DE1078247B - Sicherheitsarmatur fuer Kernreaktoranlagen - Google Patents
Sicherheitsarmatur fuer KernreaktoranlagenInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G21—NUCLEAR PHYSICS; NUCLEAR ENGINEERING
- G21C—NUCLEAR REACTORS
- G21C9/00—Emergency protection arrangements structurally associated with the reactor, e.g. safety valves provided with pressure equalisation devices
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Description
DEUTSCHES
Manche Reaktoranlagen weisen zwei getrennte Systeme mit verschiedenen Medien auf, von denen das
eine notfalls in das System des anderen übertreten können muß. Zwei Beispiele hierzu veranschaulicht
Fig. 5, die im Teilausschnitt eine Reaktorschaltung mit zwei getrennten Systemen zeigt. Gemäß Fig. 5
führt der Reaktor 17 als erstes Medium in seinem Primärkreislauf 18 mit der Pumpe 19, dem Wärmetauscher
20 und der Moderatorabzweigleitung 21 mit Pumpe 22 und Wärmetauscher 23 schweres Wasser.
Als zweites, davon verschiedenes Medium führt er im Sekundärkreislauf 24 mit der Pumpe 25 leichtes Wasser
(zur Verdampfung). Für den Übertritt des einen Mediums (leichtes Wasser) in den Kreislauf des anderen
Mediums ist die Überbrückungsleitung 26 mit der Sicherheitsarmatur 27 vorgesehen. Sie gibt den Weg
für das leichte Wasser nur frei, wenn der Druck im Schwerwasserkreislauf 18 bzw. 21 infolge einer Betriebsstörung
unzulässig absinkt. Durch die Zuschaltung des Leichtwasserkreislaufes wird aber größerer
Schaden am Reaktorkern verhindert.
In die Reaktorschaltung nach Fig. 5 ist weiter der unter Druck stehende Behälter 28 einbezogen, der über
die zweite Sicherheitsarmatur 29 mit Verbindungsleitung 30 an den Reaktor angeschlossen ist. Der Be-
halter 28 ist mit einer borhaltigen Flüssigkeit (im folgenden Borlösung genannt) gefüllt. Er entleert
diese Flüssigkeit in den Reaktorkessel nur, wenn beispielsweise die Regel- und Abschaltstäbe versagen und
eine Notabschaltung des Reaktors auf andere Weise nicht mehr möglich ist. Es liegen also auch hier zwei
verschiedene, voneinander getrennte Medien (leichtes Wasser und Borlösung) vor, von denen das eine
bei geöffneter Sicherheitsarmatur in das System des anderen übertreten kann.
Gegenstand der Erfindung ist eine Sicherheitsarmatur, die bei größter Einfachheit im Aufbau die
Funktionen Trennung und Übertritt der Medien besonders vorteilhaft zu verwirklichen gestattet. Die
Lösung besteht darin, daß die Armatur eine absolut dichte, steuerbare Sollbruchstelle besitzt und als
Durchbruchsorgan ein Kolben mit Steuerstößel vorgesehen ist.
Unter Steuerbarkeit wird die konstruktiv beeinflußte gleichmäßige Zuordnung von Kolbendruck
und Durchbruchsquerschnitt während des Durchbruchsvorganges verstanden. Näheres ist aus der
Zeichnung zu entnehmen, in der schematisch einige Ausführungsbeispiele der neuen Sicherheitsarmatur
veranschaulicht sind. Es zeigt
Fig. 1 die Armatur im Längsschnitt mit Membrandichtung und Ringelementen (Sollbruchstelle),
Fig. 2 die Sollbruchstelle gemäß Fig. 1, abgewandelt mit Schweißnahtdichtung,
Sictierheits armatur
für Kernreaktoranlagen
für Kernreaktoranlagen
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke
Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Siegfried Uthe, Erlangen,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Fig. 3 die Sollbruchstelle gemäß Fig. 1, abgewandelt mit Ringdichtung,
Fig. 4 eine Sollbruchstelle mit konischen Ringelementen und Membrandichtung und
Fig. 5 einen Teilausschnitt einer Reaktorschaltung mit zwei getrennten Systemen (bereits eingangs erläutert).
Gemäß Fig. 1 besitzt die Armatur die absolut dichte, gesteuerte Sollbruchstelle 1 bis 4, im einzelnen
bestehend aus den Ringelementen 1, 2 mit der Mittelscheibe
3, die die Steuerelemente darstellen und im folgenden Verschlußteile genannt werden, und der
Membrandichtung 4. Als Durchbruchsorgan ist der Kolben 5 mit S teuer stoß el 6 vorgesehen, von denen
der Stößel zur Ausübung seiner Steuerfunktion am Betätigungsende treppenförmig abgestuft ist. Hierdurch
wird erreicht, daß beim öffnen der Sollbruchstelle ein günstiges und gleichbleibendes Übersetzungsverhältnis
von Kolbenfläche und jeweils abzuhebender Sollbruchstellenfläche (Mittelscheibe oder Ring) bestehenbleibt,
im Sinne einer möglichst kleinen Durchbruchskraft.
Die Buchstaben A und B zu beiden Seiten der Armatur zeigen die Einbaulage der Armatur in der
Anlagenschaltung (vgl. Fig. 5).
Das Armaturgehäuse besitzt die Gestalt eines Rohrkörpers und besteht aus den aneinandergeschweißten
Teilen 7, 8 mit Flanschen 9, 10. Mit dem Bund 11 des Verschlußsitzes ist die Membrandichtung 4 verschweißt.
Die Stege 12 der Armatur dienen zur Führung des Stößels 6, der entsprechend Kreuzquerschnitt
aufweist. Das Gitter 13 stellt eine Fangvorrichtung für die herausgestoßenen Verschlußteile dar. Das
Rohr 14 ist Teil einer Atmungs- und Leckleitung.
909 767/332
Schließlich gibt das gestrichelt eingezeichnete Feld' 15
die Lage des Kolbens in der Öffnungsstellungf an.
Im störungsfreien Betrieb der Reaktoranlage, d. h. bei Druckausgleich in den Rohrleitungsteilen vor und
hinter der Sollbruchstelle, nehmen Kolben und Stößel die in Fig. 1 gezeigte Stellung ein. Die Höhe des
Druckes, mit der die Membran 4 beaufschlagt wird, hängt von der Festigkeit der Verschlußteile 1 bis 3 ab.
Tritt nun einer der eingangs erwähnten Störungsfälle ein, so werden Stößel und Kolben gegen die Sollbruchstelle
bewegt. Dazu genügt im Falle der erwähnten Notabschaltung mit Borlösung (Armatur 29 in
Fig. 5) schon, daß der Druck der einströmenden Borlösung vor dem Kolben 5 um den Druckverlustabfall
in der geöffneten Sollbruchstelle höher ist als der Druck im Primärkreislauf 18 bzw. 21. Im Falle der
Zuschaltung des Sekundärkreislaufes (Armatur 27 in Fig. 5) öffnet die Sicherheitsarmatur gemäß der Erfindung
selbsttätig, sobald der Druck im Primärkreislauf kleiner wird als im Sekundärkreislauf.
Der jeweilige Druckunterschied bewegt den Stößel 6 gegen die Verschlußteile 1 bis 3., und es baut sich
wegen des günstig gewählten Übersetzungsverhältnisses von Kolbenfläche und Mittelscheibenfläche eine
genügend große Durchbruchskraft zur Zerstörung der Membrandichtung 4 auf. Mit dem Zerreißen der
Membrandichtung werden die Verschlußteile nacheinander abgehoben. Infolge der treppenförmigen Gestaltung
des Stößelendes bleibt das erwähnte günstige Übersetzungsverhältnis auch beim Herausstoßen der
Verschlußteile weitgehend bestehen.
Bei der Öffnungsbewegung schließt der Kolben 5 die Atmungsleitung 14. Das hereinströmende Medium,
z. B. leichtes Wasser oder Borlösung, ergießt sich in den Primärkreislauf des Reaktors bzw. in das Reaktorgefäß.
Die Verschlußteile werden vom Fanggitter 13 aufgefangen.
Die Abdichtung der Sollbruchstelle kann mannigfach abgewandelt werden.
Fig. 2 zeigt eine Lösung, bei der die Dichtungsmembran fortgelassen ist und dafür die Ringelemente
außen an den Trennfugen verschweißt oder hartgelötet sind.
Bei der Anordnung nach Fig. 3 sind die Ringelemente gekerbt und tragen in ihre Trennfugen eingelötete
oder eingeschweißte Dichtringe 15.
Auch die Verschlußteile können, wie Fig. 4 zeigt, anders gestaltet sein, z. B. konisch. Als Dichtung ist
wieder eine Membran 16 vorgesehen.
Über die bisher gezeigten Änderungen hinaus sind zusätzliche Maßnahmen möglich. Beispielsweise kann
bei Verwendung einer Membran die Membran Bruchkerben aufweisen. Es kann ferner der Stößel einen den
Verschlußquerschnitt ausfüllenden Zylinderschaft mit Durchtrittskanal aufweisen. Es können Federn als
Rückstellorgane für Stößel und Kolben oder als gemeinsames Befestigungsmittel für die Verschlußteile
verwendet werden.
Claims (8)
1. Sicherheiitsarmatur für Reaktoranlagen mit mindestens zwei verschiedenen Medien, von denen
das eine notfalls über die Armatur in das Leitungs- oder Behältersystem des anderen Mediums
übertreten soll, dadurch gekennzeichnet, daß die Armatur eine absolut dichte, steuerbare Sollbruchstelle
besitzt und als Durchbruchsorgan ein Kolben mit Steuerstößel vorgesehen ist.
2. Sicherheitsarmatür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle die Gestalt
eines aus Ringelementen mit Mittelscheibe bestehenden Verschlusses besitzt, welcher mit einer
Dichtungsmembran überzogen ist, und daß der Steuerstößel am Betätigungsende treppenförmig
abgestuft ist.
3. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußteile konische
Form aufweisen.
4. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußteile
durch Schweißnähte oder Lötung abgedichtet sind.
5. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußteile in
den Fugen durch eingelötete oder angeschweißte Dichtringe abgedichtet sind.
6. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Stößel und Kolben im Falle,
daß der Stößel den Verschlußquerschnitt ausfüllt, einen gemeinsamen Durchtrittskanal, z. B. eine
axiale Bohrung, aufweisen.
7. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel Kreuzquerschnitt
aufweist.
8. Sicherheitsarmatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsmembran Bruchkerben
aufweist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES60752A DE1078247B (de) | 1958-11-27 | 1958-11-27 | Sicherheitsarmatur fuer Kernreaktoranlagen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES60752A DE1078247B (de) | 1958-11-27 | 1958-11-27 | Sicherheitsarmatur fuer Kernreaktoranlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1078247B true DE1078247B (de) | 1960-03-24 |
Family
ID=7494338
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES60752A Pending DE1078247B (de) | 1958-11-27 | 1958-11-27 | Sicherheitsarmatur fuer Kernreaktoranlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1078247B (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| EP0033085A3 (en) * | 1980-01-23 | 1981-09-09 | Kraftwerk Union Aktiengesellschaft | Thermally insulating closure system for pressure relief apertures in separating walls, particularly in nuclear reactor buildings |
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| JP2020531812A (ja) * | 2017-08-15 | 2020-11-05 | ジーイー−ヒタチ・ニュークリア・エナジー・アメリカズ・エルエルシーGe−Hitachi Nuclear Energy Americas, Llc | 非常に単純化された沸騰水型原子炉のための減圧および冷却剤注入システム |
-
1958
- 1958-11-27 DE DES60752A patent/DE1078247B/de active Pending
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| US10203043B2 (en) | 2015-11-16 | 2019-02-12 | Ge-Hitachi Nuclear Energy Americas Llc | Systems and methods for high-reliability valve opening |
| JP2020531812A (ja) * | 2017-08-15 | 2020-11-05 | ジーイー−ヒタチ・ニュークリア・エナジー・アメリカズ・エルエルシーGe−Hitachi Nuclear Energy Americas, Llc | 非常に単純化された沸騰水型原子炉のための減圧および冷却剤注入システム |
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