-
Verfahren und Vorrichtung zur Uberführung aus einer kontinuierlich
arbeitenden Strangpresse kommender T eigwarenstränge in geschnittenen Stücken auf
eine waagerechte Fördereinrichtung eines Trockners Die Erfindung betrifft ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Überführung aus einer kontinuierlich arbeitenden Strangpresse
kommender Teigwarenstränge in geschnittenen Stücken auf eine Fördereinrichtung eines
Trockners.
-
Lange Teigwaren, insbesondere Spaghetti sind bis jetzt vorwiegend
auf Stäben hängend einem Trockner zugeführt worden. Das Behängen der Stäbe erfordert
entweder ziemlich viel Handarbeit oder eine teure Behängemaschine. Das gleiche gilt
für das Abstreifen der trockenen Spaghetti von den Stäben und das nachträgliche
Schneiden derselben auf die gewünschte Länge. Auch ist die Anbringung der langen
Teigwaren auf den üblichen Stäben, deren Länge 1 bis 2 m beträgt, besonders für
die Hochfrequenztrocknung ungünstig.
-
Es ist auch bereits bekannt, die aus einer Teigpresse kommenden strangförmigen
Teigwaren in dünner Schicht einer horizontalen bzw. leicht schräg geneigten Trockenvorrichtung
zuzuführen. Man hat auch schon vorgeschlagen, die Teigwaren quer auf endlosen Bändern
liegend durch einen mit Frischluft beschickten Trockenraum zu führen, wobei Umlenkbleche
die Teigwaren von einer Etage auf die nächst untere befördern. Die bekannten Einrichtungen
erlauben jedoch nicht die selbsttätige Erzeugung von getrockneten, auf einheitliche
Länge geschnittenen Teigwaren im ununterbrochenen Arbeitsgang.
-
Das wird mit dem neuen Verfahren durch aufeinanderfolgende Verfahrensschritte
erreicht: a) Ein Förderband wird in lotrechter Stellung unter die Form der Strangpresse
etwas seitlich, und zwar an die der Förderrichtung des Förderbandes entgegengesetzte
Seite, der Formöffnungen geschwenkt.
-
b) Die Strangpresse wird in Betrieb gesetzt. Sobald die Stränge so
weit vor dem Förderband herunterhängen, daß sie beim Umschwenken desselben in die
waagerechte Stellung infolge Haftreibung mit ihren vorderen Enden auf dem Band liegenbleiben,
wird das Band in diese Stellung geschwenkt.
-
c) Das Band wird in Umlauf versetzt, bis die Spitzen der Stränge bis
unter den Bereich eines vorderen Messers gelangen.
-
d) Zugleich mit der Inbetriebsetzung des Bandes wird eine um dieses
Band mit unabhängig von der Bandgeschwindigkeit einstellbarer Umlaufgeschwindigkeit
herum laufender Stab in Umlauf versetzt und bleibt bei Stillsetzung des Bandes etwa
in der Mitte zwischen dem vorderen und einem hinteren Messer stehen.
-
e) Nachdem Band und Stab stillgesetzt sind, schneidet das vordere
Messer die Spitzen der Stränge ab. Diese fallen auf Grund der hochgeschwenkten Stellung
eines Überleitstückes nach unten ab. f) Der Stab wird wieder in Umlauf gesetzt.
-
g) Nachdem der Stab unter den vorderen Spitzen der Stränge durchgelaufen
ist, schneidet das hintere Messer die Gutstücke auf Maß.
-
h) Nunmehr wird das Förderband wieder in Umlauf gesetzt. Die auf dem
Förderband liegenden, auf Maß geschnittenen Gutstücke, die bereits infolge Vertrocknung
auf dem Band versteift sind, gleiten dann infolge der heruntergeschwenkten Stellung
des Überleitstückes auf die Fördereinrichtung des Trockners, deren Gutauflagefiäche
dabei um ein der Länge der Gutstücke entsprechendes Stück vorwärts bewegt wird.
-
i) Wiederholung der Schritte c bis h.
-
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist gekennzeichnet
durch die Hintereinanderschaltung von Strangpresse, schwenkbarem Förderband mit
einem um dieses herum mit einstellbarer Geschwindigkeit umlaufenden Stab und über
dem Förderband angeordnetem Messersatz, einem schwenkbaren überleitstück und der
waagerechten Fördereinrichtung des Trockners.
-
Abb. 1 zeigt als Beispiel schematisch eine Vorrichtung, um das beschriebene
Verfahren auszuüben. Gezeichnet ist eine Vorrichtung zur gleichzeitigen Behandlung
von zwei Teigstranggruppen. Die Anzahl der Teigstranggruppen kann den Bedürfnissen
entsprechend gewählt werden.
Abb. 2 zeigt eine andere Ausführungsform
einer Vorrichtung gemäß der Erfindung.
-
Es bedeutet 1 die Form am Kopf einer Teigpresse 18, 2 die austretenden
Teigstränge, 3 die Förderbänder, 4 den auf der gestrichelten Bahn 5 umlaufenden
Stab, 6 und 7 zwei Messer, 8 um die Achsen 9 kippbare Überleitstücke, 10 die Fördereinrichtung
des Trockners, 11 die Vortrocknungszone, in welcher die Teigwaren durch einen Luftstrom
12 angetrocknet werden können, woran sich in bekannter Weise zur Fertigtrocknung
eine Hochfrequenztrocknungszone, eine Kühlzone, eine Zone für eventuelle Nachbehandlung
und eine Austragsvorrichtung anschließen können.
-
Als Preßform wird man vorzugsweise eine längliche Form wählen, in
welcher, wie dies aus den Behängemaschinen bekannt ist, die Austrittslöcher so angeordnet
sind, daß die Teigstränge in einer oder mehreren Gruppen austreten.
-
Die aus der Form 1 austretenden Teigstränge 2 einer Gruppe legen sich
auf das Förderband 3 und bilden dort eine dünne Schicht, die je nach der Verteilung
der Löcher in der Form aus ein bis drei Lagen besteht. In den Lagen können sich
die Teigwarenstränge berühren oder einen von der Lochteilung in der Form bestimmten
Zwischenraum aufweisen.
-
Um eine gleichmäßige Verteilung der Teigstränge auf dem Förderband
zu erleichtern, sind diese so gelagert, daß sie, bevor der Teig aus der Form austritt,
in die gestrichelte vertikale Lage 3' geschwenkt werden können. Die austretenden,
frei hängenden Teigstränge ordnen sich dann zwanglos entsprechend der von der Lochteilung
in der Form bestimmten Ordnung. Diese Ordnung bleibt, wenn die Förderbänder 3 in
ihre Arbeitsstellung zurückgeschwenkt werden, erhalten.
-
Die Förderbänder werden intermittierend so angetrieben, daß in der
Bewegungsphase ihre Geschwindigkeit gleich oder größer ist als die maximale Austrittsgeschwindigkeit
der Teigstränge aus der Farm. Damit wird erreicht, daß die Teigstränge auf dem Förderband,
auch wenn die Austrittsgeschwindigkeit aller Stränge nicht genau die gleiche ist,
schön gerade liegen.
-
Damit die Teigstränge nicht zu stark aneinander und am Förderband
kleben, werden sie beispielsweise in an sich bekannter Weise belüftet und auf den
Förderbändern 3 so stark angetrocknet, daß sie genügend steif werden, um ohne Schwierigkeiten
die verschiedenen Übergangsstellen zu überbrücken.
-
Wenn alle Stränge das Ende eines Förderbandes 3 erreicht haben, wird
dieses angehalten, und die Stränge werden mit Messer 7 geschnitten. In diesem Augenblick
liegt Überleitstück 8 in der Stellung 8'. Die abgeschnittenen Teigspitzen können
frei herunterfallen. Sie gelangen so auf eine an sich bekannte Vorrichtung, welche
sie zurück in die Mischmaschine der Presse fördert.
-
Zwischen den Teigsträngen 2 und dem Förderband 3 wird ein Stab 4,
der vorzugsweise um seine Achse drehbar ist oder auf ihm drehbar angeordnete Ringe
aufweist, auf der strichpunktierten Bahn 5 geführt. Seine Geschwindigkeit soll vorzugsweise
auf dem Teil seiner Bahn, auf welchem er die Teigwaren berührt, größer sein als
die Bandgeschwindigkeit. Der Stab 4 soll die vom Messer 7 verursachte Schnittstelle
unmittelbar nach dem Schnitt passieren. Auf diese Weise wird ein Kleben der Teigstränge
am Förderband vermieden.
-
Sobald der Stab A unter den stillstehenden Teigsträngen weggeglitten
ist, schneidet das Messer 6. Der Abstand zwischen den Messern 6 und 7 ist so gewählt,
daß die Teigstränge auf die gewünschte Länge geschnitten werden. Nachdem das Messer
6 einen Schnitt ausgeführt hat und genügend zurückgewichen ist, nimmt das Förderband
seine Bewegung wieder auf; gleichzeitig wird das Überleitstück 8 in seine Arbeitsstellung
geschwenkt. Die nun von der Form gelösten Teigwarenstücke nehmen die Geschwindigkeit
des Förderbandes 3 an. Sie werden vom Überleitstück 8 auf eine Fördereinrichtung
10 geleitet, deren Bewegung in Anlehnung an die Bewegung von Förderband 3 so gesteuert
ist, daß es mit Teigwaren voll beschickt wird.
-
Die Antriebe der einzelnen Bänder und Messer werden in bekannter Weise,
z. B mit Schaltuhren, Programmschalter, Photozellen usw., gesteuert.
-
Man kann jedem Förderband 3 eine Fördereinrichtung 10 zuordnen. Es
ist aber auch möglich, jedem Förderband 3 mehrere Fördereinrichtungen 10, wie dies
auf Abb, 2 angedeutet ist, zuzuordnen. In diesem Fall wird jeder Fördereinrichtung
10 ein Hilfsband 10 ca zugeordnet. Die Hilfsbänder werden in einem Gestell gelagert
und dieses Gestell in vertikaler Richtung schrittweise verschoben, z. B. wird in
der untersten Lage des Gestelles das oberste von den jedem Förderband 3 zugeordneten
Hilfsbändern 10a in Bewegung gesetzt und mit Teigwarensträngen, die einem Schnitt
entsprechen, beschickt. Sobald die Teigwarenstränge ganz auf dem Hilfsband liegen,
wird dessen Bewegung abgestellt. Dann wird das Gestell um eine Stufe gehoben, das
zweite Hilfsband beschickt usw., bis alle Hilfsbänder beschickt sind, und das Gestell
seine höchste Stellung erreicht hat. Aus dieser Stellung wird es gesenkt, bis jedes
Hilfsband auf gleicher Höhe wie das ihm zugeordnete Band 10 liegt. Alle Hilfsbänder
werden nun gemeinsam in Betrieb gesetzt und übertragen die auf ihnen liegenden Teigwarenstränge
auf die Bänder 10.
-
Diese Anordnung gestattet, auch bei großen Leistungen mit zwei bis
drei Förderbändern 3 auszukominen. Um den Übergang der Teigwarenstränge von einem
Band auf das andere zu erleichtern, ist es erwünscht, die Hilfsbänder 10a ein wenig
schneller laufen zu lassen als das Förderband 3 und sinngemäß das Band 10 schneller
als das Hilfsband 10a.
-
Die Bänder 3 und 10 können aus einem Gewebe bestehen. Man kann sie
aber auch durch für den vorliegenden Zweck gleichwertige Fördereinrichtungen ersetzen,
z. B. Schüttelsiebe, gelochte Bleche, Horden usw. mit einem Vorschub- bzw. Schüttelmechanismus.