DE1059261B - Schwerdrehbankbett mit drei oder mehr Fuehrungsbahnen - Google Patents
Schwerdrehbankbett mit drei oder mehr FuehrungsbahnenInfo
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Description
Bei Schwerdrehbänken verwendet man Betten, deren Führungsbahnen für Reitstock, Supporte, Lünetten
od. dgl. im Hinblick auf die großen Spitzenhöhen möglichst tief gelagert sind und infolgedessen an· den
oberen Längsseiten von Bettwangen vorgesehen sind, die durch Versteifungswände zu einem geschlossenen
Bett zusammengehalten sind.
Bisher war es üblich, derartige Führungen als Flachbahnführungen auszubilden, d. h. also an jeder
Führung drei Führungsflächen vorzusehen, von denen die eine und weitaus breiteste im Querschnitt horizontal
verläuft, während die beiden anderen senkrecht zu diser als schmalere Kantenführungen angeordnet sind.
Derartige Führungen haben erhebliche Nachteile: Der Meißeldruck gegenüber dem Support wird zu
einem sehr beachtlichen Teil gegen die innere Schmalkante der Flachbahnführung geleitet, so daß diese
wegen der hohen Flächenpressungen vorzeitigen Abnutzungen ausgesetzt ist. Diese stellen sich in erster
Linie in der Nähe des Spindelstocks ein, da praktisch bei jedem zu bearbeitenden Werkstück der Support
sich nahe des Spindestocks befindet, während die dem Spindelstock abgelegenen Teile der Führungen nur bei
längeren Werkstücken benutzt und entsprechend geringer abgenutzt werden. Der Support muß nun über
Keilleisten so eingestellt werden, daß er möglichst reibungslos auch an den Stellen der Führungen bewegt
werden kann, welche dem Spindelstock abgelegen sind. Hieraus ergibt sich zwangläufig ein demgegenüber zu
großes Spiel an den abgenutzten Stellen nahe des Spindel stocks, so daß also der Support keine zuverlässige
Führung hat und sich schrägstellen kann. Dies macht sich beim Plandrehen unangenehm bemerkbar,
da man nicht in der Lage ist, eine ebene Stirnfläche herzustellen. Das Plandrehen wird aber vorzugsweise
in der Nähe des Spindelstockes vorgenommen, so daß dieser Nachteil im besonderen Umfange spürbar wird.
Es ist nun an Leichtdrehbänken bereits bekannt, unsymmetrisch dachförmig zueinander geneigte Führungsflächen
vorzusehen, von denen die äußeren schwach geneigt, die inneren demgegenüber stärker
geneigt sind. Man hat bei Leichtdrehbänken diese Ausführungsform deshalb gewählt, weil man auf diese
Weise gegenüber den Flachbahnbetten lediglich zwei Führungsflächen zu bearbeiten hatte anstatt drei bei
Schwerdrehbänken.
Wenn man diese dachförmigen Führungen nicht auch bei Schwerdrehbänken anwandte, so deshalb, weil
hier die Leitungen erheblich größer sind und infolgedessen auch die Horizontalkomponenten aus dem
Meißeldruck sehr stark ausfallen. Man befürchtete deshalb, daß bei unvermeidlichem Spiel des Supportes
gegenüber seinen Führungen dieser an den dachförmigen
Führungsflächen unter der Wirkung der Hori-
Schwerdrehbankbett
mit drei oder mehr Führungsbahnen
mit drei oder mehr Führungsbahnen
Anmelder:
Dr.-Ing. e.h. Oskar Waldrich,
Siegen (Westf.), Hohler Weg 1
Siegen (Westf.), Hohler Weg 1
Dr.-Ing. e.h. Oskar Waldrich, Siegen (Westf.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
zontalkomponenten heraufklettern würde, was durch die Anwendung von Flachbahnbetten mit Sicherheit
vermieden wird, während der Anwendung der dachförmigen Führungsflächen bei Leichtdrehbänken diese
Bedenken nicht entgegenstanden, da hier die Bearbeitungsdrücke geringer sind als bei Schwerdrehbänken.
Die Erfindung besteht nur darin, daß diese bei Leichtdrehbänken bekannten, unsymmetrisch dachförmig
einander zugeneigten Führungsflächen a.uch unter Überwindung des vorbeschriebenen Vorurteils bei
Schwerdrehbänken Anwendung finden sollen.
Indessen genügt es nicht, diese sich aus der Dachform ergebenden Schrägflächen nur an einer Führung
vorzusehen, vielmehr muß auch die einzige Führungsfläche der inneren Führungsbahn parallel zur schwach
geneigten Führungsfläche der äußeren Führungsbahn angeordnet sein. . . .
Die Forderung der Verwendung nur einer einzigen Führungsfläche für die innere Führungsbahr^ergibt
sich zwangläufig daraus, daß bei Verwendung eines
dachförmigen Führungskörpers der andere im Hinblick auf Ausdehnungen und Abnutzungen nicht ebenfalls
dachförmig sein darf. Bei Leichtdrehbänken mit dachförmigen Führungen hat man nun in aller Regel
die Dacbform symmetrisch ausgebildet und als weitere Führungsbahn eine im Querschnitt horizontal liegende
Flachbahn verwandt. In dieser Ausführung ist an Leichtdrehbänken die Kombination bestens bekannt
und hat sich bewährt. Indessen soll nach der Erfindung die weitere und nach der Bettmitte zu liegende
Führungsbahn nicht waagerecht, sondern deshalb zur schwach geneigten Führungsfläche der äußeren Führungsbahn
parallel angeordnet werden, weil dann keinerlei Nachteile bei irgendwelchen Abnutzungen zu
befürchten sind. Unter der im wesentlich leicht ein-
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zuhaltenden Voraussetzung, daß die Abnutzungen am Support selbst an allen drei Führungsflächen im wesentlichen
gleich stark sind, sinkt nämlich der Support unter Beibehaltung seiner genau waagerechten
Läge um einen kleinen und unerheblichen Betrag nach unten, wobei dieser Betrag durch entsprechendes
Unterlegen der Meißel ohne weiteres ausgeglichen wird. Durch, das sattelartige Aufsitzen des Supportes
auf den drei Führungsfläehen wird weiterhin stets eine vollständige Spielfreiheit erreicht, da nur zwei
der Dachform entsprechende Flächenrichtungen vorhanden sind. Es wird demgemäß das vermieden, was
an den allgemein üblichen.. Leichtdrehbänken mit symmetrisch dachförmiger Prismenführung und
waagerechter Flachführung auftritt, daß nämlich bei Abnutzung einer Fläche der.Support an den Flächen
keine Flächen-, sondern nur noch Linienberührung hat.: Dieser Vorteil des sättelartigen Absinkens des
Supports auf die drei Führungsflächen unter standigem Aufrechterhalten einer Flächenberührung, auch
bei örtlichen Abnutzungen, macht sich — insbesondere bei Schwerdrehbänken .■-—-■ deshalb bemerkbar,
weil hierdurch einerseits die; Abnutzungen selbst wesentlich
geringer gehalten werden und andererseits die Bearbeitüngsgenauigkeiten erhebliche . Steigerungen
erfahren. ]Durch das Absinken wird weiterhin der
Vorteil erzielt, daß auch bei Abnutzung und unabhängig von dieser der Support stets seine genaue
Parallellage zur Spindelachse beibehält und und nicht kantet, da.das Wesen des .sattelförmigen Absenkens
auf die dachförmigen Führungsbahnen in der völligen Spielfreiheit besteht. ':
. Es ist allerdings bereits an einer Drehbank aus der Jahrhundertwende eine derartige Anordnung
unter Benutzung einer unsymmetrisch dachförmigen Außenführung und einer zur schwach geneigten Führungsfläche
dieser parallel angeordneten Innenführung bekanntgeworden, jedoch hat sich aus nichtbekannten
Gründen diese Ausführung nicht in die Praxis eingeführt, obwohl, sich auch hier das sattelartige
Absinken, die genaue Einstellung des Supportes· und die ständige Flächenberührung einstellen
mußten. Indessen unterscheidet sich diese Ausführungsform von der erfindungsgemäßen dadurch, daß
nach den weiteren Merkmalen der Erfindung die beiden dachförmigen Führungsflächen zwischen sich
einen rechten Winkel einschließen und die stärker geneigte Fläche in der Senkrechten mindestens doppelt
so tief herabreicht wie die schwächer geneigte. Allerdings ist es wiederum an anderer Stelle bekanntgeworden,
zwei dachförmig zueinander stehende Führungsflächen unter einem rechten Winkel anzuordnen,
jedoch fehlen bei dieser Ausführungsform die übrigen Merkmale, so daß auch hier die damit verbundenen
Vorteile nicht gesichert waren. Durch das tiefere Herabziehen der stärker geneigten Führungsfläche
wird eine günstige Aufnahmemöglichkeit für die Horizontalkomponente des Meißeldruckes geschaffen
und die Abnutzung der Führungsflächen so eingestellt, daß sie im wesentlichen an den verschiedenen
Führungsflächen in gleichem Maße fortschreitet.
Die Erfindung und ihre weiteren Merkmale seien an Hand zweier Ausführungsbeispiele erläutert, die in
'der Zeichnung wiedergegeben sind. Hierbei zeigt
. Abb;..l eine Stirnansicht eines Dreibahnen-Schwerdrehbankbettes mit am Reitstock vorbeifahrbarem Support in schematischer Darstellung unter Fortlassen der nicht wesentlichen Teile, während
. Abb;..l eine Stirnansicht eines Dreibahnen-Schwerdrehbankbettes mit am Reitstock vorbeifahrbarem Support in schematischer Darstellung unter Fortlassen der nicht wesentlichen Teile, während
Abb. 2 einen· Querschnitt durch ein entsprechendes Vierbahnenbett wiedergibt.
. Das Bett nach Abb. 1 weist drei Wangen 2, 3 und 4
' auf, wobei der Reitstock auf den Führungsflächen der
Wangen 2 und 3, der Reitstock 6 auf der Wange 4 und einer schwalbenschwanzförmigen Vertiefung 7
zwischen der mittleren Wange 3 und der hinteren ■ Wange 4 geführt wird.
Die vordere Bettwange 2 ist an ihrer Oberseite gemäß der Erfindung mit zwei unsymmetrisch dachförmigen
Führungsflächen 8 und 13 ausgestattet, die zwischen sich einen rechten Winkel einschließen und
von denen die stärker geneigte, 13, mehr als doppelt so tief herabreicht als die schwächer geneigte, 8. In
der Bettmitte ist der Reitstock 5 auf der mittleren Wange 3 an einer Führungsfläche 9 geführt, die parallel
zur Führungsfläche 8 verläuft.
Es ergibt sich ohne weiteres, daß bei Abnutzung der Reitstock unter Beibehaltung seiner genau waagerechten
Lage absinkt und stets spielfrei geführt ist, wobei selbst die stärksten Meißeldrücke von der breit
ausgelegten, stark geneigten Führungsfläche 13 aufgenommen werden.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Führungsfläche 9 in an sich bekannter Weise
gleich breit ausgelegt wie die entsprechende und parallel angeordnete, d.h. also schwach geneigte, äußere
, Führungsfläche 8 der äußeren Führungsbahn 2.
Bei dieser Ausführungsform hat es sich als zweckmäßig erwiesen, Anlageflächen für Spannkeilleisten
20, 21 und 22 am Drehbankbett zu schaffen, die so angeordnet sind, daß der Anlagepunkt des Supports 5
auf die Führungen in einer Richtung liegt, die innerhalb des durch die dachförmig zueinanderliegenden
Führungen 8 und 13 gebildeten Winkels liegt. Auch diese Art des Einsteilens und Festspannens des Supportes
gewährleistet eine stets genaue Einstellung und vor allem ein völlig starres Verspannen des Supports
beim Plandrehen.
Wie das Ausführungsbeispiel zeigt, sind an der Außen- bzw. Unterseite der äußeren Führungsbahn 8
die Anlageflächen für die Spannkeilleisten 20 und 21 am Support 5 rechtwinklig zueinander angeordnet,
während die Keilleistenanlagefläche 22 unterhalb der höhergelegenen Kante der inneren Führungsbahn 9 so
angeordnet ist, daß ihre Neigung, im Querschnitt gesehen, von vorn oben nach hinten unten verläuft.
In Abb. 2 sind die vorstehend eingehend beschriebenen Verhältnisse entsprechend auf ein Vierbahnbett
angewandt, wobei auf den Bettwangen 26, 27, 28, 29 die Führungsflächen symmetrisch zur senkrechten
Mittelebene des Bettes vorgesehen sind. Der Support 30 läuft auf den Führungswangen 26, 27; der Reitstock
31 ist auf der Wange 29 sowie auf den zwisehen den Wangen angeordneten besonderen Führungflächen
geführt. Auf der äußeren Supportwange 26 sind die Führungsflächen 32 und 33 angeordnet,
während die Verspannung des Supports in der vorbeschriebenen Weise bei 34 erfolgt. Auf der inneren
Supportwange 27 ist die Führungsfläche 35 parallel zur Führungsfläche 33 und in gleicher Breite vorgesehen,
die von einem Hakenansatz 36 am Support Untergriffen wird, der hinter einen leistenartigen Vorsprung
37 der Führungsbahn 27 greift. Die Bewegung der Supports erfolgt über eine Zahnstange 38, die
etwa senkrecht über dem Schwerpunkt des Supports liegt, so daß ein Kanten um so weniger zu befürchten
ist. Der Reitstock 31 liegt an der Wange über die stark geneigte Führungsfläche 39 an, während die
schwach geneigte Führungsfläche 40 mit dem Gewicht des Reitstockes belastet ist. Die Verklemmung des
Reitstocks geschieht über eine Keilleiste 41, die unter
Claims (4)
1. Schwerdrehbankbett mit drei oder mehr Führungsbahnen, deren Führungsflächen an den
oberen Längsseiten von Bettwangen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren
Führungsbahnen (2, 26, 29) in an Leichtdrehbänken bekannter Weise mit unsymmetrisch dachförmig
einander zugeneigten Führungsflächen (8, 13 bzw. 32, 33 bzw. 39, 40) versehen sind, von
denen die äußeren (8, 33, 40) schwach geneigt und die inneren demgegenüber stärker, und zwar so
geneigt sind, daß die Führungsflächen in an sich ebenfalls bekannter Weise etwa einen rechten
Winkel einschließen, wobei die stärker geneigte Fläche in der Senkrechten mindestens doppelt so
tief herabreicht wie die schwächer geneigte, und daß die Fläche (9, 35) der inneren Führungsbahn
(3, 27) — wie an sich bekannt — parallel zur schwach geneigten Führungsfläche (8, 33, 40) der
äußeren Führungsbahn angeordnet ist.
2. Drehbankbett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (9, 35) der inneren
Führungsbahn (3, 27, 28) in an sich bekannter Weise die gleiche Breite aufweist wie die äußere
Führungsfläche (8, 33, 40) der äußeren Führungsbahn (2, 26, 29).
3. Drehbankbett nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet,
durch Anlageflächen für Spannkeilleisten (20, 21, 22) an den äußeren und inneren
Führungsbahnen, die so angeordnet sind, daß der Anlagedruck des verschiebbaren Maschinenteiles
beim Festklemmen auf die Führungen in einer Richtung liegt, die innerhalb des durch die dachförmig
zueinander liegenden Führungen (8/ 13; 32, 33) gebildeten Winkels liegt.
4. Drehbankbett nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch an der Außen- bzw. Unterseite der äußeren
Führungsbahn (8) im Querschnitt rechtwinklig zueinander angeordnete Anlageflächen für
Spannkeilleisten (20, 21) am Schlitten (5) od; dgl. sowie eine weitere Keilleistenanlagefläche (22),
die unterhalb der höhergelegenen Kante der inneren Führungsbahn (9) angeordnet ist und deren
Neigung, im Querschnitt gesehen, von vorn oben nach hinten unten verläuft.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 336 310, 391 839;
britische Patentschrift Nr. 16 405 aus dem Jahre
Deutsche Patentschriften Nr. 336 310, 391 839;
britische Patentschrift Nr. 16 405 aus dem Jahre
1901;
Schlesinger, Die Werkzeugmaschinen, Band I
Schlesinger, Die Werkzeugmaschinen, Band I
(1936), S. 343 und 635.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 909 530/134 6.59
Priority Applications (5)
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| BE519289D BE519289A (de) | 1952-04-29 | ||
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEW8477A DE1059261B (de) | 1952-04-29 | 1952-04-29 | Schwerdrehbankbett mit drei oder mehr Fuehrungsbahnen |
Publications (1)
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ID=7593865
Family Applications (1)
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