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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Buchstruktur oder ein anderes
Verlagsprodukt, z. B. ein illustriertes Buch, ein Kinderbuch, einen
geografischen oder einen Straßenatlas,
ein Handbuch, usw., das aus einem Einband und einem oder mehreren Blättern besteht,
deren Abmessungen größer sind als
diejenigen des Einbandes, und die im Nichtgebrauchszustand derart
gefaltet bleiben, dass sie nicht über den durch den Einband definierten
Außenumfang
herausragen.
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Im
Patent
EP-1004456 ist
eine Buchstruktur mit mehreren Seiten beschrieben, die miteinander verbunden
sind und in einem Einband gehalten werden. Einige Seiten sind Folioseiten,
die in der Leserichtung größer sind
als der Einband, und jede der Folioseiten weist einen äußeren Signaturabschnitt auf,
der an einer unmittelbar vorangehenden Seite angeklebt ist, und
außerdem
eine Falzlinie, durch die benachbarte Flächen gebildet werden und ermöglicht wird,
dass die Flächen
der Folioseiten, die sich bezüglich
der Einbandfläche
lateral erstrecken, aufeinander gefaltet werden können.
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Das
Patent
EP-1030785 betrifft
eine Buchstruktur mit mehreren Seiten und einem Einband, wobei mindestens
einige der Seiten Folioseiten sind, deren Abmessungen sich über diejenigen
des Einbandes hinaus erstrecken. Jede Folioseite weist einen an benachbarten
Seiten angeklebten Außenabschnitt auf
und bezüglich
der Leserichtung eine vertikale Falzlinie, die sich über die
Gesamthöhe
der Seite hinaus erstreckt und mit der Linie des Buchrückens übereinstimmt,
um benachbarte Flächen
zu definieren, und mindestens eine horizontale Falzlinie, so dass
die Folioseite ein gefaltetes Format aufweist, in dem ihre Oberfläche durch
den Einband vollständig abgedeckt
wird, und ein ungefaltetes Format, in dem mindestens ein Teil der
Folioseite sich über
die durch den Einband definierte Fläche über den unteren und/oder oberen
Rand des Einbands hinaus erstreckt.
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Außerdem betreffen
die Patentdokumente
US-A-4618166 ,
GB-A-2342616 und
WO-99/26792 Buchstrukturen. Die in
diesen Dokumenten dargestellten Strukturen weisen Folioseiten auf,
die sich über
die durch den Einband definierte Fläche hinaus erstrecken. Unter
Verwendung dieser Strukturen ist es unmöglich, die Fläche der
Folioseiten über
alle Ränder
des Einbandes hinaus zu erweitern. In diesen Dokumenten ist jedoch
keine Technik zum Verbinden von zwei oder mehr Seiten miteinander
dargestellt.
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Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Buchstruktur bereitzustellen,
die dazu geeignet ist, in Verbindung mit den begrenzten Abmessungen
eines Einbandes eine Druckfläche
bereitzustellen, deren Abmessungen größer sind als diejenigen des
Einbandes, und insbesondere eine Druckfläche, die sich bezüglich der
Leserichtung sowohl in der vertikalen als auch in der horizontalen
Richtung erstreckt.
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Es
ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Buchstruktur
bereitzustellen, die unter Verwendung moderner Paginierungs- oder Seitenverwaltungs-
und Bindetechniken konstruiert werden kann, wodurch eine hohe Produktionsqualität bei begrenzten
Kosten ermöglicht
wird.
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Es
ist eine noch andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Struktur
bereitzustellen, die für
Bedienungsanleitungen, geografische Atlanten und Kinderbücher verwendbar
ist und die modernen Verlagsanforderungen erfüllt, gemäß denen die Druckflächen häufig größer sein
müssen
als die durch den Einband definierte Fläche.
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Die
vorstehende Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Buchstruktur mit
den in Patentanspruch 1 definierten Merkmalen gelöst. Weitere Merkmale
sind in den abhängigen
Ansprüchen
dargestellt.
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Einer
der Vorteile der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass (i)
die vorliegende Buchstruktur die Möglichkeit bietet, die Seiten
eines Buchs oder eines anderen Verlagsprodukts über die vertikalen und horizontalen
Ränder
der durch den Einband definierten Fläche hinaus zu erweitern, so
dass durch Öffnen nur
einer Folioseite eine Fläche
erhalten werden kann, die wesentlich, z. B. achtmal, größer ist
als die durch den geschlossenen Einband definierte Fläche, (ii)
die Struktur durch automatische Fertigungsstraßen gemäß den modernsten Paginierungs-
oder Seitenverwaltungs- und Drucktechniken hergestellt werden kann,
und (iii) die Struktur eine ausgezeichnete Beständigkeit aufweist und ihre
Eigenschaften auch nach längerer
Gebrauchszeit beibehält.
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Diese
und andere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden für Fachleute
anhand der folgenden Beschreibung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen
deutlich, die praktische Beispiele der Erfindung darstellen und
nicht im einschränkenden Sinne
aufgefasst werden sollen; es zeigen:
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1 eine
schematische perspektivische Ansicht einer möglichen Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Buchstruktur
in einer teilweise geöffneten
Konfiguration;
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2 die
Ausführungsform
von 1 in einer vollständig geöffneten Konfiguration; und
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3 eine
schematische perspektivische Ansicht eines möglichen Beispiels einer Beziehung zwischen
aufeinander folgenden Blättern
einer erfindungsgemäßen Buchstruktur.
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Gemäß den in
den beigefügten
Zeichnungen dargestellten Figuren besteht eine Buchstruktur 1 aus
mehreren Seiten, die miteinander verbunden sind und in einem Einband 2 gehalten
werden. Einige der Seiten können
Folioseiten 3 sein, d. h. Seiten, deren Fläche größer ist
als die durch den Einband 2 definierte Fläche.
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Jede
der Folioseiten 3 weist bezüglich der Leserichtung mindestens
zwei vertikale Falzlinien 4, 5, 6 und
mindestens zwei horizontale Falzlinien 7, 9 auf.
Eine erste Linie 5 stimmt mit der Mittelfalzlinie des Einbandes 2 überein;
die sich parallel zur ersten Linie erstreckenden beiden Linien 4 und 6 entsprechen
im dargestellten Beispiel den vertikalen Rändern der durch den Einband 2 definierten
Fläche, während die
sich senkrecht zu den vorstehend erwähnten Linien erstreckenden
beiden Linien 7, 9 dem horizontalen Rand dieser
durch den Einband definierten Fläche
entsprechen. Zur Verdeutlichung ist die in den Zeichnungen dargestellte
Folioseite 3 in sechzehn Quadranten (31, 32, 33, 34, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51)
unterteilt. Außerdem bezeichnen
Bezugszeichen 35 und 36 die gesamten Innenflächen, die
jeweils aus acht der vorstehend erwähnten sechzehn Quadranten bestehen.
Im Einzelnen bezeichnen Bezugszeichen 35 im Mittelteil
von 3 die linke Innenfläche und Bezugszeichen 36 die
rechte Innenfläche.
Bezugszeichen 37 und 38 bezeichnen die entsprechenden
Außenflächen der
Folioseite.
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Wie
in 3 verdeutlicht ist, ist eine Folioseite 3 anderen
Seiten des Buches zugeordnet. Ein äußerer Abschnitt der Seite 3,
dessen Abmessungen der Fläche
des Einbandes 2 im Wesentlichen entsprechen, und der in
den Zeichnungen durch Bezugszeichen 310 und 330 bezeichnet
ist, ist an einer unmittelbar vorangehenden Seite angeklebt. Im
dargestellten Beispiel ist die vorangehende Seite eine weitere Folioseite 3,
und ihr betreffender Abschnitt ist die Außenfläche 38, insbesondere
der durch die Bezugszeichen 320, 340 bezeichnete
Teil, dessen Abmessungen der Einbandfläche entsprechen. In 3 bezeichnen
die dreistelligen Bezugszeichen 310, 320, usw.
die Rückseiten
der entsprechenden Quadranten, die durch zweistellige Zahlen 31, 32,
usw. bezeichnet sind, wobei jede Folioseite 3 in der Praxis der
vorangehenden Seite und der nachfolgenden Seite zugeordnet werden
kann, indem der Abschnitt 320, 340 der vorangehenden
Seite mit dem Abschnitt 310 bzw. 320 der betreffenden
Seite und der Abschnitt 320, 340 der betreffenden
Seite mit dem Abschnitt 310, 330 der nachfolgenden
Seite verbunden wird. Zur Verdeutlichung sind die Quadranten der
Abschnitte, die wechselseitig zugeordnet sein sollen, durch einen
anders strukturierten Hintergrund dargestellt (d. h. durch punktierte
Bereiche für
eine Zuordnung zur vorangehenden Seite und Diagonallinien für eine Zuordnung
zur nachfolgenden Seite).
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In
den 1 und 2 ist die Buchstruktur in einem
teilweise geöffneten
bzw. in einem vollständig
geöffneten
Zustand dargestellt. Wie vorstehend erwähnt wurde, wird der durch die
Quadranten 310 und 330 markierte linke Außenabschnitt
der Seite 3 an der vorangehenden Seite angeklebt, und ähnlicherweise
wird der durch die Quadranten 320 und 340 markierte
rechte Außenabschnitt
an der nachfolgenden Seite angeklebt. Aus diesem Grunde sind die beiden
Innenflächen,
die den Quadranten 31, 33, 32, 34 entsprechen,
die die gleichen Abmessungen wie der Einband 2 haben, den
benachbarten Seiten fest zugeordnet. Die übrigen Abschnitte der Folioseite 3 können jedoch
entweder gefaltet sein, so das die Struktur 1 im geschlossenen
Zustand erhalten wird, oder nach außen geöffnet sein, so dass ein geöffneter
Zustand erhalten wird. In 1 wird die Seite 3 entlang
der horizontalen Falzlinie 7 nach oben und entlang den
vertikalen Falzlinien 4 und 6 sowohl nach rechts
als auch nach links geöffnet.
Der untere Abschnitt der Seite 4 ist dagegen noch immer
entlang der horizontalen Linie 9 nach innen gefaltet, so
das die durch die Bezugszeichen 480, 500, 510 und 490 bezeichneten
Quadranten erkennbar sind, die die Rückseiten der entsprechenden
Quadranten 48, 50, 51 und 49 darstellen.
In dieser Konfiguration bleiben die Quadranten 46, 33, 34, 47 – und offensichtlich auch
die Quadranten 48, 50, 51 und 49,
die den vorstehend erwähnten,
durch dreistellige Nummern bezeichneten jeweiligen rückseitigen
Quadranten gegenüberliegen – verdeckt,
d. h. auf der Innenseite der gefalteten Seite.
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Beginnend
von der in 1 dargestellten Konfiguration,
werden die oberen Quadranten, um zu veranlassen, dass die oberen
Quadranten ihr gefaltetes Format, d. h. eine minimale Abmessung,
annehmen, derart nach innen gefaltet, dass die Quadranten 44, 31, 32, 45 abgedeckt
werden; dann werden für
einen vollständigen
Schließvorgang
die seitlichen Quadranten entlang den vertikalen Linien 4 und 6 gefaltet.
Für den
Schließvorgang
kann ein anderes Verfahren zum Überlagern
der Quadranten verwendet werden, gemäß dem zuerst die vertikalen
Quadranten 40, 44, 46, 48 und 43, 45, 47, 49 nach
innen gefaltet werden, und dann die oberen und unteren Quadranten
entlang den horizontalen Linien 7 und 9 gefaltet
werden.
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In
den Figuren ist außer
den tatsächlichen Falzlinien
auch eine durch das Bezugszeichen 8 bezeichnete horizontale
Mittellinie dargestellt, durch die eine bessere Unterteilung der
Quadranten definiert wird; eine derartige grafische Unterteilung
ist für
ein besseres Verständnis
der Multiplikation der Fläche mit
dem Faktor 4 hilfreich, die anfänglich eingenommen wird, wenn
der Einband geöffnet
wird (und die den vier mittleren Quadranten 31, 32, 33 und 34 entspricht),
wodurch eine Abmessung erreicht wird, die sechzehn Quadranten, d.
h. der achtfachen Fläche, gleicht,
die durch den geschlossenen Einband definiert wird.
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Die
vorstehend erwähnte
Unterteilung dient lediglich zur Erläuterung, und es kann eine andere Anzahl
von Quadranten verwendet werden, und auf der Seite reproduzierter
Text und/oder Bilder können auch
ohne eine derartige Unterteilung dargestellt sein.
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In
der vorstehend beschriebenen exemplarischen Ausführungsform weist die Folioseite 3 bezüglich der
Leserichtung zusätzlich
zur mittleren Falzlinie 5 zwei weitere vertikale Falzlinien 4 und 6 sowie
zwei horizontale Falzlinien 7 und 9 auf. In einer
alternativen Ausführungsform
der Buchstruktur 1 kann sich die Folioseite 3 anstatt
zu allen vier Seiten, wie in der vorstehend beschriebenen Lösung dargestellt
zu drei Seiten hin erstrecken. Beispielsweise könnte unter Bezug auf die vorstehend
beschriebenen Bezugszeichen die Seite 3 zusätzlich zu
den vier mittleren Quadranten 31, 33, 32, 34 die
oberen Quadranten 40, 41, 42, 43,
die linken 44, 46 und die rechten 45, 47 seitlichen
Quadranten aufweisen. In einer anderen Ausführungsform könnte die
Seite zusätzlich
zu den mittleren Quadranten die linken seitlichen Quadranten 44, 46 und
die oberen 40, 41, 42, 43 und
unteren 48, 50, 51, 49 Quadranten
aufweisen. In einer noch anderen Ausführungsform könnte die
Seite zusätzlich zu
den vier mittleren Quadranten 31, 33, 32,34 die unteren
Quadranten 48, 50, 51, 49, die
linken 44, 46 und die rechten 45, 47 seitlichen
Quadranten aufweisen. In einer noch anderen Ausführungsform könnte die
Seite zusätzlich
zu den vier mittleren Quadranten die rechten seitlichen Quadranten 45, 47 und
die oberen 40, 41, 42, 43 und
unteren 48, 50, 51, 49 Quadranten
aufweisen.