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Dreirädriges amphibisches Fahrzeug für Land- und Wasserfahrt Die Erfindung
bezieht sich auf ein dreirädriges amphibisches Fahrzeug für Land- und Wasserfahrt
mit Vorderradantrieb und mit aus der Energie des Fahrzeugmotors angetriebenen Wasserschrauben.
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Zweck der Erfindung ist es, ein Fahrzeug zu schaffen, das, vorzugsweise
am Wochenende, der Erholung dienen kann, wobei Seen und andere Gewässer mit den
Geschwindigkeiten eines Landfahrzeuges erreicht werden können und der Übergang von
der Land- zu der Wasserfahrt lediglich durch das Anpressen von Reibrädern für den
Antrieb der Wasserschrauben an das auch bei der Wasserfahrt unter Wasser laufende
Vorderrad erfolgt.
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Hierbei ist der Antrieb der Wasserschrauben mittels Reibräder von
den zur Landfahrt notwendigen Rädern aus bei Fahrzeugen auf Schwimmern bekannt.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Wasserschrauben
und die sie antreibenden Reibräder zusammen mit etwaigen der Leistungsübertragung
von den Reibrädern auf die Wasserschrauben dienenden Mitteln in einem gemeinsamen
Rahmen untergebracht sind, der um eine die Lenkbewegungen des gesteuerten Vorderrades
mitmachende, rechtwinklig zu der Ebene des Vorderrades angeordnete Drehachse schwenkbar
gelagert ist, und daß die Reibräder gegen die hintere Hälfte des Vorderradreifens
gepreßt werden, wodurch der Anpreßdruck der Reibräder gegen den Vorderradreifen
durch die Schubkraft der Wasserschrauben verstärkt wird.
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I`zach einer Ausführungsform der Erfindung sind die den Antrieb der
Wasserschrauben bewirkenden Reibräder nach Art von Kegelrädern ausgebildet, deren
Reibflächen das Negativprofil des Reifenprofils aufweisen. Gemäß einer anderen Ausführungsform
der Erfindung haben die den Antrieb der Wasserschrauben bewirkenden Reibräder in
bekannter Weise die Gestalt einer Profilrolle, die gegen den als Lauffläche dienenden
Profilbereich des Vorderradreifens angepreßt wird. Beiden Ausführungsformen ist
gemeinsam, daß durch den Schub der Wasserschrauben die Anpreßkräfte der gegen den
Vorderradreifen angedrückten energieabnehmenden Reibräder verstärkt werden.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung dient zur selbsttätigen Rückführung
der Wasserschrauben in ihre Außerbetriebstellung beim Übergang von der Wasser- zur
Landfahrt eine Feder, die mit ihrem einen Ende am Rahmen und mit ihrem anderen Ende
an einem infolge der Vorderradbelastung federnd nachgiebigen Bauteil, insbesondere
an dem Kettenschutz, befestigt ist und bei Wasserfahrt vor der Drehachse des Rahmens
liegt und somit die Anpressung der Reibräder gegen den Vorderradreifen bewirkt,
während beim Auflaufen des Schwimmwagens auf Land die Nase des Kettenschutzes den
Hebel nach abwärts und damit zugleich den Rahmen von dem Vorderrad weg nach rückwärts
bewegt, wobei die Feder die Totpunktlage mit Bezug auf die Drehachse überschreitet
und den Rahmen samt Antriebsaggregat in seine Außerbetriebstellung anhebt. Hierdurch
wird nicht nur eine Beschädigung der Wasserschrauben während der Landfahrt vermieden,
sondern auch das Gefahrenmoment wesentlich vermindert, weil häufig Badende in der
Nähe des Übergangs des Fahrzeugs von der Wasserfahrt zur Landfahrt sich befinden
können.
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Gemäß weiteren Merkmalen der Erfindung wird der den Motor, den Kettenschutz,
das Vorderrad und die in Außerbetriebstellung gebrachten Wasserschrauben aufnehmende
Raum vor der Stirnwand der Karosserie durch innere Wände umschlossen. Dadurch werden
in Verbindung mit den vorderen Seitenaußenwänden der Karosserie am Bug sowie zu
beiden Seiten des Vorderrades des Fahrzeugs als Schwimmkästen dienende Hohlräume
geschaffen, die der durch den erfindungsgemäßen Aufbau des amphibischen Fahrzeugs
bedingten Vorderlastigkeit entgegenwirken.
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Die Wasserschrauben können in axialer Richtung um einen geringen,
etwa der Nabenlänge entsprechenden Betrag gegeneinander versetzt angeordnet sein,
wobei der Abstand zwischen den beiden Wasserschraubenwellen etwas größer als der
halbe Durchmesser einer der beiden gleich großen Wasserschrauben ist.
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Durch die Erfindung ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die Karosserie
des erfindungsgemäßen amphibischen Fahrzeugs hat keine sie durchdringenden drehenden
Teile, deren Abdichtung gegen Eindringen von Wasser erforderlich wäre. Die unterhalb
der Karosserie befindlichen Wasserschrauben stellen die
geringstmögliche
Gefahr für Badende dar. Dadurch, daß die durch eine Feder erzeugten Reibkräfte zwischen
den die Wasserschrauben antreibenden Reibrädern und dem Vorderrad des Fahrzeugs
nach Maßgabe des jeweiligen Schraubenschubes vergrößert werden, wird mit Sicherheit
verhindert, daß insbesondere bei Übertragung größerer Drehmomente Schlupf zwischen
den Reibrädern und dem Vorderrad des Fahrzeugs eintreten kann. Die- selbsttätige
Rückführung der Wasserschrauben in ihre Außerbetriebstellung beim Übergang von der
Wasserfahrt zur Landfahrt ermöglicht es, daß der Fahrer im Bereiche des Ufers, wo
sich häufig Badende aufhalten, seine volle Aufmerksamkeit der Lenkung des Fahrzeugs
widmen kann.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
Es stellen dar Fig.l die Seitenansicht des amphibischen Fahrzeuges, teilweise im
Schnitt, Fig. 2 eine Draufsicht auf das Fahrzeug nach Fig. 1 von unten, Fig.3 einen
Ausschnitt des Fahrzeuges mit dem Antriebsaggregat der Wasserschrauben in vergrößertem
Maßstab, Fig. 4 eine Draufsicht -auf den Wasserschraubenantrieb gemäß Linie A-B
nach Fig. 3, Fig. 5 einen Ausschnitt ähnlich Fig. 3 mit konstruktiv geändertem Wasserschraubenantrieb
und Fig. 6 eine Draufsicht auf den Wasserschraubenantrieb gemäß Linie C-D nach Fig.
5.
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Fig. 1 und 2 zeigen das amphibische Fahrzeug mit seiner Karosserie
1, die auf der Unterseite 2 einen allseitig geschlossenen Kasten bildet. Der Karosseriekasten
weist vorn an der Unterseite eine Abschrägung 3 auf, die in eine vordere Stirnwand
4 übergeht. AIit 5 ist eine Seitentür bezeichnet, deren unterer Rand oberhalb der
Wasserlinie bei maximalem Tiefgang des Fahrzeuges liegt. Die Karosserie 1 geht vorn
in die beiden konisch aufeinander zu laufenden Seitenaußenwände 6 und 7 über. Diese
bilden zusammen mit einer inneren Wand 8 drei Schwimmkästen, nämlich den Schwimmkasten
9 am Bug des Schwimmwagens und die beiden seitlich gelegenenSchwimmkästen
10 und 11.
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Mit 12 und 13 sind die beiden hinteren nicht angetriebenen Laufräder
bezeichnet, während das vordere Rad 14 das angetriebene Rad ist.
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Einzelheiten des Wasserschraubenantriebes der Fig. 1 und 2 entsprechen
der Ausführungsform nach den Fig. 3 und 4.
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Das Vorderrad 14 ist im unteren Teile des Kettenschutzes 15 gelagert,
der seinerseits um eine Achse 16 in beschränktem Ausmaß federnde Schwingungsbewegungen
ausführen kann. Demzufolge nimmt der Kettenschutz 15 zusammen mit dem Vorderrad
14 gegenüber der Karosserie des amphibischen Fahrzeugs eine unterschiedliche Winkelstellung
ein, je nach dem Belastungsgrad der Fahrzeugräder. Während mit 14 die Stellung des
Vorderrades bei der Wasserfahrt angedeutet ist, entspricht die punktgestrichelte
Lage 14' der Radstellung bei der Landfahrt.
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Das Motorgehäuse 17, welches zugleich die beispielsweise mit Drehstabfederung
ausgerüstete Achse 16 des Kettenschutzes 15 trägt, ist seinerseits mittels der Achse
18 an der vorderen Stirnwand 4 der Karosserie gelagert. Die Lenkung der Achse 18
und damit die des Vorderrades erfolgt in bekannter Weise vom Lenkrad 19 aus.
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Gemäß Fig. 3 und 4 sind die beiden Wasserschrauben 20 und
21 drehfest mit den sie antreibenden kegelradartigen Reibrädern 22, -23 verbunden:
Das aus den Teilen 20 bis 23 bestehende Antriebsaggregat für die Wasserfahrt ist
in einem gemeinsamen rahmenartigen Bügel 24 gelagert, der um die Drehachse 25 schwenkbar
ist. Mit dem rahmenartigen Bügel 24 ist drehfest der Hebelarm 26 verbunden, der
mittels eines Seilzuges 27 oder mittels eines andersartigen Gestänges vom Führersitz
aus in die Betriebsstellung für die Wasserfahrt gebracht werden kann.
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In den Fig. 1 bis 4 ist das Antriebsaggregat 20 bis 26 mit ausgezogenen
Linien in seiner Stellung für die Wasserfahrt, mit punktgestrichelten Linien in
seiner Lage für die Landfahrt dargestellt.
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Nachdem die Wasserschrauben mit Hilfe des Seilzuges 27 in die mit
ausgezogenen Linien dargestellte Betriebslage übergeführt worden sind, erfolgt ein
gewisses Anpressen der Reibräder 22, 23 gegen den Vorderradreifen 31 mit Hilfe der
Schraubenfeder 28, die mit ihrem einen Ende 29 am Rahmen 24 und mit ihrem anderen
Ende 30 an einem Befestigungsauge des Kettenschutzes 15 befestigt ist. Die Lage
der Endpunkte 29 und 30 ist so gewählt, daß die Feder 28 bei Wasserfahrt ein wenig
vor der Drehachse 25 des Rahmens 24 liegt, wodurch die Anpressung der Reibräder
22, 23 gegen den Vorderradreifen 31 bewirkt wird. Zweckmäßig erhalten zur Erhöhung
der Griffigkeit die Reibräder 22, 23 das Negativprofil der Profilteile 31' des Vorderradreifens
31. Wenn bei der j@Tasserfahrt die Wasserschrauben vom Vorderradreifen 31 über die
Reibräder 22, 23 angetrieben werden, so bewirkt der von den Wasserschrauben ausgeübte
Schub eine zusätzliche Verstärkung der Anpreßkraft zwischen den Teilen 22, 23 einerseits
und 31 andererseits, womit ein einwandfrei schlupfloser Antrieb der Wasserschrauben
gewährleistet ist.
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Wie sich aus Fig. 1 in Verbindung mit Fig. 3 ergibt, geht das Vorderrad
beim Auffahren auf Land von der Stellung 14 in die Stellung 14' über. Dabei drückt
die Nase 15' des Kettenschutzes 15 den Hebel 26 nach abwärts, wodurch zugleich der
Rahmen 24 und die in ihm gelagerten Übertragungsglieder vom Vorderrad 14 weg nach
rückwärts bewegt werden, was zur Folge hat, daß die Feder 28 die Totpunktlage gegenüber
der Drehachse 25 des Rahmens 24 überschreitet, so daß die Feder 28 hinter der Drehachse
25 zu liegen kommt. Dadurch geht die Feder 28 in die Lage 28', und die einzelnen
Teile des Antriebsaggregates 20 bis 24 nehmen ihre punktgestrichelt angedeutete
Außerbetriebstellung ein. Dieser Übergang erfolgt selbsttätig, sobald das amphibische
Fahrzeug von Wasser auf Land übergeht.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 und 6 sind die gleichen Teile
mit denselben Bezugszeichen wie in den vorangehenden Figuren bezeichnet. Unterschiedlich
ist die konstruktive Ausgestaltung des Antriebsaggregates für die wiederum paarweise
vorgesehenen Schrauben 20, 21. Diese stehen über die Schraubenwellen 32, 33 mit
den Kegelrädern 34, 35 drehfest in Verbindung. Die beiden Gegenkegelräder 36, 37
sitzen fest auf einer gemeinsamen Welle 38, die ihrerseits drehfest mit der Profilrolle
39 verbunden ist. Alle vorgenannten Teile des Antriebsaggregates der Wasserschrauben
werden wiederum durch einen gemeinsamen Rahmen 24 zusammengehalten, dessen Verstellungen
in derselben Weise erfolgen, wie an Hand der Fig. 1 bis 4 beschrieben. Die Profilrolle
39 drückt im wesentlichen gegen die Lauffläche 31" des Vorderradreifens
31, wobei in gewissem Ausmaß auch die Seitenprofilflächen des Reifens 31
umgriffen werden können. Die Rolle 39 kann auf ihrer wirksamen Oberfläche wiederum
das Negativprofil des Vorderradreifens 31 aufweisen.
Es ist ein
wesentlicher Vorteil der Erfindung, daß die Antriebsschrauben nicht am Heck, sondern
unterhalb des amphibischen Fahrzeugs angeordnet sind. Dadurch wird das Gefahrenmoment
vermindert, wenn das Fahrzeug etwa an solchen Stellen von Land zu Wasser oder umgekehrt
wechselt, an denen sich Badende aufhalten, da die Wasserschrauben Außenstehende
nicht gefährden.
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Konstruktive Einzelheiten können von den beschriebenen Ausführungsbeispielen
abweichen, ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten. Wenn auch die Anwendung
der Erfindung sich bei einem Dreirad mit Vorderradantrieb am einfachsten konstruktiv
ausgestalten läßt, so wäre es auch möglich, bei einem vierrädrigen Fahrzeug mit
Vorderradantrieb jedem der Vorderräder ein Wasserschrauben-Antriebsaggregat zuzuordnen.
An die Stelle der paarweisen Anordnung der Wasserschrauben kann auch die Zuordnung
nur einer Wasserschraube zu dem antreibenden Reifen treten. Die selbsttätige Rückführung
des Rahmens mit den in ihm gelagerten Antriebsgliedern beim Übergang von Wasser
auf Land kann auch bei solchen Fahrzeugen vorgesehen werden, bei denen die Drehabfederung
16 durch ein Teleskopfederung ersetzt ist, wobei dann der Hub dieser Federung zur
Betätigung des Hebels 26 sowie des Rahmens 24 ausgenutzt wird. Das erfindungsgemäße
amphibische Fahrzeug kann zusätzlich mit weiteren Ausrüstungsgegenständen, wie etwa
Segeln, versehen werden, um seinen Anwendungsbereich im Sinne eines Wochenendfahrzeuges
zu vergrößern.