-
Barrenschiebevorrichtung für Glaswannenöfen Die Erfindung bezieht
sich auf eine Barrenschiebevorrichtung für Glaswannenöfen, d. h. eine Vorrichtung
zum Schieben von Barren aus Glasversatzgemischen, die auf der Einführseite eines
Glasofens auf dem geschmolzenen Glas schwimmen.
-
Bei der kontinuierlichen Herstellung eines Glasbandes entnimmt man
die Glasschmelze aus Wannenöfen, wobei das eingesetzte Gemenge an einem Ende der
Wanne umgesetzt und geschmolzen wird. Die Höhe des Glasspiegels in der Wanne wird
durch diskontinuierliche Zuführung vom Gemenge aufrechterhalten. Zur diskontinuierlichen
Zuführung des Gemisches verwendet man diskontinuierlich arbeitende Zuführvorrichtungen.
Diese Zuführvorrichtungen liefern in Abständen je eine Beschickung in Barrenform.
Ein solcher Barren hat z. B. ein Ausmaß von etwa 6 m Länge, 25 cm Breite und 25
cm Höhe. Jede der am Ende der Wanne eingeführten Beschickungen schwimmt anfangs
in ungeschmolzenem Zustand auf dem flüssigen Glas. Man schiebt in die Wanne auf
der Beschickungsseite eine Anzahl dieser Beschickungschargen in Form von Barren
hinein, wobei man, um eine Korrosion der Seitenwände der Wanne zu verhüten, die
Barren daran hindern muß, während ihres Stromabwärtstreibens auf dem geschmolzenen
Glas und während ihres Niederschmelzens gegen die Seitenwände zu treiben.
-
Bisher verhütete man das Anstoßen der Barren von Beschickungschargen
gegen die Seitenwände der Wanne durch Betätigung eines Schiebewerkzeuges von Hand.
Diese Vorrichtung bestand aus einer Stange, die am einen Ende einen Griff und am
anderen Ende eine Platte aufwies, die im wesentlichen senkrecht zur Längsachse der
Stange stand. Eine solche Schiebevorrichtung, deren Stange auf einer waagerechten
Stützstange ruhte, wurde durch einen Arbeiter in die Wanne gestoßen und ihre Richtung
je nach Erfordernis geändert, bis die Vorderplatte einen auf der Schmelze schwimmenden
Barren erfaßte. Dann pflegte der Arbeiter die Schiebevorrichtung so zu bewegen und
zu lenken, daß der Barren aus der Nähe der Seitenwand der Wanne geschoben wurde.
Selbstverständlich ist ein derartiges Gerät am Einführende an jeder der beiden Seiten
der Wanne erforderlich, so daß keiner der Barren mit den Seitenwänden der Wanne
in Berührung gerät.
-
Infolge der Steigerung der Herstellungsgeschwindigkeit kontinuierlicher
Glasbänder wurde die Einführung des Beschickungsgemisches mit wesentlich gesteigerter
Geschwindigkeit erforderlich. Infolgedessen stieg auch die Einführungsgeschwindigkeit
von Beschickungsbarren in die Wanne beträchtlich. Das Abdrängen der Barren von den
Seitenwänden erfordert beträchtliche Kraft. Mit der zunehmenden Herstellungsgeschwindigkeit
wurde auch die Schiebevorrichtung sehr viel häufiger benötigt. Es wurde oft notwendig,
bei einer gegebenen Handhabung des Schiebegerätes zwei oder mehrere Barren von der
Wand wegzuschieben. Das Gesamtgewicht der zu schiebenden Massen wurde so groß, daß
manchmal zwei Arbeiter benötigt wurden, um die Schiebevorrichtung zum Wegdrängen
sämtlicher Barren von den Seitenwänden zu betätigen. In einigen Fällen waren sogar
zwei Arbeiter außerstande, sämtliche Barren von den Seitenwänden abzudrängen. Dies
erforderte eine Verringerung der Beschickungsgeschwindigkeit. Die Folge war eine
Verminderung der Herstellungsgeschwindigkeit des kontinuierlichen Glasbandes.
-
Die Erfindung betrifft eine Barrenschiebevorrichtung für Glaswannenöfen,
bestehend aus einer Stange mit einer an dem in den Ofen ragenden Ende befestigten
Schiebeplatte und einem Handgriff für den Arbeiter zum Betätigen der Vorrichtung.
Diese Vorrichtung hat eine um eine waagerechte Achse drehbare und um eine senkrechte
Achse schwenkbare Rolle mit zwei darin eingearbeiteten koplanaren Ringnuten, von
denen die äußere, größere Nut die in waagerechter Lage verschiebbare Stange der
Schiebevorrichtung trägt und führt, während über die kleinere, tiefer eingearbeitete
Ringnut ein Kabel mit einer Spannvorrichtung von dem Griff aus zu der senkrecht
Baraufliegenden Aufwickelrolle läuft, wobei diese Rolle ihrerseits über eine von
dem Griff aus schaltbare Kupplung von einem Motor in Umdrehung versetzt werden kann.
Die Spannvorrichtung für das Kabel
kann aus einer Gegenaufwickelrolle,
die auf einer Welle befestigt ist, und einem Spannkabel mit Gegengewicht bestehen.
-
Die Erfindung wird für den Fachmann durch die folgende Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, insbesondere im Zusammenhang mit
der Zeichnung, noch besser verständlich werden. Es zeigt Fig. 1 einen teilweise
schematischen Teilaufriß eines Glaswannenofens mit der erfindungsgemäßen Barrenschiebevorrichtung,
Fig. 2 einen vergrößerten Teilaufriß der Stange der Schiebevorrichtung, das Kabel
und die drehbare Rolle nach vorliegender Erfindung, Fig. 3 eine Draufsicht auf die
in Fig. 2 gezeigte Teilansicht und Fig. 4 eine vergrößerte Teildraufsicht, die die
Befestigung des Kabels an dem Griff der Vorrichtung von Fig. 1 sowie außerdem den
Schalter für das Einrücken einer ebenfalls in Fig. 1 gezeigten magnetischen Kupplung
zeigt.
-
Die bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schiebevorrichtung
wird in Fig. 1 zusammen mit eitlem allgemein mit 10 bezeichneten Glaswannenofen
gezeigt. Die Zeichnung zeigt eine schematische Ansicht der Einführseite des Ofens.
Bei 12 wird eine allgemeine Schiebevorrichtung gezeigt. Das Einführende des Glasofens
weist nahezu den Ecken des Ofens 10 zwei (nicht gezeigte) Öffnungen auf, und für
jede Ecke ist eine Schiebevorrichtung 12 vorgesehen.
-
Die Vorrichtung 12 besteht aus einer Stange 13, an deren einem Ende
eine Platte 14 befestigt ist. Die Platte 14 ist an der Stange 13 vorzugsweise so
befestigt, daß ihre Ebene im wesentlichen rechtwinklig zur Längsachse der Stange
13 steht. Durch Einführung in den Ofen 10 läßt sich die Vorrichtung 12 so bewegen,
daß die Platte 14 einen Barren L aus dem Beschickungsgemisch erfaßt und stromabwärts
und gegen die Mitte der Wanne des Ofens 10 einschiebt. Die Vorrichtung 12 liegt
auf einer Rolle 16, die vorzugsweise so hoch angeordnet ist, daß sich die auf ihr
aufliegende Stange 13 in waagerechter Lage mit dem unteren Teil der Platte 14 nahezu
an der Oberfläche der im Ofen 10 enthaltenen Glasschmelze befindet.
-
Das andere Ende der Stange 13 trägt einen Griff 17, an dem das Kabel
18 über einen Gabelhaken 20 befestigt ist. An dem Griff 17 ist ferner ein Schalter
22 angebracht, vorzugsweise ein üblicher Druckknopfschalter. An dem Schalter 22
sind zwei Drähte 23 und eine magnetische Kupplung 24 angeschlossen. Zwei Drähte
25 verbinden die Kupplung 24 mit einer (in der Zeichnung nicht gezeigten) Stromquelle.
-
Die Rolle 16 hat eine äußere, größere Ringnut 26 und innerhalb dieser
und an ihrem Boden noch eine zweite. kleinere Ringnut 28. Aus den weiter unten dargelegten
Gründen sind die Nuten 26 und 28 vorzugsweise koplanar, d. h., ihre Symmetrieebenen
liegen in derselben Ebene, wie aus der Zeichnung der bevorzugten Ausführungsform
hervorgeht.
-
Bei der üblichen Anlage zur Herstellung von Flach-oder Fensterglas
in dem Glaswannenofen 10 befindet sich etwas unterhalb der Oberfläche des Glases
außen am Ofen 10 ein Absatz F, der gewöhnlich oberhalb der Grundlinie der Wanne
liegt. An ihm ist ein Rohr 30 befestigt, das durch eine Öffnung in ihm hindurchgeht.
Am oberen Ende des Rohres 30 sitzt ein Flansch 32. In dem Rohr 30 kann sich ein
zweites, engeres Rohr 34 drehen, dessen oberes Ende 36 schiefwinklig geschnitten
ist. Das Rohr 34 hat unten einen Flansch 38, der auf einer Buchse 39 auf dem Flansch
32 des weiteren Rohres 34 ruht. Oberhalb des Flansches 38 sind an dem Rohr 34 Platten
40 befestigt. Ein vorspringender Bolzen 42 und eine Mutter 44 dienen zur Befestigung
der Rolle 16 zwischen den Platten 40, so daß sie sich um eine waagerechte Achse
drehen läßt. Durch diese Anordnung läßt sich das Rohr 34 in dem Rohr 30 um eine
senkrechte Achse drehen, so daß die Rolle 16 um diese senkrechte Achse schwenkbar
ist.
-
Ein Kabel 18 läuft von dem Haken 20 an dem Griff 17 zur Rolle 16 und
wird in der Nut 28 geführt. Bei der bevorzugten Ausführungsform sind Stellung und
Ausmaße der Nuten 26 und 28 sowie der Querschnitt des Kabels 18 so gewählt, daß
die Stange dann, wenn sie sich in der Nut 26 befindet, das Kabel 18 in der Nut 28
nicht berührt. Bei der Ausrichtung des Kabels 18 in der Nut 28 und der Ausrichtung
der Stange 13 in der \ ut 26 ist ersichtlich, daß sich das Kabel 18 auf der Strecke
zwischen der Rolle 16 und dem Gabelhaken 20 zum größten Teil unterhalb der Stange
13 befindet, obwohl der Gabelhaken bei Verbindung mit dem Griff 17 etwas von dem
Mittelpunkt der Längsachse der Stange 13 abweicht.
-
Das Kabel 18 läuft von der Rolle 16 aus abwärts durch die Rohre 34
und 30. Die Rolle 16 ist zwischen den Platten 40 um eine waagerechte Achse derart
drehbar gelagert, daß die nach unten gerichtete Verlängerung des Kabels 18 aus der
Nut 28 kommend, koaxial mit der senkrechten Drehachse des Rohres 34 verläuft. Diese
Anordnung verringert wesentlich ein Herausspringen und Verdrehen des Kabels 18 während
der Bewegung der Rolle 16 beim Drehen des Rohres 34.
-
An einer über die Lagerböcke 54 an einem (in der Zeichnung nicht gezeigten)
Tragwerk drehbar befestigten Welle 52 ist eine Aufwickelrolle 50 für das Kabel 18
angebracht. Außerdem trägt die Welle 52 eine Rolle 56. Zwischen den von dein Absatz
F herabhängenden Haltern 59 ist eine Rolle 58 drehbar gelagert. Ein Kabel 60 ist
an der Rolle 56 befestigt und kann um sie sowie über die Rolle 58 laufen, während
sein anderes Ende ein Gegengewicht 62 trägt, das sich innerhalb eines Schutzrohres
64 bewegen kann. Bei Betrachtung der Welle 52 in Fig. 1 von rechts läuft das Kabel
60 entgegen dem Uhrzeigersinn um die Rolle 56. Das Kabel 18 ist mit der Rolle 50
so verbunden, daß es sich im Uhrzeigersinn um sie wickelt, sobald sich die Welle
52 durch Einrücken der magnetischen Kupplung 24 im Uhrzeigersinn dreht, und gleichzeitig
damit wickelt sich das Kabel 60 von der Rolle 56 ab, so daß das Gegengewicht 62
nach unten geht.
-
Die Welle 66 ist durch Lagerböcke 68 an einem (in der Zeichnung nicht
gezeigten) Tragwerk drehbar befestigt. Das Zahnrad 70 an dieser Welle erfaßt das
Zahnrad 72 an der Welle 74 einer kombinierten Vorrichtung 76 aus einem Motor mit
Untersetzung. Bedienung Sieht der Arbeiter, daß sich in der Wanne ein Barren oder
eine Gruppe von Barren nach der Seitenwand 15 des Ofens 10 hin bewegt, so hebt er
den Griff 17 an und führt die Vorrichtung 12 durch die Öffnung am Ende des Ofens
10 hindurch. Diese Bewegung wird mit der Hand ausgeführt, bis die Platte 14 von
der Vorrichtung 12 einen Barren L erfaßt. Danach drückt der Arbeiter den Schalter
22 und schaltet dadurch die Kupplung 24 ein. Der Motor 76 läuft bereits kontinuierlich,
so daß sich die Welle 66 dreht. Die Drähte 23 und 25 stellen in Reihenschaltung
einen Stromkreis zwischen dem Schalter 22 und der Kupplung 24 her. Das Einrücken
der Kupplung 24 durch
Drücken des Schalters 22 führt zur Drehung
der Welle 52 und der Rolle 50, so daß sich das Kabel 18 - bei Betrachtung der Fig.
1 von rechts - im Uhrzeigersinne auf die Rolle 50 aufwickelt. Dadurch wird das Kabel
18 über die Rolle 16 gezogen, so daß sich die Schiebevorrichtung 12 von rechts nach
links bewegt (s. Fig. 1). Da sich die Rolle 16 bei ihrer Lagerung auf den Rohren
30 und 34 und um die Achse 42 drehen kann, versteht es sich von selbst, daß der
Vorrichtung 12 bei ihrer Bewegung in dem Ofen 10 durch Aufwickeln des Kabels 18
auf der Rolle 50 verschiedene Bewegungen in einer waagerechten Ebene mitgeteilt
werden können. Da die Vorrichtung 12 in der Nut 26 der Rolle 16 läuft, läßt sich
auch der Griff 17 an der Stange 13 zur vorteilhaftesten Erfassung der Barren L und
zur Weiterführung dieser Tätigkeit während des Wegschiebens des Barrens L von der
Seitenwand 15 des Ofens 10 heben oder senken.
-
In dem Maße, wie sich das Kabel 18 bei Drehung der Welle 52
auf der Rolle 50 aufwickelt, übt die Bewegung des Kabels 18 in der Nut 28 einen
Zug auf die Vorrichtung 12 aus, der etwa koplanar mit der aus dieser Kraft entstehenden
Bewegung der Vorrichtung 12 in der Nut 26 ist. Diese Anordnung ermöglicht die höchstmögliche
Ausnutzung der durch Aufwickeln des Kabels 18 auf der Rolle 50 erzeugten Kraft.
-
Wenn der Arbeiter die Vorrichtung 12 in den Ofen 10 einführt und dann
bewegt, verhüten das Gegengewicht 62, das Kabel 60 und die Rollen 56 und 58 ein
Schlaffwerden des Kabels 18, d. h., das Gegengewicht 62 sinkt in Rohr 64 abwärts,
solange sich die Welle 52 dreht, so daß sich das Kabel 60 von der Rolle 56 abwickelt
und sich die Welle 52 und die Rolle 50 unter Aufwicklung des Kabels 18 auf die Rolle
50 drehen. Dadurch wird das Kabel 18 straff gehalten, wenn man die Vorrichtung
12 in dem Ofen 10 von Hand bewegt. Durch dieses Straffhalten des Kabels 18 wird
es am Zurückschlagen gehindert, wenn die Kupplung 24 unter mechanischer Weiterbewegung
der Vorrichtung 12 in den Ofen 10 zum Wegschieben eines Barrens L von der Seitenwand
15 weg eingerückt wird.
-
In ähnlicher Weise öffnet der Arbeiter den Schalter 22 (im Falle eines
einzigen Druckknopfschalters durch bloße Wegnahme seines Fingers vom Knopf) zum
Ausrücken der Kupplung, sobald der Barren oder die Barren L weit genug von den Seitenwänden
des Ofens 10 weggeschoben sind. Dann zieht er die Vorrichtung 12 von Hand aus dem
Ofen 10 heraus. Bei diesem Herausziehen bleibt das Kabel 18 straff, da die Drehung
der Rolle 50 durch Ziehen am Griff 17 der Vorrichtung 12 gegen das Gegengewicht
62 wirkt und dieses anhebt.
-
Die Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schiebevorrichtung dient lediglich zur Erläuterung und soll die Erfindung keineswegs
beschränken. Es sind zahlreiche Abänderungen möglich, die sich für den Fachmann
von selbst ergeben. Zum Beispiel kann an dem Kabel 18 eine Platte befestigt sein,
die einen Endschalter auslöst, der wiederum den Stromkreis mit dem Schalter 22 und
der Kupplung 24 öffnet. Diese Anordnung würde die Einwärtsbewegung von der Vorrichtung
12 begrenzen und damit als Sicherheitsfaktor dienen. Ferner kann selbstverständlich
auch ein Motor ohne magnetische Kupplung verwendet werden. In diesem Falle würde
der Schalter an dem Griff 17 einen Stromkreis nur kurzfristig schließen, um die
Zündspule des Anlassers für den Motor zu betätigen. Die Betätigung der Zündspule
schließt die drei Kontakte der Dreiphasenleitung zum Motor und einen Kontakt eines
Haltestromkreises für die Zündspule des Motoranlassers. Für ein derartiges System
benutzt man einen üblichen elektrischen Stromkreis. In einem solchen Falle müßten
natürlich Vorrichtungen zur entweder manuellen oder automatischen Öffnung des Haltestromkreises
durch Auslösen eines Endschalters (im Haltestromkreis in Reihe geschaltet) auf die
oben beschriebene Weise vorgesehen werden.