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Bogenfördervorrichtung mit umlaufendem Saugrad Die Erfindung bezieht
sich auf Bogenfördervorrichtungen mit einem mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit
umlaufenden Saugrad, welches den jeweils obersten Bogen eines Stapels nur während
eines bestimmten Teils seiner Umdrehung fördert. Solche Bogenfördervorrichtungen
sind an sich bekannt. Dabei ist in dem zur Stapeloberfläche benachbarten Teil des
Saugrades eine Saugkammer vorgesehen, deren Saugwirkung zeitweilig durch oeffnung
eines Belüftungsventils unterbrochen wird. Auch ist es bekannt, solche Bogenfördervorrichtungen
in der Weise einzustellen, daß der oberste Bogen jeweils nur um eine bestimmte Strecke,
beispielsweise um 280mm, gefördert wird und der nächstfolgende Bogen in einem immer
gleichbleibenden, auf das größte zu verarbeitende Format abgestimmten Abstand folgt.
Daraus ergibt sich jedoch bei der Förderung von Bogen verschiedener Länge der Nachteil.
daß die Zwischenräume zwischen den geförderten Bogen je nach deren Format verschieden
groß sind. Insbesondere ergeben sich bei der Förderung kleiner Bogen unerwünscht
große Abstände zwischen diesen.
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Man hat daher bei einer Vorrichtung zur Vereinzelung und Weiterförderung
von Bogen mittels eines umlaufenden Saugrades, das mit einem schwingenden, auf den
Umfang des Saugrades einwirkenden Hemmkörper zusammenwirkt, welcher die Saugwirkung
-zeitweilig unterbindet, zwischen den Hemmkörperantrieb und den Saugradantrieb einen
Riegeltrieb eingeschaltet, damit bei Förderung größerer Bogen entweder das Saugrad
schneller oder der Hemmkörperantrieb langsamer läuft. Eine solche Vorrichtung ist
aber an die Verwendung eines auf den Umfang des Saugrades einwirkenden Hemmkörpers
gebunden, der in vielen Fällen nicht erwünscht ist, insbesondere wenn es sich um
die Förderung dünner Papiere handelt. Die Erfindung hat sich das Ziel gesetzt. eine
von der Verwendung eines Hemmkörpers unabhängigeRegelung von Bogenfördervorrichtungen
bei gleichbleibender Papiergeschwindigkeit in der Weise durchzuführen, daß bei gleichem
Förderweg jedes Bogens die Bogenabstände auch bei der Förderung von Bogen verschiedenen
Formats gleich oder nahezu gleich und nach Wunsch gering gehalten werden können.
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Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die das Saugluftventil
des umlaufenden Saugrades steuernde Kurvenscheibe während einer Umdrehung wechselweise
mit zwei Antrieben kuppelbar ist, von denen der langsamer laufende mindestens während
desjenigen Teiles einer Umdrehung wirksam ist, bei welchem die Saugkammer des Rades
arbeitet, wogegen der schneller laufende Antrieb während des übrigen, einstellbaren
Teiles der Umdrehung der Steuerscheibe wirksam ist.
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Die beiden verschieden schnellen Antriebe können auf die Steuerscheibe
z. B. in der Weise abwechselnd einwirken, daß der langsamer laufende Antrieb über
eine sich während einer einstellbaren Zeit einrückenden Reibungskupplung mit der
Steuerscheibe im Eingriff steht, während der schneller laufende Antrieb über eine
Rutschkupplung ständig mit der Steuerscheibe verbunden ist, deren Kraftübertragung
jedoch selbsttätig unwirksam wird, solange der langsamere Antrieb mit der Scheibe
gekuppelt ist.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird die Steuerscheibe
von einer Exzenterscheibe gebildet, und der langsam laufende Antrieb treibt die
Steuerscheibe über ein Reibrad an, welches je nach seiner Einstellung mit einem
größeren oder geringeren Teil des Umfanges der Steuerscheibe in Eingriff kommt,
mindestens aber mit einem solchen Umfangsteil dieser Scheibe, welcher dem Zentriwinkel
entspricht, um den sich die Steuerscheibe dreht, während die Saugkammer des Saugrades
wirksam ist.
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Tn der Zeichnung ist eine Bogenfördervorrichtung nach der Erfindung
in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Fig. 1 ist eine schematische Seitenansicht eines Papierstapels mit
darüber angeordnetem Saugrad und anschließendem Förder- und Ausrichttisch; Fig.
2 ist eine Draufsicht zu Fig 1 ; Fig. 3 zeigt die Steuerscheibe des Saugrades und
deren beide Antriebe -in Seitenansicht; Fig. 4 ist ein Grundriß zu Fig. 3.
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Von dem Stapel 1 wird der jeweils oberste Bogen 2 mittels eines Saugrades
bekannter Bauart abgezogen und ein Stück gefördert, wobei der Bogen auf den Ausrichttisch
3 gelangt.
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Das Saugrad besteht in bekannter Weise aus einem perforierten, gleichförmig
rotierenden Zylindermantel4 und einer gegenüber dem Stapel Qngeordneten, stillstehenden
Saugkammer5, deren Saugwirkung intermittierend durch ein Belüftungsventil 24
unterbrochen
wird. Dieses Ventil wird mittels der Stange 6 von einer Steuervorrichtung betätigt,
die in Fig. 3 und 4 in ihren Einzelheiten dargestellt ist.
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Das öffnen und Schließen des Saugluftventils, also das Einsetzen
und Unterbrechen der Saugwirkung, geschieht durch den auf dem Zapfen 7 drehlbar
gelagerten doppelarmigen Hebel 8, 9, dessen einerArm 8 mit der Steuerstange6 gelenkig
verbunden ist, während an dem Ende des anderen Hebelarmes 9 eine Kurvenrolle 10
drehbar gelagert ist, welche auf der einen SeitenAäche der Stexterscheibe 11 abrollt,
auf der ein Kurvensegment 12 angeordnet ist. Sobald die Rolle 10 auf das Kurvensegment
12 aufläuft, wird das Saugluftventil geöffnet, so daß die Saugwirkung der Rammer
5 am Umfang des Saugrades 4 einsetzt und der oberste Bogen 2 angesaugt und um ein
bestimmtes Stück gefördert wird. Mindestens während dieses Teiles der Drehung der
Steuerscheibe 11 wird diese mittels der gegen einen entsprechenden Teil ihres Umfanges
anliegenden Reibrolle 13 angetrieben. Infolge der exzentrischen Ausbildung bzw.
Lagerung der Steuerscheibe 11 kommt jedoch die Reibrolle 13 bei jeder Umdrehung
der Steuerscheibe nur mit einem gewissen Teil des Scheibenumfanges in Eingriff,
je nachdem, wie weit die an dem kurzen Arm eines um den Zapfen 17 drehbaren zweiarmigen
Hebels 15 gelagerte Reibrolle 13 gegen den Umfang der Steuerscheibe 11 angestellt
ist. Auf das freie Ende des Hebels 15 wirkt eine Druckfeder 18 ein. Durch eine Stellschraube
oder durch den in der Zeichnung dargestellten Schwenkhebel 14, der einen gegen einen
Ansatz des Armes 15 einwirkenden Exzenter 16 verstellt, kann die Anstellung der
Reibrolle in gewissen Grenzen verändert werden.
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Die Steuerscheibe 11 wird außerdem über eine Rutschkupplung 19, 20
unmittelbar von der Antriebswelle 21 bzw. von einer darauf längs verschiebbaren
Hülse 22 mit einer höheren Drehzahl angetrieben als dies die Reibrolle 13 in Eingriffsstellung
zuläßt. Da das Reibungsmoment des Reibrades größer ist als das der Rutschkupplung
19, 20, kann jedoch der Schnellgangantrieb durch die Hülse 22 nur wirksam werden,
solange das Reibrad nicht mit dem Umfang des Steuerrades 11 im Eingriff steht. Auf
diese Weise ist es möglich. der exzentrisch angeordneten Steuerscheibe 11 während
einer Umdrehung zwei verschiedene Geschwindigkeiten zu vermitteln, deren Anteile
an einer Umdrehung der Scheibe 11 durch entsprechende Anstellung des Reibrades beliebig
variiert werden kann.
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Die an der Steuerscheibe angeordnete segmentförmige Steuerkurve 12
für die Betätigung des Belüftungsventils 24 ist so gestaltet, daß dieses Ventil
während einer bestimmten Winkel drehung der Steuerscheibe 11 geschlossen ist, welche
demjenigen Umfangsweg des Saugrades 4 entspricht, längs welchen Weges jeder Bogen
gefördert werden soll. Solange die Steuerscheibe durch das Reibrad angetrieben wird,
legt das Saugrad 4 bei einer Umdrehung der Steuerscheibe einen Umfangsweg zurück,
welcher der maximalen Bogenlänge zugänglich des Bogenabstandes entspricht. Da das
Saugluftventil während einer bestimmten Winkel drehung der Steuerscheibe, bei welcher
das Saugrad den anliegenden Bogen über eine bestimmte, stets gleiche Strecke fördert,
durch das Kurvensegment 12 geschlossen gehalten wird, steht das Saugrad während
des der maximalen Bogenlänge zuzüglich des maximalen Bogenabstandes ent-
sprechenden
Umfangsweges nur auf dem der Förderstrecke entsprechenden Umfangsweg unter Saugwirkung.
Die Transportstrecke ist so zu bemessen, daß sie für den Übergang des Bogens vom
Stapel auf den F-örder-und Ausrichttisch 3 voll ausreicht. Den Weitertransport des
Bogens übernehmen die an diesem Tisch vorgesehenen bekannten Transporteinrichtungen.
Das Ergebnis ist, daß Bogen verschiedener Länge mit dem gewünschten Abstand voneinander
z. B. einer Stauchfalzmaschine od. dgl. zugeführt werden können.
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Dadurch, daß der Schnellgangantrieb über die Rutschkupplung 19, 20
durch verschiedene Anstellung der Reibrolle verkürzt bzw. verlängert werden kann,
wird die gesamte Umlaufzeit der Steuerscheibe entsprechend verkürzt oder verlängert.
Dabei fällt jedoch die Steuerung des Saugluftventils durch das Bogensegment 12 stets
in den Wirkungsbereich des durch Anliegen des Reibrades bedingten Langsamganges.
Die Länge der Saugwirkung des Saugrades 4 bleibt infolgedessen von der Umlaufzeit
der Steuerscheibe unberührt.
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PATENTANSPROCHE: 1. Bogenfördervorrichtung mit von einer Kurvenscheibe
gesteuertem Saugluftventil in einem mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit umlaufenden
Saugrad, welches den jeweils obersten Bogen eines Stapels taktweise nur während
eines bestimmten Teiles seiner Umdrehung fördert, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerscheibe (11) des Saugluftventils während einer Umdrehung wechselweise mit
zwei Antrieben kuppelbar ist, von denen der langsamer laufende mindestens während
desjenigen Teiles einer Umdrehung wirksam ist, bei welchem die Saugkammer (5) des
Rades (4) arbeitet, wogegen der schneller laufende Antrieb während des übrigen,
einstellbaren Teiles der Umdrehung der Steuerscheibe wirksam ist.