcke an der Rückwand werden durch die unten an den Doppel-T-Eisen-Querträger
29 angeschweißten senkrechten Pfosten 52 gehalten. Die Blöcke der Oberteile der
Seitenwände sind mit 53 und 54 bezeichnet; sie umschließen Feuerungstüren55 für
die Hauptbrenner 58' und den Regenerator und solche 56 für die Hilfsbrenner 59',
die von außen her durch bewegliche Zuleitungen 59" mit Heizmitteln versorgt werden.
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Die genannten Seitenwände werden durch die senkrechten Pfosten zusammengehalten,
die nach vorn und nach hinten verlaufende Verbindungsstangen 57 enthalten, die die
vorderen und hinteren Pfosten 43 miteinander verbinden, während die Querverbindungsstangen
58 die seitlichen Pfosten 42 sichern. Die aus feuerfesten Spezialsteinen gemauerten
Feuerungstüren 55 stehen bei umgekippter Wanne in Verbindung mit den Drennerkanälen
55', die sich diagonal von entgegengesetzten Seiten aus nach innen erstrecken; unmittelbar
an sie schließen sich die Brenner 58' an. Winkeleisen 52' verlaufen waagerecht an
der unteren Rückwand der Wanne 45 entlang und werden von den benachbarten Endpfosten
43-43 getragen. Ein weiteres Winkeleisen 59; das ebenfalls an seinen Enden an den
Eckpfosten 43-43 angeschweißt ist, trägt den überhängenden Sims der oberen Rückwand
50. Von dem Querträger 25 gehen diagonale Zugstangen 25' zu den oberen Enden der
hinteren senkrechten Endpfosten 43.
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Die feuerfeste Decke 61 ruht auf einem Absatz 60' der Vorderwand 60.
Als Stützen dienen zwei auf der Außenseite der Vorderwand 60 im Abstand voneinander
angebrachte waagerechte Doppel-T-Träger 62, die mit ihren Enden an den benachbarten
vorderen senkrechten Endpfosten 43-43 befestigt sind. In der Vorderwand 60 sind,
wie in Fig. 3 und 6 dargestellt ist, senkrechte feuerfeste Steine 63 neben den Enden
des Schnabelsteines 47 eingesetzt, und quer darüber liegen an der Gießöffnung bei
den Walzen 20 und 21 die feuerfesten Steine 64. In Fig. 3 ist eine senkrechte Platte
65 gezeigt, die von dem unteren Querträger 62 herabhängt, und ferner wird zwischen
der Platte 65 und den feuerfesten Steinen 64 von dem Träger 62 ein gewölbter feuerfester
Teil getragen, dessen Enden beiderseits auf Platten 66' ruhen, wie in Fig. 3 durch
die Doppellinien dargestellt ist. Auf den vorderen Querträgern 26 und 27 (Fig. 3)
liegt eine Platte 67, die zwei etwas voneinander entfernt stehende senkrechte Säulen
68 mit dem in Fig. 4 gezeigten Querschnitt trägt, an denen zwei einander gegenüberliegende
Gleitbahnen 68' vorhanden sind, um die Gleitstücke 69 b und 69
t aufzunehmen, die nach dem Einsetzen beispielsweise durch Schrauben 69'
daran befestigt sind.
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Die oberen Enden der Säulen nehmen gleitend die Ansätze 68" der Kappenstücke
68t auf, die sich quer zur Wanne erstrecken (s. Fig. 3, 9 und 10). Die Ansätze 68"
sind durch Nietzapfen 70 an Winkelstücken 71 befestigt, die auf der Vorderseite
der Wanne sitzen. In den Ansätzen 68" liegen senkrechte Gewindebüchsen 72 (s. Fig.
11), die die Gewindespindeln 73 aufnehmen. Jedes der unteren Gleitstücke 69 b (s.
Fig. 10) hat eine Öffnung, in der ein Lagerblock 94 zur Aufnahme der entsprechenden
Endwelle 20' der unteren Walze 20 sitzt. Zum Einsetzen der Gleitstücke 69 b dient
jeweils ein mit Gewinde versehenes Anschlagstück 95, das sich zwischen dem unteren
Ende der Säule 68 und dem Gleitstück 69 b befindet. Nachdem das Anschlagstück 95
in seine Stellung nach oben geschraubt worden ist, sichert man es mit der Haltemutter
95', während das Gleitstück 69 b durch die Verriegelungsschrauben 69' in seiner
Stellung auf der Säule 68 festgehalten wird.
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Die oberen Gleitstücke 69 t sind nach der Seite hin gegabelt und haben
jeweils eine senkrechte Aussparung 69 r, die vom oberen Ende nach unten geht und
ein Gleitlager 74 aufnimmt, das die Endwelle 21' der oberen Walze trägt. Das Gleitlager
74 hat ferner eine Aussparung 74' in seinem Oberteil zur Aufnahme des unteren Endes
einer Druckfeder 76. Das untere Ende einer jeden Gewindespindel 73 hat einen Flansch
73', der von ihrem unteren Ende einen bestimmten Abstand hat und sich gegen das
obere Ende der Druckfeder 76 legt: Die untere Stellung des Gleitlagers 74 wird durch-
eine Stellschraube 74" eingestellt, die in eine Gewindebohrung im Boden des Gleitstückes
69 t eingeschraubt ist. Auf diese Weise wird die obere Walze 21 so elastisch gelagert,
daß eine Ausweichbewegung nach oben möglich ist, wie sie z. B. notwendig würde,
um Beschädigungen der Walzen möglichst zu vermeiden, wenn ein Glasbrocken zwischen
die Walzen käme.
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Die Walzen 20 und 21 werden von einem Motor 77 über ein Getriebe in
einem Getriebekasten 78 angetrieben, der an der Grundplatte 68 b einer der Säulen
68 befestigt ist und zusammen mit der Wanne gekippt werden kann. Die Antriebswelle
97, die von dem Getriebekasten 78 aus auf die in Fig. 11 gezeigte Weise herausragt,
trägt ein Zahnrad 97', das durch eine Kette 98 mit einem weiteren Zahnrad 99 auf
der Welle 20' der unteren Walze 20 in Verbindung steht. Die Walze 21 wird über einen
elastischen Antrieb von einem Getriebe 101 auf der Welle 20' angetrieben, so daß
sich die Walze 21 auf- und abwärts bewegen kann (s. Fig. 9). Ein Paar miteinander
kämmender Ritze1102 und 103 sind nachgiebig durch die Feder 103' nach innen und
außen beweglich auf einem Joch 104 angeordnet, wobei das Ritze1103 mit dem Ritze1105
auf der Welle 21' kämmt und es antreibt. Ein Gehäuse 106 umgibt das Getriebe.
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Die Hauptfeuerungstüren 55 und die Brennerkanäle 55' fluchten, wie
in Fig. 6 dargestellt, mit den Kanalteilen 81 und 82 beiderseits des Oberteils der
Wanne. Jeder der Kanalteile 81 und 82 ist in die Wannenwand eingebaut und ruht auf
waagerechten Trägern 83, die an den senkrechten Seitenteilen 42 befestigt sind.
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In Fig. 1 und 2 ist das allgemein mit 84 bezeichnete Generatorheizsystem
dargestellt; in der dort speziellen gezeigten Ausführungsform ist das Gehäuse 87
als Zuführungsvorrichtung ausgebaut und enthält Gebläse und Dämpfer. durch die erwärmte
Luft von dem Einlaß 85 aus um den Fuchs 92 des Schornsteins geführt wird. 86 und
91 sind Gasgeneratoren in Form von Kanälen, die, etwas voneinander entfernt, mit
Gittersteinen ausgemauert sind. In ihnen wird z. B. Frischluft beim Durchgang durch
86 erwärmt, durch ein Gebläse in das Gehäuse 87 gesaugt und dann durch die Kanäle
88 geleitet, die in der hier dargestellten Anordnung als Einlaßrohre für die Abzugsstücke
dienen. Die heißen Abgase von der Wanne strömen durch die
als Auslasse
dienenden Kanäle 82, durch die Kanäle 89, das Gehäuse 90, den Gasgenerator 91 mit
der Gitterausmauerung und in den Fuchs 92. In die Gehäuse 87, 90 und 92 sind Dämpfer
und Prallwände eingebaut, um den Durchgang der Gase umkehren zu können. Die seitlich
des Kanals 82 eingebauten Brenner dienen zusammen mit den Hilfsbrennern dazu, den
Durchfluß der Gase so umzukehren, daß etwa erst der Regenerator 86 aufgeheizt wird,
worauf er als Luftv orwäriner läuft. Die Kanäle 88 und 89 ruhen auf den Stützen
88' und 89'.
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Während der normalen Beheizung der Tageswanne in ihrer ungekippten
Stellung strömt den Brennern58' Brennstoff aus dem Verteiler 80 durch die Rohre
61' zu. Während des Kippens der Wanne sind die Hilfsbrenner 59' in Betrieb; sie
werden aus genügend langen biegsamen Rohren 59" gespeist, die ebenfalls mit dem
Brennstoffverteiler 80 verbunden sind. Eine ähnliche Brennstoffzuführungsanlage
ist auf der entgegengesetzten Seite der Wanne vorgesehen.
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Abgewandelte Anordnung der kippbaren Tageswanne Es sei hierzu auf
die Fig. 12, 13 und 14 verwiesen, die eine abgeänderte Anordnung zum Kippen der
Tageswanne zeigen. Die Tages- oder Glasschrnelzwanne 110 lagert bei dieser Bauart
auf einer kippbaren Plattform 111 und ist der Tageswanne 10 ähnlich, deren Anbringung
auf der Plattform 23 vorstehend erläutert wurde.
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Bei dieser abgewandelten Bauart enthält die Plattform 111 zwei äußere
Doppel-T-Längsträger 112, die am besten in Fig. 12 dargestellt sind und sich nach
vorn bis 113 erstrecken. Der Vorderteil 113 ist oben etwas abgesetzt und
trägt eine Verstärkungsplatte 113', die nach hinten bis zu dem nach hinten ansteigenden
Auflageteil 113" reicht, der seinerseits an die Auflagefläche 112' der Seitenträger
112 angeschweißt ist. Ein gebogener Schuh 114 mit einem Krümmungsradius von etwa
3,25 m um die Mitte der unteren Walze 20 ist an das vordere Ende des Vorderteils
113 angeschweißt, das mit einem entsprechenden Bogen geschnitten ist. Der Schuh
schneidet den unteren Flansch 112" des Doppel-T-Trägers 112 etwa in der Mitte seiner
Länge. Der Schuh 114 ist beiderseits seines Tiefstpunktes außerdem mit einem senkrechten
Verstärkungssteg 114' versehen, der oben an den Flansch 112" des Doppel-T-Trägers
112 angeschweißt ist.
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Zur besseren Lagerung des vorderen Endes der Plattform 111 beim Kippen
ist beiderseits ein Sockel 115 vorgesehen, der aus einem zusammengeschweißten Rahmen
aus einer waagerechten Grundplatte116, einer senkrechten Endplatte 117, einer gekrümmten
tragenden Bahn 118 mit einem Krümmungsradius von etwa 2,4 m von der Mitte der unteren
Walze 20 aus und oberen Abschlußplatten 119, die die Enden der Bahnen 118 mit der
Endplatte 117 verbinden, und einer senkrechten Versteifungsplatte 120 in der Mitte
besteht.
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Eine Anzahl von Rollen, die zu je einer Einheit 121 zusammengefaßt
sind, trägt auf dem Lagersektor 118 den bogenförmigen Schuh 114 so, daß er eine
Kippbewegung auf der bogenförmigen Bahn dieses Lagersektors um die Mitte der unteren
Walze 20 ausführen kann. Die Rolleneinheit 121 enthält außerdem zwei bogenförmige
Seitenleisten 122, die an dem Schuh 11.4 befestigt sind, in parallelen senkrechten
Bahnen liegen und zwischen sich die in Abständen voneinander liegenden Rollen 123
tragen. Die Rollen 123 drehen sich um waagerechte Abstandszapfen 124, die in den
Seitenplatten 122 gelagert sind. Die tragende Oberfläche der Rollen hat einen Durchmesser
von etwa 45 cm, und die Rollen haben vorstehende Seitenflansche 123', die an den
Enden der tragenden Oberfläche radial nach außen herausragen, so daß sie gegen die
Ränder des Schuhes 114 und der tragenden Bahn 118 zu liegen kommen und dadurch die
Rolleneinheit 121 in tragender Stellung auf der Bahn 118 halten.
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Das hintere Ende der in Fig. 12 gezeigten kippbaren Wanne hat eine
Hebe- und Senkvorrichtung 125. Feststehende senkrechte Stützen 126, die oben waagerechte
Blöcke 126' tragen, sind an jeder hinteren Ecke der Plattform 111 und unter den
seitlichen Doppel-T-Trägern 112 vorgesehen, um die Wanne in ihrer unteren Stellung
zu halten.
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Die Hebevorrichtung 125 kann hydraulisch arbeiten. Je eine Öse 127
ist hinten am Boden der Plattform 111 seitlich befestigt. Ein Kolben 128 trägt ein
Kreuzstück 128', das zwischen den gegabelten Teilen 127' der Öse 127 aufgenommen
und durch einen Drehzapfen 129 drehbar darin befestigt ist. Der Kolben 128 ist in
einem Zylinder 130 mit einem Kopf 130' und einem Boden 131 beweglich. Der Boden
hat eine Querbohrung 131' und wird in einer Öse 132 drehbar durch einen Stift 132'
gehalten und am Boden eines Sammelbehälters 133 befestigt. Der Zylinder 130 ist
mit Zuflußrohren für eine hydraulische Flüssigkeit und mit Steuereinrichtungen dafür
(nicht gezeigt) versehen.
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In Fig. 12 ist die Stellung der gekippten Wanne 110 und ihrer Plattform
111 in gestrichelten Linien gezeigt. Die Wanne wird dabei um die Achse der unteren
Walze 20 geschwenkt. Die tragende Rolleneinheit 121 bewegt sich zusammen mit dem
Schuh 114 gegenüber zu der Bahn 118 während des Auf- und Abwärtskippens der Wanne.
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Im Betrieb treten die Heizgase zu der Wanne 10 oder 110 zunächst durch
die Kanalteile 81, während die Kanalteile 82 als Auslässe für die Abgase dienen.
Die Abgase heizen etwa das Gittermauerwerk in dem Regenerator 91 auf, worauf man
die Gasdurchgangsriehtung umkehrt. Das erhitzte Gittermauerwerk dient dann dazu,
die den jeweils verwendeten Brennern zugeführte Luft vorzuwärmen. Später wird die
Arbeitsrichtung wieder umgekehrt.
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Diese kippbaren Tageswannen haben vorzugsweise eine Kapazität von
etwa 30 t. Die Tatsache, daß sie erst liegend aufgeheizt und dann sogar in angehobener
Stellung weiter beheizt werden können, entspricht einem großen Bedürfnis der Praxis;
diese Wannen sind in ihrem Betrieb sehr anpassungsfähig.
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Ein Arbeitsgang bei ihnen kann etwa aus der Beschickung mit einer
ersten Charge durch die Öffnung 51 und anschließende Aufheizung bestehen. Es folgt
eine weitere Beschickung und anschließend eine weitere Beheizung. Bei der höchsten
Temperatur schmilzt das Glasgemenge nieder, worauf man mit der Temperatur heruntergeht.
Bei der so verminderten Temperatur kippt man die Wannen allmählich durch die motorisch
angetriebenen Kippvorrichtungen und gießt das Glas über den Schnabelstein und zwischen
die Weiterführungswalzen 20 und 21 aus.
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Diese kippbaren Tageswannen können verwendet werden, um Glas in Ziehöfen
oder. Häfen zu gießen und Scheiben daraus herzustellen, oder aber man benutzt die
Wannen in der vorstehend beschriebenen Weise.