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Schrittschaltvorrichtung für Schreibwagen von Schreibmaschinen Der
Schreibwagen von Schreibmaschinen sowie von Schreib-, Rechen-, Buchungs- u. dgl.
Maschinen stellt mit seiner Schreibwalze und den anderen dem Transport der Schreibunterlage
dienenden Teilen im Verhältnis zu den anderen bewegten Teilen der Maschine eine
relativ große Masse dar. Der Schreibgeschwindigkeit sind daher durch die Bewegung
des Schreibwagens bei jedem Schaltschritt infolge .der Beschleunigung dieser relativ
großen Masse Grenzen gesetzt. Außerdem treten bei den bekannten Ausführungen bei
der Schritt- bzw. Wagenschaltung schlagartige Stöße auf, die nicht nur hinsichtlich
der Beanspruchung der Schrittschaltelemente, sondern auch wegen der dabei auftretenden
Schlaggeräusche unerwünscht sind.
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Um den Wagenschritt funktionsmäßig besser zu gestalten, ist man bei
den bekannten Schrittschalteinrichtungen mit Schaltschloß und Schrittschaltzahnstange
von der starren Verbindung des Schaltschlosses mit dem Rahmen abgegangen und hat
durch federnde Anordnung des Schaltschlosses oder durch Bremsung des Papierwagens
das schädlicheAufschlagen der Teile gegeneinander zu vermeiden gesucht. Bei einer
Bauart einer Wagenschrittschaltvorrichtung wurde vorgeschlagen, zwischen den nacheinander
verbundenen Fortschalt- und Sperrelementen Federn anzubringen, um beim Schaltschritt
ein Vorschnellen des Wagens zu verhindern. Auch durch nachgiebige, stoß- und schalldämpfende
Lagerung der Schrittschaltzahnstange wurde versucht, eine stoßfreie und sichere
Einstellung des Schreibwagens zu erreichen. Eine weitere Ausführung benutzt für
die Wagenschrittschaltung Doppelklinken, die mit jedem Wagenschritt abwechselnd
mit der Schrittschaltzahnstange des Schreibwagens zum Eingriff kommen. Zur Dämpfung
der Wagenbewegung bei der Schrittschaltung dient bei dieser Ausführung ein Öldämpfer,
der mit den Schrittschaltklinken in Wirkungsverbindung steht.
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Bei Benutzung einer Schreibmaschine, z. B. als Ausgabeeinheit zur
raschen Wiedergabe der in einet elektronischen Rechenmaschine gebildeten Resultate,
wird der Anschlag der Typen an Stelle von Handbetätigung der Tasten von den Tasten
zugeordneten elektrischen Schaltmitteln, z. B. Elektromagneten, ausgelöst. Durch
die in rascher Folge von der Rechenmaschine auf die Tastenmagnete gegebenen Impulse
wird. die Anzahl der Typenanschläge gegen die Druckunterlage so erhöht, daß in der
Sekunde mehr als 25 Schriftzeichen geschrieben werden. Eine derartige Erhöhung der
Anzahl der Typenanschläge erfordert zwingend eine Verbesserung der Schrittschaltvorrichtung.
Zur Überwindung der Trägheit des Schreibwagens ist es bei dieser hohen Schreibgeschwindigkeit
notwendig, die Kräfte für den Transport bzw. für die Schrittschaltung des Wagens
zu vergrößern. Naturgemäß führt eine solche Erhöhung bei unter Federwirkung stehenden
Schreibwagen zu einer wesentlich größeren Beanspruchung der dem Wagentransport dienenden
Schaltelemente. Abgesehen davon,.daß eine derartigeErhöhung derAntriebskräfte für
den Schreibwagen zu einer wesentlich größeren Beanspruchung der dem Wagenschritt
dienenden Schaltglieder führt, ist auch die sichere Funktion der Wagenschrittschaltung
in Frage gestellt. Ferner werden stärkere Schlaggeräusche auftreten, die für den
Bediener der Maschine sehr störend sind. Außerdem besteht bei der Erhöhung der Antriebskraft
für eine schnellere Schrittschaltung des Schreibwagens der Nachteil, daß dieser
z. B. beim Anschlag zurückfedert, so daß ein unsauberes Schriftbild entsteht. Um
bei der erhöhten Anzahl von Typenanschlägen eine angepaßte und korrekte Schrittschaltung
des Schreibwagens zu erreichen, ist es u. a. notwendig, die Schaltklinke in ihre
Arbeits- und Grundstellung zu überführen, bevor der verhältnismäßig schwere Schreibwagen
in die neue Schreibstellung gelangt ist.
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Da die bekannten Ausführungen, welche im wesentlichen nur einfache
längsverschiebliche Anordnungen von einem der Schaltglieder vorsehen, ein stoßfreies
Anhalten des Schreibwagens erreichen und die schnellere Schrittschaltung insbesondere
davon abhängig ist, wie schnell die Schaltklinke zur Verfügung steht, haben die
bekannten Schrittschalteinrichtungen den Nachteil, daß sie zu langsam arbeiten.
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Mit dem Gegenstand der Erfindung ist es nunmehr möglich, die Schreibeschwindigkeit
der Schreib-23
maschinen mit unter Federwirkung stehenden Schreibwagen
zu erhöhen, ohne daß dabei ein Wagenrückprall oder einÜ'berspringen derSchaltklinke
bei der Schrittschaltung auftritt.
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Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die in Längsschlitzen
geführte, unter der Wirkung einer Zugfeder stehende Schrittschaltzahnstange gegen
den Schreibwagen und die von einem drehbeweglich angeordneten Zwischenhebel getragene,
ebenfalls längsbeweglich geführte und federbelastete Schaltklinke gegen die Schrittschaltzahnstange
relativ und parallel zur Schreibwalzenachse verschiebbar sind. Gemäß der Erfindung
ist jede dieser Relativbewegung kleiner als die Zahnteilung der Schrittschaltzahnstange
und ihre Summe nicht größer als die Zahnteilung derselben. Durch die begrenzte längsverschiebbare
und federnde Anordnung sowohl der Schaltklinke als auch der Schaltzahnstange und
deren relative Verschiebung wird in einfacher Weise gegenüber den bekannten Ausführungen
für den schnelleren Schaltschritt der wesentliche Vorteil erreicht, daß die Schaltklinke
bereits ihreArbeitsstellüng einnimmt, bevor derSchreibwagen die endgültige Schreibstellung
erreicht hat.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht noch darin, daß die durch
den federbelastetenZwischenhebel veranlaßte Drehbewegung für die Auslösung der Schaltklinke
um den festen Stift als Drehachse erfolgt, der gleichzeitig zur Längsführung .der
Schaltklinke parallel zur Schreibwalzenachse dient.
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Die Erfindung wird an einer Schreibmaschine mit einer stetig umlaufenden
Antriebswalze als Ausführungsbeispiel erläutert. Es zeigt Fig. 1 einen Ausschnitt
der Schreibmaschine mit der S chrittschaltvorrichtung, Fig.2 die Schaltklinkenstellung
kurz vor der durch Tastenbetätigung ausgelösten Schrittbewegung und Fig. 3 die Klinkenstellung
nach der Schrittbewegung der Schrittschaltzahnstange.
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Die unter der Steuerung derTypenhebe16 (Fig. 1, 2) stehende Schrittschaltvorrichtung
besteht im wesentlichen aus der mit dem Schreibwagen 2 verschiebbar verbundenen
Schrittschaltzahnstange 3, der Schaltklinke 4 und dem Schalthebel 5. Der Wagen 2,
der außer der Schreibwalze 7 noch die nicht dargestellte Zeilenschalt- und Tabuliereinrichtung
trägt, wird mittels eines Bandes 8 unter der Wirkung einer nicht dargestellten Federtrommel
schrittweise an der Druckstelle 9 vorbeibewegt. In die Zähne 10 der Zahnstange3,
deren Teilung dem Mittenäbstand zweier Buchstaben der benutzten Schriftart entspricht,
greift die Schaltklinke 4 ein, die mit ihrem Schlitz 16 dreh- und gleitbar auf einem
im Maschinenrahmen befestigten Stift 17 gelagert ist. Unter der Schaltklinke 4 befindet
sich parallel zu dieser angeordnet ein Zwischenhebel 22, der mit Bewegungsspiel
auf dem festen Stift 17 gelagert ist und von einer Feder 25 in der in Fig. 2 gezeigten
Lage gehalten wird. Der Zwischenhebel 22 hat eine Abkröpfung 26, die an dem Ende
15 der Klinke 4 angreift. Auf die Abkröpfung wirkt ein Arm 23 des Schalthebels 5.
Der Schalthebel 5 ist durch einen Schraubenbolzen 19 am Maschinenrahmen drehbar
befestigt und durch einen Lenker 20 mit der Universalstange 21 verbunden. Die Universalstange
21 wird durch Federn (nicht dargestellt) in ihrer Grundstellung gehalten und= durch
jeden der Typenhebel 6 gerade in dem Zeitpunkt bewegt, in welchem der Typenhebel
die Typenführung 9 kurz vor dem Abdruck erreicht. Die Typenhebel sind in bekannter
Weise im Typenkorb 27 drehbar gelagert und je durch einen Lenker 31 mit einem Zwischenhebel
28 verbunden, der durch den angeschlagenen Tastenhebel 29 ausgelöst und über einen
Nockenhebel 28a von der Antriebswalze 30 betätigt wird. Weiterhin ist die Schrittschaltzahnstange
3 mit ihrenSchlitzen33 auf mehreren im Schreibwagen2 befestigten Stiften
32 parallel zum Schreibwagen verschiebbar gelagert. Eine Feder 34 zwischen
dem Ansatz 35 des Schreibwagens und einen an der Schrittschalt-Zahnstange 3 befestigten
und durch eine Öffnung 36a des Schreibwagens ragenden Stift 36 zieht die Zahnstange
nach links (Fig. 3), so daß das rechte Ende 37 der Schlitze 33 gegen die Stifte
32 stößt, wenn der Klinkenzahn 13 der Schaltklinke 4 nicht an einer Zahnflanke 11
anliegt (Fig.3). Sobald der Schalthebel 5 beim Anschlag einer Type betätigt wird,
kommt die Klinke 4 durch den Hebel 22 aus der in Fig. 2 gezeigten Lage außer Eingriff
mit der Schrittschaltzahnstange. Durch die Anordnung des Zwischenhebels 22 wird
verhindert, daß die Klinke 4 direkt mit dem Schalthebel s zusammenwirkt und diesen
in seiner Wirkung behindert. Durch die Bewegung des Schalthebels 5 wird über den
Zwischenhebel 22 der Klinkenzahn 13 der Schaltklinke 4 über den Scheitel 12 des
Zahnes 10 der Schrittschaltzahnstange hinweg angehoben, so daß die Klinke 4 unter
der Wirkung einer an ihr und dem Maschinenrahmen befestigten Feder 18 nach rechts
schnellt und im Uhrzeigersinne um den Stift 17 gedreht wird, so daß sich der Klinkenzahn
13 auf die schräge Zahnflanke 14 des nächstfolgenden Zahnes 10 der Schrittschaltzahnstange
legt. Nach dem Rückgang des Schalthebels 5 wird der Zwischenhebel freigegeben.
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Nach jeder Betätigung des Schalthebels 5 wird aber auch sofort die
eine gegenüber dem Wagen geringe Masse aufweisende Schrittschaltzahnstange unter
der Wirkung der Feder 34 schnell nach links bis zum Anschlag der Schlitzenden 37
an die Stifte 32 bewegt. Dies geschieht bevor der Schreibwagen 2 mit seiner viel
größeren Masse dem Zug des Bandes 8 folgen kann.
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Sobald die Zahnflanke 11 des nächstfolgenden Zahnes 10 der Schrittschaltzahnstange
gegen den Klinkenzahn 13 der Klinke 4 stößt, wird diese nach links mitgenommen,
bis der rechte Rand ihres Schlitzes 16 gegen den festen Stift 17 stößt. Damit kommt
auch das Klinkenende 15 wieder vor die Kröpfung 26 des Zwischenhebels 22. Der Schreibwagen
2 wird jedoch noch so lange weiter nach links gezogen, bis die Stifte 32 an den
linken Rand 38 der Schlitze 33 in der Schaltzahnstange anstoßen (Fig.2).
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Diese Schrittschaltvorrichtung hat nicht nur den Vorteil, die Bewegung
des Schreibwagens geräuschloser durchzuführen, sondern auch schneller zu gestalten,
da die Rückstellung der Schaltklinke 4 in die Grundstellung noch vor Erreichen der
neuen Schreibstellung des Wagens erfolgt.