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DE1079520B - Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak - Google Patents

Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak

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Publication number
DE1079520B
DE1079520B DER22987A DER0022987A DE1079520B DE 1079520 B DE1079520 B DE 1079520B DE R22987 A DER22987 A DE R22987A DE R0022987 A DER0022987 A DE R0022987A DE 1079520 B DE1079520 B DE 1079520B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tobacco
nicotine
treatment
treated
reaction
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER22987A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Walter Rosenthal
Dr John Staige Davis Jun
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
JOHN STAIGE DAVIS JUN DR
WALTER ROSENTHAL DR
Original Assignee
JOHN STAIGE DAVIS JUN DR
WALTER ROSENTHAL DR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by JOHN STAIGE DAVIS JUN DR, WALTER ROSENTHAL DR filed Critical JOHN STAIGE DAVIS JUN DR
Publication of DE1079520B publication Critical patent/DE1079520B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A24TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24BMANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
    • A24B15/00Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
    • A24B15/18Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
    • A24B15/24Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
    • A24B15/241Extraction of specific substances
    • A24B15/243Nicotine
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A24TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24BMANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
    • A24B15/00Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
    • A24B15/18Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
    • A24B15/28Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by chemical substances
    • A24B15/30Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by chemical substances by organic substances
    • A24B15/32Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by chemical substances by organic substances by acyclic compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Manufacture Of Tobacco Products (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Rauchtabak, der beim Verbrennen einen Rauch mit vermindertem Gehalt an Nikotin bildet.
  • Die Medizin und die Öffentlichkeit haben sich in den letzten Jahren mit dem hohen Prozentsatz an Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Lungenkrebs bei Tabakrauchern befaßt. Da von einigen Fachleuten behauptet wurde, daß diese Schäden durch im Tabakrauch vorhandenes Nikotin und Teere verursacht werden, ist es allgemein üblich geworden, Zigaretten und andere Rauchwaren mit Filtern zu versehen, welche dazu dienen sollen, zumindest einen Teil des Nikotins und der Teere aus dem vom Raucher eingeatmeten Rauch zu entfernen. Die grundlegende Lösung, den Nikotingehalt des Tabaks selbst zu beseitigen oder wesentlich herabzusetzen, wurde auch angewendet. Keines dieser Verfahren zur Verringerung der Menge an Nikotin und Teeren, welche vom Raucher eingeatmet werden, war völlig zufriedenstellend, da beide Verfahren den Geschmack und das Aroma des Tabaks verändern und dadurch den Genuß beim Rauchen herabsetzen.
  • Gemäß dem Verfahren nach der Erfindung zur Behandlung des Tabaks wird der Anteil an Nikotin wesentlich herabgesetzt, welcher imTabakrauch flüchtig wird, ohne jedoch den Geschmack oder das Aroma des so behandelten Tabaks nachteilig zu beeinflussen oder den Genuß des Rauchers herabzusetzen. Das neue Verfahren besteht darin, den Tabak entweder in Form der rohen Blätter, der fermentierten Blätter, des fermentierten und geschnittenen Rauchtabaks oder der fertigen Rauchtabakwaren, wie z. B. Zigarren und Zigaretten, entweder lose oder in Packungen der Einwirkung gewisser niederer Alkylhalogenide unter milden Reaktionsbedingungen auszusetzen.
  • Gemäß dem Verfahren nach der Erfindung wird der Tabak in einem beliebigen Stadium der Herstellung des Fertigproduktes in einem geschlossenen Gefäß bei Temperaturen unter 60° C über die Gasphase 4 bis 20 Stunden lang der Einwirkung von 1 bis 1,3 Mol Monobrom- oder Monochloräthan oder -methan je Mol im Tabak vorhandenen Nikotins ausgesetzt. Vorzugsweise wird der Tabak 4 bis 20 Stunden lang bei einer Temperatur zwischen 45 und 50° C der Einwirkung von Methylbromid ausgesetzt, welches in einer Menge von etwa 1 bis 1,2 Mol pro Mol im Tabak enthaltenen Nikotins zur Anwendung gelangt.
  • Man hat zwar schon Tabak mit gasförmigen Kohlenwasserstoffen behandelt. Dabei hat man nicht gemäß dem Verfahren nach der Erfindung die Behandhing in einem geschlossenen Gefäß bei Temperaturen unter 60° C über die Gasphase 4 bis 20 Stunden lang der Einwirkung quantitativ bestimmter Mengen des obengenannten Monobrom- oder Monochloräthans oder -methans ausgesetzt. Es ist Gegenstand des älteren Patents 1020 554, Tabak vor dem Fermentieren etwa 1 Stunde lang der Einwirkung gasförmiger, sterilisierend wirkender Kohlenwasserstoffe auszusetzen. Die Behandlung kann dabei auch in geschlossenen Gefäßen durchgeführt werden. Die 4 bis 20 Stunden andauernde Einwirkung bestimmter Mengen von Monobrom- oder Monochloräthan oder -methan ist nicht genannt.
  • Das USA.-Patent 1962 145 bezieht sich auf eine Behandlung von Tabak zwecks Verminderung des Nikotingehalts mit Äthylenoxyd. Es ist bekannt, daß Äthylenoxyd ein außerordentlich agressives Reaktionsmittel ist, das mit den verschiedensten organischen Körpern Verbindung eingeht. Das durch diese Entgegenhaltung offenbarte Verfahren setzt einen Fachmann nicht in den Stand, brauchbare oder rauchbare nikotinarme Tabake herzustellen. Tatsache ist, daß bei der in der Entgegenhaltung beschriebenen Behandlungsmethode das Reaktionsmittel dem behandelten Tabak anhaftet, wodurch das Aroma desselben vollkommen zerstört wird.* Der Rauch wirkt auf Zunge und Atmungsorgane beißend und irritierend ein.
  • Der geschilderte Sachverhalt ist in dem USA.-Patent 2 760 495 betont worden. Es wird auf die Ausführung der Patentschrift, Spalte 1, Zeilen 30 bis 36, verwiesen, in denen hervorgehoben wird, daß das Verfahren von Gross und Dixon sich nicht eingeführt hat. Diese Nachteile suchen die Erfinder des USA.-Patents 2760495 durch ein außerordentlich kompliziertes Verfahren zu beseitigen, bei dem Äthylenoxyd in der Gasphase komplizierten Bedingungen unterworfen wird, die mit dem einfachen Verfahren gemäß vorliegender Anmeldung nicht vergleichbar sind.
  • Bei allen bisher bekannten Verfahren haftete das Reaktionsmittel dem behandelten Tabak an, wodurch das Aroma desselben zerstört wurde. Der Rauch wirkte daher auf Zunge und Atmungsorgane beißend und irritierend ein. Diese Nachteile ergeben sich vor allen Dingen bei der Verwendung von Äthylenoxyd, welches ein außerordentlich aggressives Reaktionsmittel ist. Alle bisher bekannten Verfahren konnten daher nicht in die Praxis eingeführt werden. Ein besonderer Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung besteht darin, daß unter Benutzung von Akylhalogeniden ausschließlich eine Reaktion mit den Alkaloiden des Tabaks erfolgt. Die Aromabestandteile bleiben also völlig erhalten, und es ist in dem behandelten Tabak kein Gasrückstand nachweisbar.
  • Dies erklärt sich aus den niedrigeren Siedetemperaturen und dem hohen Dampfdruck der in Betracht kommenden halogenierten Kohlenwasserstoffe.
  • Obgleich es noch nicht eindeutig erwiesen wurde, ist der geringere Nikotingehalt von gemäß der Erfindung behandeltem Rauchtabak wahrscheinlich auf die Reaktion der zur Behandlung dienenden niederen Alkylbalogenide mit dem Nikotin des Tabaks zurückzuführen, wobei sich eine oder mehrere nicht flüchtige brennbare Verbindungen bilden, welche beim Verbrennen des Tabaks in harmlose Verbrennungsprodukte verwandelt werden. Auf diese Weise wird die Verdampfung des Nikotins verhindert. Es wird angenommen, daß die zur Behandlung dienenden Alkylhalogenide mit dem im behandelten Tabak vorhandenen Nikotin im wesentlichen gemäß folgender Gleichung reagieren: Hierin stellt R das Radikal eines niederen Alkyls dar, das nicht über 2 Kohlenstoffatome hat, d. h. ein Methyl- oder ein Äthylradikal, und X Jod, Brom oder Chlor. Wahrscheinlich findet auch in gewissem Maße eine Reaktion zwischen dem zur Behandlung dienenden Alkylhalogenid und dem Stickstoffatom in dem N-Methylpyrrolidinring des Nikotinmoleküls statt, welcher in obiger Formel mit B bezeichnet wird. Demzufolge dürfte gemäß der Erfindung behandelter Tabak ein Gemisch von Nikotinalkylhalogenidreaktionsprodukten einschließlich Verbindungen enthalten, in welchen die Alkylhalogenidanlagerung an einem oder beiden der Stickstoffatome des Nikotinmoleküls stattgefunden bat.
  • Die einzelnen zur Behandlung dienenden Alkylhalogenide, welche sich bei der Behandlung von Tabak gemäß der Erfindung als geeignet erwiesen haben und verhindern, daß Nikotin als solches im Tabakrauch verflüchtigt auftritt, werden in nachstehender Tabelle angeführt:
    Behandlungsmittel
    Siedepunkt Normaler
    Alkylhalogenid physikalischer
    in ° C Zustand
    Methylchlorid ............. -24 Gas
    Methylbromid ............. 3,5 Gas
    Äthylchlorid .............. 13 Gas
    Äthylbromid .............. 38,4 Flüssigkeit
    Diese Agenzien werden in der Dampf- bzw. Gasphase verwendet, um eine innige Berührung des zu behandelnden Tabaks zu gewährleisten und dabei die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung des Geschmacks des Produkts auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Die niedrigersiedenden, zur Behandlung dienenden Stoffe, die im allgemeinen bevorzugt werden, können zur leichteren Handhabung vor der Verwendung gekühlt und verflüssigt werden, um sie dann in Anwesenheit des zu behandelnden Tabaks verdampfen zu lassen.
  • Die höhersiedenden, zur Behandlung dienenden Agenzien werden, obgleich brauchbar, wegen der verhältnismäßig hohen Behandlungstemperatur nicht bevorzugt, welche erforderlich ist, um sie in der Dampfphase zu halten. Weiterhin ist es schwieriger, einen Überschuß an Behandlungsmittel aus dem behandelten Tabak zu entfernen, wenn es höhersiedende Verbindungen sind.
  • Die Brauchbarkeit des Behandlungsmittels wird auch durch die Art des in ihm vorhandenen Halogens beeinflußt. Obgleich Jodide besser reagieren als Bromide oder Chloride,. sind sie nicht zu empfehlen, da festgestellt wurde, daß mit diesen Verbindungen behandelter Tabak dazu neigt, beim Brennen kleine Mengen freien Jods im Rauch abzugeben. Die Chloride sind von den drei brauchbaren Halogeniden am wenigsten reaktionsfähig und erfordern deshalb relativ längere Reaktionszeiten und höhere Reaktionstemperaturen, wodurch der Geschmack des behandelten Tabaks beeinträchtigt werden kann. Deshalb werden die Bromide und insbesondere Methylbromid bevorzugt, da sie reaktionsfähiger als die Chloride sind und doch die erwähnten Nachteile der Jodide nicht aufweisen. Methylchlorid, das sonst ein brauchbares Behandlungsmittel wäre, ist, wirtschaftlich gesehen, wegen seines hohen Dampfdruckes nicht vorteilhaft, da dieser die Verwendung verhältnismäßig teurer druckfester Reaktionsgefäße erfordert.
  • Gemäß dem neuen Verfahren wird das zur Behandlung dienende niedere Alkylhalogenid in einen den zu behandelnden Tabak enthaltenden Reaktionsbehälter gebracht, der dann so lange bei normaler oder erhöhter Temperatur gehalten wird, bis die Behandlung des Tabaks beendet ist. Zahlreiche Faktoren, wie z. B. die Reaktionsbereitschaft des Behandlungsmittels, die Reaktionstemperatur und der Druck, die Konzentration und Menge des verwendeten Behandlungsmittels und der Nikotingehalt des Tabaks beeinflussen die Behandlungszeit. In der Regel werden jedoch Behandlungszeiten angewendet, die zwischen etwa 2 und unter 48 Stunden liegen, in den meisten Fällen aber genügt eine Reaktionszeit von etwa 4 bis 20 Stunden.
  • Die geeigneten Reaktionstemperaturen erstrecken sich von der niedrigsten Temperatur, bei welcher mit dein betreffenden, Behandlungsmittel eine merkliche Reaktion erzielt werden kann, bis zu der Temperatur, bei welcher der Geschmack des Tabaks ernstlich beeinträchtigt wird. Da in den meisten Fällen durch Verwenden von Temperaturen, die unter der normalen Raumtemperatur liegen, kein Vorteil zu erzielen ist, ist die obere Temperaturgrenze von Bedeutung. Es wurde festgestellt, daß die praktische obere Grenze der Reaktionstemperatur 60° C ist, da höhere Temperaturen besonders bei längerer Behandlungszeit den Geschmack des Tabaks beeinträchtigen können. Die bevorzugten Reaktionstemperaturen liegen zwischen etwa 45 und 50° C, da diese ohne Gefahr angewendet werden können und doch hoch genug sind, um mit den obenerwähnten bevorzugten Behandlungsmitteln eine befriedigende Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen. Wollte man hochsiedende Behandlungsmittel, wie Methyl- oder Äthyljodid verwenden, so müßte man bis zu 100° C erhitzen. Derartige Reaktionstemperaturen sind aber nicht zu empfehlen.
  • Die gemäß der Erfindung zur Anwendung gelangende Menge an niederen Alkylhalogeniden ändert sich je nach dem Nikotingehalt des zu behandelnden Tabaks. Da eine völlige Entfernung des Nikotins aus dem Tabakrauch zur Verwirklichung der wesentlichen Vorteile der Erfindung nicht erforderlich ist, braucht nicht das gesamte Nikotin des Tabaks mit dem Behandlungsmittel zur Reaktion gebracht zu werden. Deshalb ist es nicht notwendig, in jedem Falle das Behandlungsmittel in stöchiometrischen Verhältnissen (1 Mol des Behandlungsmittels auf 1 Mol Nikotin) zu verwenden. Da aber andere Faktoren, wie z. B. die Reaktionstemperatur und die Behandlungszeit, die Vollständigkeit der Behandlung beeinflussen, ist es wünschenswert, mindestens 1 Mol Behandlungsmittel für jedes in dem zu behandelnden Tabak vorhandene Mol Nikotin zu verwenden. Es wurde darüber hinaus festgestellt, daß bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn ein Überschuß an Behandlungsmittel verwendet wird, z. B. bis zu 1,3 Mol pro Mol Nikotin. Bei Verwendung des zur Behandlung bevorzugten Methylbromids wird 1,1 bis 1,2 Mol desselben pro Mol Nikotin in dem zu behandelnden Tabak empfohlen. Ein großer Überschuß an Behandlungsmittel sollte aber vermieden werden, da es den Geschmack des Tabaks beeinträchtigen könnte.
  • Die zur Behandlung dienenden Halogenide können entweder einzeln oder untereinander gemischt verwendet werden oder aber mit irgendeinem geeigneten indifferenten Gas verdünnt zur Anwendung gelangen. Beispiel I Von einer bestimmten Menge fermentierten und. geschnittenen, zur Herstellung von Zigaretten geeigneten Rauchtabaks wird eine Nikotinanalyse gemacht. Eine Probe von 910 g des 2,8 Gewichtsprozent Nikotin enthaltenden Tabaks wird in einen Glasbehälter gepackt, der gerade ausreicht, um diese Tabakmenge unterzubringen. Etwa 17,3 g (10 ccm) Methylbromid (etwa 16'% mehr als die stöchiometrische Menge) werden in einer Sole auf etwa -20° C gekühlt. Alsdann führt man das Reagenzglas, welches das Behandlungsmittel enthält, in den mit Tabak vollgepackten Behälter ein. Die Mündung des Glasbehälters wird schnell durch Zuschmelzen in der Flamme vor dem Verdampfen des Methylbromids aus dem Reagenzglas dicht verschlossen. Der dicht verschlossene Behälter wird dann 24 Stunden lang in ein auf etwa 45° C erhitztes Wasserbad gebracht. Dann wird der Behälter dem Bad entnommen, abgekühlt und geöffnet. Der behandelte Tabak wird zu Zigaretten verarbeitet. Der Rauch dieser Zigaretten normaler Größe (7 cm) enthält gewichtsmäßig 0,81 mg Nikotin im Vergleich zu einem Nikotingehalt von 2,55 mg im Rauch einer gleichen Zigarette, die aus dem unbehandelten Tabak hergestellt worden war, welcher derselben Menge entnommen worden war wie die Versuchsprobe. Durch das Verfahren gemäß der Erfindung wird eine Verringerung des Nikotingehalts im Tabakrauch um 68% erreicht. Beispiel II Eine Behandlung in industriellem Maßstab kann erfolgen, indem etwa 90,7 kg rohe Tabakblätter mit einem Nikotingehalt von etwa 2,5 Gewichtsprozent in einen Niederdruck-Wassermantelautoklav gebracht werden und etwa 1,13 kg gekühltes Äthylchlorid hinzugefügt wird. Dann wird der Autoklav auf 55° C erhitzt und 24 Stunden auf dieser Temperatur gehalten. Das entstehende Erzeugnis zeigt nach Verarbeiten zu Zigaretten einen- im wesentlichen unveränderten Geschmack, erzeugt aber beim Verbrennen einen Rauch mit wesentlich geringerem Nikotingehalt.
  • Obgleich es in vielen Fällen möglich ist, durch Einstellen der Reaktionsbedingungen innerhalb der oben angegebenen Grenzen den Nikotingehalt des Rauches des behandelten Tabaks praktisch auf Null herabzusetzen, ist es im allgemeinen nicht wünschenswert, derart vorzugehen, da das entstehende Produkt einen flauen, vielen Rauchern unannehmbar erscheinenden Geschmack hat. Um den wesentlichen Vorteil gemäß der Erfindung zu erzielen, ist es deshalb nicht nötig, das Nikotin völlig aus dem Tabak zu entfernen. Es wird deshalb bevorzugt, die Reaktionsbedingungen derart einzustellen, daß nur etwa 40 bis 801)/o, vorzugsweise aber 50 bis 70% des Nikotins des Tabakrauchs entfernt werden. Natürlich ist jede merkliche Nikotingehaltsverringerung im Rauch, sogar eine so geringe wie 15 bis 20%, von einigem Wert, aber offensichtlich muß ein höherer Prozentsatz entfernt werden, um einen wesentlichen Vorteil zu erreichen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak durch Behandlung mit halogenierten Kohlenwasserstoffen bei Temperaturen unter 60° C, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak in einem beliebigen Stadium der Herstellung des Fertigproduktes in einem geschlossenen Gefäß über die Gasphase 4 bis 20 Stunden lang der Einwirkung von 1 bis 1,3 Mo1 Monobrom- oder Monochloräthan oder -methan je Mol im Tabak vorhandenen Nikotins ausgesetzt wird.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak 4 bis 20 Stunden lang bei einer Temperatur zwischen 45 und 500 C der Einwirkung von Methylbromid ausgesetzt wird, welches in einer Menge von etwa 1 bis 1,2 Mol pro Mol im Tabak enthaltenen Nikotins zur Anwendung gelangt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 618 359. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1020 554.
DER22987A 1957-03-27 1958-03-25 Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak Pending DE1079520B (de)

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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE618359C (de) * 1932-12-04 1935-09-06 Dietrich Brumund Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte
DE1020554B (de) 1951-02-12 1957-12-05 Entpr Generale De Construction Verfahren zur Fermentierung von Tabak

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE618359C (de) * 1932-12-04 1935-09-06 Dietrich Brumund Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte
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