-
Getriebe zur Umwandlung einer Drehbewegung in eine verhältnis gleiche
schrittweise Drehbewegung unter Kraftverstärkung, insbesondere für Elektrizitätszähler
Um einen Zähler oder ein anderes Meßgerät von der Antriebs arbeit für eine Registriervorrichtung,
ein Tarifwerk od. dgl. zu entlasten, kann man in bekannter Weise zwischen dem Zähler
bzw. Meßgerät und der anzutreibenden Vorrichtung ein Kraftverstärkergetriebe mit
Hilfsmotor einschalten. Bekannt ist hierfür beispielsweise ein Getriebe, das die
vom Elektrizitätszähler od. dgl. erzeugte Drehbewegung der Getriebe-Eingangswelle
in eine ihr verhältnis gleiche schrittweise Drehbewegung der GetriebAusgangswelle
umwandelt, und zwar unter Kraftverstärkung mittels eines dauernd laufenden Motors.
-
Die bekannten Getriebe dieser Art sind sowohl im Aufbau als auch
in ihrer Wirkungsweise alle mehr oder minder kompliziert. Ihre vielen Einzelteile,
die sich teils. drehen und teils hin und her schwenken müssen, erfordern zahlreiche
Lagerstellen, und die Herstellung der Einzelteile und Lagermittel sowie auch der
Zusammenbau erfordern, damit das Getriebe ordnungsgemäß und störungsfrei arbeitet,
viele Be arbeitungsgänge verschiedenster Art, viel Zeit und größte Sorgfalt und
Fachkenntnis.
-
Von den bekannten Getrieben unterscheidet sich das Getriebe nach
der Erfindung unter allen diesen Gesichtspunkten sehr vorteilhaft. Es besitzt verhältnismäßig
wenig Einzelteile, es beschränkt sich fast ausschließlich auf umlaufende Teile,
es ist im Aufbau und in der Herstellung wesentlich einfacher, und es hat dabei auch
noch den Vorteil, daß sich die Eingangswelle und die Ausgangswelle des Getriebes
in einer gemeinsamen Achslinie hintereinander befinden und hierdurch auch den Einbau
des Getriebes zwischen dem Zähler od. dgl. einerseits und der von diesem anzutreibenden
Vorrichtung andererseits erleichtern und vereinfachen.
-
Erfindungsgemäß ist ein Getriebe zur Umwandlung einer Drehbewegung
der Getriebe-Eingangswelle in eine ihr verhältnisgleiche schrittweise Drehbewegung
der Getriebe-Ausgangswelle unter Kraftverstärkung der übertragenen Bewegung mittels
eines dauernd laufenden Hilfsmotors, insbesondere zur Übertragung der Drehbewegung
eines Elektrizitätszählers, dadurch gekennzeichnet, daß bei Hintereinanderanordnung
der Eingangswelle und der Ausgangswelle in einer gemeinsamen Achsenlinie ein Schlepparm
mit dem einen seiner beiden Enden drehbar an einem exzentrischen Kurbelzapfen der
Eingangswelle angebracht ist und an seinem anderen Ende sowohl mit einem Ubertragungsfinger,
der in einen Gabelarm der Ausgangswelle eingreift, als auch mit einem Sperrfinger
versehen ist, daß eine Reihe von Anschlägen in gleichen Abständen voneinander auf
einem zur Getriebeachse lconzentrischen Kreis derart angeordnet ist, daß der Sperrfinger
bei seinem Fortbewegen von der Getriebeachse bis in
die Zwischenräume der Anschläge
gelangt, und daß der Hilfsmotor, dessen Drehzahl gleich oder größer ist als die
höchstvorkommende Drehzahl der Eingangswelle, entweder die in diesem Falle um die
Getriebeachse kreisförmig drehbeweglichen Anschläge oder die eine Hälfte einer Schlupfkupplung,
deren andere Hälfte auf der Ausgangswelle befestigt ist, dauernd antreibt.
-
Ein Ausführungsbeispiel dieses Getriebes nach der Erfindung ist in
der Zeichnung dargestellt. Das Beispiel zeigt eine Reihenschaltung zweier Getriebe;
das eine dieser beiden Getriebe ist mit der strichpunktierten Linie 14 umgrenzt,
erläutert wird nachfolgend zunächst das andere Getriebe.
-
Ein Zähler 77 treibt die Eingangswelle 1 des Getriebes im Pfeilsinne
an. An dieser Welle ist erzen trisch ein Kurbelzapfen 2 angebracht, auf dem ein
Schlepparm 3 gelagert ist. Konzentrisch zur Eingangswelle 1 ist ein Zahnrad 4 gelagert,
das von einem Hilfsmotor M dauernd im Pfeilsinne angetrieben wird und mit einem
Kranz von fingerartigen Anschlägen 5 versehen ist, die mit einem Sperrfinger 6 des
Schlepparmes 3 zusammenarbeiten. In rückwärtiger Verlängerung des Sperrfingers 6
greift ein Übertragungsfinger 7 mit radialem Spiel in den Schlitz eines auf der
Ausgangswelle 8 sitzenden Gabelarmes 9.
-
Auf dieser Welle 8 sitzt ein Zahnrad, das durch eine Feder 11 gebremst
ist.
-
Mit dem Zahnrad 10 kämmt ein Rad 12, das auf der Eingangswelle 13
des zweiten, mit der strichpunktierten
Linie 14 umrandeten Getriebes
sitzt Auch dieses Getriebe besitzt einen Kranz von Anschlägen 15, die jedoch im
Gegensatz zu den Anschlägen 5 des ersten Getriebes feststehend angebracht sind.
Die Anschläge 15 arbeiten mit einem Sperrfinger 16 an einem )schlepparm 3' zusammen.
Der Schlepparm 3' sitzt wiederum auf einem Kurbelzapfen, der exzentrisch an der
Eingangswelle 13 des Getriebes angebracht ist.
-
Eine Feder 17 sucht den Schlepparm 3' nach außen in den Eingriffsbereich
der Anschläge 15 zu bewegen.
-
Auch hier greift wieder ein Übertragungsfinger 18 des Schlepparmes
3' mit radialem Spiel in einen auf der Abtriebswelle 130 sitzenden Gabelarm 19.
Auf der Abtriebswelle 130 sitzt noch der eine Teil 20 eines Schlupfgetriebes, dessen
anderer Teil 21 von dem Hilfsmotor H - es kann dafür auch der Motor M verwendet
werden - dauernd im gleichen Sinn angetrieben wird. Der Teil 21 übt somit auf den
Teil 20 dauernd eine Schleppkraft im Antriebssinn aus. Das Schlupfgetriebe20, 21
ist in der Zeichnung als ein mit Schlupf arbeitender Drehfeldmotor gezeichnet.
-
Die Anordnung arbeitet folgendermaßen: Sobald sich die Eingangswelle
1 im Pfeilsinne so weit ge dreht hat, daß der Sperrfinger 6 in den Umlaufweg der
Anschläge 5 greift, wird der Schlepparm 3 ein Stück weit mitgenommen Der Mituahmeweg
ist um so größer, je schneller die Eingangswelle 1 den Kurbelzapfen 2 nachdreht.
Die Abtriebswelle 8 des Getriebes führt also bei wechselnder Drehzahl der Eingangswelle
ungleich große Schritte aus. Natürlich muß die Umlaufzahl der Anschläge 5 mindestens
gleich der fIöchstdrehzahl der Eingangswelle 1 sein.
-
Der Schlepparm 3 nimmt während der Eingriffszeit über die Teile 7
und 9 die Ausgangswelle 8 ein entsprechendes Stütz mit, bevor er wieder ausgekuppelt
wird. Während der Auskupplungszeit wird die Weile 8 von der Feder 11 festgehalten.
Sobald sich die Welle 1 wieder weitergedreht hat, kuppelt sich der Schlepparm 3
erneut ein und schaltet die Welle 8 entsprechend fort.
-
Die Abtriebswelle 130 des zweiten Getriebes ist für gewöhnlich über
die Teile 19, 18 und 16 an einem der Anschläge 15 verklinkt. Erst wenn sich die
Eingangswelle 13 so weit gedreht hat, daß der Sperrfinger 16 außer Eingriff kommt,
kann die Schlupfkupplung20, 21 die Welle 130 um eine Anschlagteilung weiterdrehen,
denn der Sperrfinger 16 legt sich inzwischen wieder an den nächsten Anschlag, bis
er durch entsprechende Drehung der Welle 13 wieder ausgerückt wird und die Welle
130 einen weiteren Schritt zurücklegt. Die Schrittgröße der Welle 130 ist eindeutig
durch die Abstände der Anschläge 15 festgelegt, so daß also der Abtrieb stets um
gleiche Schritte fort geschaltet wird.
-
Die Kraftverstärkung der beschriebenen Getriebe ermöglicht eine sehr
starke Entlastung der Zähler od. dgl. nicht nur von der Antriebsarbeit für das Tarifgerät
usw., sondern auch von der Reibung des Getriebes selbst, wenn man dem Kurbelzapfen
2 bzw. 2' einen genügend kleinen Kurbelradius gibt oder die Teile 5 und 6 entsprechend
abschrägt. Das Getriebe ist sowohl in solchen Fällen von besonderem
Vorteil, in denen
eine mit der Drehzahl der Eingangswelle abnehmende Schrittgröße erwünscht ist, als
auch in solchen, bei deneneinegleichbleibendeSchrittgröße verlangt wird. Da ferner
der Hilfsmotor dauernd läuft, kann er gewünschtenfalls zusätzlich auch für einen
Zeitwerksantrieb und andere Zwecke verwendet werden, im Gegensatz zu bekannten Kraftverstärkergetrieben,
bei denen der Motor nur intermittierend läuft. Bei Verwendung für Zeitwerksantrieb
muß der Motor konstante Drehzahl haben, also beispielsweise ein Synchronmotor sein.
-
PATENTANSPRUCISE 1. Getriebe zur Umwandlung einer Drehbewegung der
Getriebe-Eingangswelle in eine ihr verhältnisgleiche schrittweise Drehbewegung der
Getriebe-Ausgangswelle unter Kraftverstärkung der übertragenen Bewegung mittels
eines dauernd laufenden Hilfsmotors, insbesondere zur Übertragung der Drehbewegung
eines Elektrizitätszählers, dadurch gekennzeichnet, daß bei Hintereinanderanordnung
der Eingangswelle (1 bzw. 13) und der Ausgangswelle (8 bzw. 130) in einer gemeinsamen
Achsenlinie (Getriebeachse) ein Schlepparm (3 bzw. 3') mit dem einen seiner beiden
Enden drehbar an einem exzentrischen Kurbelzapfen (2 bzw. 2') der Eingangswelle
(1 bzw. 13) angebracht ist und an seinem anderen Ende sowohl mit einem Übertragungsfinger
(7 bzw. 18), der in einen Gabelarm (9 bzw. 19) der Ausgangswelle (8 bzw. 130) eingreift,
als auch mit einem Sperrfinger (6 bzw. 16) versehen ist, daß eine Reihe von Anschlägen
(5 bzw. 15) in gleichen Abständen voneinander auf einem zur Getriebeachse konzentrischen
Kreis derart angeordnet ist, daß der Sperrfinger (6 bzw. 16) bei seinem Fortbewegen
von der Getriebeachse bis in die Zwischenräume der Anschläge gelangt, und daß der
dauernd laufende Hilfsmotor (M bzw. H), dessen Drehzahl gleich oder größer ist als
die höchstvorkommende Drehzahl der Eingangswelle (1 bzw. 13), entweder (untere Hälfte
der Zeichnung) die in diesem Falle um die Getriebeachse kreisförmig drehbeweglichen
Anschläge (5) oder (obere Hälfte der Zeichnung) die eine Hälfte (21) einer Schlupfkupplung
(20, 21), deren andere Hälfte (20) auf der Ausgangswelle (130) befestigt ist, dauernd
antreibt.
-
2. Reihenschaltung zweier Getriebe nach Anspruch 1, insbesondere
zur Anwendung bei Elektrizitätszählern, dadurch gel'ennzeielnet, daß an die Ausgangswelle
(8) des einen Getriebes (untere Hälfte der Zeichnung), bei dem der Hilfsmotor (elf)
die Anschläge (5) antreibt, die Eingangswelle (13) des zweiten Getriebes (obere
Hälfte der Zeichnung) angeschlossen ist, bei dem der Hilfsmotor (H) iiber eine Schlupfkupplung
(20, 21) die Ausgangswelle (130) des Getriebes antreibt.