DE1056211B - Nichtreziproker Vierpol - Google Patents
Nichtreziproker VierpolInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf einen temperaturkompensierten nichtreziproken Vierpol für elektromagnetische
Wellen, bestehend aus einem Abschnitt einer Hochfreqenzleitung, in deren Feldraum ein Stoff
mit gyromagnetischen Eigenschaften angeordnet ist, der durch ein äußeres Magnetfeld vormagnetisiert
wird.
Derartige Anordnungen finden vor allem in der Technik der sehr kurzen elektromagnetischen Wellen
dazu Verwendung, Schaltelemente zu schaffen, die richtungsabhängige Übertragungseigenschaften besitzen.
Bei einer bekannten Ausführungsform dieser Anordnungen ist beispielsweise in einem Hohlleiter
rechteckförmigen Querschnitts im Inneren, nahe einer schmalen Wandseite des Hohlleiters und etwa parallel
zu dieser verlaufend, eine Platte aus gyromagnetischem Material, beispielsweise Ferrit, eingefügt. Die
Hohlleitung dient zur richtungsabhängigen Übertragung von elektromagnetischen Wellen in der H30-Wellenform.
Die richtungsabhängigen Eigenschaften erhält diese Anordnung dadurch, daß senkrecht zu den
breiten Seiten der Hohlleitung der Ferritkörper mittels eines außen an der Hohlleitung anliegenden Permanentmagneten
vormagnetisiert wird. Je nach der Stärke dieser Vormagnetisierung liegt die gyromagnetische
Resonanzfrequenz unterhalb oder in der Nähe oder über der Frequenz der in der Hohlleitung zu
übertragenden Wellen, Wenn lediglich eine richtungsabhängige Phasenlaufzeit erreicht werden soll, wird
die gyromagnetische Resonanzfrequenz niedriger oder höher eingestellt als die Frequenz der zu übertragenden
Wellen, Wird hingegen eine richtungsabhängige Absorption gewünscht, so wird für die Übertragungsrichtung,
in der die Absorption auftreten soll, die gyromagnetische Resonanzfrequenz wenigstens angenähert
gleich der Frequenz der zu übertragenden Wellen gewählt. Mit diesen Bemessungsbedingungen
lassen sich auch sogenannte Feldverzerrungsvorrichtungen schaffen, bei denen von der Tatsache Gebrauch
gemacht wird, daß das elektromagnetische Feld der zu übertragenden Wellen durch das gyromagnetische
Material richtungsabhängig konzentriert wird. In der Praxis hat sich gezeigt, daß sich die Übertragungseigenschaften derartiger Vierpole während des Betriebes
der Einrichtung unter Umständen beträchtlich ändern. Dieser Nachteil stellt in manchen Fällen die
Anwendbarkeit von Anordnungen, die gyromagnetische Wirkungen ausnutzen, unter Umständen gänzlich
in Frage.
Der Erfindung liegt die Aufgabe, zugrunde, einen Weg zu weisen, auf dem es möglich ist, nichtreziproke
Vierpole, wie derartige Anordnungen auch bezeichnet werden, gerade hinsichtlich dieser Schwierigkeiten
wesentlich zu verbessern.
Niclitreziproker Vierpol
Anmelder:
Siemens & Halske Aktiengesellschaft,
Berlin und München,
München 2, Wittelsbacherplatz 2
Siemens & Halske Aktiengesellschaft,
Berlin und München,
München 2, Wittelsbacherplatz 2
Dipl.-Phys. Dr. rer. nat. Josef Deutsch,
München-Großhadem,
und Dr. rer. nat. Wolfgang Haken, München,
sind als Erfinder genannt worden
München-Großhadem,
und Dr. rer. nat. Wolfgang Haken, München,
sind als Erfinder genannt worden
Diese Aufgabe wird bei einem nichtreziproken Vierpol der einleitend beschriebenen Art gemäß der Erfindung
in der Weise gelöst, daß die Vormagnetisierung in Abhängigkeit von der Temperatur derart geändert
wird, daß die bei Änderung der Temperatur des gyromagnetischen Stoffes auftretenden Änderungen der
gyromagnetischen Eigenschaften, z. B. der gyromagnetischen Resonanzfrequenz, wenigstens nahezu
ausgeglichen werden.
Bei der Erfindung wird davon ausgegangen, daß ferromagnetische Stoffe, also solche, die den gyromagnetischen
Resonanzeffekt besitzen, eine Magnetisierungskurve besitzen, wie sie in der Fig. 1 a schematisch
dargestellt ist. Auf der Abszisse des Diagramms in Fig. la ist die absolute Temperatur des
gyromagnetischen Materials, bezogen auf die Curie-Temperatur, aufgetragen und in der Ordinate, die zugehörige
Sättigungsmagnetisierung. Unter der Curie-Temperatur wird dabei die Temperatur verstanden,
oberhalb deren die Sättigungsmagnetisieruing M des Materials Null ist. Dieser Zustand des Materials entspricht
dem Wert > 1 der Abszisse. Bei einigen Ferritsorten wird M bereits unterhalb der Curie-Temperatur
an einem Punkt Null (Inversionspunkt). M hat dann zwischen dieser Inversionstemperatur und der
Curie-Temperatur negative Werte (s. Fig. lb). Die magnetischen Teile der üblichen den Ferromagnetismus
ausnutzenden Einrichtungen, wie Transformatoren, usw., arbeiten stets in dem Bereich, in dem das
Verhältnis der absoluten Temperatur zu Curie-Temperatur so gering ist, daß sich die Magnetisierung M
nur unwesentlich innerhalb des Betriebstemperaturbereiches ändert. Wie Untersuchungen gezeigt haben,
besitzen demgegenüber Ferrite und ferromagnetische Oxyde Curie-Temperaturen, die wesentlich niedriger
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liegen als die der sonst gebräuchlichen ferromagnetischen Stoffe, so daß der Betriebsbereich in einem Teil
der Magnetisierungskurve liegt, indem sich die Sättigungsmagnetisierung M bei Änderung der Betriebstemperatur
Tabs bereits sehr wesentlich ändert. Das ist offenbar die Ursache für die starke Temperaturabhängigkeit
der gyromagnetischen Eigenschaften dieser Stoffe, denn die gyromagnetische Resonanzfrequenz
ist durch die Magnetisierung mitbestimmt. Diesem Nachteil kann gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung dadurch abgeholfen werden, daß ein magnetischer Haupt- oder Nebenschluß zu der Vormagnetisierungsvorrichtung
vorgesehen, wird, der aus einem Material besteht, das ebenfalls eine stark temperaturabhängige Magnetisierung besitzt. Es ist
dies ein Material, dessen Curie-Temperatur im Vergleich zu dem der üblichen ferromagnetischen Stoffe
relativ niedrig liegt.
Es ist an sich bekannt, die Temperaturabhängigkeit von nichtreziproken Vierpolen zu kompensieren, und
zwar in der Weise, daß in den verschiedenen Temperaturbereichen unterschiedlich ansprechende nichtreziproke Vierpole hintereinandergeschaltet werden.
Die Vierpole sind dabei für sich unkondensiert. Die Wirkungsweise dieser Anordnung ist derart, daß in
einem ersten Temperaturbereich, beispielsweise der erste nichtreziproke Vierpol in Aktion tritt, in einem
benachbarten Temperaturbereich der darauffolgende nichtreziproke \/ierpol usw. Beim Erfindungsgegenstand
hingegen werden die bei einer Änderung der Temperatur des gyromagnetischen Stoffes auftretenden
Änderungen der gyromagnetischen Eigenschaften in sich ausgeglichen. Dies führt zu einem besseren
Ausgleich und auch zu geometrisch und elektrisch einfacheren Anordnungen.
Es ist weiterhin bekannt, einen nichtreziproken Vierpol, der in bekannter Weise temperaturkompensiert
ist, aus einem einzigen Körper aus gyromagnetischem Material aufzubauen und unterschiedliche
gyromagnetische Resonanzfrequenzen für die einzelnen Abschnitte des gyromagnetischen Stoffes durch
ein in Achsrichtung des gyromagnetischen Materials abgestuftes Magnetfeld wenigstens näherungsweise
herbeizuführen. Dieser Anordnung haften, im Vergleich zum Erfindungsgegenstand, dieselben Mängel
an wie der bereits erwähnten bekannten temperaturkompensierten Anordnung.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist ein Hohlleiter 1 rechteckförmigen Querschnitts vorgesehen,
der zur Übertragung elektromagnetischer Wellen in der H10-Wellenform dient. Im Inneren des Hohlleiters
1 sind zwei Ferritplatten 2 und 3 angeordnet. Die Ferritplatten verlaufen wenigstens angenähert
parallel zu den schmalen Wandseiten der Hohlleitung 1. Zur Vormagnetisierung dient ein Permanentmagnet
4, der mit zwei Polschuhen 5 und 6 yersehen ist und außen auf der einen Breitseite an der
Hohlleitung 1 anliegt. Auf der gegenüberliegenden Breitseite der Hohlleitung^l sind zwei weitere Polstücke
7 und 8 vorgesehen,. die über ein Zwischenstück 9 aus ferromagnetischem Material magnetisch
leitend verbunden sind. Es wird so erreicht, daß die Ferritplatten 2, 3 gegensinnig vormagnetisiert werden.
Dies ist erforderlich, .weil bei den angenommenen Ausbreitungsbedingungen. *der Wellen in der Hohlleitung
1 die zirkulär oder elliptisch polarisierten Magnetfeldkomponenten iri,'den Bereichen der Platten
2, 3 gegensinnigen Drehsinn .besitzen. Zur Kompensation des Temperatur'efnnusses ist "in Anwendung
der Lehre nach der Erfindung ein magnetischer Neben-
Schluß vorgesehen, der aus zwei längsstegartigen Teilen 10 und 11 aus Material besteht, dessen Sättigungsmagnetisierung stark temperaturabhängig ist. Die
Teile 10 und 11 sind weiterhin zur Vervollständigung des Nebenschlusses über ein Zwischenstück 12 aus
ferromagnetischem Material magnetisch leitend verbunden. Die Teile 5, 6, 7, 8, 9 und 12 sind beispielsweise
aus üblichem Weicheisen, während die Teile 10 und 11 etwa aus dem unter dem Handelnamen » Thermoflux«
der Vakuumschmelze Hanau bekannten Material oder aus einem Ferrit mit niedriger Curie-Temperatur
bestehen.
Die Abmessungen der Teile 10, 11 und 12 werden bei vorgegebenen Abmessungen der übrigen Teile der
Magnetanordnung und der Ferritplatten 2, 3 so gewählt, daß innerhalb eines weiten Temperaturbereiches
die bei Zunehmen der absoluten Temperatur der Ferritplatten 2, 3 eintretende Verschiebung der gyromagnetischen
Resonanzfrequenz wenigstens nahezu kompensiert wird.
Der temperaturabhängige magnetische Nebenschluß wird durch einen temperaturabhängigen Hauptschluß
ersetzt, wenn die Ferritplatten in der Hohlleitung 1 parallel zu den Breitseiten liegen. Den
Grund hierfür kann man darin erblicken, daß sich bei derartiger Anordnung das innere magnetische Gleichfeld
bei Temperaturänderung relativ stark ändert, und zwar mit steigender Temperatur zunimmt. Ein
Ausführungsbeispiel für einen Hauptschluß zeigt die Fig. 3, bei der im Hohlleiter 1 vier in Leitungsrichtung
verlaufende Ferritplatten 13, 14, 15 und 16 flach auf den Breitseiten des Hohlleiters aufliegend, vorgesehen
sind. Die Magnetisierung erfolgt wiederum gegensinnig, und zwar so wie durch die im Hohlleiter
eingezeichneten beiden Richtungspfeile angedeutet. Die Wellenausbreitungsbedingungen sind gleichartig
zu denen, der Anordnung nach Fig. 2 angenommen. Die Vormagnetisierung erfolgt über den nach Art
eines in der Mitte längsgeteilten Rohres ausgebildeten Permanentmagneten 17. In Reihe mit den beiden
Rohrhälften sind die magnetischen Hauptschlüsse 18, 19, 20 und 21 vorgesehen, die beim Ausführungsbeispiel aus länglichen Platten, z. B. von » Thermoflux«
oder Ferrit, bestehen können. Durch Wahl der Stärke sowie der Breitenabmessung der einzelnen
Platten 18 bis 21 lassen sich auch hier die magnetischen Eigenschaften nach der Theorie für übliche magnetische
Kreise derart wählen, daß die gyromagnetische Resonanzfrequenz der Ferritplatten 13 bis 16
über einen weiten Temperaturbereich wenigstens angenähert konstant bleibt.
Bei den in den Fig. 2 und 3 gezeigten Ausführungsbeispielen wird man im allgemeinen in an sich bekannter
Weise die Querschnitte der Hohlleitungen 1 möglichst schmal bemessen, damit der magnetische
Widerstand zwischen gegenüberliegenden Polen, die einen TeiLder Hohlleitung zwischen sich einschließen,
nicht zu groß wird. Die Lehre nach der Erfindung ist indes auch bei anderen von dieser Bemessung abweichenden
Formen von Hohlleitern und Leitungen anwendbar, die mit gyromagnetischem Material versehen
sind. Zwei Ausführungsbeispiele hierfür sind in den Fig. 4 und 5 dargestellt, wobei es sich in beiden
Fällen um Einrichtungen zur Drehung der Polarisationsebene linear polarisierter Wellen handelt, die in
einer Hohlleitung, kreisförmigen Querschnitts geführt werden. Zur Drehung der Polarisationsebene der
linear polarisierten Wellen dient ein an den Enden in Kegelspitzen auslaufender Ferritstab 22, der mittels
eines die Hohlleitung 1 umschließenden rohrförmigen
Claims (6)
1. Ternperaturkompensierter nichtreziproker Vierpol für elektromagnetische Wellen, bestehend
aus einem Abschnitt einer Hochfrequenzleitung, in deren Feldraum ein Stoff mit gyromagnetischen
Eigenschaften angeordnet ist, der durch ein äußeres Magnetfeld vormagnetisiert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vormagnetisierung in Abhängigkeit von der Temperatur derart geändert wird, daß die bei Änderung der Temperatur des
gyromagnetischen Stoffes auftretenden Änderungen der gyromagnetischen Eigenschaften, z. B. der
gyromagnetischen Resonanzfrequenz, wenigstens nahezu ausgeglichen werden.
2. Nichtreziproker Vierpol nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vormagnetisierungskreis
des gyromagnetischen Stoffes mit einem magnetischen Haupt- und/oder Nebenschluß versehen
ist, der aus einem magnetischen Material mit stark temperaturabhängiger Sättigungsmagnetisierung
besteht und dessen Abmessungen derart gewählt sind, daß die gyromagnetischen Eigenschaften
des gyromagnetischen Stoffes im Betriebsbereich der Anordnung wenigstens angenähert
konstant bleiben.
3. Nichtreziproker Vierpol nach Anspruch 2 mit plattenförmig ausgebildetem gyromagnetischem
Material, dadurch gekennzeichnet, daß bei Vormagnetisierung der Platte aus gyromagnetischem
Material in Richtung der Plattenebene das in der Magnetisierung stark temperaturabhängige Material
im Nebenschluß zum Vofmagnetisierungsweg und abgeschirmt gegen das Wellenfeld angeordnet
ist.
4. Nichtreziproker Vierpol nach Anspruch 2, bei dem das gyromagnetische Material plattenförmig
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei Vormagnetisierung der gyromagnetischen
Platte senkrecht zur Plattenebene das in der Magnetisierung stark temperaturabhängige Material
im Hauptschluß zum Vormagnetisierungsweg und gegen das zu beeinflussende Wellenfeld abgeschirmt
angeordnet ist.
5. Nichtreziproker Vierpol nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Ausbildung der Vormagnetisierungseinrichtung als rohrförmiger Permanentmagnet, der den FIochfrequenzleitungsabschnitt
umschließt, im Inneren des rohrförmigen Permanentmagneten ein vorzugsweise ebenfalls ringförmiger Körper aus dem
in der Magnetisierung stark temperaturabhängigem Material vorgesehen ist.
6. Nichtreziproker Vierpol nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES51779A DE1056211B (de) | 1956-12-29 | 1956-12-29 | Nichtreziproker Vierpol |
Applications Claiming Priority (1)
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| DES51779A DE1056211B (de) | 1956-12-29 | 1956-12-29 | Nichtreziproker Vierpol |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1056211B true DE1056211B (de) | 1959-04-30 |
Family
ID=7488410
Family Applications (1)
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| DES51779A Pending DE1056211B (de) | 1956-12-29 | 1956-12-29 | Nichtreziproker Vierpol |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1056211B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1146147B (de) * | 1961-10-05 | 1963-03-28 | Telefunken Patent | Temperaturkompensierter nichtreziproker Vierpol |
-
1956
- 1956-12-29 DE DES51779A patent/DE1056211B/de active Pending
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| None * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1146147B (de) * | 1961-10-05 | 1963-03-28 | Telefunken Patent | Temperaturkompensierter nichtreziproker Vierpol |
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