-
Mustermappe Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine neuartige
Mustermappe mit übereinander angeordneten rechteckigen Musterabschnitten von Geweben,
Tapeten, Leder, Kunstleder, Vorhängen, Gardinen u. dgl. m.
-
Bei den bekannten Mustermappen für derartige Gegenstände sind die
Musterabschnitte ähnlich wie in einem Buch, einer Sammelmappe od. dgl. an der einen
Seite dieser Mappe befestigt, so daß jeder einzelne Musterabschnitt wie ein Blatt
eines Buches von dem Benutzer betrachtet werden kann. Wenn man bei den bisher ausschließlich
verwendeten Mustermappen mit rechteckigen Musterabschnitten die Kombinationswirkung
zweier verschiedener Musterabschnitte durch Nebeneinanderhalten ermitteln will,
muß man jeweils ein Stück von den vorhandenen Musterabschnitten aus der Mappe herausschneiden
und mit den als interessierend in Frage kommenden, noch in der Mustermappe befindlichen
Abschnitten durch Auflegen vergleichen. Durch dieses den Benutzern aufgezwungene
Verfahren wurden und werden bisher die üblichen Mustermappen häufig vollständig
unbrauchbar, wenn man sich im Hinblick hierauf nicht schon zwei Mustermappen beschafft,
was wegen der hohen Gestehungskosten meist auf erhebliche Schwierigkeiten stößt.
-
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, mit der gleichen Flächengröße
von Musterabschnitten eine eine vielseitige Verwendungsmöglichkeit bietende Mustermappe
zu schaffen, bei der die rechteckigen Abschnitte an beiden Ouerseiten mit der Mappenrückwand
verbunden sind, wobei von einer Ouerseite zur anderen ein für alle Muster gemeinsamer
durchgehender Diagonalschnitt verläuft. Dabei bilden die jeweils aus dem gleichen
Muster geschnittenen Dreiecksflächen einen rechteckigen, durch den Diagonalschnitt
praktisch nicht gestörten Musterabschnitt von -der bisherigen Größe.
-
Die neuartige Mustermappe gemäß der Erfindung ist also weitgehend
gegen ein Unbrauchbarwerden durch das bisher übliche unkontrollierbare Herausschneiden
einzelner Musterabschnitte geschützt und regt zum andern überhaupt erst einmal zu
Vergleichen und der Verwendung von Kombinationseffekten an, wie dies bei den bisher
üblichen Mustermappen nicht möglich war.
-
Ein weiteres wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, daß
man abfallfrei und ohne daß mehr Material für die Herstellung der Mustermappen benötigt
wird, als bisher üblich, die vorgenannten Vorteile erzielt.
-
Es ist zwar ein Musterbuch bekanntgeworden, bei dem es möglich ist,
zwei Muster nebeneinanderzulegen. Bei diesem bekannten Musterbuch werden verhältnismäßig
große Musterstücke durch von der einen Seite hereinklappbare kleinere Abschnitte
teilweise bedeckt, wobei insgesamt die doppelte Flächengröße des zentralen Teiles
erforderlich ist, ganz abgesehen davon, daß das Musterbuch die doppelte Dicke des
Stapels der tatsächlich vorhandenen Musterabschnitte aufweist und im übrigen verhältnismäßig
kompliziert und dementsprechend kostspielig ist.
-
Schließlich ist noch ein weiteres Musterbuch bekanntgeworden, dessen
Gesamtfläche größer ist als die Summe der Flächen von vier verschiedenen Musterabschnittstößen,
wobei es sich aber, da hierbei die Kombinationswirkung von Fußbodenbelag, von Wandbekleidungen
und Hintergrund verglichen werden soll, nicht um gleichartige Muster, sondern um
vollständig heterogene Gegenstände handelt, wobei sich infolge der durch die perspektivische
Form des Deckbildes bedingte schiefen Abschnitte viel Abfall ergibt.
-
Im Prinzip stellt die neuartige Mustermappe eine Kombination von zwei
Halbmappen mit vorzugsweise den gleichen Musterabschnitten dar, deren freie Ränder
sich berühren, mindestens aber einander zugewandt sind dergestalt, daß jeder Musterabschnitt
der einen Halbmappe neben jeden ,Musterabschnitt der anderen Halbmappe zu liegen
kommen kann zwecks Prüfung der jeweiligen Kombinationswirkung.
-
Wenn die beiden Halbmappen jeweils die gleichen Musterabschnitte in
der gleichen Reihenfolge enthalten, so können sich zwei gegenüberliegende gleichartige
Abschnitte der beiden Halbmappen zu einer Fläche von der doppelten Größe ergänzen,
so daß es keineswegs notwendig ist, etwa größere Musterabschnitte zu verwenden,
als es bei den bisherigen Mustermappen mit einstückigen Musterabschnitten der Fall
ist.
-
Erfindungsgemäß sind die Rücken der beiden Halbmappen durch eine gemeinsame,
etwa der Form und Größe der nebeneinanderliegenden Abschnitte der
beiden
Halbmappen entsprechende Platte od. dgl. zu einer Einheit verbunden, die ihrerseits
noch mit einer unteren und einer oberen Deckplatte nach Art eines Bucheinbandes
ausgestattet sein kann.
-
Die die beiden Halbmappen miteinander verbin-'dende Grundplatte hat
vorzugsweise rechteckige Form, und die Rücken der beiden Halbmappen können entweder
an den gegenüberliegenden Rändern der rechteckigen Verbindungsplatte liegen oder
aber an zwei aneinanderstoßenden Seiten dieser Platte.
-
Die in den Halbmappen enthaltenen Musterabschnitte können die Form
von Rechtecken, die sich längs einer Rechteckseite berühren, oder aber auch die
Form von kongruenten rechtwinkligen Dreiecken besitzen, die sich längs ihrer Hypotenuse
berühren.
-
Die Musterabschnitte können in an sich bekannter Weise längs eines
Randes mittels Klemmschrauben miteinander verbunden sein, wobei die durch die Klemmschrauben
verbundenen Ränder der Musterabschnitte durch eine ebenfalls von den Klemmschrauben
gehaltene, wie ein Buchrücken wirkende Hülle od. dgl. abgedeckt sein können.
-
Beim Herstellen einer Mustermappe gemäß der Erfindung werden zweckmäßigerweise
die etwa die Größe der Verbindungsplatte der beiden Mustermappenrücken aufweisenden
Musterabschnitte auf diese )"erbindungsplatte aufgeschichtet und an zwei gegenüberliegenden
oder aneinanderstoßenden Seiten mit den zum Durchstecken der Klemmschrauben dienenden
Lochungen versehen, mittels der Klemmschrauben - gegebenenfalls nach Aufschieben
der buchrückenartigen Einfassung - mit der Verbindungsplatte vereinigt und alsdann
erst der senkrechte, die Musterabschnitte in zwei Hälften trennende rechtwinklig
oder diagonal verlaufende Schnitt durch den ganzen Stoß der Musterabschnitte ausgeführt.
-
Alles Nähere über die Erfindung ergibt sich aus der nachfolgenden
Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel einer
Mustermappe gemäß der vorliegenden Erfindung für Kunstleder dargestellt ist. Im
einzelnen zeigt Fig. 1 eine schaubildliche Darstellung der Mustermappe mit geschlossenem
Deckel, Fig.2 die gleiche Ansicht bei geöffnetem Deckel, Fig. 3 die Ansicht der
geöffneten Mustermappe bei nach links und nach rechts geklappter, verschieden großer
Anzahl von Musterplatten.
-
Die 'Mustermappe besteht in an sich bekannter Weise aus der oberen
und unteren Deckplatte 1 bzw. 2, zwischen denen unter Zwischenschaltung der Rückenabdeckung
3 mittels der Klemmschrauben 4 und 5 der Stapel 6 der Musterabschnitte liegt.
-
Zwischen der unteren Deckplatte 2 und dem Stapel 6 der Musterabschnitte
liegt die ebenfalls von den Klemmschrauben 4 und 5 gehaltene rechteckige Verbindungsplatte
9. Die Musterabschnitte haben ursprünglich eine rechteckige, etwa der Verbindungsplatte
9 entsprechende Form, und ihre rechten Ränder sind mittels der Klemmschrauben 7
und 8 nach Umkleidung mit der buchrückenartigen Hülle 10 an der Verbindungsplatte
9 befestigt. Der ganze Stapel 6 der Musterabschnitte ist durch einen senkrechten,
etwa diagonal verlaufenden, von oben nach unten durchgehenden Schnitt 13 in zwei
Stapel von die Form eines rechtwinkligen Dreiecks aufweisenden, in der gleichen
Reihenfolge liegenden Musterplatten 11 und 12 getrennt, so daß sie nebeneinanderliegend
eine rechteckige Fläche des betreffenden Musterabschnittes bilden.
-
Wenn man für kombinierte Verwendungen einen Musterabschnitt 11 der
linken Halbmappe mit einem anderen Musterabschnitt 12 der rechten Halbmappe kombinieren
und die Kombinationswirkung erproben will, werden bei der linken und bei der rechten
Halbmappe die jeweils gewünschten Musterabschnitte durch Zurückklappen der darüberliegenden
Abschnitte freigelegt. Dann hat man im mittleren Blickfeld der Mustermappe die beiden
interessierenden Musterabschnitte vor sich, deren Kombinationswirkung geprüft werden
soll.
-
Es bedeutet keine Abweichung von der Erfindung, wenn in sinngemäßer
Abwandlung des durch sie offenbarten Prinzips die Mustermappe die Form eines Vielecks
aufweist, dessen Außenränder die Rücken einzelner Teilmappen bilden, deren Musterabschnitte
sich mit ihren freien Rändern berühren, mindestens aber einander zugewandt sind.