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Schaltungsanordnung für Ablaufanlagen mit Programmsteuerung -Die Erfindung
befaßt sich mit Schaltungsanordnungen für Ablaufanlagen, in denen die Weichen selbsttätig
nach einem in Lochstreifen oder Lochkarten eingespeicherten Programm gestellt werden.
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Es ist bekannt, das Ablaufprogramm durch Betätigen von Tasten in Relaisspeicher
einzuspeichern, die während der einzelnen Abläufe die Stellkommandos an die Weichen
geben. Bei solchen Einrichtungen macht es keine Schwierigkeiten, das Programm zu
'lindern, auch wenn die Ablaufvorgänge bereits begonnen haben. Man kann jederzeit
einzelne eingespeicherte Gleisnummern bzw. Stellkommandos löschen und gegebenenfalls
durch andere ersetzen. Bei der ebenfalls bekannten Verwendung von Lochstreifen zur
Speicherung ist jedoch eine solche Änderung nicht ohne weiteres möglich. Solange
die Ablaufvorgänge noch nicht begonnen haben, kann man aus dem fertigen Lochstreifen
in bekannter Weise Teile herausschneiden und notfalls durch neu angefertigte Teile
ersetzen. Nach dem Beginn der Ablaufvorgänge kann man aber den Lochstreifen nicht
mehr ändern, ohne gleichzeitig die Abläufe zu unterbrechen. Eine solche Unterbrechung
ist jedoch in vielen Fällen gar nicht mehr möglich.
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Diese Nachteile werden mit der Erfindung dadurch beseitigt, daß Schaltmittel
vorgesehen sind, durch deren Betätigung vom Lochstreifen gesteuerte Weichenstellkommandos
unterdrückt, abgeändert und oder durch zusätzliche Kommandos ergänzt werden. Diese
Schaltmittel können durch Tasten, Schalter oder ähnliche Einrichtungen eingeschaltet
werden. Zweckmäßig ist es, wenn sich der eingeschaltete Zustand der Schaltmittel
erst nach dem Einlaufen einer Wagengruppe in eine Einwirkzone auswirken kann und
daran anschließend die eingeschalteten Schaltmittel wieder abgeschaltet werden.
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Nach weiteren Merkmalen der Erfindung sind beispielsweise folgende
Schaltvorgänge zweckmäßig: 1. Nach Einschalten der Schaltmittel mittels einer Taste
wird durch Betätigen der Schaltmittel das nächste vom Lochstreifen gesteuerte Stellkommando
gelöscht; 2. nach Einschalten der Schaltmittel wird durch deren Betätigen das nächste
vom Lochstreifen gesteuerte Stehkommando durch ein anderes Stellkommando ersetzt;
3. nach Einschalten der Schaltmittel wird durch deren Betätigen ein zusätzliches
Stehkommando vor Abgabe des nächsten vom Lochstreifen gesteuerten Stellkommandos
abgegeben; 4. nach Einschalten der Schaltmittel wird durch deren Betätigen das nächste
vom Lochstreifen gesteuerte Kommando bei seiner Abgabe gespeichert, und nach Abgabe
eines weiteren zusätzlichen Stellkommandos wird das gespeicherte Stellkommando nochmals
abgegeben.
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Bestimmte Schaltmittel werden vorteilhaft durch Betätigen jeweils
nur einer Taste, die am Arbeitsplatz des Rangiermeisters angeordnet ist, eingeschaltet.
Ferner besteht nach einem weiteren Erfindungsmerkmal die Möglichkeit, Schaltmittel
vorzusehen, die durch ein bestimmtes, vom Lochstreifen gesteuertes Stellkommando
wirksam geschaltet werden und dann an Stelle dieses Kommandos ein bestimmtes anderes
Kommando abgeben. Dadurch ist eine Vorspeicherung der Programmänderung möglich.
Bei dieserVorspeicherung werden die Schaltmittel erfindungsgemäß durch wenigstens
zwei Tasten eingeschaltet, von denen die eine bestimmt, welches im Lochstreifen
enthaltene Kommando geändert werden soll, und die zweite angibt, durch welches Kommando
das an sich abzugebende Kommando ersetzt werden soll. Diese Einrichtung kann entweder
jeweils nur für eine ablaufende Wagengruppe wirksam geschaltet und dann wieder .gelöscht
werden; man kann aber nach der weiteren Erfindung die Anordnung auch so treffen,
daß die Schaltmittel so lange wirksam bleiben oder
erneut wirksam
geschaltet werden, bis sie durch eine Löschtaste wieder ausgeschaltet werden.
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Der Lochstreifen kann in an sich bekannter Weise durchAufschreiben
desTextes des Rangierzettels mittels einer Fernschreibmaschine oder einer ähnlichen
Einrichtung hergestellt werden. Werden. in diesem Fall außer den Gleisnummern noch
weitere Angaben aufgeschrieben, so muß verhindert werden, daß diese Angaben fälschlich
zum Umstellen von Weichen führen. Das läßt sich gemäß der weiteren Erfindung dadurch
erreichen, daß man Einrichtungen, z. B. eine Taste, vorsieht, durch deren Betätigen
das Einspeichern anderer Zeichen, die keine Gleisnummern angeben, in den Lochstreifen
verhindert wird. Eine weitere Möglichkeit besteht nach einem anderen Erfindungsmerkmal
darin, daß Schaltmittel vorgesehen werden, die das Abgeben von Stellkommandos durch
im Lochstreifen enthaltene Zeichen verhindern, die keiner Gleisnummer entsprechen.
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In der Zeichnung ist schematisch ein mögliches Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt, aus welchem weitere Einzelheiten der Erfindung ersichtlich
sind. Die Zeichnung stellt in ihrem oberen Teil eine Ablaufanlage dar, die aus sechs
Gleisen besteht, in welche die einzelnen `'Vagen oder Wagengruppen vom Startpunkt
St über die isolierte Schiene S und die Weichen W1 bis W5 einlaufen. Im unteren
Teil der Zeichnung ist ein Blockschaltbild der nach der Erfindung zu der dargestellten
Ablaufanlage gehörenden Schaltmittel wiedergegeben.
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Vor Beginn eines Ablaufvorganges wird der Text der Rangierzettel vom
Rangiermeister mit der Fernschreibmaschine FS dem Fernschreibempfänger FE zugeschrieben,
der als Blattschreiber ausgebildet ist und gleichzeitig einenLochstreifenLo herstellt,
in den auch oder nur die Gleisnummern eingespeichert werden. Dieser Lochstreifen
wird in einen Lochstreifensender LS eingelegt.
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Sobald nun die erste ablaufende Wagengruppe die isolierte Schiene
S besetzt, wird über die Leitung L 1
der Impulsgeber J angereizt, der
durch einen Stromstoß über die Leitung L2 den Lochstreifensender LS einschaltet,
so daß dieser die erste Gleisnummer vom Lochstreifen abtastet und als Stellkommando
über die Leitung L 3 zu den Weichenrelaissätzen W, von denen in der Zeichnung nur
einer dargestellt ist, überträgt. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis alle
Wagengruppen die isolierte Schiene S befahren haben und demgemäß auch der Lochstreifen
vollständig durchgelaufen ist.
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Soll nun, während der Ablaufvorgang läuft, ein Wagen umgeleitet werden,
beispielsweise vom an sich vorgesehenenGleisl nachGleis3, so wird dieTasteT3 dann
gedrückt, wenn der umzuleitende Wagen den Startpunkt St durchläuft. Dadurch wird
in dem Speicher Sp2 über Leitung L4 die Gleisnummer »3« eingespeichert. Gleichzeitig
spricht über Leitung L5 das Relais RG an. Sobald der umzuleitende Wagen die isolierte
Schiene S besetzt, wird durch den Impulsgeber T der Lochstreifensender LS angelassen
und gleichzeitig der Speicher Sp2 über den geschlossenen Kontakt RG 1 eingeschaltet,
so daß er die eingespeicherte Gleisnummer »3« als Stellkommando an den Weichenrelaissatz
W abgibt. Der Lochstreifensender LS kann die ursprünglich eingespeicherte Gleisnummer
»1« nicht an den Relaissatz weitergeben, da der Kontakt RG2 offen ist. Es wird also
die von ihm abgegebene Gleisnummer »1« durch die im Speicher Sp2 eingespeicherte
Gleisnummer ersetzt. Sobald der umzuleitende Wagen die isolierte Schiene S räumt,
werden über nicht dargestellte Leitungen der Speicher Sp2 und das Relais RG zurückgestellt,
so daß die nächsten Wagen wieder nach dem im Lochstreifen eingespeicherten Programm
laufen.
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Es kann vorkommen, daß ein Gleis, beispielsweise Gleis 4, vorzeitig
voll wird, so daß es notwendig ist, alle noch folgenden für dieses Gleis bestimmten
Wagen in ein anderes Gleis, z. B. Gleis 5, umzuleiten. In diesem Fall wird zuerst
die Taste TH und dann die Taste T4 gedrückt. Dann spricht zunächst über die
Leitung L 6 das Relais RH an. Seine Kontakte RH 1
und RH2 schalten den LochstreifensenderLS
und den Speicher Sp2 an die Vergleichsschaltung V an. Die Kontakte RH3 und RH4 unterbrechen
die Leitungen L3 und L5, so daß der Lochstreif ensender LS vorn Weichenrelaissatz
abgeschaltet ist und das Relais RG nicht ansprechen kann, wenn jetzt durchBetätigen
der Taste T4 über die Leitung L4 die Gleisnummer »4« in den Speicher Sp2 eingespeichert
wird. Sobald nun weitere Wagengruppen die isolierte Schiene S durchlaufen, wird
jedesmal der Lochstreifensender LS angelassen, der von nun an seine Stehkommandos
über Leitung L8 an dieVergleichsschaltung abgibt. Stimmt das Kommando mit der im
Speicher Sp2 eingespeicherten Gleisnummer nicht überein, so wird durch einen Kontakt
V1 das auf Leitung L 8 angekommene Stellkommando an den Relaissatz W weitergegeben;
stimmen jedoch Stehkommando und Gleisnummer überein, da der Wagen für das bereits
gefüllte Gleis4 bestimmt ist, so wird durch einen Kontakt V2 vom Speicher Sp2 her
das der Gleisnummer »5« entsprechende Stellkommando an den Relaissatz W gegeben.
Es werden also alle für Gleis 4 bestimmten Wagengruppen selbsttätig nach Gleis 5
umgeleitet, bis das Relais RH durch Betätigen der LöschtasteLT zurückgestellt wird.
Dadurch wird über einen nicht dargestellten Stromkreis auch der Speicher Sp2 gelöscht.
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Beobachtet der Rangiermeister während des Abdrückvorganges, daß ein
Wagen schadhaft ist, so kann er diesen in das zum Ausbesserungswerk führende Gleis
6 umleiten. Dabei sind drei Fälle möglich: a) Der schadhafte Wagen läuft allein;
dann wird die Taste T 11 gedrückt und bringt das Relais R 1
zum Ansprechen,
das über seinen Kontakt R 11 die Impulsleitung L2 an eine feste Schaltung
A anschaltet und gleichzeitig durch seinen Kontakt R 12 die vom Lochstreifensender
LS zum Weichenrelaissatz ff,' führende Leitung L 3 unterbricht. Sobald der Wagen
die isolierte Schiene S besetzt, werden durch den Impulsgeber T der Lochstreifensender
LS und die feste Schaltung A angereizt. Das Stellkommando, vom Lochstreifensender
bleibt wirkungslos; an seiner Stelle wird von der festen Schaltung A ein der Gleisnummer
»6« entsprechendes Stellkommando an den Relaissatz W abgegeben.
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b) Der schadhafte Wagen befindet sich am Anfang oder am Ende einer
Wagengruppe; dann muß er zunächst von dieser Gruppe abgetrennt werden, so daß zwei
Teilgruppen entstehen. Sobald nun der schadhafte Wagen den Startpunkt
St durchfährt, drückt der Rangiermeister die Taste T 12 und bringt dadurch
das Relais R 2 zum Ansprechen, das durch seinen Kontakt R21 die Impulsleitung L2
an die festeScbaltung A anschaltet und sie durch den Kontakt R 22 vom Lochstreifensender
LS abschaltet, so daß beim Befahren der isolierten Schiene S durch den schadhaften
Wagen nur die feste Schaltung A angeschaltet wird, während der Lochstreifensender
LS nicht angereizt wird. Die feste Schaltung A gibt wie vorher ein der Gleisnummer
»6« entsprechendes Stellkommando an
den Relaissatz ab; dann
wird durch den ImpulsgeberT wie oben über eine nicht dargestellte Leitung das Relais
R2 zurückgestellt, so daß die folgenden Wagen wieder richtig laufen. In diesem Fall
wird also das Steilkommando von der festen Schaltung A nicht an Stelle eines im
Lochstreifen eingespeicherten Kommandos abgegeben, sondern zwischen zwei Steilkommandos
eingeschoben.
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c) Der schadhafte Wagen befindet sich innerhalb einer Wagengruppe;
dann muß die Gruppe in drei Teilgruppen zerlegt werden, deren mittlere der schadhafte
Wagen ist. In diesem Fall drückt der Rangiermeister die Taste T13, und zwar wenn
die erste Teilgruppe den Startpunkt durchläuft. Dadurch spricht das Relais R 3 an
und schaltet durch seinen Kontakt R31 ein Zählwerk Z an die Impulsleitung L2 an.
Sobald nun die erste Teilgruppe die isolierte Schiene S besetzt, gelangt das Zählwerk
Z durch den vom Impulsgeber T abgegebenen Impuls in die erste Arbeitsstellung und
schließt seinen Kontakt Z 1. Das vom Lochstreifen abgegebene Steilkommando gelangt
dann über die Leitung L3 zum Relaissatz W und außerdem über den Kontakt Z 1 in den
Speicher Sp 1. Sobald der Impuls vom Impulsgeber J beendet ist, geht das Zählwerk
Z in die nächste Arbeitsstellung, öffnet den Kontakt Z2 und schließt den Kontakt
Z3. Beim Befahren der isolierten Schiene S durch den nunmehr folgenden schadhaften
Wagen wird daher durch den Impulsgeber T nur die feste Schaltung A angestoßen, so
daß der Weichenrelaissatz W ein der Gleisnummer »6« entsprechendes Steilkommando
erhält. Nachdem der zweite Impuls beendet ist, werden in der nächsten Arbeitsstellung
des Zählwerkes Z dessen Kontakte Z 1 und Z 3 wieder geöffnet, und der Kontakt Z4
wird geschlossen, während der Kontakt Z2 noch geöffnet bleibt. Wird nunmehr die
isolierte Schiene .S von der dritten Teilgruppe befahren, so wird über den Kontakt
Z4 der Speicher Spl angestoßen; dieser gibt die dort vorübergehend eingespeicherte
richtige Gleisnummer nochmals als Steilkommando an den Relaissatz W ab. Das gleichzeitig
erfolgende Weiterschalten des Zählwerks Z wirkt sich zunächst nicht aus. Ist jedoch
der dritte Impuls beendet so wird der Kontakt Z4 wieder geöffnet, und der Kontakt
Z2 wird wieder geschlossen, so daß die folgenden Wagen wieder nach dem im Lochstreifen
eingespeicherten Programm weitergeleitet werden. Die Rückstellung des Relais R3
erfolgt beim letzten Schritt des Zählwerks Z über eine nicht dargestellte Leitung.