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DE1064286B - Unkrautvernichtungsmittel - Google Patents

Unkrautvernichtungsmittel

Info

Publication number
DE1064286B
DE1064286B DEB43775A DEB0043775A DE1064286B DE 1064286 B DE1064286 B DE 1064286B DE B43775 A DEB43775 A DE B43775A DE B0043775 A DEB0043775 A DE B0043775A DE 1064286 B DE1064286 B DE 1064286B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
weeds
acid
methyl
salts
chloro
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB43775A
Other languages
English (en)
Inventor
Gerald Bertram Lush
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Boots Pure Drug Co Ltd
Original Assignee
Boots Pure Drug Co Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Boots Pure Drug Co Ltd filed Critical Boots Pure Drug Co Ltd
Publication of DE1064286B publication Critical patent/DE1064286B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N39/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing aryloxy- or arylthio-aliphatic or cycloaliphatic compounds, containing the group or, e.g. phenoxyethylamine, phenylthio-acetonitrile, phenoxyacetone
    • A01N39/02Aryloxy-carboxylic acids; Derivatives thereof

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Agronomy & Crop Science (AREA)
  • Pest Control & Pesticides (AREA)
  • Plant Pathology (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Dentistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

deutsches
Die Erfindung betrifft Unkrautvernichtungsmittel auf der Grundlage von Phenoxypropionsäureverbindungen.
Die in den letzten Jahren erfolgte Einführung von Unkrautbekämpfungsmitteln, welche als wirksamen Bestandteil eine Verbindung aus der Gruppe der Phenoxyessigsäurederivate enthalten, z. B. 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure, 2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure und 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure, hat es möglich gemacht, das Wachstum vieler allgemein verbreiteter Umkräuter sowohl im Getreidebau als auch auf Wiesen und Weiden in wirtschaftlicher Weise und mit großen Vorteilen für den Landwirt zu bekämpfen. Erst kürzlich wurden neue Mittel eingeführt, welche als wirksamen Bestandteil eine methyl- und chlorsubstituierte a-Phenoxybuttersäure enthalten und beim Anbau von Hülsenfrucht-Futterpflanzen (entweder als Ackerfrucht direkt angebaut oder zusammen mit Halmfrüchten) ein Ausmaß der Unkrautbekämpfung gestatten, welches bisher infolge der Empfindlichkeit der Kulturpflanzen gegenüber 2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure usw. nur sehr schwer zu erreichen war.
Es verbleibt aber ein besonders wichtiger Unkrauttyp, den man gemeinhin in Getreidesaaten findet und welcher gegenüber allen bislang benutzten Derivaten von Phenoxy-Alkansäuren widerstandsfähig ist. Hierbei handelt es sich um Unkräuter bestimmter Arten, nämlich um die Galium-Arten, wie z. B. Galium aparine (Klettenlabkraut oder Klebkraut), welche offenbar gegenüber Phenoxy-Alkansäuren unempfindlich sind. So war die Fachwelt bislang der Auffassung, daß die Phenoxy-Alkansäureverbindungen zur Bekämpfung der Galium-Unkräuter ungeeignet sind. Auch ein zweiter Unkrauttyp, den man gewöhnlich in Getreidesaaten findet, nämlich Stellaria media (Vogelmiere), wird durch Phenoxy-Alkansäuren nicht immer in zufriedenstellender Weise bekämpft.
Gegenwärtig werden diese beiden Unkrauttypen, insbesondere die Galium-Arten, im Feld durch die Anwendung von Mitteln bekämpft, welche als wirksamen Bestandteil Dinitro-o-kresol enthalten. Aber die Verwendung dieses Stoffes bringt eine Anzahl schwerer Nachteile mit sich. Dinitro-o-kresol ist für Menschen giftig, und das Aufbringen dieses Stoffes auf die wachsende Saat durch Verwendung einer Spritzvorrichtung ist mit Gefahren für die die Spritzvorrichtungen bedienenden Arbeiter verbunden. Weiterhin ist diese Verbindung in ihrer Wirkung nicht sehr selektiv; die Saaten können also geschädigt werden, wenn die Anwendungsvorschriften nicht sehr sorgfältig eingehalten werden. Außerdem schwankt der erzielte Erfolg sehr je nach den klimatischen Verhältnissen. Ein weiterer größerer Nachteil dieser Verbindung ist, daß, wenn sie auch unter den günstigsten Verhältnissen die gesamten einjährigen Unkräuter auf dem Feld Unkrautvernichtungsmittel
Anmelder:
Boots Pure Drug Company Limited;
Nottingham (Großbritannien)
Vertreter: Dr. M. Eule, Patentanwalt,
München 13, Kurfürstenplatz 2
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 11. Oktober 1956
Gerald Bertram Lush, Nottingham (Großbritannien),
ist als Erfinder genannt worden
zu beseitigen vermag, die auf dem Feld vertretenen perennierenden Unkräuter nur zeitweise in ihrem Wachstum gehemmt werden und sich häufig wieder erholen, um dann eine Verunkrautung zu ergeben, die durchaus vergleichbar der ursprünglichen ist und zur Bekämpfung die Anwendung von Phenoxyessigsäurederivaten erforderlich macht. Dinitro-o-kresol hat schließlich aber auch noch" eine glänzend gelbe Farbe, was offensichtliche Nachteile mit sich bringt.
Es wurde nunmehr festgestellt, daß es gelingt, die allgemein verbreitetenUnkräuter und gleichzeitig Klettenlabkraut bzw. Klebkraut sowie Vogelmiere und die sonstigen Unkräuter in Getreidesaaten in einem Arbeitsgange durch die Verwendung einer einzigen Verbindung, nämlich eines Derivats der a-Phenoxypropionsäure, wirksam zu bekämpfen. Die Verbindung, welche diese bemerkenswerte Wirkung aufweist, ist die a-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)-propionsäure und deren Salze. Neben dem Vorteil des breiten, umfassenden Wirkungsspektrums, der die Vernichtung derähnlichenUnkräuter einschließlich Klebkraut und Vogelmiere bewirkt, bietet die Verwendung dieser Verbindung im Feld sehr erhebliche Vorteile gegenüber der Verwendung von Dinitro-o-kresol. Die Verbindung ist nämlich für Menschen ungiftig und kann daher
909 609/410
3 4
ohne Gefahren auf die Saaten aufgebracht werden. Sie Pflanzen ungiftiges Netzmittel enthalten können, um
ist ferner selektiv in ihrer Wirkung und verursacht, dann vor dem Aufbringen auf die zu behandelnde Saat
insbesondere wenn sie zu den empfohlenen Zeiten ver- mit Wasser auf die erforderliche Konzentration verdünnt
spritzt wird, keinen Schaden bei den mit ihr behandelten zu werden. Für diesen Zweck sind die Salze ganz besonders
Saaten. Schließlich ist die Verbindung auch farblos und 5 wertvoll, da es möglich ist, wäßrige Lösungen herzustellen,
frei von sonstigen unerwünschten physikalischen Eigen- welche erhebliche Mengen, z. B. etwa 32 Gewichts-
schaften, wie sie gerade das Dinitro-o-kresol besitzt. prozent/Volumprozent, der Salze enthalten. Derartige
Es ist zwar bekannt, daß die a-(4-Chlor-2-methyl- Lösungen sind beständig, selbst beim Lagern in einem
phenoxy)-propionsäure schon für pflanzenphysiologische sehr weiten Temperaturbereich.
Versuche verwendet wurde (Arkiv for kemi, 1953, S. 365). io Auch können die Mittel in Form wäßriger Emulsionen Diese Versuche dienten aber der Ermittlung des Ein- unter Einverleibung eines Netz- und/oder Emulgierfrusses der optischen Aktivität des jeweils verwendeten mittels vorliegen. Insbesondere können die wasser-Antipoden auf die physiologischen Eigenschaften. Aus unlöslichen Derivate verwendet werden in der Form diesen Versuchen und auch aus anderen Testversuchen selbstemulgierender Konzentrate, d. h. als Lösungen der konnte nicht der geringste Hinweis auf die Sondereigen- 15 Derivate in einem Lösungsmittel, z. B. einem hochschaften, welche die erfindungsgemäß verwendete Ver- siedenden Kohlenwasserstoff, wobei das Lösungsmittel bindung gegenüber allen anderen Phenoxyalkansäuren noch ein Emulgiermittel enthält. Diese Lösungen bilden auszeichnet, entnommen und demzufolge auch nicht die dann bei Verdünnung mit Wasser Emulsionen. Die in Verwendung der Verbindung in der erfindungsgemäßen Wasser praktisch unlösliche freie Säure kann in Form Weise nahegelegt werden. ao einer Lösung in mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln,
Es mußte überraschen, daß die erfindungsgemäß ver- wie z. B. Alkohol, verwendet werden-. Diese Lösungen
wendete Verbindung derartige Sondereigenschaften auf- bilden bei der Verdünnung mit Wasser Dispersionen der
weist, zumal die entsprechend substituierten höheren Säure. Man kann die Säure aber auch in der Form
und niederen Homologen, also die entsprechenden Essig- trockener Pulver verwenden, welche bei Zusatz von
säure- und Buttersäurederivate, solche Eigenschaften 25 Wasser eine Dispersion bilden.
nicht aufweisen. Auch die in anderer Weise chlor- und Die jeweilige Konzentration des Wirkstoffes, wie sie in methylsubstituierten a-Phenoxypropionsäurederivate, den auf die Saaten aufzubringenden Mitteln erforderlich z. B. die a-5-Chlor-2-methyl-, die a-4-Chlor-3-methyl- und ist, hängt von der Bauart der zu verwendenden Spritzin ähnlicher Weise substituierte Verbindungen, besitzen, vorrichtung ab, da gegenwärtig sowohl solche für ein wie Vergleichsversuche ergaben, nicht die vorteilhafte 30 kleines Volumen als auch solche für ein großes Volumen Sonderwirkung, wie sie gerade der a-(4-chlor-2-methyl- im Gebrauch sind, die Unkrautbekämpfungsmittel mit phenoxy)-propionsäure und ihren Salzen zukommt. verschiedenen Wirkstoffkonzentrationen erfordern. Vom
Aus der USA.-Patentschrift 2_744 818 ist zur Be- Standpunkt der Unkrautbekämpfung aus gesehen, ist die
kämpfung holziger Unkräuter bereits die Verwendung Konzentration des wirksamen Bestandteils in den jeweils
von Estern der a-(4-Chlor-2-methylphenoxy)-propion- 35 auf die Saat aufgebrachten Mitteln von viel geringerer
säure mit C7-, C8- und C9-Alkoholen bekannt. Über die Bedeutung als die Menge des wirksamen Bestandteils,
Bekämpfbarkeit von Galium-Arten bzw. Stellaria media die auf eine gegebene Anbaufläche aufgebracht wird.
läßt sich dieser Patentschrift nichts entnehmen. Ver- Der letztere Faktor ist sogar von besonders hoher Bedeu-
gleichsversuche führen bei Verwendung dieser Ester auch tung, und es wurde festgestellt, daß es zur Erzielung
nicht zu befriedigenden Ergebnissen in der Bekämpfung 40 guter Ergebnisse bei der Bekämpfung von Klettenlab-
dieser letztgenannten Unkräuter, da sie im Gegensatz zu kraut und Vogelmiere notwendig ist, den Wirkstoff in
den erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen keine Mengen von mindestens 2,2 kg/ha (auf die freie Säure
sichere Vernichtung der Unkräuter bewirken. bezogen) anzuwenden. In einzelnen Fällen sind zufrieden-
Durch die vorliegende Erfindung wird dem Fachmann stellende Ergebnisse mit Mengen unter dieser Norm
nunmehr eine Lehre vermittelt, wie er zur Bekämpfung 45 erreicht worden, jedoch wird die vorerwähnte Menge als
der in Rede stehenden, bislang schwer bekämpfbaren das zur Sicherung einer angemessenen Bekämpfung
Unkräuter vorzugehen hat bzw. wie mit nur einem erforderliche Mindestmaß angesehen.
einzigen Mittel in nur einem Arbeitsgang eine erschöpfende Ein weiterer überraschender Vorteil der Salze der
und alle üblicherweise vorkommenden Unkräuter er- a-4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure ist, daß sie,
faassende Vernichtung durchführbar ist. 5° selbst wenn sie in Mengen von 1,63 kg Säure pro 0,4047 ha
Die vorliegende Erfindung besteht demgemäß in einem Verwendung finden, keine toxischen Wirkungen auf
Unkrautvernichtungsmittel zur Bekämpfung üblicher- Weizen, Gerste und Hafer ausüben, auch wenn sie bei
weise — insbesondere in Getreidearten — vorkommender Gerste und Hafer und gewissen Weizensorten in einem
Unkräuter einschließlich Klettenlabkraut bzw. Kleb- sehr frühen Wachstumsstadium angewendet werden. In
kraut und/oder Vogelmiere, das als Wirkstoff a-(2-Methyl- 55 diesem frühen Wachstumsstadium verursachen selbst
4-chlorphenoxy)-propionsäure und deren Salze enthält. Mengen von nur 0,45 kg 4-Chlor-2-methyl-phenoxyessig-
■ Wie bereits dargelegt, können neben der Säure auch säure pro 0,4047 ha schwere toxische Wirkungen,
deren Salze mit anorganischen und organischen Basen Aus diesen Gründen wird in der landwirtschaftlichen
verwendet werden, wofür als Beispiele die Natrium-, Praxis auch immer die Anweisung gegeben, daß Salze
Kalium- und Ammoniumsalze oder Gemische aus zwei 60 der 4-Chlor-2-methyl-phenoxyessigsäure bei Gersten-
pder mehreren dieser Salze angeführt werden, und saaten nur dann Verwendung finden, wenn die Saat das
schließlich deren Amide und Nitrile. fünfte bis sechste Blattstadium erreicht hat, während
·■■ Die Säure sowie deren Salze und sonstigen Derivate Lösungen von Salzen der a-4-Chlor-2-methyl-phenoxy-
können in irgendeiner der physikalischen Formen auf die propionsäure ohne Gefährdung in jedem beliebigen Zeit-Unkräuter aufgebracht werden, in welchen die Derivate 65 punkt des Wachstums zwischen dem ersten und zweiten
von Phenoxyalkansäuren enthaltenden Herbicide ge- Blattstadium und natürlich jedem nachfolgenden ver-
wöhnlich zur Anwendung gelangen. So können z. B. die wendet werden können. Es ist also festzustellen, daß die
wasserlöslichen Salze durch den Handel geliefert werden Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen eine
in Form konzentrierter Lösungen in Wasser oder als ganz erheblich größere Bewegungsfreiheit hinsichtlich lösliche Pulver, welche ·—■ falls gewünscht — ein für die 70 des Anwendungszeitpunktes bezüglich der Weizen-,
1 0Ö4 28ö
Gerste- und Hafersaaten gibt. Auch hierin muß ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Mittels gesehen werden.
Durch die Mittel gemäß der Erfindung wird also die Vernichtung der üblichen Unkräuter ermöglicht. Gleichzeitig zeichnen sie sich durch ihre hohe Phytotoxität gegenüber Klebkraut, ihre Unschädlichkeit gegenüber Getreidesaaten und durch den großen zeitlichen Anwendungsbereich auf solche Saaten aus.
Die nachfolgenden Ergebnisse sind typische Beispiele für die prozentuale Beschädigung von Getreideähren, wie sie durch das Besprühen in verschiedenen Blattstadien mit 4-Chlor-2-methyl-phenoxyessigsäuresalzen verursacht und mit -4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäuresalzen vermieden werden.
Mit MCPA ist 2-Methyl-4-chlor-phenoxyessigsäure und mit CMPP 4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure bezeichnet.
Behandlung mit 0,45 kg Säure/4050 m2 °/o beschädigter Ähren, Blattzahl zum Behandlungszeitpunkt ■ 2 bis 3 ■ I 3 bis 4 5 bis 6 I 6 bis 7
Weizen (Koga II)
Gerste (Ingrid)
Hafer (Ayr commando)
(•MCPA 1,2
. I MCPA 2,4
1 CMPP 2,4
ICMPP 3,6
rMCPA 1,2
MCPA 2,4
1 CMPP 2,4
{CMPP 3,6
MCPA 1,2
MCPA 2,4
CMPP 2,4
CMPP 3,6
0 0
18
61
1,5
28
26
75
20
61
32
41
0 0 0 0
0 0 0 0
2 2 0 0
0 0 0 0
0 0 0 0
Außer ihrer Wirksamkeit gegenüber Klettenlabkraut und Vogelmiere zeigen die erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen, wie bereits angedeutet, einen weiten Bereich der Wirkung gegenüber anderen Unkräutern, die man gewöhnlich in Halmfrüchten antrifft. So z. B. sind sie wirksam gegenüber vielen Unkräutern, die auch mit MCPA bekämpft werden, und können somit an Stelle des letzteren verwendet werden, wodurch man nicht nur das Wachstum von Klettenlabkraut bzw. Klebkraut und Vpgelmiere, sondern auch dasjenige einer großen Zahl verschiedener Unkräuter, die in Getreidesaaten auftreten, wirksam eindämmt. Das heißt also, daß die Verwendung von a-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)-propionsäure bzw. ihrer Salze allein bereits zur Bekämpfung von Klettenlabkraut und Vogelmiere sowie der meisten Unkräuter, die normalerweise unter Halmfrüchten anzutreffen sind, genügt und daß es nicht nötig ist, diese Verbindungen zusammen mit einem bekannten Herbicid zu verwenden, um die Unkräuter in den Getreidesaaten zu beseitigen. Werden beispielsweise' die erfindungsgemäß verwendeten Wirkstoffe zur Bekämpfung von Klettenlabkraut in einer Menge von etwa 0,91. kg/0,4047 ha verwendet, dann wird man feststellen können, daß auch die folgenden Unkräuter in zufriedenstellender Weise ausgerottet werden:
Cirsium arvensis (Ackerdistel oder Kratzdistel),
Ranunculus repens (kriechender Hahnenfuß),
Chenopodium album (weißer Gänsefuß),
Atriplex patuls (Gartenmelde),
Sinapis arvensis (Ackersenf),
Polygonum persicaria (Flohknöterich), /
Convolvulus "arvensis '(Ackerwinde),
Urtica urens (kleine Nessel),
Rumex crispus (krauser Ampfer),
Kumex obtusifolius (stumpfblättriger Ampfer),
Polygonum aviculare (Vogelknöterich), Capsella bursa-pastoris (Hirtentäschelkraut).
In nachstehendem werden einige Beispiele der erfindungsgemäß verwendeten Mittel angeführt.
Beispiel
Eine Lösung wird hergestellt durch Suspendieren von 27 g a-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)-propionsäure in 60 cm3 warmem Wasser und Behandlung der Suspension mit 25,2 cm3 5 η-Natronlauge. Die resultierende Lösung wird auf Zimmertemperatur gekühlt, der pH-Wert wird auf 7,5 eingestellt (um die Korrosion in den Metallbehältern, in welchen die Lösung aufbewahrt wird, auf ein Mindestmaß zurückzuführen), worauf durch Zusatz von Wasser das Volumen auf 100 cm3 gebracht wird. Man erhält auf diese Weise eine Lösung des Natriumsalzes (mit einem Gehalt von 27 Gewichtsprozent/Volumprozent, auf die freie Säure bezogen), welche vor dem Aufbringen auf die Saaten mit Wasser verdünnt wird.
In der nachstehenden Tabelle sind die Ergebnisse wiederholter^ Feldversuche angegeben, wobei der Wirkstoff auf Weizen, Gerste und Hafer versprüht wurde, und zwar in Form eines Salzes in den in der Tabelle angegebenen Mengen und Verdünnungen. Bei jedem Versuch ließ man einen Teil der Saat unbehandelt, um eine Kontrolle zu haben, während der Rest der Saaten zwischen den Stadien des sechsten und des siebenten Blattes behandelt wurde. Der Erfolg der Bekämpfung von Klettenlabkraut wird als Prozentsatz angegeben, basierend auf einem quantitativen Vergleich der unbehandelten Kontrollsaat und der behandelten Saat. Die sonstigen, in der unbehandelten Saat vertretenen und in der behandelten Saat bekämpften Unkräuter sind ebenfalls angegeben.
7 Saat Fläche
ha
Menge
kg/ha
Verdünnung
der Masse
Gewichtsprozent/
Volumprozent
als freie Säure
Klebkraut
bekämpft
%
8 Sonstige
bekämpfte Unkräuter
Versuch
Nr,
Weizen
Weizen
Hafer
Weizen
Weizen
Weizen
Weizen
0,81 {
J 1,21
2,02 {
1,21 j
2,43
1,82
2,8
2,4
2,0
2,2
2,2
2,2
2,2
2,1
1,9
2,0
2,2
0,99
0,5
1,0
1,0
0,5
1,0
0,5
1,0
1,8
0,36
1,0
85 bis 90
85 bis 90
84 j
90
90
90
90
87
97
97
90
Vogelmiere, Kreuzkraut,
Kratzdistel
Weißer Gänsefuß, Vogel
miere, Ackersenf
Ackersenf, weißer Gänse
fuß, Kratzdistel
> Vogelknöterich
> Vogelmiere
1
M
3
4
5
6
In ähnlicher Weise wurde ein Versuch durchgeführt, bei welchem etwa 1,21 ha Hafer mit einer Verbindung, hergestellt wie im Beispiel, behandelt wurden, und zwar mit einer Menge von 2,2 kg je ha und einer Verdünnung von 1 Gewichtsprozent/Volumprozent (auf die freie Säure bezogen). Der Erfolg der Bekämpfung des Klettenlabkrauts bzw. Klebkrauts war gut, obwohl die Pflanzen beim Abspritzen bereits in der Blüte standen.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern einschließlich Galium aparine und Stellaria media auf der Grundlage von Phenoxypropionsäureverbindungen,. dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Gehalt an α- (4-Chlor-2-methylphenoxy) -propionsäure und/oder deren Salzen als Wirkstoff aufweisen.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Schweizerische Patentschrift Nr. 254 720;
    USA.-Patentschrift Nr. 2 744 818.
    © 909 609/410 8.59
DEB43775A 1956-10-11 1957-03-05 Unkrautvernichtungsmittel Pending DE1064286B (de)

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GB3102556 1956-10-11

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CH254720A (de) * 1944-03-18 1948-05-31 American Chem Paint Co Verfahren zur Vertilgung von Unkraut.
US2744818A (en) * 1954-12-01 1956-05-08 Pittsburgh Coke & Chemical Co Low volatile herbicidal compositions

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CH372191A (fr) 1963-09-30
DE1071411C2 (de) 1973-09-27
NL221265A (de)
DE1071411B (de) 1973-09-27
FR1184025A (fr) 1959-07-16
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CH364935A (fr) 1962-10-15

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