DE1064710B - Schalungseinrichtung zum Betonieren von Tonnengewoelben, Tunnels, Stollen oder Schaechten - Google Patents
Schalungseinrichtung zum Betonieren von Tonnengewoelben, Tunnels, Stollen oder SchaechtenInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft eine Schalungseinrichtung zum Betonieren von Tonnengewölben, Tunnels, Stollen
oder Schächten, bei welcher eine aus Gliedern gelenkig zusammengesetzte Schalungshaut von einem
fahrbaren, einklappbaren und ausspreizbaren Gerüst getragen wird und von diesem nach dem Ausklappen
in der Betonierstellung lösbar ist.
Die bekannten Geräte dieser Art haben den Nachteil, daß sie einen verhältnismäßig großen Aufwand
an Stahlmaterial für die eigentliche Schalungshaut erfordern, der um so mehr ins Gewicht fällt, als für
einen wirtschaftlichen kontinuierlichen Betonierbetrieb die Schalungshaut in mehreren Einheiten zur Verfügung
stehen muß. Um diesen Nachteil zu vermeiden und eine sehr leichte Ausbildung der Schalungshaut
zu ermöglichen, sieht die Erfindung vor, daß bei einer Schalungseinrichtung der obenerwähnten Art der ein-
und ausziehbare Teil des Gerüstes einen aus einem mittleren Kopfteil und mit diesem durch beiderseitige
Gelenke verbundenen Seitengliedern zusammengesetzten Tragrahmen aufweist, auf welchem die Schalungshaut
im eingeklappten Zustand ruht. Die dadurch ermöglichte leichte Ausbildung der Schalungshaut
führt nicht nur zu einer Einsparung an Stahlmaterial, sondern sie gestattet auch die Verwendung einer
Schalungshaut von großer Länge sowie den wirtschaftlichen Einsatz von Rüttlern.
Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform sieht die Erfindung vor, daß der den ein- und ausziehbaren
Teil tragende Teil des Gerüstes, an welchem beiderseits Spreizglieder zum Ausspreizen der Seitenglieder
des Tragrahmens vorgesehen sind, einen torartigen Durchgang frei läßt, durch welchen in an sich bekannter
Weise im Falle eines Stollenbaues Loren oder im Falle des Schachtbaues Fördereinrichtungen bewegt
werden können.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 den Querschnitt eines im Bau befindlichen Stollens mit einem gemäß der Erfindung ausgebildeten
Schalungsgerüst, kurz nach dem Einfüllen des Betons,
Fig. 2 eine Seitenansicht des nach Fig. 1 verwendeten Schalungsgerüstes, und zwar in einem senkrechten
Mittelschnitt mit Sicht auf die Innenseite des Spreizgerüstes,
Fig. 3 eine Ansicht der Innenseite der Schalungshaut,
Fig. 3 a und 3 b bauliche Einzelheiten der Schalungshaut,
Fig. 4 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, welche sowohl die selbsttragend ausgespreizte Scha-Schalungseinrichtung
zum Betonieren
von Tonnengewölben, Tunnels, Stollen
oder Schächten
Anmelder:
Josef Bössner,
BadAibling, Ludwig-Thoma-Str. 5
BadAibling, Ludwig-Thoma-Str. 5
Josef Bössner, Bad Aibling,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
lungshaut als auch die von dem eingezogenen Gerüst getragene, eingeklappte Schalungshaut veranschaulicht,
Fig. 5 und 6 die Anwendung der Erfindung zum Betonieren eines senkrechten Schachtes, wobei die
Fig. 5 der Darstellung der Fig. 1 und Fig. 6 der Darstellung der Fig. 4 entspricht.
Nach Fig. 1 bezeichnet 1 eine zunächst auf dem Grunde des Stollens verlegte Kies- oder Magerbetonsohle,
auf welcher die die Schienen für das fahrbare Schalungsgerüst tragenden Sockel oder Bohlen 2 verlegt
werden. Wie sich aus der folgenden Beschreibung ergibt, dienen die Sockel 2 zugleich als Widerlager
für die selbsttragend gespreizte Schalungshaut. Auf den hier verlegten Schienen ist das Schalungsgerüst
3, 3' fahrbar, welches an den durch eine oder mehrere Winden 19 heb- und senkbaren Stempeln 4 und 4' die
bei 10 und 10' gelenkig miteinander verbundenen Spreizglieder 7, 8 und 8' tragen. Die äußeren Spreizglieder
8 und 8' sind außerdem mit dem Schalungsgerüst 3 durch Schraubstempel 5 bzw. 5' gelenkig
verbunden.
Wie Fig. 1 erkennen läßt, bildet das Schalungsgerüst 3, 3' einen torartigen Durchgang, in welchem
auf entsprechend verlegten Schienen Loren 17 verkehren können, welche das ausgesprengte Gestein von
dem Stollenende herausbefördern können. Im oberen Teil des Schalungsgerüstes verbleibt ein weiterer
Durchgang, durch welchen beispielsweise eine Entlüftungsrohrleitung 31 verlegt werden kann, ohne die
Fortbewegung des Schalungsgerüstes zu behindern. Das Schalungsgerüst trägt die ebenfalls aus mehreren
Gliedern zusammengesetzte Schalungshaut, deren Glieder 14 und 14' bei 13 bzw. 13' mit dem
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aus den Feldern 11, 12 und 12' zusammengesetzten der Schlauch 9 mit Druckluft oder Wasser gefüllt, so
Mittelglied gelenkig verbunden sind. An die Glieder daß der Schlauch an die Wandungen der Kammer 15
14 und 14' schließt sich beiderseits ein Endglied 16 angepreßt wird und zugleich versteifend und abdich-
bzw. 16' an, welches in der unten beschriebenen Weise tend wirkt. Auf Grund der beschriebenen Ausbildung
mit den Gliedern 14 bzw. 14' dicht verbunden werden 5 des Gelenkes, der Verbindungsfuge und der Zusamkann.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ruht im eingeklappten mensetzung der Schalungshaut zeigt diese auf ihrer
Zustand die aus den beiden Seitengliedern 14 und 14' Außenseite eine praktisch glatte Oberfläche, so daß
und dem Mittelglied bestehende Schalungshaut auf auch die Innenwand des betonierten Stollens vollden
Spreizgliedern 8,7 bzw. 8', welche nach Entfernen kommen glatt wird.
der Schraubstempel 5 und 5' bei eingezogenen Hub- io Das beschriebene Schalungsgerüst wird in folgender
stempeln 4 und 4' die in Fig. 4 dargestellte Lage ein- Weise benutzt.
nehmen. Die Endglieder 16 und 16' werden durch Um einen Stollenabschnitt zu betonieren, wird
besondere Winden 18 betätigt, welche über Seilzüge zunächst das Schalungsgerüst mit der Schalungshaut
einerseits auf senkrecht verschiebbare Hubschlitten 18' in dem eingeklappten Zustand (vgl. Fig. 4) in den
und andererseits an den Endgliedern 16 der Scha- 15 Bauabschnitt eingefahren. Hierauf wird das Schalungshaut
derart angreifen, daß durch Betätigung der lungsgerüst mit der Schalungshaut in der beschrie-Winden
18 die Endglieder 16, nachdem ihre Verbin- benen Weise gehoben, ausgespreizt und ausgesteift,
dung mit den benachbarten Seitengliedern 14 bzw. 14' so daß es die in Fig. 1 gezeigte Lage einnimmt,
gelöst wurde, aus der gespreizten Lage in die ein- Hierauf wird der Beton eingefüllt, wobei in an sich
geklappte Lage nach Fig. 4 gebracht werden können. 20 bekannter Weise stirnseitig für entsprechenden Ab-Umgekehrt
wird die Schalungshaut aus der in Fig. 4 schluß gesorgt wird. Nach dem Einfüllen des Betons
gezeigten eingeklappten Stellung in die ebenfalls in wird das Schalungsgerüst von der Schalungshaut
Fig. 4 gezeigte Spreizlage dadurch gebracht, daß zu- gelöst und dann gesenkt bzw. eingeklappt, so daß die
nächst durch Betätigung der Winden 19 die Stempel 4 Schalungshaut, wie aus Fig. 4 ersichtlich, selbst-
und 4' gehoben werden. Hierauf werden die Spreiz- 25 tragend an Ort und Stelle verbleiben kann, bis der
glieder 8 und 8' mittels der Schraubstempel 5 und 5' Beton so weit abgebunden hat, daß die Schalungshaut
ausgeschwenkt, worauf durch Betätigung der Winden mit Hilfe des erneut eingefahrenen Schalungsgerüstes
18 die Endglieder 16 und 16' der Schalenhaut aus- wieder entfernt werden kann.
geschwenkt werden, so daß sie in der unten beschrie- Während der Abbindedauer des ersten Abschnittes
benen Weise mit den schon vorher ausgeschwenkten 30 wird das Schalungsgerüst eingesetzt, um mit Hilfe
Gliedern 14 bzw. 14' verbunden werden können. Zu einer zweiten Schalungshaut den benachbarten Ab-
diesem Zweck können, wie dargestellt, die an den schnitt (welcher jeweils der Länge der Schalungshaut
Enden der Glieder 16 bzw. 16' angreifenden Seile entspricht) zu betonieren. Je nach der erforderlichen
über Windenrollen von größerem Durchmesser geführt Abbindezeit des Betons kann dann ein dritter oder
werden als die an dem Schlitten 18' angreifenden 35 vierter usw. Abschnitt betoniert werden, wobei man
Seile, so daß die erforderliche Schwenkbewegung der entweder eine weitere Schalungshaut benutzt oder die
Glieder 16 und 16' erzielt wird. im ersten bzw. zweiten usw. Abschnitt eingesetzte
LTm die Schalenhaut in der ausgeschwenkten oder Schalungshaut verwendet. Auf diese Weise wird ein
gespreizten Lage zu versteifen, wird zwischen den fast kontinuierliches Betonierungsverfahren ermög-Seitengliedern
14 und 14' und den Endgliedern 16 40 licht, bei dem die Wartezeiten zwischen dem Beto-
bzw. 16' in der unten beschriebenen Weise eine starre nieren der aufeinanderfolgenden Stollenabschnitte auf
und dichte Verbindung hergestellt, die leicht wieder ein Minimum vermindert sind,
gelöst werden kann, um die Schalenhaut wieder ein- Die Erfindung läßt sich in sinngemäßer Abwandklappen zu können. lung auch zum Betonieren von Schächten verwenden.
gelöst werden kann, um die Schalenhaut wieder ein- Die Erfindung läßt sich in sinngemäßer Abwandklappen zu können. lung auch zum Betonieren von Schächten verwenden.
Fig. 3 zeigt den Aufbau der Schalenhaut, welche 45 In diesem Falle wird, wie aus Fig. 5 und 6 ersichtlich,
aus entsprechend gekrümmten Blechkörpern zusam- ein rahmen- oder kastenförmiges Schalungsgerüst 20
mengesetzt ist, die, wie aus Fig. 3 a ersichtlich, durch verwendet, welches an Seilen oder Ketten hängend in
angeschweißte Stege versteift und miteinander ver- den zu betonierenden Schacht gesenkt werden kann,
schraubt sind. An dem Gerüst 20 sind beiderseits symmetrisch Hub-
Das zwischen dem Mittelglied 11 und den Seiten- 50 stempelpaare 21,21' eingebaut, die durch hydraulische
gliedern 14 bzw. 14' eingefügte Gelenk 13 bzw. 13' oder pneumatische Steuerzylinder 22 bzw. 22' betätigt
ist, wie in Fig. 3 a dargestellt, nach Art eines Schar- werden können, um die Spreizglieder 24, 25 und 25'
niers in der Weise ausgebildet, daß auf einem durch- aus- und einzuschwenken. Zum Ein- und Ausschwen-
gehenden Rohr 30 kurze Rohrstücke 30' bzw. 30" ken der Endglieder 25 bzw. 25' können dabei weitere
drehbar sind, die abwechselnd an Stegen der zu ver- 55 schwenkbar gelagerte, pneumatisch oder hydraulisch
bindenden Glieder 12 bzw. 14 angeschweißt sind und betätigte Stempel 23 bzw. 23' vorgesehen sein,
sich jeweils in einer kreisbogenförmigen Ausnehmung Das Schalungsgerüst trägt die aus den Mittel-
der Stege des anderen Gliedes bewegen. gliedern 26 und den Seitengliedern 27 bzw. 27' be-
Die Verbindung zwischen den Seitengliedem 14 stehende Schalungshaut, wobei Anschläge 29 und 29'
und 14' mit den Endgliedern 16 bzw. 16' kann, wie 60 vorgesehen sind, welche verhindern, daß die Schaaus
Fig. 3 und 3 b ersichtlich, mit Hilfe von schwenk- lungshaut durch ihr Gewicht von dem Gerüst abbaren
Schrauben vorgenommen werden, die an dem rutscht. Nach dem Absenken des Gerüstes wird die
einen Glied angebracht sind und in entsprechende Schalungshaut durch den Schwindungsdruck der
Schlitze des anderen Gliedes eingreifen. Um diese Betonfüllung gehalten, jedoch können zur weiteren
Verbindung abzudichten, sind nach Fig. 3b an den 65 Sicherung auch an sich bekannte Betonanker-Schraubbeiden
zu verbindenden Gliedern Profileisen vor- hülsen benutzt werden.
gesehen, welche an der Verbindungsfuge eine Kammer Im übrigen entspricht die Wirkungsweise des
gesehen, welche an der Verbindungsfuge eine Kammer Im übrigen entspricht die Wirkungsweise des
15 bilden, in die ein durchgehender Schlauch 9 ein- Schalungsgerüstes und das Arbeitsverfahren beim
gelegt werden kann. In der ausgespreizten Lage der Betonieren des Schachtes sinngemäß dem oben be-Schalungshaut
wird zur Versteifung und Abdichtung 70 schriebenen Verfahren zum Betonieren eines Stollens.
Claims (7)
1. Schalungseinrichtung zum Betonieren von Tonnengewölben, Tunnel, Stollen oder Schächten,
bei welcher eine aus Gliedern gelenkig zusammengesetzte Schalungshaut von einem fahrbaren, einklappbaren
und ausspreizbaren Gerüst getragen wird und von diesem nach dem Ausklappen in der
Betonierstellung lösbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der ein- und ausziehbare Teil (4, 4') des
Gerüstes (3, 3') einen aus einem mittleren Kopfteil (7) und mit diesem durch beiderseitige Gelenke
(10,10') verbundenen Seitengliedern (8, 8') zusammengesetzten Tragrahmen aufweist, auf S.
welchem die Schalungshaut (11,14,14') im eingeklappten Zustand ruht. S.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der den ein- und ausziehbaren
Teil (4, 4') tragende Teil (3, 3') des Gerüstes, an welchem beiderseits Spreizglieder (5, 5') zum
Ausspreizen der Seitenglieder (8, 8') des Tragrahmens vorgesehen sind, einen torartigen Durchgang
frei läßt, durch welchen im Falle eines Stollenbaues Loren oder im Falle des Schachtbaues
Fördereinrichtungen bewegt werden können.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die am Gerüst (3, 3') vorgesehenen
Spreizglieder (5, 5') an den Seitengliedern (8, 8') des Tragrahmens angreifen.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schalungshaut aus dem von dem Tragrahmen (8, 7, 8') getragenen Teil (14,11,14') sowie aus Endgliedern
(16,16') besteht, welche durch besondere Antriebsmittel ein- und ausgeschwenkt werden
und im ausgespreizten Zustand der Schalungshaut beiderseits an die Seitenteile (14,14') der Schalungshaut
anschließen.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Endglieder (16) der Schalungshaut
durch Winden (18) ein- und ausgeschwenkt werden, welche mit einem Seilzug an einem Hubschlitten (18') und mit einem zweiten
Seilzug an dem Endglied (16) angreifen.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Gliedergelenke (13) der Schalungshaut nach Art eines Scharniers ausgebildet sind, wobei auf einem
durchgehenden Rohr (30) kurze Rohrstücke (30' bzw. 30") drehbar sind, die abwechselnd an Stegen
der zu verbindenden Glieder angeschweißt sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 4 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Endglieder der
Schalungshaut mit ihren Seitengliedern lösbar, z. B. durch schwenkbare Schrauben verbunden
sind und die Verbindungsfuge eine Kammer (15) bildet, in welche ein durchgehender Schlauch (9)
eingelegt ist, der in der Spreizlage der Schalungshaut mit Druckluft oder Wasser gefüllt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 609625;
USA.-Patentschriften Nr. 2139 078, 2 579423;
Zeitschrift »Der Bauingenieur«, Heft 2, Febr. 1954, 50· bis 52;
Deutsche Patentschrift Nr. 609625;
USA.-Patentschriften Nr. 2139 078, 2 579423;
Zeitschrift »Der Bauingenieur«, Heft 2, Febr. 1954, 50· bis 52;
Zeitschrift »Die Bautechnik«, Heft 6, Juni 1952, 173/174.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
©909 610/37 8.59
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|---|---|---|---|
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