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Tragvorrichtung für Akkordeons Vorliegende Erfindung geht aus von
Tragvorrichtungen für Akkordeons, bestehend aus einem die Brust des Spielers bedeckenden
Vorderteil mit Halterungen für das Instrument und einer Tragriemenanordnung.
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Eine solche Tragvorrichtung ist bereits bekannt. Dabei hat der Vorderteil
die Gestalt einer halben Weste bzw. eines Westenvorderteils mit seitlichem Randteil.
Hieraus ergeben sich folgende Nachteile: 1. Tragvorrichtungen dieser Art sind unvollständig,
dabei kompliziert und kostspielig und somit auch für eine Serienherstellung ungeeignet,
zumal sie fast für jeden Akkordeonisten maßangefertigt werden müssen.
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2. Diese Tragvorrichtungen können mit eingehängtem Akkordeon nicht
unter geschlossenen Jacketts getragen werden, da das Instrument an zwei Punkten,
nämlich oben und unten, eingehängt werden muß.
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3. Die Spielhaltung des eingehängten Instruments ist bei diesen Tragvorrichtungen
nicht einwandfrei, da das Akkordeon nicht absolut seitenstabil hängt und das Gewicht
namentlich schwerer Instrumente bei längerem Musizieren einen störenden Druck besonders
auf Magen- und Nackengegend des Akkordeonisten ausübt.
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4. Das Ein- und Aushängen des Akkordeons ist umständlich und nimmt
verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch. Beim Berufsmusiker ist daher ein schnelles
Wechseln während des Musizierens auf andersartige Instrumente nicht möglich.
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5. Wams- und westenartige Tragvorrichtungen sind zu warm, da sie fast
den ganzen Oberkörper des Musizierenden bedecken. Sie wirken daher für einen Berufs-Akkordeonisten
bei vielstündiger Arbeit in Lokalen strapazierend.
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Gemäß vorliegender Erfindung werden die aufgeführten Nachteile dadurch
beseitigt, daß der Vorderteil durch einen schmalen, etwa X-förmigen Brustschild
aus hartem Aluminium oder entsprechendem Leichtmetall gebildet wird. Durch entsprechendes
Anbiegen seiner Schenkel kann der Brustschild jeder Körperform genau zugepaßt werden.
Die Trägergarnitur, bestehend aus Brustschild und daran befestigter Tragriemenanordnung,
wird für die gesamte Dauer des Musizierens, auch ohne Akkordeon mit andersartigen
Instrumenten, unter jedem geschlossenen Jackett, Bolero usw. äußerlich unsichtbar
und kleiderschonend, dabei selbst für längere Spielzeit völlig beschwerdefrei getragen.
Lediglich die vernickelte öffnung einer senkrecht verlaufenden, in die obere Mitte
des Brustschildes eingenieteten Scheide ist als alleiniger Einhängepunkt für das
Akkordeon bei abgenommenem Instrument im Jackettausschnitt sichtbar. An der hinteren
oberen Rückwand des Akkordeon-Diskantteils ist eine Einhängevorrichtung befestigt.
Das Akkordeon wird zum Einhängen in die Trägergarnitur ohne besondere Handhabungen
einfach von hinten erfaßt, und der nach vorn und hinten bewegliche Scharnierschenkel
der Einhängevorrichtung bis zum Aufsitz in die Scheidenöffnung des Brustschildes
eingeführt. Das Akkordeon hängt somit fest und seitenstabil in einwandfreier Spielhaltung
am Körper. Zur absoluten Kleider- und Balgschonung und zum angenehmeren Tragen des
Akkordeons ist an der Rückseite desselben die Anbringung eines beiderseitig mit
Stoff bezogenen Schaumgummipolsters notwendig.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Abb.1 zeigt die Trägergarnitur am Körper des Akkordeonisten, angedeutet
unter der Jacke desselben, mit der sichtbaren Scheidenöffnung F sowie die am Akkordeon
befestigte Einhängevorrichtung Q mit dem in die Scheide einzuführenden beweglichen
Scharnierschenkel SS; Abb. 2 zeigt die rohe Trägergarnitur, bestehend aus dem etwa
X-förmigen Brustschild und der daran befestigten Tragriemenanordnung; Abb.3 zeigt
die beiden zugeformten Eisenblechplatten, die über den entsprechenden Ausschnitt
des Brustschildes genietet die Scheide zum Aufnehmen des Scharnierschenkels der
Einhängevorrichtung ergeben; Abb. 4 zeigt eine Ansicht von oben auf den durch Anbiegen
seiner Schenkel zugeformten Brustschild; Abb.5 und 6 zeigen zwei verschiedene auf
dem Rücken verlaufende Tragriemenanordnungen; Abb. 7 zeigt die am Akkordeon zu befestigende
Einhäng evorrichtung ; Abb. 8 zeigt einen Schnitt der Einhängevorrichtung von M
nach N; Abb. 9 zeigt den an der Rückseite des Akkordeons befestigten Schoner.
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Der Brustschild Abb. 2 besteht aus einem etwa 3 mm starken Leichtmetall.
Zwischen seinen beiden oberen Schenkeln A 1 und A 2 ist ein der Größe des Scharnierschenkels
S.S
(Abb. 7) entsprechendes Stück herausgeschnitten, wie die gestrichelten Linien in
Abb. 2 andeuten sollen. Zwei zugeformte Eisenblechplatten E 1 und E 2 (Abb. 3) mit
vernickelten und polierten Flächen zueinandergekehrt, sind von beiden Seiten über
diesen Ausschnitt (Abb: 2) genietet und ergeben damit einerseits die Scheide zum
Aufnehmen des Scharnierschenkels SS, andrerseits die für den Brustschild erforderliche
Stabilität. Eine Innenvernickelung der Scheide ist erforderlich, um ein besseres
Gleiten und Sauberhalten des Scharnierschenkels SS zu gewährleisten. Aus diesem
Grunde sind auch die beiden die inneren Seitenflächen der Scheide bildenden Kanten
h (Abb. 2 und 4) mit vernickeltpoliertem dünnem Blech zu verkleiden. Der vordere
halbkreisförmige Ansatz F 1 der Eisenblechplatte E 1 (Abb. 3) wird über die Linie
Z abgebogen und ergibt mit dem hinteren unverändert bleibenden Ansatz F2die Scheidenöffnung
F (Abb. 1). Auf der Biegekante Z (Abb. 2 und 4) ruht bei eingehängtem Akkordeon
die Aufsatzkante Sk des Scharnierschenkels SS (Abb. 8) der am Akkordeon befestigten
Einhängevorrichtung und somit das Gewicht des Instruments. Als Verlängerung der
beiden nach oben ragenden Schenkel A 1 und A2 des Brustschildes sind jeweils ein
breiter, weicher Lederriemen L (Abb. 2) befestigt. Diese Riemen können über Kreuz
(Abb. 5) oder durch Querriemenverbindung in Form eines H oder eines Vierecks (Abb.
6) auf dem Rücken des Spielers verlaufen. An den Spitzen der beiden unteren Schenkel
B 1 und B2 (Abb. 2 und 4) des Brustschildes sind mittels eines Nietes T jeweils
eine Schnalle C befestigt, die die von oben kommenden Riemen in der Länge verstellbar
schließen. Die fertige Trägergarnitur wird mit weißem Plastikmaterial bezogen und
an allen dem Körper zugewandten Druckstellen mit Schaumgummi bzw. ähnlichem Polstermaterial
abgepolstert, An der dem Körper zugewandten oberen Diskantseite des Akkordeons ist
die Einhängevorrichtung (Abb. 7) angeschraubt. Ein Schnitt derselben von M nach
N ist in Abb. 8 dargestellt. Die Einhängevorrichtung besteht aus der Halteplatte
H mit linksschräg eingeschweißtem Scharnierblock SB und durch die Scharnierbolzenaugen
P mittels Bolzen BO verbundenem Scharnierschenkel SS. Die schraffierten Flächen
J (Abb. 8) stellen die Schweißnähte zwischen Scharnierblock und Halteplatte dar.
Die Halteplatte H kann aus Gründen der Gewichtsersparnis an dem unteren nicht belasteten
Teil durchbrochen sein. Sechs Bohrungen D (Abb. 7) in der Halteplatte
H dienen zur Schraubenbefestigung an das Akkordeon. Abschluß des gleitenden
Scharnierschenkelteils und Übergang zum Scharnierbolzenaugenteil des . Scharnierschenkels
SS bildet die rechtwinklige AufsatzkanteSK (Abb.8). Der Parallelabstand zwischen
gleitendem Schenkel SS und Halteplatte H (Abb. 8) muß etwa 8 mm betragen. Die Einhängevorrichtung
ist ebenfalls aus Gründen der Sauberhaltung und des besseren Gleitens für den Scharnierschenkel
SS in der Scheide vernickelt und poliert. Bei serienmäßiger Herstellung der Einhängevorrichtung
empfiehlt es sich, dieselbe zweiteilig aus zähem, hartem Leichtmetall gießen und
eloxieren zu lassen.
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Um die gesamte Tragvorrichtung vollständig kleider- und balgschonend
zu machen, wird an der dem Körper zugewandten Rückseite des Akkordeons ein entsprechend
großer Schoner G (Abb. 9) aus etwa 10 mm starkem Schaumgummi befestigt. Um einem
eventuellen Druck des Akkordeons oder der Tragvorrichtung auf die Magengegend des
Spielers vorzubeugen, befindet sich am unteren Rand des Schoners zusätzlich- ein
dicker, dem Körper zugewandter Schaumgummiwulst GW (Abb. 9). Der gesamte Schoner
ist zur besseren Gleitung des Balges auf der dem Akkordeon zugewandten Seite mit
einem glatten Stoff, z. B. Futterseide, auf der dem Körper zugewandten Seite mit
Samt, um ein Blankwerden des Anzugs zu verhindern, überzogen. Die Anbringung des
Schoners geschieht durch eine oben über den Scharnierblock geschobene, am Schoner
befestigte Schlaufe R (Abb. 9) oder durch Bänder, unten ebenfalls durch am Schoner
befestigte Bänder V, die an den am Akkordeon verbleibenden Riemenhaltern. festgeknüpft
werden.
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Vorteile der beschriebenen Tragvorrichtung für Akkordeons: 1. Absolute
Kleider -und Balgschonung bei gleichzeitiger Verwendung des Schoners aus stoffbezogenem
Schaumgummi.
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2. Das Akkordeon kann zum und nach dem Spielen blitzschnell eingehängt
bzw. abgenommen werden.
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3. Seitenstabiler, wackelfreier Sitz des eingehängten Akkordeons in
stehender oder sitzender Spielhaltung. 4. Besseres Aussehen des Spielers durch das
Fehlen der einschnürenden sichtbaren üblichen Riemenhalterung.
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5. Weniger schnelle Ermüdung des Akkordeonisten selbst bei schwersten
Instrumenten durch äußerst druckvermindernde, bestmöglichste, da unter jeder Jacke
unsichtbar anzubringende Abpolsterung der Trägergarnitur.
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6. Die Trägergarnitur, bedingt durch Konstruktion und geringes Gewicht,
hängt für die gesamte Dauer des Musizierens völlig locker und beschwerdefrei am
Körper des Musikers: Bei eingehängtem Akkordeon bewirkt das Gewicht desselben einen
festen, unmittelbar mit dem Körper des Spielers verbundenen Sitz.
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7. Neben der Tragvorrichtung kann das Akkordeon jederzeit mit der
üblichen normalen Riemenschaltung gespielt werden. Die Halter hierfür verbleiben
oben und unten am Instrument.