DE1051541B - Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Binaerzahlen - Google Patents
Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von BinaerzahlenInfo
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- G06F7/38—Methods or arrangements for performing computations using exclusively denominational number representation, e.g. using binary, ternary, decimal representation
- G06F7/40—Methods or arrangements for performing computations using exclusively denominational number representation, e.g. using binary, ternary, decimal representation using contact-making devices, e.g. electromagnetic relay
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Description
In der Rechenmaschinentechnik, insbesondere wenn mit hohen Rechengeschwindigkeiten gearbeitet werden
soll, hat sich das binäre Zahlensystem praktisch durchgesetzt. Das beruht u. a. darauf, daß dieses Zahlensystem
wegen der Verwendung von nur zwei Grundziffern, nämlich 0 und 1, äußerst vereinfachte
Rechenoperationen gestattet, die sehr leicht mit rein elektrischen Mitteln durchgeführt werden können. So
ist es beispielsweise schon mit einem einfachen Relais möglich, eine Binärzahl darzustellen, indem beispielsweise
der angezogene Zustand des Relais der 1 des Zahlensystems und der abgefallene Zustand der 0 zugeordnet
wird. Mit einer Relaiskette kann dann, wie bekannt, ohne weiteres eine vierteilige Zahl dargestellt
werden.
Bei der Durchführung von Rechenoperationen auch unter Verwendung des binären Zahlensystems, beispielsweise
schon bei der Durchführung einer einfachen Addition, ergibt sich sehr häufig die Notwendigkeit,
daß ein Übertrag, der beispielsweise dem Zehnerübertrag in einem dezimalen System entspricht, in
der Rechnung berücksichtigt werden muß. Während der eigentliche Rechenvorgang gerade beim binären
Zahlensystem sehr einfach und rasch durchgeführt werden kann, erfordert die Berücksichtigung dieses
Übertrages und die Aufnahme in das Rechenergebnis selbst zusätzliche Schaltmittel und bei den meisten
bekannten Geräten auch zusätzliche Rechenvorgänge. So wird bei vielen Maschinen zunächst eine Addition,
oder auch eine Subtraktion, ohne Berücksichtigung des Übertrages durchgeführt und der Übertrag dann
in einer eigenen weiteren Rechnung, die wiederum eine Addition oder eine Subtraktion darstellt, in das
Ergebnis aufgenommen. Hierbei kann es aber passieren, daß wiederum ein Übertrag entsteht, der in einem
weiteren Rechenprozeß berücksichtigt werden muß.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Zahlen des binären
Zahlensystems, die dazu gedacht ist, die vier Grundrechenoperationen durchzuführen und bei der
in bekannter Weise durch besondere schaltungstechnische Maßnahmen sämtliche in der Rechnung vorkommende
Überträge sofort verarbeitet werden, so daß keinerlei Zwischenergebnisse, sondern bei Durchführung
einer Rechenoperation sofort das richtige Endergebnis vorliegt.
Die Recheneinrichtung nach der Erfindung bedient sich, wie an sich auch andere bekannte Recheneinrichtungen,
die Binärzahlen im sogenannten parallelen Betrieb verarbeiten, zweier Sätze von Schaltorganen, in
denen die miteinander zu verarbeitenden Zahlen, also beispielsweise die beiden Summanden, zunächst eingespeichert
werden. Außerdem ist bei der Recheneinrichtung nach der Erfindung ein dritter Satz Schalt-Recheneinrichtung
zum parallelen
Verarbeiten von Binärzahlen
Verarbeiten von Binärzahlen
Anmelder:
Siemens & Halske Aktiengesellschaft,
Berlin und München,
München 2, Wittelsbacherplatz 2
München 2, Wittelsbacherplatz 2
Dietrich Kroneberg, München,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
organe vorgesehen, die entsprechend dem Endergebnis jeweils eine ganz bestimmte Schaltstellung einnehmen.
Die Eingabe-Schaltorgane steuern die Schaltorgane für das Endergebnis derart, daß ein eventuell beim
Verarbeiten auftretender Übertrag unmittelbar in den Stromkreis der nächsthöheren Nachbarstelle eingeschleust
wird. Die dem Ergebnis zugeordneten Schaltorgane nehmen eine einzige, je nach dem Wert der
zugeordneten Stelle des Endergebnisses definierte Lage an, wobei der Wert des Übertrages, sofern bei dieser
Stelle ein Übertrag auftreten sollte, an dem Schaltorgan dieser Stelle gar nicht kenntlich gemacht, sondern
unmittelbar der nächsthöheren Stelle zugeleitet wird.
Die Recheneinrichtung nach der Erfindung enthält als Schaltorgane Relais, die entsprechend den von
ihnen auszuführenden Funktionen mit einer ganz bestimmten Anzahl von Kontakten ausgerüstet sind. Sie
ist dadurch gekennzeichnet, daß die Relais für das Ergebnis (Resultatrelais) mit einer Gegenwicklung zur
Aufnahme des Übertrages aus der vorhergehenden Stelle ausgerüstet sind, die im Stromkreis der vorhergehenden
Stelle liegt. Hauptwicklung und Gegenwicklung sind hierbei so aufeinander abgestimmt, daß zwar
bei Erregen einer einzigen Wicklung das Relais anspricht, also beispielsweise eine 1 realisiert, daß aber
beim Erregen beider Wicklungen das Relais nicht anspricht, so daß durch dieses Relais entsprechend eineO
realisiert wird.
Ά λ Hand eines Schaltungsbeispieles, das in der
Zeichnung dargestellt ist, sei eine Recheneinrichtung nach der Erfindung im einzelnen beschrieben. Die gesamte
Recheneinrichtung besteht, wie erläutert, aus
809 767/268
drei Sätzen von Schaltorganen, nämlich den ^4-Relais,
den 5-Relais und den C-Relais. Die C-Relais sind mit
je zwei Wicklungen ausgestattet, und zwar wirken diese Wicklungen gegensinnig, d. h. der Fluß dieser
Wicklungen hebt sich gegenseitig auf. Die A- und B-Relais tragen außer einem Selbsthaltekontakt je drei
Kontakte, die in dem Stromkreis der ihnen stellenmäßig entsprechenden C-Relais angeordnet sind. Je
ein Kontakt ist hierbei im Stromkreis der Hauptwicklung I und die anderen beiden in der Nebenwicklung
des Relais gelegen, das der nächsthöheren Stelle zugeordnet ist.
An Hand eines Schaltbeispieles wird die Wirkungsweise der Recheneinrichtung im einzelnen erläutert.
Es sei angenommen, daß die Zahl 101 (Dezimalzahl 5) und die Zahl 110 (Dezimalzahl 6) miteinander addiert
werden sollen. Hierzu wird die erste Zahl zunächst den ^4-Relais zugeführt, und zwar sind entsprechend
nach der Eingabe die Relais A 3 und A1 erregt. Die
zweite Zahl wird über die B-Relais in die Recheneinrichtung gegeben. Bei den .B-Relais sind dann die
Relais 53 und B 2 in angezogenem Zustand. Entsprechend dem Zustand der Relais werden die einzelnen
Schaltkontakte umgelegt, und zwar sämtliche a3-, al-,
b 3- und b 2-Kontakte. Hierzu wird einmal die Hauptwicklung des Relais C1 erregt und außerdem die
Hauptwicklung des Relais C 2, da sowohl der a 3- und
b 3-Kontakt umgelegt hatte, kann das Relais C 3 nicht ansprechen. Über den Kontakt b 3, den Richtleiter R 3,
den umgelegten Kontakt a 3 und den Kontakt (—) wird aber die Wicklung II des Relais C 4 erregt, so
daß die C-Relais folgende Stellung angenommen haben: C4 an, C3 ab, C2 an, Cl an. Dies entspricht
einer Binärzahl 1011, was in Dezimalstellen ausgedrückt der Zahl 11 entspricht. Dieses Ergebnis ist
richtig.
An Hand eines zweiten Rechenbeispieles sei die Verarbeitung der Überträge besonders deutlich dargestellt.
Es wird angenommen, daß die Summe aus 101 (Dezimalzahl 5) und 11 (Dezimalzahl 3) gebildet werden
soll. Die beiden Zahlen werden wiederum, beispielsweise über die Tasten Z, in die A- und B-Relaiskette
eingetastet, und zwar sind der Reihe nach das A 3- und das A 1-Relais erregt. Außerdem haben das
B 2- und das B 1-Relais angesprochen. Entsprechend dem Zustand der A- und 5-Relais sind die Kontakte
umgelegt, und sobald über den Punkt J ein negativer Spannungsstoß auf die Einrichtung gegeben wird,
sprechen folgende Relais an:
Das C 1-Relais kann nicht ansprechen, da sowohl
der Kontakt a 1 als auch der Kontakt b 1 umgelegt hatten.
Über den Kontakt b 1 wird aber, da der zweite al-Kontakt umgelegt hat, über den dazugehörigen
(—) -Kontakt, die Wicklung II des Relais C 2 erregt. Das Relais C 2 kann aber selbst nicht ansprechen, da
seine Hauptwicklung I ebenfalls über den umgelegten b 2-Kontakt und den noch in der Ausgangslage befindlichen
a2-Kontakt erregt werden würde. Über den Kontakt a 2 und den Kontakt b 2 wird aber, da der
Übertrag von der zweiten Stelle nicht aufgenommen wird, ein Übertrag über den (—) -Kontakt an die
Wicklung II des C 3-Relais weitergegeben. Dieses C3-Relais kann wiederum nicht ansprechen, da auch
seine Hauptwicklung I wegen des umgelegten α 3-Kontaktes erregt ist, so daß der Gesamtfluß praktisch 0
bleibt. Deshalb wird der Übertrag an die Wicklung II des Relais C 4 weitergegeben. In der Hauptwicklung
dieses Relais sind aber, da die Ausgangszahlen keine vierte Stelle besaßen, keine Veränderungen eingetragen,
so daß diese Hauptwicklung nach wie vor stromlos bleibt und das Relais auf Grund der Erregung der
Wicklung II ansprechen wird und als einziges Relais eine 1 realisiert; das Rechenergebnis 1 lautet also 1000
(Dezimalzahl 8). Schon aus diesen beiden Beispielen ergibt sich, daß, sofern geeignete Relais verwendet
werden, eine hohe Rechengeschwindigkeit erzielt werden kann, wobei zu berücksichtigen ist, daß unmittelbar
das Endergebnis abgelesen werden kann.
Für die Erläuterung der Erfindung wurde u. a. eine
ίο Relaisschaltung verwendet, die durch Impulse gesteuert
wird. Dies hat den Vorteil, daß beim Einstellen der zu verarbeitenden Zahlen innerhalb der A- und
.5-Relaisketten, die diesen Relais zugeordneten Kontakte
völlig stromlos geschaltet werden und deshalb die C-Relais keine zusätzlichen Schaltbewegungen ausführen
müssen. Vielmehr wird durch das Einschalten des C-Relais mit Hilfe eines zu einem geeigneten Zeitpunkt
über den Anschluß I zuzuführenden Spannungsstoßes erreicht, daß die C-Relais alle gleichzeitig ge-
schaltet werden. Hierbei ist auch der Vorteil mitverbunden, daß die Schalthäufigkeit dieser Relais auf ein
Minimum her abgedrückt wird. Innerhalb der Schaltung sind (—) -Kontakte vorgesehen. Diese Kontakte
sind dann zu betätigen und in die andere Stellung umzulegen, wenn die beschriebene Einrichtung zum Subtrahieren
verwendet werden soll. Auch beim Subtrahieren ergeben sich bekanntlich Überträge, und zwar
immer dann, wenn bei einer Stelle eine größere Zahl des Subtrahenden von einer kleineren Zahl des Minuenden
abgezogen werden soll, was sich ebenso wie bei der Addition mit Hilfe der Gegenwicklung, die u. a.
über einen Richtleiter erregt werden kann, verwirklichen läßt.
Es ist in der Schaltungstechnik längst bekannt, daß Relais durch elektronische Schaltmittel ohne weiteres
ersetzt werden können. Auch bei der vorliegenden Einrichtung ist es selbstverständlich möglich, den einen
oder anderen Relaissatz durch bistabile Kippschaltungen, Torschaltungen usw. zu ersetzen. So ist es beispielsweise
ohne weiteres möglich, statt den C-Relais bistabile Kippschaltungen vorzusehen, denen ein
Sperrgatter vorgeschaltet ist. Auch in diesem Fall kann erreicht werden, daß die Kippschaltung nur dann
in den 1-Zustand umkippt, wenn über einen der beiden Eingänge ein Kippkriterium gegeben wird. Werden
hingegen, ebenso wie bei den Relais die beiden Wicklungen, die beiden Eingänge des vorgeschalteten Gatters
ausgesteuert, dann sperrt das Gatter, so daß das nachgeschaltete Kippglied nicht ansprechen kann und
somit eine 0 realisiert. Die Relaisketten A und B wären entsprechend durch elektronische Schaltorgane zu ersetzen,
wobei abhängig von diesen Schaltorganen wiederum, beispielsweise durch Aussteuern von Gleichrichtern,
die Schaltkreise für die C-Schaltorgane gesteuert werden müssen.
Claims (4)
1. Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Zahlen des binären Zahlensystems nach den
Grundrechenoperationen mit je einem Satz Relais für die Speicherung der einzugebenden Zahlen und
einem Satz Relais für das errechnete Ergebnis, unter Verwendung von Steuermitteln, die einen
beim Verarbeiten auftretenden Übertrag unmittelbar in den Stromkreis der nächst höheren
Rechenstelle einschleusen, dadurch gekennzeichnet, daß die Relais für das Ergebnis (Resultatsrelais)
mit einer Gegenwicklung ausgerüstet sind, die im Stromkreis der vorhergehenden Stelle liegt.
2. Recheneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Stromkreis der Gegenwicklungen
der Resultat-Relais je ein Entkopplungsrichtleiter (R) angeordnet ist.
3. Recheneinrichtung nach Anspruch 1 und 2 zur Ausführung der vier Grundrechenoperationen, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes Eingabe-Relais außer mit einem Kontakt für einen Selbsthaltestromkreis
mit mindestens drei Kontakten ausgerüstet ist, wovon je einer im Hauptstromkreis
des zugeordneten Resultat-Relais und die beiden
anderen im Stromkreis zur Durchschaltung des Übertrages angeordnet sind.
4. Recheneinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Resultat-Relais impulsartig
nach der Einstellung des Eingabe-Relais durch einen Spannungsstoß erregt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Buch von M. L·. Couffignal, «Theses ä la faculte des sciences de Paris», Verlag Gauthier-Villar Paris, 1938, S. 95 bis 97.
Buch von M. L·. Couffignal, «Theses ä la faculte des sciences de Paris», Verlag Gauthier-Villar Paris, 1938, S. 95 bis 97.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES45214A DE1051541B (de) | 1955-08-17 | 1955-08-17 | Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Binaerzahlen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES45214A DE1051541B (de) | 1955-08-17 | 1955-08-17 | Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Binaerzahlen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1051541B true DE1051541B (de) | 1959-02-26 |
Family
ID=7485455
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES45214A Pending DE1051541B (de) | 1955-08-17 | 1955-08-17 | Recheneinrichtung zum parallelen Verarbeiten von Binaerzahlen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1051541B (de) |
-
1955
- 1955-08-17 DE DES45214A patent/DE1051541B/de active Pending
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| None * |
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