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Handwerkzeug zum Herstellen von nichtdurchgehenden Vierkantlöchern
in vorgebohrtem Holz Es ist bekannt, zum Herstellen von nichtdurchgehenden Vierkantlöchern
in vorgebohrtem Holz - dies sind insbesondere Vierkantlöcher für die Aufnahme der
Vierkantköpfe von Schrauben, beispielsweise in den Spurlatten von Förderschächten
- von Hand ein hohles Vierkantstemmeisen in das vorgebohrte Holz einzutreiben. Beim
Eintreiben bildet sich in dem Stemmeisen ein Pfropfen, der beim Herausziehen des
Stemmeisens an der Wurzel abreißt. Hierdurch entsteht am Grund des Vierkantloches
ein ebener Absatz. Zum Entfernen des Pfropfens aus dem herausgezogenen Stemmeisen
besitzt das Stemmeisen seitliche Aussparungen.
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Bei der Herstellung des Vierkantloches werden in umständlicher Weise
die Umrisse des Vierkantloches auf dem Holz angerissen, da das Vierkantloch im allgemeinen
genau zentrisch zum Bohrloch liegen soll. Beim Schlagen kann das Stemmeisen zunächst
seitlich so lange ausweichen, bis es sich in dem Holz führt. Das Stemmen verlangt
also Geschicklichkeit. Das Herausziehen des Stemmeisens durch das übliche Lockerschlagen
ist schwierig; abgesehen davon, daß die Lochkanten dabei aussplittern können. Ferner
ist eine besondere Aufmerksamkeit erforderlich, bei einer Vielzahl unter sich gleicher
Vierkantlöcher eine gleiche Tiefe der Löcher zu erzielen.
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Die Erfindung bezweckt, ein Handwerkzeug zu schaffen, mit dem sich
schnell, bequem und sicher eine Vielzahl von Vierkantlöchern gleicher Tiefe, vor
allem in den Spurlatten von Förderschächten, herstellen läßt.
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Gemäß der Erfindung besteht das Werkzeug in der Art eines Werkzeugsatzes
aus drei bei einem Vierkantloch nicht gleichzeitig wirkenden Einzelwerkzeugen. Hiervon
ist in der Reihenfolge der Verwendung das erste Einzelwerkzeug ein mit einem Zentrierdorn
versehenes Zentrierstemmeisen. Das zweite Einzelwerkzeug ist das eigentliche, an
sich bekannte Stemmeisen, das jedoch mit einer Tiefenbegrenzung versehen ist. Das
dritte Einzelwerkzeug ist ein kraftvergrößernder Aushebehebel, der in die an sich
bekannte, zum Entfernen des Pfropfens dienende Aussparung des Stemmeisens hineingesteckt
werden kann.
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Bei der Herstellung des Vierkantloches nicht gleichzeitig wirkende
Werkzeuge eines Werkzeugsatzes zu verwenden ist an sich bei einem Maschinenwerkzeug
bekannt. Hierbei ist ein Stemmeisen auf einem Bohrer geführt, der nach dem Bohren
als Zentrierdorn dient. Jenes zweiteilige Maschinenwerkzeug ist allerdings nicht
beim Arbeiten von Hand zu verwenden, weil die besonderen Arbeitsbedingungen einer
Handbohrvorrichtung und eines mit einem Handhammer eintreibbaren Stemmeisens dies
nicht zulassen.
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In zweckmäßiger Ausführungsform der Einzelwerkzeuge kann bei dem ersteren
Werkzeug, das heißt bei dem Zentrierstemmeisen, ein Vierkantstemmeisenkopf auf den
Zentrierdorn bis zum Anschlag an einen Bund aufschiebbar sein, wobei der Zentrierdorn
über den Bund hinaus als Schlagdorn verlängert ist.
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Bei dem zweiten Werkzeug, das heißt bei dem eigentlichen Stemmeisen,
können am Stemmeisenkopf seitlich Anschlagleisten angeordnet sein, deren Abstand
von der Schneidkante des Stemmeisenkopfes gleich der gewollten Eintreibtiefe des
Stemmeisens ist. Ferner können bei dem eigentlichen Stemmeisen die an sich bekannten,
der Entfernung des Holzpfropfens dienenden seitlichen Aussparungen schaftseitig
flachkeilartig derart begrenzt sein, daß die Keilschneide in der Querschnittsmitte
des Stemmeisens liegt und ein zentrisches Angreifen des Aushebehebels ermöglicht.
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Das dritte Werkzeug, das heißt der Aushebehebel, kann ein zweiarmiger,
mit kurzem Lastarm versehener Hebel sein., der auf einem auf das Holz aufsetzbaren
Stützfuß drehbar ist.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Als Einzelwerkzeuge eines Werkzeugsatzes zeigt Fig. 1 ein Zentrierstemmeisen in
Ansicht, Fig. 2 das Zentrierstemmeisen nach Fig. 1 in Draufsicht, gemäß Pfeilrichtung
II, Fig. 3 ein Vierkantstemmeisen in Ansicht, Fig. 4 einenLängsschnittdes Stemmeisens
der Fig.3, nach Linie IV-IV, Fig. 5 eine Draufsicht auf das Stemmeisen der Fig.
3, in Pfeilrichtung V, Fig. 6 einen Aushebehebel mit Stützfuß in Ansicht. Auf einem
mit einem Bund 1' versehenen Zentrierdorn 1 sitzt beweglich, aber eng geführt
ein Vierkantstemmeisenkopf 2 eines Zentrierstemmeisens, der in bekannter Weise abgeschrägte
Schneidkanten 3 besitzt.
Der Zentrierdorn ist über den Bund 1' hinaus
als Selilag<iorn 1" verlängert. Das Zentrierstemmeisen ist in der Reihenfolge
der Anwendung der erste Teil eines dreiteiligen Werkzeugsatzes. Hierbei ist unter
Werkdie Summe der Einzelwerkzeuge eines Hand= werkzeugs zum Herstellen von Vierkantlöchern
in vorgebglirtem Holz verstanden.
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Bei einem hohlen Vierkantstemmeisen als zweitem Teil des Werkzeugsatzes
sind ein Schaft 4 und ein Stemmeisenkopf 7 aus einem Stück hergestellt. Der hopf
7 besitzt ebenfalls abgeschrägte Schneidkanten B. Er weist seitlich Anschlagleisten
9 auf, deren Abstand a von der Schneidkante gleich der gewollten Eintreibtiefe ist.
In bekannter Weise sind zwei gegenüberliegende Seiten des Stemmeisens mit Aussparungen
5 versehen. Sie sind schaftseitig durch Schrägflächen begrenzt, von denen die Flächen
6 keilförmig zueinander liegen und in eine Keilschneide 6' auslaufen. Die Keilschneide
liegt in der Querschnittsmitte des Werkzeuges.
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Der dritte Teil des Werkzeugsatzes ist ein zweiarmiger Hebel mit einem
langen Bedienungsarm 11 und einem kurzen Lastarm 12. Der Lastarm ist für den Eingriff
in die Aussparung 5 des Stemmeisens gebogen und zugespitzt. Der Hebel ist an einem
Stützfuß 10 angelenkt. Der Gelenkpunkt ist zur Veränderung des Hebelarmverhältnisses
umsteckbar.
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Zum Herstellen eines Vierkantansatzes in einem Schraubenloch wird
der Zentrierdorn 1 des ersten Teiles des Werkzeugansatzes in das Loch eingeführt.
Der Vierkantstemmeisenkopf 2 schiebt sich dabei an den Bund 1'. Durch einen kräftigen
Hammerschlag auf den Schlagdorn 1" dringt der Stemmeisenkopf so weit in das Holz
ein, daß darin deutlich prismatische Flächen erkennbar sind, die dem nächsten Teil
des Werkzeugsatzes eine sichere Führung geben. Der Stemmeisenkopf 7 wird so weit
in das Holz eingetrieben, bis die Anschlagleisten 9 mit der Oberfläche des Holzes
in Berührung kommen und ein weiteres Eintreiben verhindern. Damit ist die gewollte
Tiefe a des Loches erreicht. In dem Vierkantstemmeisenkopf 7 hat sich dabei dasherausgeschnittene
Holz als Pfropfen eingepreßt. Alsdann steckt man den dritten Teil des ZA'erkzeugsatzes
mit dem Lastarm 12 in die Aussparung 5 unter die Keilschneide 6', setzt den Stützfuß
10 auf die Oberfläche des Holzes auf und zieht mit großer Kraftübersetzung den Vierkantstemmeisenkopf
7 aus dem Holz heraus. Hierbei reißt der im Inneren des Stemmeisenkopfes sitzende
Holzpfropfen an der Wurzel ab. Die Abrißfläche ist eben, jedoch ziemlich rauh. Das
ist unwesentlich, weil sich die Tragfläche des Vierkantkopfes der später in das
Loch hineingesteckten Schraube fest daraufpreßt.
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Das Herstellen von nichtdurchgehenden Vierkantlöchern in großer Zahl,
wie es bei der Spurlattenbefestigung eines Förderschachtes der Fall ist, erfordert
mit dem beschriebenen Werkzeug keine besondere Geschicklichkeit.