DE1066582B - - Google Patents
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- DE1066582B DE1066582B DENDAT1066582D DE1066582DA DE1066582B DE 1066582 B DE1066582 B DE 1066582B DE NDAT1066582 D DENDAT1066582 D DE NDAT1066582D DE 1066582D A DE1066582D A DE 1066582DA DE 1066582 B DE1066582 B DE 1066582B
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- acid esters
- silicic acid
- isocyanates
- phosgene
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07F—ACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
- C07F7/00—Compounds containing elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table
- C07F7/02—Silicon compounds
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
kl. 12 ο 26/03
INTERNATIONALE KL.
C 07f; C 08g
ILfn [λ
Mt -Ζ-/-·
F 26941 IVb/12 ο
ANMELDETAG: 31. O KTOBER 1958
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 8. O KTO B E R 1959
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 8. O KTO B E R 1959
Es ist bekannt, aus primären Aminen durch Umsetzen mit Phosgen Isocyanate herzustellen. Es wurde nunmehr
gefunden, daß man leicht und in guter Ausbeute zu einer neuen Klasse von siliciumhaltigen Isocyanaten gelangen
kann, wenn man primäre Aminogruppen aufweisende monomere oder polymere Kieselsäureester bzw. Silanoläther,
die die Gruppe — O — R — (NHj)1, wobei χ eine
ganze Zahl und R einen organischen Rest bedeutet, einmal oder mehrmals im Molekül an Silizium gebunden
enthalten, in an sich bekannter Weise mit Phosgen umsetzt.
Die glatte Bildung von Isocyanaten aus diesen Aminogruppen
aufweisenden monomeren oder polymeren Kieselsäureestern bzw. Silanoläthern ist überraschend, da bekannt
ist, daß Carbonsäurechloride mit Kieselsäureestern unter Aufspaltung der SiO-Bindung und Bildung von
Carbonsäureestern reagieren (Journ. org. Chem., 7, S. 528, 1942). Es reagieren z. B. Acetylchlorid und Orthokieselsäure-tetraäthylester
in folgender Weise:
Si(OC2HB)4 + CH3-COCl
> ao
> ClSi(OC2Hg)3 + CH3-COOC^H5
Es war nicht vorauszusehen, daß ein derartiger Reaktionsablauf beim Säurechlorid der Kohlensäure, dem
Phosgen, nicht stattfindet, sondern daß in glatter Reaktion das Isocyanat gebildet wird. Als Ausgangsmaterial
dienende, primäre Aminogruppen aufweisende monomere Kieselsäureester bzw. Silanoläther sind beispielsweise die
Verbindungen der folgenden Formeln:
Verfahren zur Herstellung von siliciumhaltigen Isocyanaten
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Hans Holtschmidt, Köln-Stammheim, und Dr. Dr. h. c. Dr. e. h. Dr. h. c. Otto Bayer,
Leverkusen-Bayerwerk, sind als Erfinder genannt worden
(CH,)aSi/— O —
(CHg)3Si-O-
nh
-NH,
NH
Si ίο
(1) CH2 = CH — Si(OCH2 — CH2NH2)3
CH,
Si(OCH2 — CH2 — NH2J2
CH3
CH3
(CHg)3-Si-OCH2-CH2NH2
CHa /
CHa /
(2)
(3)
CH, — C — O.
CH, — C — O
CH.
; Si (O -CH2- CH2NH2)2 (10)
CH,
CH,- C — Si— \0 — CH,- CH,- CH- NH9
CH,
CHo-Si/ —O —
NH,
(4)
(5)
CH,
NH.
Als polymere Kieselsäureester bzw. Silanoläther (Organopolysiloxane),
welche primäre aromatisch- oder ali-
909 637/420
phatisch-gebundene Aminogruppen besitzen, seien beispielsweise
Verbindungen des folgenden Typs genannt:
OR'
H2NRO- Si-
OR'
- O — Si -
OR'
R'
H2NR-O-Si
R'
R'
OR'
_0 — Si — OR — NH. Die nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen
Isocyanate sind wertvolle Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Kunststoffen, z. B. nach dem Isocyanatpolyadditionsverfahren.
OR'
R'
O — Si R'
OR'
R'
R'
0-Si-ORNH2 R'
272 g (1Z2
o-kresylester
o-kresylester
Beispiel 1
Mol) Ortho-kieselsäure-tetrakis-p-amino-
Mol) Ortho-kieselsäure-tetrakis-p-amino-
Si/O
R bedeutet einen organischen aromatischen oder aliphatischen Rest, χ eine ganze Zahl entsprechend der
Molekulargröße der Polymeren. Es ist ohne weiteres möglich, auch hochpolymere Kieselsäureester oder Organopolysiloxane,
z. B. solche mit einem Molekulargewicht von 50 000 und mehr, dem erfindungsgemäßen
Verfahren zu unterwerfen, sofern man nur für ausreichende Löslichkeit in einem Lösungsmittel bei der
Phosgenierung sorgt.
Aminogruppen aufweisende monomere oder polymere Kieselsäureester bzw. Silanoläther sind z. B. durch Umesterung
der entsprechenden Kieselsäureester und Alkoxysilanole bei erhöhten Temperaturen mit primären
Aminoalkoholen und -phenolen, z. B. mit ß-Aminoäthylalkohol,
(5-Aminobutylalkohol, y-Aminobutylalkohol,
m-Aminophenol oder 4-Aminocyclohexanol, leicht und
in guten Ausbeuten zugänglich.
Die Phosgenierung der primäre Aminogruppen aufweisenden monomeren oder polymeren Kieselsäureester
bzw. Silanoläther erfolgt in an sich bekannter Weise nach den üblichen technischen Methoden der Phosgenierung,
z. B. durch eine Kaltphasen-Heißphasen-Phosgenierung, oder aber auch nach dem Hydrochloridverfahren,
wobei das entsprechende Aminohydrochlorid phosgeniert wird. Sie kann kontinuierlich oder diskontinuierlich
ausgeführt werden, wobei man sich vorzugsweise eines inerten Lösungsmittels bedient, wie
Chlorbenzol, o-Dichlorbenzol oder Nitrobenzol. Besonders
bei höhermolekularen Ausgangsmaterialien ist ein Arbeiten im Lösungsmittel wünschenswert. Zur Erzielung
einer guten Ausbeute ist es — namentlich bei den aliphatischen Kieselsäureestern — zweckmäßig, die Temperatur
bei der Phosgenierung nicht zu hoch zu wählen. Aus diesem Grunde ist üblicherweise die Kaltphasen-Heißphasen-Phosgenierung
dem Hydrochloridverfahren vorzuziehen, da in ersterem Fall das Gemisch aus Carbaminsäurechlorid
und Aminhydrochlorid in einer derartig feinen Suspension anfällt, daß die Heißphasen-Phosgenierung
schon bei Temperaturen zwischen 60 und 90° C in kurzer Zeit beendet ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren erlaubt die Herstellung von Isocyanaten mit einer, zwei, drei und mehr NCO-Gruppen je nach
gewählter Ausgangsverbindung. Die erhaltenen Isocyanate können z. B. durch Destillation oder Umkristallisation
gereinigt werden. Viele undestillierbare Isocyanate fallen schon in einer derart reinen Form an,
daß sich eine besondere Reinigung erübrigt. Ein kurzes Erwärmen des Reaktionsgutes im Vakuum unterhalb
des Siedepunktes bzw. ein Ausblasen mit einem indifferenten Gas bei erhöhter Temperatur zur Zerstörung
etwa noch vorhandener Carbaminsäurechloride oder zur Entfernung von überschüssigem Phosgen reicht
völlig aus.
(hergestellt durch Umesterung von Kieselsäure-tetraäthylester
mit p-Amino-o-kresol) werden in 3 1 trockenem Chlorbenzol gelöst. Anschließend wird bis zur Sättigung
Salzsäure eingeleitet. Es fällt ein heller kristalliner Niederschlag aus, der das Hydrochlorid des entsprechenden
Tetramins darstellt. In die Suspension des Hydrochlorids wird nun bei 110° C Phosgen eingeleitet. Nach
östündigem Einleiten von Phosgen ist die Gesamtmenge in Lösung gegangen. Es wird 2 Stunden mit Stickstoff
geblasen, um das überschüssige Phosgen zu vertreiben. Anschließend wird über trockene Aktivkohle geklärt und
das Chlorbenzol im Vakuum abdestilliert. Es bleibt als bräunliches Öl das Isocyanat der Formel
NCO^
Ausbeute: 85% der Theorie.
Analyse für C32H24O8N4S. MG 620,6.
Berechnet ... C 61,8 %, H 3,89 %, N 9,0 %, Si 4,5 %;
gefunden ... C 61,2 %, H 4,03 °/0, N 8,5 %, Si 4,7 °/0.
264 g (1 Mol) der Verbindung
CH3
Si/o
CH3
Si/o
CH9
(hergestellt durch Umesterung von m-Aminophenol mit Dimethyl-dibutoxysilan) werden bei 0° C in eine Lösung
von 700 g Phosgen in 3 1 Chlorbenzol eingetropft. Anschließend wird nach 12stündigem Stehen über Nacht
unter langsamem Hochheizen und bei einer maximalen Temperatur von 110° C 6 Stunden phosgeniert, bis alles
in Lösung gegangen ist. Es bleibt in einer Ausbeute von 84% der Theorie das Isocyanat der Formel
(CH3)2-Si
Kp. 0i05 150 bis 155° C.
360 g (0,5 Mol) eines Dimethyl-polysiloxans vom Durchschnittsmolekulargewicht 720 und der allgemeinen
Formel
NH.
O-
CH,
CH,
- Si — O
CH,
.-NH,
welches durch Umesterung von Dibutoxy-dimethylpolysiloxan mit m-Amino-o-kresol erhalten wurde, werden
durch kräftiges Rühren 4 Stunden bei 120° C phosgeniert und anschließend in üblicher Weise aufgearbeitet. Es
bleibt ein dünnviskoses Öl zurück.
NCO-Zahl: berechnet 9<»/0, gefunden 9,5%.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von süiciumhaltigen Isocyanaten, dadurch gekennzeichnet, daß man primäre Aminogruppen aufweisende monomere oderίο polymere Kieselsäureester bzw. Silanoläther, die die Gruppe — O — R —(N H2) x, wobei χ eine ganze Zahl und R einen organischen Rest bedeutet, einmal oder mehrmals im Molekül an Silicium gebunden enthalten, in an sich bekannter Weise mit Phosgen umsetzt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1066582B true DE1066582B (de) | 1959-10-08 |
Family
ID=592655
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1066582D Pending DE1066582B (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1066582B (de) |
Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3068265A (en) * | 1958-12-22 | 1962-12-11 | Merck & Co Inc | O-trimethylsilyloxyphenylacetonitrile |
| US3079656A (en) * | 1959-11-27 | 1963-03-05 | Philadelphia Quartz Co | Aminoalkyl polysilicates |
| US3113146A (en) * | 1960-05-09 | 1963-12-03 | Ici Ltd | Isocyanates containing silicon |
| US3112538A (en) * | 1959-03-19 | 1963-12-03 | Philadelphia Quartz Co | Processes for binding particulate solid materials |
| US3170891A (en) * | 1962-09-14 | 1965-02-23 | Dow Corning | Silicone isocyanates |
| US3178391A (en) * | 1958-10-31 | 1965-04-13 | Bayer Ag | Isocyanates and isothiocyanates and a process for producing the same |
| EP0114400A1 (de) * | 1982-12-27 | 1984-08-01 | Union Carbide Corporation | Verwendung organofunktioneller Silane als Bindemittel für anorganische Oxide oder Füllstoffe |
| DE3544601A1 (de) * | 1984-12-18 | 1986-06-19 | C.S. Kaseihin Co. Inc., Tokio/Tokyo | Verfahren zur herstellung von siliciumhaltigen isocyanatverbindungen |
-
0
- DE DENDAT1066582D patent/DE1066582B/de active Pending
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3178391A (en) * | 1958-10-31 | 1965-04-13 | Bayer Ag | Isocyanates and isothiocyanates and a process for producing the same |
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