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Matrizensetz- und Zeilengießmaschine mit Registerstreif ensteuerung
Bei Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen mit Registerstreifensteuerung hat man
schon vorgeschlagen, auf mechanischem Wege Vorsorge zu treffen, daß die am Steuerstreifen
für das Auslösen einer Matrize abgefühlten Zeichen beim Zusammentreffen mit der
gespeicherten Kombination für ein vorangegangenes gleiches Zeichen das Auslösen
um ein Arbeitsspiel bei angehaltener Streifenfortschaltung verzögern.
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Im Gegensatz zu dieser mechanischen Lösung wird nach der Erfindung
die Aufgabe der Herbeiführung einer bei Auftreten von Doppelbuchstaben im Registerstreifen
unter Stillsetzung des Streifenantriebes selbsttätig erfolgenden Arbeitsverzögerung
bei registerstreifengesteuerten Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen auf elektrischem
Wege dadurch gelöst, daß unter Anwendung der an sich bekannten elektrischen Matrizenauslösung
durch Relais die von den Fühlerfingern über die Relais vorgenommene Schaltung durch
einen Haltestromkreis aufrechterhalten bleibt, bis das nächste abgefühlte Zeichen
auf die Relais wirksam geworden ist, wobei durch Übereinstimmung der Zeichen für
Doppelbuchstaben ein Sperrelais erregt bleibt, das für die Dauer eines durch einen
Impulsgeber bemessenen Arbeitsspieles die Streifenfortschaltung sperrt, während
zwei Auslöserelais über zueinander gegensinnige Stromventile an eine einzige Ausgangsklemme
angeschlossen sind, denen die Steuerung der Relais über umschaltbare Übertragungskontaktgruppen
- in der Dauer durch den Impulsgeber bestimmt - zugeführt wird, wobei die Gruppenumschaltung
und der Polaritätswechsel der Spannungsquelle durch Lochkombinationen des Registerstreifens
steuerbar sind.
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Durch diese Kombination einerseits einer relaisgesteuerten Übertragungskontaktgruppe
für die Feststellung der Übereinstimmung aufeinanderfolgender Zeichen im Registerstreifen
und für die Durchführung der einzelnen Stufen des Maschinenspiels und andererseits
einer Relaisgrüppe für die Auslösung der einzelnen Arbeitsvorgänge durch den Registerstreifen
sowie eines den Registerstreifenantrieb und die Zeichenablesung steuernden Impulsgebers
ergibt sich für das bei registerstreifengesteuerten Mätrizensetz- und Zeilengießmaschinen
auftretende Problem der Arbeitsverzögerung mit Anhalten des Registerstreifens bei
vorkommenden Doppelbuchstaben im Registerstreifen eine praktisch hinsichtlich Sicherheit
und Genauigkeit sowie Schnelligkeit der Auslösung und Durchführung der erforderlichen
Maßnahmen wesentlich vollkommenere Verwirklichung als bei der bekannten, mit rein
mechanischen Mitteln erreichten Lösung.
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Im einzelnen kann die Matrizensetz- und Zeilengießmaschine nach der
Erfindung in der Weise ausgebildet sein, daß die Fühlerfinger am Registerstreifen
durch einen Impuls des Impulsgebers zur Steuerung des Antriebs für die Fortschaltung
des Registerstreifens veranlaßt werden, während bei Übereinstimmung von im Registerstreifen
aufeinanderfolgenden Zeichen von den Relais beherrschte Schalter einen Stromkreis
für das die Streifenfortschaltung verhindernde Sperrrelais herstellen. Dabei kann
die Anordnung erfindungsgemäß so getroffen sein, daß ein Solenoid bei jeder auf
eine Erregung folgenden Abschaltung den Registerstreifen schrittweise über die heb-
und senkbar ausgebildeten Fühlerfinger hinwegführt und das jeweils zur Wirkung zu
bringende Zeichen der umschaltbaren Übertragungskontaktgruppe zur Umwandlung in
den von der Maschine selbsttätig auszuübenden Arbeitsvorgang aufgedrückt sowie ein
besonderes, dieser Kontaktgruppe zugeleitetes Zeichen bis zum Eintreffen eines nachfolgenden
Zeichens zurückgehalten wird, während der Erregungsstromkreis für ein am Registerstreifen
angreifendes Solenoid einen durch das Sperrelais beherrschten Schalter enthält und
ein Haltestromkreis für das vom Impulsgeber bei jedem Arbeitsspiel mit einem elektrischen
Impuls beschickte Sperrelais durch von den Relais für die Übertragungskontaktgruppe
beherrschte Schalter bei Gleichheit von aufeinanderfolgenden Zeichen hergestellt
wird.
Vorteilhaft ist es auch, wenn das Anheben des >ammleraufzuges
nach der Zeilenüberführungsstellung ron am Registerstreifen vorgesehenen Zeichen
aus mit 3ilfe von Relais und Kontakten bewirkt und durch ien in der Höchstlage befindlichen
Sammleraufzug ein Schalter für die Erregung eines den Senkhub des Sammleraufzuges
in die Zeilenaufnahmelage veranassenden Relais geschlossen wird, während der Re-;isterstreifen
für die Dauer des für die Rückkehr des Sammleraufzuges in seine Tieflage vorgsehenen
Arbeitsspieles des Impulsgebers durch Erregung eines seinen Antrieb hemmenden Solenoides
stillgesetzt wird.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Steuervorrichtung nach der Erfindung
beispielsweise in einer Ausführungsform in Anwendung bei einer Matrizensetz-und
Zeilengießmaschine der unter dem gesetzlich geschützten Handelsnahmen »Linotype«
bekannten Bauart.
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Fig. 1 und 2 zeigen die elektrische Schaltanordnung der Vorrichtung,
und Fig. 2 ist dabei eine Fortsetzung der Fig. 1; Fig.3 zeigt eine Draufsicht auf
einen Teil des Steuerstreifens und des mit diesem zusammenwirkenden Ablesers; Fig.4
zeigt einen senkrechten Schnitt durch das Ausgangsende eines Matrizenmagazins und
den zugehörigen Matrizen- und Spatienauslösernechanismus; Fig. 5 veranschaulicht
in einem schematischen Diagramm die normale Aufeinanderfolge von bestimmten Arbeitsvorgängen,
ohne jedoch genau richtig die jeweilige tatsächliche Zeitdauer dieser Arbeitsvorgänge
darzustellen.
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Wie Fig.4 erkennen läßt, sind die mit Schriftzeichen versehenen Matrizen
x in einzelnen Kanälen eines Magazins M gespeichert, aus denen sie unter der Einwirkung
von Auslösern m heraustreten können, um dann auf Grund ihres Gewichtes durch die
Einlaßrinne Ml eines Sammlers zu fallen und in diesem zur Zeile entsprechend ihrer
Auslösefolge aneinandergereiht zu werden, worauf die volle gesetzte Zeile durch
einen Sammleraufzug E (vgl. Fig. 2) angehoben und in dessen Hochlage aus ihm zur
Überführung nach einem nicht dargestellten Gießmechanismus entnommen wird. Die den
verschiedenen Magazinkanälen zugeordneten Auslöser m können unmittelbar je durch
ein elektrisches Solenoid MO wahlweise bei dem Steuerungssystem nach der Erfindung
zur Wirkung gebracht werden.
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Zur Einhaltung der richtigen Zeitfolge aller der verschiedenen Arbeitsvorgänge
einer Matrizensetz-und Zeilengießmaschine dient erfindungsgemäß (vgl. Fig. 2) ein
dauernd umlaufender taktgebender Impulserzeuger D, der von der Zwischenantriebswelle
der Maschine aus in Drehung versetzt werden kann, aber vorzugsweise unabhängig davon
durch einen besonderen Motor Z seinen Antrieb erhält. Der Generator D, der von üblicher
Ausführungsform sein kann, hat die Aufgabe, bei jedem Spiel der Maschine eine Reihe
von zeitlich bemessenen Steuerimpulsen zu erzeugen. Diese Steuerimpulse werden dadurch
erzielt, daß periodisch eine entsprechende Zahl von über eine Spannungsquelle B
verlaufenden Stromkreisen für eine bestimmte Zeitdauer geschlossen wird, welche
nach einem Bruchteil eines Arbeitsspieles des Takterzeugers D bemessen wird.
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Gemäß Fig. 1 wird der gelochte Steuerstreifen 1, welcher die Verschlüsselungen
enthält, schrittweise durch ein von einem Solenoid .4" angetriebenes Sprossenrad
A1 fortgeschaltet, und die Spitzen des Sprossenrades greifen dabei in die aus Fig.
3 ersichtlichen Löcher 1a des Streifens 1 ein. Auf die Welle des Sprossenrades ist
ein gezahntes Schaltrad A2 aufgekeilt, das (vgl. Fig. 1) durch eine hin und her
bewegbare Klinke A3 schrittweise weitergedreht wird, deren Links- und Rechtsverschiebung
durch das SolenoidA4 veranlaßt wird.
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Der Steuerstreifen 1 geht bei seiner schrittweise erfolgenden Fortschaltung
über eine Gruppe von sechs Fühlerfingern A5 hinweg, welche (vgl. Fig. 3) die in
ihm vorgesehenen Verschlüsselungslöcher 2 gewissermaßen ablesen. Die Fühlerfinger
A5 können senkrecht auf und ab bewegt werden und sind für gewöhnlich in ihrer -unwirksamen
Tiefstellung gemäß Fig. 1 durch den Schwenkarm As eines mit drehbarem Kern ausgebildeten
Solenoides A7 gehalten. Der Steuerstreifen 1 wird zuerst in eine Lage gebracht,
in welcher (vgl. Fig. 3) die das Verschlüssselungszeichen wiedergebenden Löcher
2 über den Fühlerfingern A5 liegen, worauf das Solenoid A7 durch einen Stromimpuls
erregt wird, der (vgl. Fig. 1 und 2) von dem taktgebenden Generator D aus durch
die Leitung 5 übertragen wird. Das Solenoid A7 verschwenkt dann den Arm AB in einer
dem Uhrzeigerdrehsinn entgegengesetzten Richtung, um die Fühlerfinger A5 aus ihrer
Tiefstellung nach dem Streifen 1 hin aufwärts zu bewegen, und dabei können die Finger,
welche mit den Löchern 2 in den Steuerstreifen 1 sich decken, durch diese hindurch
gehoben werden, während die anderen durch den Steuerstreifen an einem derartigen
Hochsteigen verhindert werden.
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Das so »abgelesene« Verschlüsselungszeichen des Streifens i wird (vgl.
Fig. 1) nach einer Gruppe von sechs Relais Cl bis CO übertragen, von denen
jedes einem der Fühlerfinger A5 zugeordnet ist und durch dessen Anheben zur Wirkung
gebracht werden kann. Zwei Kontaktschalter As und A9 sind jedem der Finger
zugeordnet, der sie schließt, wenn er durch ein Loch 2 des Streifens 1 angehoben
wird. Durch die Schließung des Schalters Aa wird ein Stromkreis von einer Spannungsquelle
Bi aus über das zu dem betreffenden Fühlerfinger A5 gehörige Relais der Relaisgruppe
Cl bis CO hergestellt. Das auf diese Weise erregte Relais bleibt mit Strom
versehen, da von jedem der Relais Cl bis CO bei Erregung je ein Kontakt C7
geschlossen und dadurch ein Haltestromkreis für das Relais von der Spannungsquelle
B2 über den für gewöhnlich geschlossenen Schalter AIO nach Ende vollendet wird,
so daß das Relais auch noch nach der Rückkehr- und Abwärtsbewegung der Fühlerfinger
A5 wirksam ist, obgleich die Öffnung des Schalters AB bei diesem Senkhub der Finger
A5 erfolgt. Anderseits stellt die Schließung eines der Schalter A9 bei der Aufwärtsbewegung
der Fühlerfinger A5 einen Stromkreis von einer Spannungsquelle B3 nach dem den Steuerstreifen
schaltenden Solenoid A4 her, das dann die Klinke A3 nach rechts in die aus Fig.
1 ersichtliche Lage verschiebt, bevor es wieder abgeschaltet wird.
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Das mit einem drehbaren Kern versehene Solenoid A7 weist einen zweiten
verschwenkbaren Arbeitsarm A19 auf, welcher unter einem Schrägwinkel zu dem an den
Fingern A5 angreifenden Arm GB angeordnet ist und für einen Augenblick den für gewöhnlich
geschlossenen Schalter A11 zu öffnen und dadurch den Sperr- und Haltestromkreis
für die Relais Cl bis CO
zu unterbrechen hat. Dabei hat die Öffnung
des Schalters All lediglich die Tilgung des jeweils vorhergehenden Verschlüsselungszeichens
an den Relais zur Folge, löscht aber nicht das neue Verschlüsselungszeichen, da
die dieses den Relais zuführenden Schalter A8 durch
die Fühlerfinger
A5 bis zur Schließung des Schalters A11 geschlossen gehalten werden.
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Die Folge der Arbeitsvorgänge ist in Fig. 5 schematisch an Hand eines
Zeitdiagramms für ein Arbeitsspiel des taktgebenden Impulsgenerators D veranschaulicht.
Das mit einem drehbaren Kern versehene SolenoidA7 arbeitet verhältnismäßig langsam,
um den FühlerfingernA5 die Schließung der geeigneten Schalter A$ zu ermöglichen,
bevor der Arm Al) des Solenoides A7 den Schalter A11 geöffnet hat. In dem Zeitintervall
zwischen dem Schließen der Schalter A8 und der Öffnung des Schalters A11 werden
Impulse, welche den beiden Verschlüsselungszeichen auf dem Steuerstreifen entsprechen,
d. h. das augenblicklich der Ablesung und Entschlüsselung unterworfene Zeichen und
und das vorhergehende, auf die Relais ausgeübt. Sobald jedoch der Schalter A11 geöffnet
ist, werden die Sperr- und Haltestromkreise der Relais unterbrochen, und das alte
Zeichen wird ausgelöscht. Das neue Zeichen geht nicht verloren, da die Schalter
A8 geschlossen bleiben, bis nach der Rückbewegung des Schwenkarmes All) des Solenoides
A7 der Schalter All sich wieder schließt, wodurch für die dem neuen Verschlüsselungszeichen
entsprechenden Relais der über diesen Schalter gehende Sperr- und Haltestromkreis
hergestellt wird, bevor der Arm As die Finger A5 in ihre unwirksame Tiefstellung
zurückzieht. In ähnlicher Weise werden die dem augenblicklichen Verschlüsselungszeichen
entsprechenden Relais wirksam gehalten, bis der Schalter All während des nächsten
Arbeitens des Solenoides A7 wieder geöffnet wird.
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Jedes der Relais Cl bis C6 beherrscht eine Mehrzahl von Kontakten,
die in Fig. 1 schematisch durch senkrechte gestrichelte Linien angedeutet sind.
Diese Kontakte sind in unterschiedlichen Gruppen angeordnet, von denen jede eine
bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat. Die Kontakte C7, welche Halte- und Sperrstromkreise
für die einzelnen zur Aufnahme der Verschlüsselungszeichen ausgewählten Relais herzustellen
haben, bilden eine erste Gruppe. Eine zweite Gruppe ist für das Ermitteln von aufeinanderfolgenden
übereinstimmenden Verschlüsselungszeichen bestimmt. Eine dritte Gruppe von Kontakten
dient dem Zweck, einen Stromkreis für Polaritätsumschaltung zur Wirkung zu bringen.
Schließlich sind die Kontakte einer vierten Gruppe dafür vorgesehen, als Übertragungssystem
die einzelnen Arbeitsvorgänge auszuwählen, welche durchzuführen sind.
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Die als Auswahlsystem wirksame vierte Kontaktgruppe ist (vgl. Fig.
1) in eine obere übertragungsgruppe Ca und eine untere Gruppe Cb unterteilt.
Die obere Kontaktgruppe ist umgekehrt als die untere Kontaktgruppe angeordnet, indem
die Kontakte der oberen Gruppe von links nach rechts und die Kontakte der unteren
Gruppe von rechts nach links zunehmen, wodurch eine mehr gleichmäßige Verteilung
der Arbeitsbelastungen der Relais erreicht wird. Die besondere Anordnung der Übertragungsgruppe
ist in ihrer Gesamtheit in den Zeichnungen nicht veranschaulicht, aber auf S. 52
des Buches »The Design of Switching Circuits« von Keister, Ritchie und Washburn,
herausgegeben durch die D. Van Nostrand Company, Inc., New York, zeichnerisch wiedergegeben
und beschrieben.
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Wenn ein von dem Steuerstreifen »abgelesenes« Verschlüsselungszeichen
auf der Relaisgruppe zur Wirkung gebracht wird, werden alle Kontakte, die zu je
einem der erregten Relais gehören, entsprechend beeinflußt. Die Kontakte der oberen
und der unteren Kontaktgruppe stellen auf Grund ihrer Lagen eine elektrische Verbindung
oder einen Stromweg zu einer aus einer Mehrzahl von Ausgangsklemmen 3 ausgewählten
Klemme her. Ein durch das Relais Cl gesteuerter Kontakt 4 bestimmt, ob dieser elektrische
Stromkreis durch die obere Kontaktgruppe Ca oder die untere Kontaktgruppe Cb geht.
Die verschiedenen Stromkreise, welche die jeweiligen Arbeitsvorgänge der Maschine
herbeiführen, sind an die Ausgangsklemmen 3 angeschlossen.
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Es sind zweiunddreißig Ausgangsklemmen 3 in jeder der beiden Kontaktgruppen
Ca und Cb vorgesehen, so daß insgesamt vierundsechzig Klemmen vorhanden sind. Diese
Zahl wird aber wesentlich von der Anzahl der Arbeitsvorgänge überschritten, welche
für die selbsttätige Steuerung einer Zeilengießmaschine notwendig sind. Nach der
Erfindung wird daher, um nicht die ganze Schaltanordnung durch Hinzufügung von weiteren
Relais und Ausdehnung der übertragungskontaktgruppe umständlich und unübersichtlich
zu gestalten, eine weitere Unterteilung einer größeren Zahl der Ausgangsklemmen
in zwei Arbeitsstromkreise vorgenommen, von denen jeder auf eine andere Polarität
anspricht. Zwei der Verschlüsselungskombinationen werden außerdem dafür vorbehalten,
um Schalt- und Abschaltstromkreise zur Wirkung zu bringen, welche. die Polarität
des Arbeitsimpulses ändern, der durch die Übertragungskontaktgruppe von der Batterie
B4 aus übermittelt wird. Auf diese Weise wird zwar eine gegebene Codekombination
in jedem Falle den gleichen elektrischen Stromweg durch die Übertlagungskontaktgruppe
herstellen, aber sie kann den einen oder den anderen von zwei verschiedenen Arbeitsvorgängen
in Abhängigkeit der Polarität der Spannungsquelle B4 durchführen. Beispielsweise
kann eine besondere Verschlüsselungskombination für den kleinen Buchstaben »d« in
der Abschaltstellung und für den großen Buchstaben »D« in der Einschaltlage vorgesehen
werden, wie es bei den zur Zeit gebräuchlichen Verschlüsselungssystemen üblich ist.
Da die selbsttätige Wirkungsweise von Zeilengießmaschinen nicht die Benutzung von
allen verfügbaren Verschlüsselungszeichen erfordert, können bestimmte Zeichen, wie
z. B. die Codezeichen für die Auslösung von Matrizen mit gewöhnlichen Satzzeichen
und für die Ausfüllung und Einmittung der Zeile polaritätsunempfindlich angenommen
sein, um die Häufigkeit der Einschalt- und Abschaltvorgänge zu vermindern.
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Die üblichen Magazine von Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen, z.
B. der unter dem gesetzlich geschützten Handelsnamen »Linotype« bekannten Bauart,
aus denen die Matrizen und Spatien durch erfindungsgemäß mittels Solenoiden MO gesteuerte,
den einzelnen Magazinkanälen zugeordnete Auslöser m entnommen werden, weisen in
der Regel zweiundsiebzig oder neunzig Kanäle auf, so daß in gleicher Zahl Auslöser
und Solenoide MO vorzusehen sind. Die Solenoide MO, welche durch ihre unmittelbare
Einwirkung auf die Auslöser m die sonst erforderliche Anordnung eines Tastenwerkes
und der dieses mit den Auslösern verbindenden mechanischen Gestänge ersparen, werden
wahlweise durch die Übertragungskontaktgruppe erregt. Wie aus Fig. 1 ersichtlich,
sind je zwei der Solenoide MO mit einer einzigen gemeinsamen Ausgangsklemme 3 verbunden,
und diese Verbindung geht über parallel und gegensinnig geschaltete Selengleichrichter
M3 und M4, so daß z. B. der Gleichrichter M3 für die Polarität der Batterie B4 nur
bei Vorhandensein des einen und der Gleichrichter M4 nur bei Auftreten des anderen
von zwei Schaltzuständen stromdurchlässig wird, die als An- und Abschaltung
egensätzlich
zueinander sind. Auf diese Weise wird s möglich, mit der gleichen, dem Übertragungskon-3ktsatz
Ca, Cb zugeleiteten Verschlüsselungskombiation jedes der beiden über, die Gleichrichter
M3 und ,l4 parallel geschalteten Solenoide M0 zum Arbeiten u veranlassen, obgleich
nur das eine oder das andere ,on ihnen in einem-gegebenen Zeitpunkt in Abhängig-:eit
von der Polarität der Batterie B4 zur Wirkung ;ebracht wird.
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Die richtige Zeitbemessung für die Tätigkeit der vlagazinauslöser
m ist insofern eine nicht ganz einach zu erfüllende Bedingung für einen vollkommenen
3etrieb der Maschine, als der Auslösevorgang einer-;eits, um einen zuverlässigen
und- einwandfreien Ausritt der Matrizen aus dem Magazin zu gewährleisten, ;enügend
langsam und anderseits. zur Erzielung einernaximalen Arbeitsgeschwindigkeit der
Maschine hineichend rasch erfolgen soll. Daher muß ein nach einem ier Solenoide
MO für die Matrizenauslösung gesenieter elektrischer Impuls eine bestimmte, richtig
benessene Zeit andauern. Bei den gebräuchlichen Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen
wird das Eintreten und die Dauer des Auslösevorganges durch eine ständig umlaufende
Tastenwerkwalze gesteuert, und da alle bisher vorgeschlagenen Steuervorrichtungen
die Form von Zusatzgeräten zu dem Tastenwerk der Maschine haben, ist bei ihnen keine
Notwendigkeit aufgetreten, unabhängig von dem Tastenwerk die Wirkung der Auslöser
zeitlich zu regeln. Bei der Vorrichtung nach der Erfindung wird dagegen besondere
Vorsorge getroffen, um die zur Magazinauslösung dienenden Solenoide MO für die richtige
Zeitdauer zur Wirkung zu bringen, und dementsprechend hat der taktgebende Impulserzeuger
D unter anderem auch die Aufgabe, die Dauer der Wirkung der Solenoide MO zu steuern.
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In dem geeigneten Zeitpunkt des Maschinenspiels (vgl. Fig. 5) und
nach der Einführung der Verschlüsselungskombination in den Übertragungskontaktsatz
wird ein Stromimpuls von dem Generator D (vgl. Fig. 2) über die Leitung 30 nach
dem Relais Dl (vgl. Fg. 1) gesandt, und die Erregung des Relais Dl schließt einen
diesem zugeordneten Schalter D2, wodurch ein Stromkreis von der Batterie B4 aus
durch den Kontaktübertragungssatz nach dem entsprechendere Matrizenauslösesolenoid
1y70 hergestellt wird. Der Impuls nach dem Relais Dl wird in seiner Zeitdauer durch
den Impulserzeuger D bestimmt, und seine Länge entspricht der Länge der Zeit, für
welche die Solenoide MO erregt werden müssen. Nahe dem Ende der Dauer dieses Impulses
verliert das Relais Dl wieder seine Erregung, und der Schalter DE wird geöffnet
und dadurch die Stromzuführung zu dem jeweils zur Wirkung gebrachten Solenoid MO
unterbrochen.
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Um bei den zur Erregung der Matrizenauslösungssolenoide Mb vorgesehenen,
durch gegensinnig eingeschaltete Gleichrichter M3 und M4 polaritätsempfindlich gemachten
Stromkreisen die Umkehr der Polarität der Batterie B4, welche jeden von zwei derartigen
auf entgegengesetzte Polaritäten ansprechenden Arbeitsstromkreisen durch die gleiche
besondere Codekombination zur Wirkung zu bringen gestattet, in einfacher Weise herbeizuführen,
ist erfindungsgemäß die Anordnung für die Umschaltung so getroffen, daß eine der
Verschlüsselungskombinationen einen Stromweg nach einem Umschaltrelais G1 (vgl.
Fig. 1) über mehrere in Reihe liegende Schalter 6 bis 11 herstellt, von denen je
einer je einem der Verschlüsselungsrelais Cl bis CO zugeordnet ist. Die Schalter
6 und 9, die für gewöhnlich geschlossen sind; werden geöffnet, wenn ihre entsprechenden
Verschlüsselungsrelais Cl und C4 erregt werden. Die Schalter 7, 8, 10 und 11 sind
für gewöhnlich offen und werden durch die Wirkung der zugehörigen Verschlüsselungsrelais
C2, C3, C5 und CO geschlossen. Wenn alle Schalter 6 bis 11 durch die geeignete Verschlüsselungskombination
geschlossen wer= den, wird der von dem Impulserzeuger D kommende Impuls, der für
gewöhnlich das Relais Dl erregt, das Umschaltrelais G1 mit Strom versehen.
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Das Umschaltrelais G1 beherrscht (vgl. Fig. 1) drei Kontakte 12, 13,
14, von denen der Kontakt 12 mit Erde 15 verbunden ist und der Kontakt 13 Anschluß
an den Übertragungskontaktsatz Ca, Cb durch den Schalter D2 hat. Für gewöhnlich
ist in dem nicht umgeschalteten Zustand die negative Klemme der Batterie B4 durch
den Kontakt 12 geerdet und die Polarität der Batterie B4 mit Bezug auf die Übertragungskontaktgruppe
durch die positive Batterieklemme über den Kontakt 13 bestimmt. Wenn das Umschaltrelais
G1 zur Wirkung kommt; werden die Kontakte 12 und 13 auf einen anderen Satz von Klemmen
eingestellt, so daß der positive Pol der Batterie B4 durch den Kontakt 12 geerdet
und der nach-der Übertragungskontaktgruppe führende Kontakt 13 mit dem negativen
Pol der Batterie verbunden ist. Der Kontakt 14 anderseits hat die Aufgabe, das Relais
G1, sobald 'es einmal erregt ist, in dem wirksamen Zustand zu verriegeln, und wird
durch das erregte Relais G1 von seiner für gewöhnlich, eingenommenen Offenstellung
in die Schließlage übergeführt, in der er einen Sperr- und Haltestromkreis für dieses
Relais von der Batterie B5 aus über den für gewöhnlich geschlossenen Kontakt 16
nach der Erde 17 herstellt. Nach der Umschaltung bleibt die Polarität der Batterie
B4- gegenüber dem Relaissatz bis zur Rückkehrumschaltung festgelegt.
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Diese Rückumschaltung wird durch eine Verschlüsselungskombination
erreicht, welche der Übertragungskontaktgruppe zugeführt wird, um das Relais G'
zur Wirkung zu bringen. Die Erregung des Relais G2 öffnet den Kontakt 16 in dem
Halte- und Sperrstromkreis für das Relais G1, dessen Stromlosigkeit die Öffnung
des anderen Kontaktes 14 dieses Halte- und Sperrstromkreises sowie die Umlegung
der Kontakte 12 und 13 und damit die Umkehrung der Polarität, d. h. die Wiederherstellung
der positiven Polarität der Batterie B4 gegenüber dem Übertragungskontaktsatz, zur
Folge hat. Die elektrische Energie zur Erregung des Relais G2 für diese Umkehrung
der Polarität der Batterie B4 kämmt aus dieser, was aber die einwandfreie Durchführung
dieses Polaritätswechsels nicht beeinträchtigt, da das Relais G2 seine Aufgabe erfüllt
hat, sobald es den Halte- und Sperrstromkreis des Relais G1 unterbricht. Wenn auf
diese Weise die ursprünglich gegenüber der Übertragungskontaktgruppe vorhandene
Polarität der BatterieB4 wiederhergestellt ist, bleibt sie bestehen, bis das Umschaltrelais
G' wieder -zur Wirkung gebracht wird.
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Für die Arbeitsvorgänge des Ausfüllens und des Einmittens der Matrizenzeile
werden ebenfalls Verschlüsselungskombinationen vorgesehen. Linksausfüll-und Rechtsausfüll-
sowie Einmitt-Codezeichen bringen je eines der Relais Hl, H2- und H3 (vgl. Fig.
1) zur Wirkung. Da Maßnahmen dieser Art häufig sowohl beim Anschluß der Übertragungskontaktgruppe
an den einen wie an den anderen Pol der Batterie B4 erforderlich sind, so sind die
entsprechenden Relais durch die beiden Polaritäten der Batterie B4 auslösbar. Die
Verschlüsselungskombination für die Ausfüllung der Zeile mit der linken Schraubstockbacke
erregt
das Relais Hl, welches die Schalter 192 und 193 schließt,
und die Erregung des Relais H2 bewirkt die Schließung des Schalters 190 für das
Ausfüllen mit der rechten Schraubstockbacke, während die Erregung des Relais H3
die Schließung des Schalters 191 für die Einmittung der Zeile zur Folge hat. Die
Steuerung der Ausfüll- und Einmittvorgänge durch die Schalter 190 bis 193 kann auf
beliebige Art mit Hilfe von elektrischen Hilfs- und Zwischengliedern erfolgen.
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In bestimmten Fällen, insbesondere wenn die Zahl der Spatien in der
gesetzten Zeile diese nicht voll auszuschließen vermag, ist es üblich, eine dünne
Hilfsspatie neben jede normale Spatie in der Zeile einzufügen. Wird die Länge der
gesetzten Zeile auf diese Weise vergrößert, so nimmt der Betrag, um den die Zeile
bei der Ausschließung auszudehnen ist, entsprechend ab, so daß eine volle Ausschließung
erreicht werden kann. Die dünnen Hilfsspatien werden in den Matrizenmagazinen aufgespeichert
und durch ein Solenoid in der gleichen Weise wie die mit Schriftzeichen versehenen
Matrizen ausgelöst. Nach der Erfindung ist ein Verschlüsselungssignal oder eine
Verschlüsselungskombination für die Auslösung einer zusätzlich zu einer normalen
Spatie zu verwendenden dünnen Hilfsspatie vorgesehen. Ein Relais h (vgl. Fig. 1)
wird durch den Übertragungskontaktsatz zur Wirkung gebracht und schließt dann die
Kontakte 20 und 21. Der Kontakt 20 stellt einen Stromkreis von der Spannungsquelle
B8 nach dem nicht dargestellten Solenoid für die Auslösung der dünnen Hilfsspatie
her, und der Kontakt 21 schließt einen Stromkreis für das die Auslösung der normalen
Spatie bewirkende, ebenfalls nicht veranschaulichte Solenoid.
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Die Weiterschaltung des Steuerstreifens 1 zwischen zwei aufeinanderfolgenden,
übereinstimmenden Verschlüsselungskombinationen wird erfindungsgemäß verzögert,
um eine Rückkehr der verschiedenen zur Wirkung gebrachten mechanischen Teile der
Maschine in ihre normale Stellung zu sichern und so ein unnötiges zweites Arbeiten
dieser Teile zu verhindern. Zu diesem Zweck wird der Steuerstreifen 1 (vgl. Fig.1)
für ein vollständiges Arbeitsspiel des taktgebenden Generators D (vgl. Fig. 2) angehalten,
wenn das zweite von zwei aufeinanderfolgenden übereinstimmenden Zeichen auftritt.
Da die Fortschaltung des Steuerstreifens 1 (vgl. Fig. 1) durch das Solenoid A4 erfolgt,
das bei Erregung durch die Spannungsquelle B3 die Klinke A3 nach links verschiebt
und bei Aufhören seiner Erregung die Rückbewegung der dabei den Streifen 1 weiterschaltenden
Klinke A3 gestattet, ist es durch Verzögerung des Aufhörens der Erregung oder durch
Verlängerung der Erregung des Solenoids A4 möglich, eine Verzögerung der Fortschaltung
des Streifens 1 zwischen zwei aufeinanderfolgenden übereinstimmenden Schriftzeichen
herbeizuführen. Die Verlängerung der Erregung des Solenoides A4 kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, daß ein Stromkreis zu dem Solenoid von einer Spannungsquelle
B7 aus (vgl. Fig. 1) für ein vollständiges Arbeitsspiel des taktgebenden Generators
D hergestellt wird.
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Während eines jeden Arbeitsspieles des Impulserzeugers D wird ein
Impuls durch eine Leitung 23 (vgl. Fig. 1) nach einem Relais K1 gesandt, das dadurch
erregt wird und die Kontakte 22 und 24 schließt sowie den Kontakt 25 von der Klemme
26 auf die Klemme 27 umlegt. Die Schließung des Kontaktes 22 stellt von der Spannungsquelle
B7 nach dem Solenoid A4 einen Stromkreis her, der lediglich die Wirkung hat, die
Fortschaltung des Steuerstreifens 1 im Falle der Aufeinanderfolge von zwei übereinstimmenden
Zeichen zu verhindern und für gewöhnlich, wenn das Solenoid A4 von der Spannungsquelle
B3 infolge Schließung des Schalters A9 erregt wird, unterbrochen wird, so daß das
Solenoid A4 keine Verzögerungswirkung auf die Fortschaltung des Steuerstreifens
1 mehr ausüben kann.
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Die Schließung des Kontakts 24 bringt einen Sperr-oder Haltestromkreis
für das Relais KI von der Spannungsquelle B$ über eine Gruppe von gleichen, zur
Ermittelung der Verschlüsselungen dienenden Schaltern 28 und 29 und einen einzelnen,
für gewöhnlich geschlosenen und von dem Relais K3 beherrschten Kontakt 34 zur Wirkung.
Die Schalter 28 liegen in Reihe und sind für gewöhnlich offen und von je einem der
Relais Cl bis C6 beherrscht, und die ebenfalls je einem dieser Relais zugeordneten
Schalter 29 sind für gewöhnlich geschlossen und bilden einen Nebenschluß zu je einem
der für gewöhnlich offenen Schalter 28. Bei Erregung der einzelnen Relais Cl bis
C6 werden die zugehörigen Schalter 28 geschlossen und die entsprechenden Schalter
29 geöffnet. Es werden so, wenn zwei verschiedene Verschlüsselungszeichen aufeinanderfolgen,
einer oder mehrere der Schalter 28 und 29 entweder geöffnet oder geschlossen, wodurch
der Sperr- und Haltestromkreis für das Relais KI unterbrochen wird, während diese
Unterbrechung nicht eintritt, wenn , die aufeinanderfolgenden Verschlüsselungszeichen
gleich sind.
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Wenn der Sperr- und Haltestromkreis für das Relais K1 nicht unterbrochen
und dadurch die Aufeinanderfolge übereinstimmender Verschlüsselungszeichen angezeigt
wird, bleibt das Relais K1 im wirksamen Zustand, und das Solenoid A4 wird an einer
Fortschaltung des Steuerstreifens 1 während dieses Arbeitspieles des Impulserzeugers
verhindert. Infolge der Erregung des Relais K1 wird der Kontakt 25 von der Klemme
26 nach der Klemme 27 umgeschaltet, und der Arbeitsimpuls, welcher
für gewöhnlich nach dem Relais Dl von dem Generator D aus durch die Leitung 30 gesandt
wird, gelangt nach dem Relais K2 und schließt dadurch die Kontakte 31 und 32. Der
Kontakt 31 stellt einen Sperr- oder Haltestromkreis für das Relais K2 von einer
Spannungsquelle B9 aus durch einen für gewöhnlich geschlossenen Kontakt 33 her,
der von dem Relais K3 beherrscht ist. Die Relais KI und K2 bleiben für den Rest
des Arbeitsspieles des Impulserzeugers D erregt, und während des nächsten Arbeitsspieles
dieses Generators wird ein Impuls durch die Leitung 35 und den geschlossenen Kontakt
32 zur Erregung des Relais K3 übertragen. Das Relais K3 öffnet dann die für gewöhnlich
geschlossenen Schalter 34 und 33 und unterbricht den Haltestromkreis der Relais
KI und K2. Der Kontakt 25 wird dann wieder auf die Klemme 26 umgelegt, so daß der
Generatorimpuls durch die Leitung 30 wieder zu dem Relais Dl geleitet wird, um die
Absendung eines Arbeitsimpulses durch den Übertragungskontaktsatz von der Spannungsquelle
B4 aus für die Durchführung der gewünschten Arbeitsmaßnahmen der Maschine zu ermöglichen.
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Bei dem üblichen Betriebsgang einer Matrizensetz-und Zeilengießmaschine
wird der Sammleraufzug E (vgl. Fig. 2) angehoben, wenn eine ganze Zeile in dem Sammler
gesetzt ist. Da die Darstellung des für das Anheben des Sammlers erforderlichen
Antriebes im einzelnen für die Erläuterung der Erfindung nicht erforderlich ist,
deutet Fig. 2 nur an, daß der Sammleraufzug E durch die entgegengesetzt zum Uhrzeigerdrehsinn
erfolgende Verschwenkung eines Hebels El
)ewirkt wird, welche durch
den Anker E2 eines Soleloides E3 und einen den Hebel und den Solenoidanker verbindenden
Lenker E4 gesteuert wird.
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Eine Verschlüsselungskombination, welche dem ?eichen für das Anheben
des Sammleraufzuges entspricht, wird nach der Übertragungskontaktgruppe ge-@eitet,
um (vgl. Fig. 2) ein Relais E5 .zur Wirkung zu )ringen, das bei Erregung die für
gewöhnlich offenen Kontakte 36, 37 und 38 schließt und den für gewöhnfich geschlossenen
Kontakt 39 öffnet. Die Schließung des Kontaktes 37 stellt einen Stromkreis von einer
Spannungsquelle B19 über einen für gewöhnlich geschlossenen Kontakt 40 eines Relais
E6 nach dem Sammleraufzugsolenoid E3 her. Praktisch kann ein Verzögerungsrelais
vorgesehen sein, um eine reichliche Zeitspanne für die Zusammenfügung der. ausgelösten
Matrizen zur Zeile im Sammler zu gewährleisten, was in der Zeichnung aus Gründen
der Vereinfachung der Darstellung nicht veranschaulicht ist. Die Schließung des
Kontaktes 36 vollendet einen Sperr- oder Haltestromkreis für das Relais E5 von der
Batterie B4 aus über den geschlossenen Schalter D3 des Generators D und (vgl. Fig.
1) die Leitung 80. Sobald der Sammleraufzug E anzusteigen beginnt, wird ein Schalter
E7 geschlossen und dadurch ein weiterer Halte- oder Sperrstromkreis für das Relais
E5 geschaffen. Der Schalter E7 wird durch .den. Sammleraufzug E, wenn dieser sich
in seiner für die Aufnahme von Matrizen bestimmten Tieflage befindet, offen gehalten
und kann anderseits durch eine Feder beim Beginn des Anstieges des Sammleraufzuges
E geschlossen werden.
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Während der Sammleraufzug E angehoben wird, muß die Weiterschaltung
des Steuerstreifens gehemmt werden. Demgemäß stellt die Schließung des Kontaktes
38 durch die Erregung des Relais E5 (vgl. Fig.2) einen Stromkreis von einer Spannungsquelle
B11 aus nach dem mit drehbarem Kern arbeitenden Solenoid A7 in Fig. 1 her. Da die
Fortschaltung des Steuerstreifens 1 durch die Öffnung des Schalters A9 infolge der
Abwärtsbewegung der Fühlerfinger A5 bewirkt und deren Aufwärtsbewegung durch die
Abschaltung des Solenoides A7 gesteuert wird, kann der Streifen 1, während der Sammleraufzug
E angehoben wird, infolge der Aufrechterhaltung der Erregung des Solenoides A7 nicht
weitergeschaltet werden.
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Um eine Mißdeutung von Verschlüsselungszeichen beim Anheben des Sammleraufzuges
E zu verhindern, wird der bei zwei gleichen aufeinanderfolgenden Codezeichen hergestellte
Verzögerungsstromkreis durch die Öffnung des Kontaktes 39 unwirksam gemacht. Der
von dem Generator D über die Leitung 23 nach dem Relais KI in Fig. 1 gesandte Impuls
geht nämlich zuerst durch die für gewöhnlich geschlossenen Kontakte 43, 44 und 39.
Auf diese Weise wird, während der Sammleraufzug E angehoben wird, der für gewöhnlich
während eines jeden Arbeitsspiels des Generators D nach dem Relais K1 geschickte
Impuls nicht übertragen.
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Wenn der Sammleraufzug E seine Höchst- oder Zeilenüberführungsstelle
erreicht, wo er mechanisch festgehalten wird, kann er dazu ausgenutzt werden, einen
für gewöhnlich offenen Schalter E8 zu schließen, welcher dann einen Stromkreis von
der Spannungsquelle B4 nach dem Relais Eg herstellt, das nunmehr den Schalter 45
schließt und den Schalter 40 öffnet. Die Schließung des Schalters 45 vollendet einen
Sperr-oder Haltestromkreis für das Relais E8 von der Spannungsquelle B4 aus über
den geschlossenen Schalter E7, während die Öffnung des Kontaktes 40 die Energiezufuhr
zu dem Solenoid E3 unterbricht und dem Aufzug E gestattet, in seine Tiefstellung
überzugehen, sobald er in üblicher Weise durch die Entnahme der in ihm enthaltenen
Zeile und deren Überführung nach der Gießvorrichtung mechanisch für seinen Senkhub
freigegeben worden ist. Wenn der Sammleraufzug sich zu senken beginnt, ermöglicht
er die Öffnung des Schalters E8, während die Relais ES und E8 noch durch ihre über
die Schalter E7 und D3 verlaufenden Haltestromkreise erregt bleiben. Schließlich
wird, wenn der Sammleraufzug E sich vollständig bis in seine Matrizenaufnahmestellung
gesenkt hat, der Schalter E7 wiederum geöffnet und dadurch einer der beiden Haltestromkreise
für die Relais E5 und E6 unterbrochen.
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Der Schalter D3, welcher den anderen Haltestromkreis für die Relais
E5 und Es beherrscht, wird kurz nach dem Beginn des Arbeitsspieles des Impulserzeugers
D geschlossen und bleibt bis gerade vor dem Ende dieses Arbeitsspieles geschlossen.
Der Schalter D3 hat den Zweck, das Relais E5 für die ganze Zeit des Anhubes des
Sammleraufzuges E und sehr nahe bis zum Ende des Arbeitsspieles des Generators D
erregt zu halten, wo der Sammleraufzug in seine Zeilenaufnahmestellung zurückkehrt.
Infolge der dauernden Drehung des Impulserzeugers D kann der Sammleraufzug Ein seine
unterste Stellung unter Öffnung des Schalters E7 in der Mitte des Arbeitsspieles
des taktgebenden Generators D zurückkehren. Um den Steuerstreifen 1 an einem vorzeitigen
Weitergang während dieses Arbeitsspieles zu verhindern, muß das Relais E5, das den
Kontakt 38 beherrscht, bis gerade vor dem Ende dieses Arbeitsspieles erregt gehalten
werden, und dies wird durch die Wirkung des Schalters D3 erreicht. Auf diese Weise
wird, wenn der Sammleraufzug in seine Zeilenaufnahmestellung in der :Mitte des Arbeitsspieles
des taktgebenden Impulserzeugers D herabgeht, das selbsttätige Arbeiten der Maschine
nicht eher wieder beginnen, als bis das nächste Arbeitsspiel des Generators D anfängt.
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Von den zum Guß verwendeten Matrizen kann nach der Erfindung eine
große Zahl mit zwei an der gleichen Kante übereinander angeordneten Schriftzeichen
versehen sein. Beim Zusammensetzen einer Zeile aus derartigen Matrizen ist es notwendig,
diese in einer jeden von zwei Höhenlagen aneinanderzureihen, um das eine oder das
andere der zwei Schriftzeichen für den Abguß zur Verfügung zu stellen. Während für
gewöhnlich die Matrizen im Sammleraufzug E an einer unteren feststehenden, in der
Zeichnung nicht dargestellten Schiene zur Zeile zusammengesetzt werden, ist gemäß
Fig. 2 noch eine obere waagerechte Schiene L vorgesehen, welche wahlweise in die
Bewegungsbahn der in den Sammleraufzug eintretenden Matrizen und aus dieser heraus
verschiebbar ist. Auf diese Weise wird, wenn die Schiene L sich in ihrer rechten
Stellung befindet, eine ankommende Matrize an ihr aufgereiht, während sie, wenn
die Schiene L in ihrer unwirksamen linken Stellung ist, wie üblich an der unteren
festen Schiene aufgenommen wird. Diese obere bewegbare Schiene L ist als Doppel-
oder Hilfsschiene ein gebräuchlicher Bestandteil von Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen.
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Erfindungsgemäß wird die Bewegung dieser Schiene L (vgl. Fig. 2) durch
zwei Solenoide L1 und L2 gesteuert, welche an der Stirnseite des Sammleraufzuges
E angebracht sind. Diese Solenoide sind so angeordnet, daß sie in entgegengesetzten
Richtungen auf einen nach vorn abstehenden Arm L3 der Schiene L einwirken, und das
Solenoid L1 dient dazu, die Schiene L
in ihre rechte oder wirksame-
Stellung überzuführen, und das Solenoid L2 bringt sie in ihre linke oder unwirksame
Stellung zurück.
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Getrennte Verschlüsselungszeichen werden für die Bewegung der verschiebbaren
Schiene L nach der Arbeits- und nach der Ruhestellung verwendet, und diese Codezeichen
werden in dem Übertragungskontaktsatz in der üblichen Weise für die Auswahl des
Relais L4 oder des Relais L5 gebildet. Wenn die Schiene L einmal von der einen nach
der anderen Stellung übergeführt ist, bleibt sie in dieser, bis ein nachfolgendes
Verschlüsselungszeichen ihre Rückbewegung herbeiführt. Das Relais L4 schließt bei
Erregung (vgl. Fig. 2) die Kontakte 50, 51 und 52 und öffnet den Kontakt 43, und
das erregte Relais L5 schließt entsprechende Kontakte 53, 54, 55 und öffnet den
Kontakt 44.
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Die Kontakte 50 und 53 stellen je einen Haltestromkreis von der Batterie
B4 in Fig. 1 aus nach ihren entsprechenden Relais L4 und L5 über zwei für gewöhnlich
geschlossene Schalter 56 und 57 her. Die Schließung der Kontakte 51 und 54 vollendet
je einen Stromweg von einer Spannungsquelle B12 aus nach dem Solenoid L2 bzw. nach
dem Solenoid L1. Wird einer der Kontakte 52 oder 55 geschlossen, so wird ein Stromkreis
von der Batterie B13 nach dem mit drehbarem Anker arbeitenden Solenoid A7 in Fig.
1 hergestellt, und die Fortschaltung des Steuerstreifens 1 in ähnlicher Weise wie
bei dem Schließen des Kontaktes 38 am Relais E5 zu verhindern. Die Öffnung eines
der beiden in Reihe mit dem Kontakt 38 liegenden Kontakte 43 und 44 hemmt die Impulssendung
nach dem Relais K1.
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Die für gewöhnlich geschlossenen Schalter 56 und 57 haben den Zweck,
die Wirksamkeit der Sperr- oder Haltestromkreise der Relais L4 und L5 während der
ganzen Polaritätsumschaltung zu gewährleisten. Der Schalter 57 wird durch die in
ihrer linken, d. h. unwirksamen Stellung befindliche Schiene L und der Schalter
56 wird durch die in ihre rechte oder wirksame Stellung übergeführte Schiene L offen
gehalten. Wenn beispielsweise die Schiene L sich in ihrer unwirksamen Linksstellung
befindet, in der sie den Schalter 57 bei geschlossenem Schalter 56 offen hält, so
bewirkt die Erregung des Relais L1 eine Verschiebung der Schiene L nach rechts,
und bei dem Beginn dieser Bewegung kann sich der Schalter 57 schließen. Der dann
über die geschlossenen Schalter 56, 57 hergestellte Sperr- und Haltestromkreis für
die Relais L4 und L5 bleibt bestehen, bis die Schiene L ihre Rechts- oder Arbeitsstellung
erreicht hat, wo sie den Schalter 56 öffnet und den Halte- oder Sperrstromkreis
unterbricht. Die Schließstellung des Schalters 57 und die Offenstellung des Schalters
56 ist in Fig. 2 durch gebrochene Linien angedeutet. In ähnlicher Weise wird beim
Übergang der Schiene L von der wirksamen in die irrwirksame Lage der Schalter 56
zuerst geschlossen, um den Sperr- und Haltestromkreis wiederherzustellen, und dieser
wird erst unterbrochen, wenn die Schiene ihre linke Endlage erreicht hat und den
Schalter 57 öffnet. Auf jeden Fall ist der nach den Relais L4 und L5 gesandte Impuls
von genügend langer Dauer, um die Schließung eines der beiden Schalter 56, 57, der
gerade offen ist, zu gewährleisten.
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Die Steuervorrichtung nach der Erfindung ist nicht nur bei Matrizensetz-
und Zeilengießmaschinen der unter dem gesetzlich geschützten Handelsnamen bekannten
Bauart, sondern auch bei typographen Setzmaschinen anderer Ausführung mit selbsttätigem
Betrieb vorteilhaft verwendbar.