DE1066330B - Ärztliches Hilfsbesteck - Google Patents
Ärztliches HilfsbesteckInfo
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Classifications
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Description
DEUTSCHES
Bei plötzlich auftretenden Krankheitsfällen, wie
Unfällen, Her/anfallen, Koliken u dgl , die sich
ngendwo in dci Öffentlichkeit ereignen sei es auf dei
Straße, in Veikehrsmitteln, bei Veianstaltungen, in
Lokalen u dgl wird in dei Regel \eisucht, einen zufallig
anwesenden oder in deL Nahe befindlichen Arzt /ur Hilfe heran/u/iehen Wenn diesel auch in vielen,
vielleicht sogar in den meisten Fallen keine eigentliche
Hilfe bringen kann so wud ei sich doch immer
bemuhen dem Kranken odei Verlet/ten im Rahmen
des Möglichen bei/ustehen Da/u gehoit in dei Regel
die Verabreichung einer fur den jeweiligen Fall geeigneten Spritze
Der herbeigerufene Arzt, der sich nur zufällig, aus
rein privaten Gründen, in der Nahe befindet, kommt
in derartigen Fallen mit seinem rein menschlichen
Mitgefühl und auch mit seiner ar/thehen Hilfepfhcht
in Konflikt, da er keinerlei ar/tliche Hilfsmittel und
vor allem weder eine Spritze noch Ampullen bei sich
fuhrt Die Beschaffung dieser Hilfsmittel nimmt meist so viel Zeit m Anspruch, daß die Leiden des Patienten
verlängert werden, wenn nicht sogar infolge des Zeit\erlustes die Hilfe zu spat kommt Um dem zu
begegnen, mußte jeder Arzt stets eine Spiitze und
Ampullen mit den richtigen Einspritzmitteln mit sich
fuhren !
Es ist zwar bekannt, ärztliche Bestecke in transportablen
Behaltern, wie Koffern, Kasten und Taschen, unterzubringen, um dem Ar7t ihre Mitnahme
zu ermöglichen Die bekannten mitnehmbaren Bestecke enthalten jedoch eine so große Zahl von Instrumenten,
wie Scheren, Spatel Klammern, Zangen, Behalter fur Nadeln, Tupfermaterial, Ga/e, Watte
und Alkohol, Pinzetten, mehrere Spritzen und Am pullen, daß sie auch bei kleinster Ausfuhrung von den
Ärzten nur zu Krankenbesuchen, /u erster Hilfe und in ahnlichen Fallen, nicht aber bei privaten Reisen
Spaziergangen und Besuchen öffentlicher Veranstal tungen mitgenommen werden können
Fur den hier gedachten Zweck genügt es, wenn der
Arzt fur drei bis vier verschiedene Alten von Einspritzungen
vorbereitet ware, namheh /um überwinden
\on akuten Kreislaufstörungen /ur Bekämpfung \on Herzanfallen, fur Koliken und tine reine Bctaubungsspritze,
um einen möglichst schmer/freien Transport des Erkrankten oder Verletzten nach
Hause oder zum nächsten Krankenhaus 7u ermöglichen
Fur die Soforthilfe genügt meist eine Einsprit/-menge
von 1 ecm, so daß nur drei oder vier Ampullen
dieses Rauminhaltes benotigt werden Derartige Ampullen sind an sich durchaus üblich und bekannt, und
sie besitzen relativ geringe Abmessungen von etwa 4 cm Lange und etwa 1 cm maximalem Durchmesser
Anmelder
Dr. med. Günther Reitz,
Selbitz (OFr.), Ebertplatz 2
Selbitz (OFr.), Ebertplatz 2
Dr med Günther Reitz, Selbitz (OFr ;
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Trotz der Beschrankung des Besteckinhaltes auf wenige Ampullen relativ geringen Volumens ist es
bei der bisher üblichen Gestaltung und Große der Injektionsspritzen
noch nicht möglich, den Raumbedarf auf das Maß eines handlichen, in der Rocktasche mitnehmbaren
Etuis zu reduzieren
Diesem Übelstand abzuhelfen, ist das Ziel der Erfindung
Diese bezieht sich auf ein arztliches Hilfsbesteck
mit Ampullen, Ampullensage und Injektionsspritze im Etui, bei dem die Injektionsspritze
erfindungsgemaß mehrere teleskopartig ausziehbare Kolben aufweist Infolge dieser Gestaltung der Injektionssprit/e
ist sie im zusammengeschobenen Zustand
so kurz, daß sie ohne Schwierigkeit zusammen mit \ ier Ampullen, beispielsweise quer zu diesen, in
einem Taschenetui untergebracht werden kann
Beispielsweise ist bei der Injektionsspritze innerhalb
eines, 7 B aus Glas oder Metall bestehenden mit der Injektionsnadel verbindbaren Gehäuses von
mindestens 0,6 bis 0,7 ecm Rauminhalt em dicht an der Wandung des Gehäuses anliegender, von dieser
geführter, /yhnderformiger Hohlkolben gleitbar angeordnet,
in dem ein dicht an der Wandung dieses Hohlkolbens anliegender und von dieser geführter
weiterer Kolben gleitbar untergebracht ist Beim gemeinsamen
Herausziehen des Hohlkolbens mit dem inneren Kolben kann sich das Gehäuse zunächst mit
etwa 0,6 bis 0,7 ecm Flüssigkeit füllen, wahrend sich
bei dem nachfolgenden Herausziehen des inneren Kolbens auch der Innenraum des Hohlkolbens füllt
Es bereitet keine Schwierigkeiten, den Hohlkolben so zu bemessen, daß er mindestens weitere 0,3 bis 0,4 ecm
aufnehmen kann Durch das Ineinanderschachteln des Flohlkolbens und des inneren Kolbens kann daher
trotz Verkürzung der Spritze auf etwa die Hälfte der
üblichen Lange, d h auf eine bequem in einem kleinen
Etui unterbringbare Lange von etwa 4 bis 5 cm
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ein Rauminhalt von mindestens 1 ecm ohne Schwierigkeit
erzielt werden. Darüber hinaus ist es sogar möglich, die Rauminhalte des Gehäuses und des Kolbens
so zu bemessen, daß etwa 2 ecm Ansaugraum entsteht. Mit anderen Worten, trotz der \^erkürzung
der Länge auf etwa die Hälfte des bei Spritzen von 1 ecm Fassungsvermögen üblichen Maßes wird,
absolut genommen, eine Verdoppelung und, relativ zur Baulänge, eine Vervierfachung des Fassungsvermögens
erreicht.
Nach einem wichtigen Merkmal einer Weiterbildung der Erfindung ist bei der Injektionsspritze, die
ein aus Glas oder Metall bestehendes Gehäuse, einen in diesem Gehäuse verschiebbaren, dicht anliegenden
Hohlkolben und einen in diesem verschiebbaren, dicht anliegenden Kolben aufweist, der Kohlkolben mittels
äußerer Stege an radialen Vorsprängen des Gehäuses nach Art eines Bajonettverschlusses geführt und verricgelbar
ist.
Weitere Merkmale ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels gemäß
den Zeichnungen. In diesen zeigt
Fig. 1 die Innenansicht eines Hilfsbesteckes im Etui mit erfindungsgemäßer Spritze,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine arbeitsbereite Spritze,
Fig. 3 eine Draufsicht auf diese Spritze,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch die Spritze und
Fig. 5 eine Ansicht der Spritze im zusammengeschobenen
Zustande.
Das aus Leder, Kunststoff und vorzugsweise aus Wildleder bestehende Etui besitzt (vgl. Fig. 1) einen
mittleren Tragteil 1, eine untere Übcrschlaglaschc 2 etwa gleicher Länge und eine obere Decklasche 3. Die
Übcrschlaglaschc 2 ist mit Einsteckschlitzen 4 zum umführen eines Finsteckriemens 5 der Decklasche 3
versehen. Der mittlere Tragteil 1 weist als Haltevorrichtungen dienende aufgenähte Gummistreifen 6
und 7 auf. Während in die Schlaufen des Gummistrcifcns 6 vier Ampullen 8 eingeschoben werden können,
werden in die Schlaufen des Gummistreifens 7 eine Ampullensäge 9 und eine Injektionsspritze 10
eingesteckt.
Die in den Fig. 2 bis 5 im einzelnen dargestellte Injektionsspritze 10 besteht aus einem Gehäuse 11 aus
Glas oder Metall, einem in diesem längsverschiebbaren, zweckmäßig metallischen Hohlkolben 12 und
einem in diesem längsverschiebbaren inneren Kolben 13. Das Gehäuse 11 ist in üblicher Weise mit einem
Nadelhalter 14 zur Aufnahme der Injektionsnadel 15 versehen. Fs besitzt am unteren Ende radiale Vorsprünge
16. Um diese greifen seitliche, an den Enden umgebogene Stege 17 des Hohlkolbcns 12 herum, die
durch die Lücken α, b zwischen den Vorsprüngen 16 hindurchgeschoben und beim Verdrehen, ähnlich wie
bei Bajonettverschlüssen, hinter den Vorsprüngen 16 festgemacht werden können.
Der innerhalb des Hohlkolbens 12 befindliche innere Kolben 13, der einen gerändelten Griff 18 besitzt, ist
als nach außen offener Hohlkolben ausgebildet und dient, wie Fig. 4 zeigt, der Aufnahme der Injektionsnadel
15 bei Nichtbcnutzung. Die öffnung des inneren Kolbens 13 ist mittels eines Stopfens 19 verschließbar,
der eine beispielsweise aus Federn oder einer Gummieinlage
bestehende Klcmmhalterung 20 zum Haltern der Injektionsnadel 15 aufweist.
Wie Fig. 2 deutlich erkennen läßt, wird beim Herausziehen des inneren Kolbens 13 aus dem Hohlkolben
12 der zum Ansaugen der Ampullenflüssigkeit zur Verfugung stehende Raum gegenüber dem eigentliehen
Rauminhalt des Gehäuses 17 derartig vergrößert, daß das erforderliche Mindestvolumen von
1 ecm bzw. ein weit größeres Volumen ohne weiteres erzielt werden können.
Bemerkenswert ist hierbei, daß die teleskopartige
ίο Anordnung des Gehäuses und der beiden Kolben eine
sichere Führung sichert. Infolge der Verkürzung der Baulänge auf etwa die Hälfte bei gleichzeitiger Vergrößerung
des Ansaugvolumens bis auf das Doppelte wird neben der Unterbringbarkeit auf kleinem Raum
eine sehr spürbare Materialersparnis erzielt.
Die Gesamtlänge der zusammengeschobenen Spritze beträgt erfahrungsgemäß bei etwa 1,8 ecm Ansaugraum
nur 4,5 cm. Das Etui selbst hat bei Unterbringung dieser Spritze und von vier Ampullen von je
I ecm Inhalt eine Größe von etwa 6 · 7 cm2, ist also unschwer
selbst in kleinen Anzugtaschen unterzubringen. Selbstverständlich können sowohl das Etui selbst
als auch die Ampullen und Spritzen vielfach abgewandelt werden. So ist es bei entsprechender baulicher
Änderung, z. B. relativ geringer Durchmesservergrößerung und gegebenenfalls durch Verwendung anderer
Baustoffe möglich, trotz Vergrößerung des Ansaugvolumens die Spritzenlänge beizubehalten oder noch
weiter zu verringern. Beispielsweise wäre es noch möglich, an Stelle nur eines zylinderförmigen Hohlkolbcns
12 deren zwei und mehr ineinanderzuschachteln.
Claims (4)
1. Ärztliches Hilfsbesteck mit Ampullen, Ampullensäge und Injektionsspritze im Etui, dadurch
gekennzeichnet, daß die [injektionsspritze mehrere teleskopartig ausziehbare Kolben (12, 13) aufweist.
2. Hilfsbesteck nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei der injektionsspritze, die
ein aus Glas oder Metall bestehendes Gehäuse (11), einen in diesem Gehäuse verschiebbaren,
dicht anliegenden Hohlkolben (12) und einen in diesem verschiebbaren, dicht anliegenden Kolben
(13) aufweist, der Hohlkolben (12) mittels äußerer Stege (17) an radialen Vorsprüngen (16) des Gehäuses
(11) nach Art eines Bajonettverschlusses geführt und verriegelbar ist.
3. Hilfsbesteck nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Kolben
(13) der Injektionsspritze einen als Anschlag und Handgriff dienenden, vorzugsweise gerändelten
Anschlagteil (18) sowie einen nach außen offenen, beispielsweise mittels eines Stopfens (19) verschließbaren
Hohlraum zur sterilen Unterbringung der Injektionsnadel (15) besitzt.
4. Hilfsbesteck nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen (19) eine
Halterung (20) zur sicheren und leicht lösbaren Befestigung der Injektionsnadel (15) aufweist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 410 802, 8Ll 263;
französische Patentschrift Nr. I 087 606;
USA.-Patentschriften Nr. 1 279 069, 2 708 438.
Deutsche Patentschriften Nr. 410 802, 8Ll 263;
französische Patentschrift Nr. I 087 606;
USA.-Patentschriften Nr. 1 279 069, 2 708 438.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
630/17 9. 59
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1957R0022053 DE1066330B (de) | 1957-10-24 | 1957-10-24 | Ärztliches Hilfsbesteck |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1957R0022053 DE1066330B (de) | 1957-10-24 | 1957-10-24 | Ärztliches Hilfsbesteck |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1066330B true DE1066330B (de) | 1959-10-01 |
Family
ID=592449
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1957R0022053 Pending DE1066330B (de) | 1957-10-24 | 1957-10-24 | Ärztliches Hilfsbesteck |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1066330B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3057351A (en) * | 1959-11-16 | 1962-10-09 | Kimura Masahiko | Intravenous injection syringe |
| DE202016106412U1 (de) | 2016-10-25 | 2016-11-29 | KS-Schneider/Ruhland GmbH | Vorrichtung zur Verschlusskontrolle von Bügelverschlussflaschen |
-
1957
- 1957-10-24 DE DE1957R0022053 patent/DE1066330B/de active Pending
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3057351A (en) * | 1959-11-16 | 1962-10-09 | Kimura Masahiko | Intravenous injection syringe |
| DE202016106412U1 (de) | 2016-10-25 | 2016-11-29 | KS-Schneider/Ruhland GmbH | Vorrichtung zur Verschlusskontrolle von Bügelverschlussflaschen |
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