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DE1041261B - Sinterkoerper, insbesondere Heizleiter, aus Molybdaendisilicid - Google Patents

Sinterkoerper, insbesondere Heizleiter, aus Molybdaendisilicid

Info

Publication number
DE1041261B
DE1041261B DES52269A DES0052269A DE1041261B DE 1041261 B DE1041261 B DE 1041261B DE S52269 A DES52269 A DE S52269A DE S0052269 A DES0052269 A DE S0052269A DE 1041261 B DE1041261 B DE 1041261B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
silicon
percent
weight
molybdenum
sintered
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES52269A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Dr Techn Erich Fitzer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Siemens Plania Werke AG
Original Assignee
Siemens Plania Werke AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens Plania Werke AG filed Critical Siemens Plania Werke AG
Publication of DE1041261B publication Critical patent/DE1041261B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C32/00Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ
    • C22C32/0047Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ with carbides, nitrides, borides or silicides as the main non-metallic constituents
    • C22C32/0078Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ with carbides, nitrides, borides or silicides as the main non-metallic constituents only silicides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)
  • Resistance Heating (AREA)

Description

  • Sinterkörper, insbesondere Heileiter, aus Molybdändisilicid Molybdändisilicid ist als das zunderbeständigste Silicid der hochschmelzenden Übergangsmetalle bekanntgeworden. Die Oxydationsbeständigkeit beruht auf der Ausbildung einer sehr dichten glasartigen Si 02 Deckschicht. Oberhalb 1700° C schmilzt diese Schutzschicht, und dadurch scheint die obere Beständigkeitsgrenze bei 1700° C zu liegen.
  • Es hat sich jedoch gezeigt, daß Mo Sie -haltige Werkstückteile bereits bei 1600° C und ganz besonders bei 1650° C einer eigenartigen Zerstörung unterliegen. Es bilden sich nach anfänglich schöner Schutzschichtausbildung Blasen auf der glühenden Oberfläche, die sich rasch vergrößern und dann unter Absprengung der Schutzschicht aufplatzen. Fast immer führen derartige Blasenbildungen auch zur Entstehung von Fehlstellen im glühenden MOS'2 Körper bzw. zum Bruch des Formkörpers. selbst. Deshalb wird praktisch die obere Grenze der Zunderbeständigkeit von Mo Sie Sinterkörpern mit 1600° C, allerhöchstens mit 1650° C angegeben.
  • Molybdändisilicid ist eine intermetallische Verbindung mit 36.9 Gewichtsprozent Silicium. Der Homogenitätsbereich dieser Verbindung ist nicht bekannt, doch ist bereits gezeigt worden, daß durch geringe Metalloidgehalte die Struktur eines siliciumärmeren Silicids stabilisiert wird, welches bedeutend geringere Zunderbeständigkeit aufweist. Des weiteren ist bereits bekanntgeworden, daß die beste Zunderbeständigkeit ein Molybdändisilicid mit einem geringen Siliciumüberschuß, bezogen auf die stöchiometrische Zusammensetzung, aufweist. Auch sollen bei der Herstellung von MoSi2-Sinterkörpern Sintertemperaturen oberhalb 1600° C vermieden werden, weil dadurch ebenso wie beim Schmelzen der Verbindung die Gefahr einer Siliciumabspaltung auftritt und bisher ein Mindestsiliciumgehalt von 36 bis 37 Gewichtsprozent Silicium für eine gute Zunderbeständigkeit als notwendig erachtet wurde.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Erkenntnis zugrunde, daß der Mindestgehalt von 36 bis 37 Gewichtsprozent Silicium wohl für die rasche Ausbildung einer Schutzschicht bereits bei tiefen Temperaturen unbedingte Voraussetzung ist und daß auch noch bei 1500° C ein derartiger Siliciumgehalt die Schutzschichtbildung fördert. Es konnte jedoch gefunden werden, daß bereits oberhalb 1500° C eine Reaktion dieser hochsiliciumhaltigen Ma S'2 Verbindung mit der Si 02 Schutzschicht unter Bildung von Si O eintritt, und es hat sich gezeigt, die diese Si O-Bildung bei Temperaturen oberhalb 1600° C zur Blasenbildung unter der Schutzschicht führt. Damit scheint tatsächlich die obere Grenze der Gebrauchstemperatur für l#ToSi.,-Werl:stiicke bei 1600° C zu liegen da diese Si O-Bildung dem Gleichgewichtszustand an Mo S'2 S' 02-Grenzflächen entspricht.
  • Überraschenderweise konnte nun gefunden werden, daß eine Verbindung mit 34 bis 35 Gewichtsprozent Silicium, Rest Molybdän, trotz ihres Siliciumdefektes die MoSi2 Struktur aufweist und ähnlich wie Molybdändisilicid mit 36,9 Gewichtsprozent Silicium bei hohen Temperaturen eine S' 02 haltige Schutzschicht ausbildet. Da nun nach Ausbildung dieser Si 02-Deckschicht einerseits der Zutritt von gasförmigem Sauerstoff zur intermetallischen Molybdän-Silicium-Verbindung gesperrt ist, andererseits jedoch keine Reaktionsmöglichkeit dieser Si 02-Schicht mit dem an Silicium verarmten Molybdändisilicid zu Si O besteht, treten auch bei höchsten Arbeitstemperaturen oberhalb 1650° C keine Blasenbildungen auf. Mit dem aus Mosi2 bestehenden Sinterkörper, der im Hochtemperaturteil gemäß der Erfindung 34 bis maximal 35,5 Gewichtsprozent Silicium enthält, ist es erstmalig gelungen, Arbeitstemperaturen oberhalb 1650° C ohne Zerstörung der S'02-Schutzschicht auf dem Mo Si2 Sinterkörper zu erreichen.
  • Nun hat es sich aber gezeigt, daß die Mo S'2-Verbindung mit Siliciumdefekt bei Temperaturen unterhalb 700° C nicht oxydationsbeständig ist. Es kommt bei diesen Gehalten zur Ausbildung von großvoluminösen und den Sinterkörper von den Korngrenzen und Poren aus aufsprengenden, molybdän- und siliciumoxydhaltigen Oxidationsprodukten. Diejenigen Werkstoffteile, die ständig auf Temperaturen oberhalb 300° C und unterhalb 700° C in oxydierender Atmosphäre gehalten werden, müssen also Mindestgehalte von 36 bis vorzugsweise 37 Gewichtsprozent Silicium aufweisen. Diese Forderung bezieht sich nicht auf Werkstückteile, die dieses kritische Temperaturgebiet beim Aufheizen oder Abkühlen durchlaufen, gilt also z. B. nur für die Übergangszonen vom Hochtemperaturteil zum kalten Anschlußteil in einem Mo Si2 Heizleiter, nicht aber für den Heizteil, auch wenn dieser zeitweise (unter 24 Stunden) nur im kritischen Temperaturbereich betrieben wird.
  • Auf der Basis der überraschenden Erkenntnis, daß ein MoSi2 mit Siliciumdefekt existent ist und diese Verbindung mit 34 bis 35,5 Gewichtsprozent Silicium nicht mehr mit Si 02 oder sauerstoffabgebenden Mitteln zu Siliciummonoxyd (Si O) zu reagieren vermag, konnte nun ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Sinterkörper ausgearbeitet werden.
  • Auf pulvermetallurgischem Wege werden Formkörper aus Malybdändisilicid mit einem etwas höheren Siliciumgehalt, also etwa mit 37 Gewichtsprozent Silicium hergestellt. Die Werkstücke zeigen eine verhältnismäßig gute Sinterfähigkeit schon bei Temperaturen unterhalb 1600° C.
  • Nun erfolgt eine Hoöhsinterung oberhalb 1650° C unter Bedingungen, die ein Abdampfen des überschüssigen Siliciums als SiO ermöglichen. Entweder man arbeitet unter strömendem Inertgas, wie etwa Argon, mit z. B. einem Gehalt von 0,1% Sauerstoff, oder aber man gibt ein durch MOSi2 reduzierbares Oxyd, wie etwa Chromoxyd (Cr2 03) oder Zinnoxyd (Sn 02) oder auch Siliciumoxyd (Si 02). dem Sinterkörper zu und sintert bis zum Verbrauch des reaktiven Siliciums unter Reduktion der zugegebenen Oxyde zu den entsprechenden Metallen und Verflüchtigung von Siliciummonoxv d. Im Falle des Chrom- und Zinnoxyds kann man in neutraler Atmosphäre sintern, wobei das aus der Oxy dkomponente reduzierte Metall von der intermetallischen Verbindung aufgenommen wird.
  • Ganz besonders bewährt sich die Zugabe von S'02 und die Sinterung in reduzierender, wasserstoffhaltiger Atmosphäre. Bei der Zugabe von S'02 stellt sich der Siliciumgehalt in der Molvbdän-Silicium-Verbindung automatisch auf den gewünschten Gehalt von 34 bis 35,5 % Silicium ein. ohne daß man die S'02-Zugabe genau dosieren muß, während ein Überschuß in Si 02 sogar durch den strömenden Wasserstoff als Siliciumsuboxyd entfernt wird. Durch die erfindungsgeinä13e Sinterung unter S'02-Zugabe verbleiben keinerlei metallische Rückstände im resultierenden, 34 bis 35.5 Gewichtsprozent Silicium enthaltenden MoSi2.
  • Will man nun erfindungsgemäß Sinterkörper aus Molybdänsilicid mit 34 bis 35,5 Gewichtsprozent Silicium im Hochtemperaturteil und mit Siliciumgehalten von 36 bis 37 Gewichtsprozent Silicium im MOSi2 des Tieftemperaturteiles herstellen, so empfiehlt es sich, im gesamten Werkstück den Siliciumdefekt einzustellen und dann anschließend an den Tieftemperaturteilen durch nachträgliches Aufsilicieren in an sich bekannter Weise, etwa durch Imprägnieren mit geschmolzenem Silicium oder aber durch Eindiffundieren im festen Zustand oder durch Aufdampfverfahren, den gewünschten Mindestgehalt von 36 bis vorzugsweise 37 Gewichtsprozent Silicium im MoSi2 zu erreichen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRüCHE: 1. Sinterkörper, insbesondere Heizleiter, aus Molybdändisilicid, der gleichzeitig, jedoch an verschiedenen Stellen, Arbeitstemperaturen oberhalb 1600° C und Arbeitstemperaturen zwischen 300 und 700° C ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Siliciumgehalt des Molybdänsilicides im Hochtemperaturteil 34 bis maximal 35,5 Gewichtsprozent beträgt, während das Molybdänsilicid jener Teile, die ständigen Arbeitstemperaturen zwischen 300 und 700° C ausgesetzt sind, 36 bis vorzugsweise 37 Gewichtsprozent Silicium enthält.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung eines Molybdänsilicid-Sinterkörpers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Molybdänsilicidpulver mit etwa 37 Gewichtsprozent Silicium unter Zugabe von S'02-Pulver zu Formkörpern preßt, bei 1700° C sintert, dabei durch. Abdampfen: im strömenden Wasserstoff einen Si-Gehalt von 34,50% einstellt, worauf man jene Teile des Sinterkörpers, die Temperaturen von 300 bis 700° C ausgesetzt werden, in an sich bekannter Weise, z. B. durch Imprägnieren mit geschmolzenem Si, aufsiliciert.
DES52269A 1956-06-14 1957-02-08 Sinterkoerper, insbesondere Heizleiter, aus Molybdaendisilicid Pending DE1041261B (de)

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DES52269A Pending DE1041261B (de) 1956-06-14 1957-02-08 Sinterkoerper, insbesondere Heizleiter, aus Molybdaendisilicid

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DE (1) DE1041261B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19906720B4 (de) * 1998-02-20 2005-01-27 Kabushiki Kaisha Riken Molybdändisilicid-Heizelement und Verfahren zu seiner Herstellung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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