DE1055760B - Selbsttaetiger Injektionsapparat - Google Patents
Selbsttaetiger InjektionsapparatInfo
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- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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Description
- Selbsttätiger Injektionsapparat Für das Einbringen heilender oder schmerzstillender Medikamente in den menschlichen (oder tierischen Organismus) werden üblicherweise Injektionsspritzen verwendet. Von der Übung und Aufmerksamkeit der die Injektion vornehmenden Person, beispielsweise eines Arztes, einer Schwester oder des Patienten selbst, ist es abhängig, ob das Einstechen der Hohlnadel mehr oder minder schmerzhaft ist. Führt der Patient die Injektion selbst aus, so liegt es in de; Natur der Sache, daß er vor dem Einstich in seinen eigenen Körper eine große Hemmung zu überwinden hat.
- Die im folgenden zu beschreibende Erfindung stellt in erster Linie eine Hilfe bei subkutanen Injektionen dar, also beispielsweise für die Einbringung von Insulin bei Diabetikern oder Asthmalosyn bei Asthmatikern. Ärztlich ist größtes Gewicht darauf zu legen, daß solche Heilmittel im lockeren Unterhautzellgewebe deponiert werden, da bei nicht einwandfreier Deponierung des Medikaments schmerzhafte Zellgewebsentzündungen und Verhärtungen (Infiltrationen) unvermeidbar sind. Beim Diabetiker, der täglich ein- bis zweimal die vorgeschriebene Insulindosis injizieren muß, kann durch solche Störungen, die zur Injektion zugängliche Körperoberfläche empfindlich eingeschränkt werden.
- Das Selbstinjizieren ist bisher für ungeübte, ängstliche und ältere Personen, insbesondere auch für Kinder mit großen Schwierigkeiten verbunden.
- Bei der üblichen subkutanen Injektionstechnik ist es notwendig, daß bei Rechtshändern die linke Hand eine Hautfalte abhebt und die rechte Hand die mit der Kanüle versehene Injektionsspritze in die Hautfalte einsticht; bei Linkshändern ist es sinngemäß umgekehrt.
- Daraus ergibt sich, daß ein nur kleiner Teil der Körperoberfläche für die bei Diabetikern übliche Selbstinjektion zur Verfügung steht.
- Ob das Einstechen einer Injektionsnadel in die Hautoberfläcile schmerzhaft ist oder nicht, ist einzig abhängig von der Geschwindigkeit, mit der die Kanüle die Haut durchdringt.
- Die geschilderten Schwierigkeiten zu beheben ist das Ziel dieser Erfindung. Sie betrifft einen Injektionsapparat, der erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß das Gehäuse mit seiner Längsseite so auf der 1Haut aufliegt, daß die Kanüle unter einem MTinkel von 10 bis 450, vorzugsweise von 150, zur Hautoberfläche eingeschossen wird.
- Die Schnelligkeit des nicht wie bisher durch die Hand der Bedienungsperson gesteuerten Eindringens der Kanüle ist derart, daß auch der ängstliche Patient keine Schmerzen wahrnehmen kann. Psychologisch ist es wichtig, daß das Einstechen vom Injektionsapparat vorgenommen wird, wodurch der Gedanke, sich selbst eine Verletzung zuzufügen, gemildert und die Hemmungen genommen werden.
- Der Injektionsapparat kann von der rechten wie von der linken Hand einhändig bedient werden.
- Dadurch werden bisher der Selbstinjektion nicht zugängliche Bezirke der Hautoberfläche für die lebenserhaltende Insulininjektion erst zugänglich. Ärztlich muß zu einem häufigen Wechsel der Injektionsstelle geraten werden.
- Die Auflageflächen des Injektionsapparats sind so ausgebildet, daß eine Verschiebung des Apparats gegen die Haut nur durch die Elastizität der Haut selbst möglich ist und damit also auf ein Minimum beschränkt bleibt. Auch die eingeschossene Kanüle ist in der Haut quer zur Einstichachse beweglich, ohne daß dadurch ein etwaiges Schlitzen des Einstichs möglich ist.
- Der Injektionsapparat ist aus durchsichtigem Kunststoff (Polymethacrylsäureester) hergestellt. Dadurch ist die Beobachtung der Injektion möglich. Das Material ist bruchsicher, hygienisch einwandfrei und verschleißfest. Der Apparat ist einfach in der Konstruktion, absolut zuverlässig in der Funktion, wartungsfrei und billig in der Herstellung.
- Es sind bereits mehrere Hilfsapparate für Injektionen bekannt, deren gemeinsamer Nachteil darin besteht, daß die Einführung der Kanüle unter die Hautoberfläche rechtwinklig (oder diesem angenähert) zur Oberfläche geschieht. Abgesehen davon, daß für die bisher bekannten Injektions - Hilfsgeräte speziell zum jeweiligen Modell passende Spritzen und Kanülen verwendet werden müssen, was außerordentlich unwirtschaftlich ist, muß bei nahezu rechtwinkligem Einstich der Kanüle die sichere Deponierung des Inj ektionsgutes im Unterhautzellgewebe (subkutan) bezweifelt werden, da dieses eine bestimmte Eindringtiefe der Kanüle nahezu parallel zur Oberfläche voraussetzt, um zu vermeiden. daß das Medikament am Einstich zurückfließt. Der komplizierte Aufbau der bereits bekannten Hilfsgeräte macht diese nicht nur unwirtschaftlich und reparaturanfällig, sondern sie sind im Gegensatz zur vorgeschlagenen Vorrichtung wesentlich schwieriger in der Handhabung und kaum einhändig zu bedienen.
- Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Fig. 1 bis 3 beschrieben. Von diesen Figuren zeigt die Fig. 1 einen Längsschnitt durch den Injektionsapparat, wobei die eingesetzte Spritze aus Gründen der Verständlichkeit nicht geschnitten dargestellt ist, die Fig. 2 eine Seitenansicht des Injektionsapparats in der Richtung C der Fig. 1 sowie die Fig. 3 den Schnitt durch diesen Apparat in der Ebene A-B der Fig. 1.
- Die wesentlichen Teile des Injektionsapparats bestehen in einem von der Bedienungsperson mittels einer Hand erfaßbaren Gehäuse 1 und der in diesem Gehäuse spitzwinklig zur Hautoberfläche verschiebbar angeordneten Haltevorrichtung4 für die Injektionsspritze 7. Im besonderen ist der Injektionsapparat zum Einsetzen der handelsüblichen, 1 bzw. 2 ml Flüssigkeit fassenden Spritze gedacht. Das Gehäuse weist seine Griffigkeit erhöhende Aussparungen bzw. Erhöhungen auf.
- Das Gehäuse 1 hat eine im Querschnitt im wesentlichen U- bzw. V-förmige Gestalt und wird vorzugsweise aus Gründen der einfachen Herstellung und Durchsichtigkeit aus einem glasklar durchsichtigen Kunststoff. z. B. Polymethacrylsäureester, hergestellt.
- Falls für das Gehäuse 1 ein undurchsichtiges Material gewählt wird, ist ein Fenster in diesem Gehäuse derart vorzusehen, daß die Skala 2 und die Stellung des Spritzenkolbens 3 gut sichtbar sind. Für die Haltevorrichtung 4 wird ein undurchsichtiger, elastischer Kunststoff. z. B. Polyäthylen, gewählt. Die in dem Gehäuse 1 in Richtung der Hautoberfläche 5 (z. B. unter einem Winkel von etwa 150) verschiebbar gelagerte und entsprechend ausgebildete Haltevorrichtung 4 weist vier Haltemittel 6 auf, die, der Oberfläche der Spritze 7 angepaßt, beim Einsetzen der Spritze nachgeben und danach die eingesetzte Spritze haltend umfassen.
- Die Haltevorrichtung4 weist die zylinderförmige Aussparung 9 auf, in der die Spannfeder i0 gelagert ist. die sich einerseits an dem Boden 11 der Aussparund 9 und andererseits gegen den scheibenförmigen Abschlußteil 12 abstützt, der in einer entsprechenden nutenförmigen Aussparung 13 des Gehäuses 1 befestigt ist. Die Führung der Haltevorrichtung 4 im Gehäuse 1 läßt sich am besten aus der Fig. 3 ersehen.
- Die eingesetzte Spritze 7 wird samt der Haltevor riditung 4 entgegen dem Druck der Spaunfeder 10 nach schräg oben verschoben, bis die Riegelfeder 14 in die Riegelaussparung 15 der Haltevorrichtung 4 einrastet. Die aus Federdraht bestehende Riegelfeder 14 hat eine im wesentlichen U- bzw. V-förmige Gestalt. Sie ist, wie aus der Fig. 2 erkennbar, mit ihren abgewinkelten Enden 16 in entsprechenden Löchern 17 des Gehäuses 1 gelagert. Ihre leichtgewölbten Schenlielteile überragen die seitlichen Flächen des Gehäuses 1 bzw. entsprechende flache Aussparungen des Gehäuses derart, daß diese Schenkelteile von den Fingern (Zeigefinger und Daumen) der das Gehäuse haltenden Hand in Richtung auf die Seitenflächen des Gehäuses zu niederdrückbar sind, um die Einstichbewegung auszulösen. Dabei wird der Jochteil 18 der Feder 14 aus der Riegelaussparung 15 der Haltevorrichtung4 herausgehoben, so daß dieser mit der eingeklemmten Spritze 7 katapultartig in Richtung zur Hautoberfläche 5 des Patienten unter einem Winkel von 10 bis 450, vorzugsweise von 15°, derart bewegt wird, daß die Kanüle 19 blitzartig in die gewünschte Tiefe unter der Haut eindringt.
- Die Reibung zwischen dem Injektionsapparat und der Haut wird durch Querriefen 20 an den Unterkanten 21 des Gehäuses vergrößert.
- Die Einstichtiefe ergibt sich aus dem Weg der Haltevorrichtung 4, den er zwischen Spannungsstellung und Anschlag nach Auslösung zurücklegen muß. Für die angestrebte streng subkutane Injektion ist dieser Weg berechnet für die Verwendung der für subkutane Injektionen handelsüblichen Kanülen Nr. 14 oder Nr. 16. Die Einstichtiefe der Nadel ist durch die Strich--Punktierung 26 angedeutet.
- Die Haltevorrichtung 4 wird bei deren katapultartigem Vorschnellen durch den Puffer 22 abgefangen.
- Es kann auch die Einstichtiefe der Nadel mittels der Stellschraube 23' verändert werden. In der Fig. 1 steht die Stellschraube 23' mit dem Anschlagteil 24' in einer Mittelstellung; durch Hineinschrauben kann somit die Einstichtiefe auf ein anderes gewünschtes NIaß verringert werden. Durch Anbringung einer Graduierung an der Einstellschraube 23' ist die einmal gewählte Einstichtiefe jederzeit wieder einzustellen.
- Es kann auch eine weitere Automatisierung der Injektion derart vorgesehen werden, daß nach Aus lösung einer z. B. federgesteuerten Einrichtung die Kolbenbewegung und damit der Injektionsvorgang selbsttätig erfolgt.
Claims (11)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Selbsttätiger Injektionsapparat mit einer durch Federkraft in einem Gehäuse bewegten Haltevorrichtung der Injektionsspritze, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) mit seiner schrägen Längsseite (20) so auf der Haut aufliegt. daß die Hohlnadel unter einem Winkel von 10 bis 450, vorzugsweise von 150, zur Körperoberfläche (5) eingeschossen wird.
- 2. Apparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) aus einem klarsichtigen Kunststoff, z. B. Polymethacrylsäureester, hergestellt ist.
- 3. Apparat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Körperoberfläche (5) auftreffenden Unterkanten (21) des Gehäuses aufgerauht, quergerieft (20) od. dgl. ausgebildet sind.
- 4. Apparat nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, daß das Gehäuse im wesentlichen einen V- oder U-förmigen Querschnitt aufweist und die Injektionsspritze zwischen den Schenkeln des Gehäuses in die HaTtevorriachtung (4) einsetzbar ist.
- 5. Apparat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung (4) aus einem elastischen Kunststoff besteht und Haltemittel (6) aufweist, die beim Einsetzen der Injektionsspritze (7) elastisch nachgeben und die Spritze umfassen.
- 6. Apparat nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte Apparat mit einer Hand erfaßbar und durch die gleiche Hand auslösbar ausgebildet ist.
- 7. Apparat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) seine Griffigkeit erhöhende Aussparungen bzw. Erhöhungen aufweist.
- 8. Apparat nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge kennzeichnet, daß für die Verriegelung der Haltevorrichtung (4) eine Feder (14) vorgesehen ist, deren über das Gehäuse bzw. dessen Aussparungen herausragende Teile der Auslösung der Verriegelung durch die das Gehäuse erfassenden Finger dienen.
- 9. Apparat nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (14) eine im wesentlichen V- bzw. U-förmige Gestalt hat und der Jochteil (18) der Feder der Ver- und Entriegelung dient.
- 10. Apparat nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (14) im wesentlichen im rechten Winkel zum Verschliebeweg der Haltevorrichtung (4) angeordnet und in Aussparungen (17) des Gehäuses mit den Enden (16) gelagert ist.
- 11. Apparat nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung (4) der Größe und/oder dem Durchmesser unterschiedlicher Spritzen (7) entsprechend verstellbar und/oder in anderer Weise (z. B. durch entsprechende Elastizität) dem unterschiedlichen Durchmesser der Spritze anpassungsfähig ausgebildet ist.In Betracht gezogene Druckschlriften: USA.-Patentschriften Nr. 2 525 398, 2 664 086.
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| DEB42074A DE1055760B (de) | 1956-10-10 | 1956-10-10 | Selbsttaetiger Injektionsapparat |
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| DE1055760B true DE1055760B (de) | 1959-04-23 |
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-
1956
- 1956-10-10 DE DEB42074A patent/DE1055760B/de active Pending
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