DD262336A3 - Maisch- und ablaeuterverfahren - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Maisch- und Ablaeuterverfahren bei der Herstellung von Bierwuerze und ist in Brauereien zur Aufbereitung der Maische und Trennung der Maische in Wuerze und Treber geeignet. Ziel und Aufgabe der Erfindung ist es, bei gleichbleibender oder verbesserter Qualitaet der Wuerze, den Zeitaufwand durch Umgehung des Eigenfiltereffektes des Maischdickstoffes bei gleicher oder hoeherer Auslaugung des Einsatzproduktes zu verringern. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass das Maischen und Laeutern als eine Aufbereitung durchgefuehrt wird, in deren Abfolge die Maischsaeule von unten unter staendiger Bewegung aufgebaut wird, mit nachherigem Maischevorgang in an sich bekannter Weise im Wechsel von Mischung und Rasten bis zur vollstaendigen Umsetzung des Substrates, worauf die Ablaeuterung aus der bewegten oder ruhenden Maische quer zur oder entgegen der Absinkrichtung der Feststoffteilchen oder in einem ausgelenkten Winkel a 45 bis 90 in einer oder mehreren Etagen ueber Filter unter impulsartiger hydraulischer oder mechanischer Freispuelung der Filter beziehungsweise mechanischer Feststoffabstreifung von den Filtern durchgefuehrt und der Treber durch Schwerkraft oder Foerdereinrichtung nach unten abgezogen wird.
Description
Hierzu 1 Seite Zeichnung
Die Erfindung betrifft ein Maisch- und Abläuterverfahren bei der Herstellung von Bierwürze und ist in Brauereien zur Aufbereitung der Maische und Trennung der Maische in Würze und Treber geeignet.
Die Trennung der Maische in Würze und Feststoff (Treber) bei der Bierherstellung erfolgt im allgemeinen nach zwei Verfahrensweisen, und zwar im Läuterbottich mit Schlitzsenkboden oder durch Druckfiltration über Filtertücher in Kammerfiltern.
Im Läuterbottich wird der Eigenfiltereffekt der sich über dem Schlitzboden aufbauenden Feststoffschicht ausgenutzt. Während der Abzug der geklärten Würze oberhalb der Treberschicht unproblematisch ist, bedingt der Würzeabzug aus der Treberschicht erhebliche Anforderungen an das Geschick des Brauers, um auch unterhalb des Schlitzbodens eine klare Würze in der geforderten Qualität zu erhalten. Wesentlich für den Klarlauf der Würze unterhalb des Schlitzbodens ist auch die Struktur der Treberschicht, die wiederum vom Kornspektrum des Schrotes abhängt, also bestimmte Anforderungen an das Mahlgut eingehalten werden müssen.
Der Auslaugung des Trebers sind verhältnismäßig enge Grenzen gesetzt. Der Abläutervorgang.ist langwierig und sehr arbeitsaufwendig.
Die Druckfiltration erfordert ebenfalls einen hohen ausrüstungstechnischen Aufwand bei einer relativ geringen Durchsatzleistung. Der manuelle Aufwand für die Bedienung und Wartung ist ebenfalls beträchtlich. Die Aufbereitung der Maische erfolgt für beide Verfahrensweisen in mit Rührwerken ausgestatteten Maisch behältern.
In der DD-PS 101423 wird die Weiterentwicklung des Läuterbodens beschrieben, die prinzipiell an der Verfahrensweise des Abläutervorganges nichts ändert, sondern den fertigungstechnischen Aufwand für den Läuterboden senken soll.
Nach der DE-AS 2532511 soll durch wechselseitige Beschickung benachbarter Filterkammern der Maischedurchsatz und die Einsatzdauer der Filtertücher erhöht werden. Am Prinzip der Druckfiltration wird aber durch diese Maßnahme nichts verändert.
Die Erhöhung des Durchsatzes wird aber mit einem höheren apparativen Aufwand und vermutlich Qualitätseinbußen erkauft.
In der DE-OS 1964416 ist ein zylindrischer Läuterbottich beschrieben, der innen über den gesamten Behälterumfang und-höhe mit einem Siebeinsatz versehen ist, der die Treber von der Würze trennen soll.
Durch diethermodynamische Bewegung in der warmzuhaltenden Maischesäule befindet sich ein erheblicher Teil Feststoffe in der Schwebe, die das feinmaschige Siebgewebe zumindest im unteren Bereich, in dem sich die Schwebstoffe anreichern, versetzen und der geringe Differenzdruck zwischen Maische- und Würzesäule nur ein sich ständig verlangsamenden Abfluß erlaubt.
Ziel der Erfindung ist es, bei gleichbleibender oder verbesserter Qualität der Würze, den Zeitaufwand und die subjektiven Einflüsse insbesondere beim Abläuter-, Austreber- und Reinigungsprozeß zu verringern und den Ausnutzungsgrad des Einsatzproduktes unabhängig vom Kornspektrum zu erhöhen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Maisch- und Abläuterprozeß dahingehend zu verändern, daß der limitierende Eigenfiltereffekt des Maischedickstoffes bei gleicher oder verbesserter Qualität der Würze und gleicher oder höherer Auslaugung des Einsatzproduktes überwunden wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das Maischen und Abläutern in einem speziellen Gefäß unter Verwendung von Gewebe- oder perforierten Plattenfiltern durchgeführt wird, wobei das Maischen in an sich bekannter Weise unter intensivem Mischen und zwischengelegten Rasten erfolgt. Nach dem Aufschluß und der Lösung der Maischeinhaltsstoffe wird die Abläuterung eingeleitet. Die Abläuterung erfolgt quer oder entgegen der Absinkrichtung der Feststoffteilchen aus einer oder mehreren Etagen der Maischesäule über die Filter.
Zur Erzeugung eines Soges an dem oder den Filtern kann zweckmäßig zwischen absinkendem Maischespiegel und Auslauf ein hydrostatisches Gefälle geschaffen werden.
Zur Unterbindung des Filterversatzes können hydraulische Rückspülimpulse auf den Würzeabfluß und/oder mechanische Wirbel vor den Filtern erzeugt werden.
Der Abzug der Vorderwürze, wie auch der Nachgüsse, kann nach einer Rast oder aus dem bewegten Inhalt erfolgen. Erfolgt der Abzug nach einer Rast, kann ggf. bei mehretagigem Abzug der Würze auf die Filtration der Würze aus der oder den oberen Etagen verzichtet werden.
Es kann im Falle des Abzugs der Würze aus der Rast auch zweckmäßig sein, in der sich absetzenden Treberschicht die Abläuterung weiterzuführen.
Zur Erzeugung und Erhaltung einer homogenen Suspension mit gleichmäßigem Temperaturprofil wird die Maischesäule von unten bei gleichzeitiger Rührung und Beheizung aufgebaut.
Das Austrebern kann durch Schwerkraft oder anderweitig und. bei gleichzeitigem Restwürzeentzug bis zu einer bestimmten
Restfeuchte vorgenommen werden. "
Es entspricht dem Wesen der Erfindung, wenn das Abläutern nicht genau quer oder senkrecht entgegen derÄbsinkrichtung der Feststoffteilchen erfolgt, sondern in einem ausgelenkten Winkel <45 bis < -90°, Die wesentlichen Vorteile der Erfindung bestehen in der annähernd vollständigen Auslaugung des Rohstoffes durch die intensive Kontaktierung mit der Flüssigkeitwährend der Läuterung bei vorher exakt bestimmbaren Nachgüssen, d.h. die Würzequalität ist ohne Nachbehandlung genau einstellbar.
Es werden geringere Anforderungen an das Kornspektrum des Einsatzgutes gestellt. Zur Förderung der Auslaugung kann der Anteil der kleinen Korngrößen erhöht werden. Die Maisch- und Abläuterzeit wird wesentlich verkürzt.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Beispiel näher erläutert werden.
Fig. 1: zeigt die schematische Darstellung des Maisch- und Läutervorganges
Im Maisch-Läuterbehälter 1 wird über die Befülleinrichtung 14 unter ständiger Bewegung mittels Rühreinrichtung 10/12 die Maischesäule 2 nach vorgegebener Zusammensetzung aufgebaut. Nach inniger Mischung und Kontaktierung des Wassers mit dem Substrat wird der weitere Maischvorgang in bekannter Weise im ständigen Wechsel zwischen Bewegung und Rast durchgeführt, wobei derthermohydraulische Effekt der Beheizung 15 mit der Rührung mittels Rührer 10,9 kombiniert wird.
Nach Abschluß des Maischens erfolgt entweder bei weiterer Bewegung der Maischesäule oder bei Ruhe die Abläuterung der Maische 2. Die Abläuterung aus der Bewegung hat den Vorteil, daß bereits während des Vorganges ein gewisses Aussüßen stattfindet; erfordert aber unbedingt die Filtration in den oberen Etagen Il/Ill bei mehretagigem Würzeabzug 3,4, 5.
Beim Würzeabzug in Bewegung tritt nach Öffnen des Schiebers 21 durch den hydrostatischen Druck in allen Etagen die Würze quer zur Absinkrichtung durch die gekapselten Filter 6,7,8, wobei die teilweise mit anschwimmenden Feststoffteilchen abgeschieden werden.
Mittels Rückspüleinrichtung wird bei Filterversatz ein hydraulischer Rückspülimpuls ausgelöst, in dessen Folge die im Filter anliegenden Feststoffteilchen in die Maischesäule 2 zurückbefördert werden.
Nach Absinken des Medienspiegels unter die Filter der jeweiligen Etage kann eine Filterspülung mit einer geringen Menge Würze oder Frischwasser erfolgen.
Nach Absinken des Maischespiegels unter die unterste Filteretage I wird über die Befülleinrichtung 19 der erste Nachguß unter ständigem Rühren vorgenommen, wobei der Maischedickstoff 22 wieder suspendiert und ausgesüßt wird, worauf der Würzeabzug in beschriebener Weise erneut beginnt.
Nach dem ein- oder mehrmaligen Aussüßen wird aus dem Maischedickstoff 22 noch die Restsüße über einen oder mehrere Filter 18 am Behälterkonus abgezogen, wobei die Rühreinrichtung 10,9 bewegt werden kann.
Durch Rückspülimpulse werden die Filter 18 freigespült.
Es kann je nach Würzegehalt zweckmäßig sein, bereits nach Abzug der Vorderwürze den Würzegehalt des Maischedickstoffes 22 auf gleiche Weise zu verringern.
Im Falle des Würzeabzuges im Ruhezustand kann gegebenenfalls oberhalb der untersten Etage I ohne Filter abgezogen werden.
Die weiteren Arbeitsgänge erfolgen analog dem Vorgang des Würzeabzuges bei Bewegung.
Claims (9)
1. Maisch- und Abläuterverfahren zur Gewinnung von Bierwürze, in dem das Maischen und Läutern als eine Aufbereitung durchgeführt wird, gekennzeichnet dadurch, daß die Maischesäule (2) von unten unter ständiger Bewegung aufgebaut wird, mit nachherigem Maischevorgang in an sich bekannter Weise im Wechsel von Mischung und Rasten bis zur vollständigen Umsetzung des Substrates, worauf die Abläuterung aus der bewegten oder ruhenden Maische (2) quer zur oder entgegen der Absinkrichtung der Feststoffteilchen oder in einem ausgelenkten Winkel <45° bis ^ -90° in einer oder mehreren Etagen (I, II, III) über Filter (6,7,8) unter impulsartiger hydraulischer oder mechanischer Freispülung der Filter (6,7,8) beziehungsweise mechanischer Feststoffabstreifung von den Filtern durchgeführt und derTreber (22) in an sich bekannter Weise durch Schwerkraft oder Fördereinrichtung (12) nach unten abgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Abläutern nach den an sich bekannten Intervallen —Abzug der Vorderwürze — ein oder mehrere Nachgüsse — Rührung der Maische — Abzug der Würze aus der Ruhe oder aus der Bewegung der Maische erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß nach dem Abzug der Vorderwürze der Nachguß kontinuierlich von unten bei ständiger Ableitung der Würze erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß der Sog an den Filtern zum Abzug der Würze durch geodätischen Höhenunterschied oder über Pumpen erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruchs bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß die Filtration peripher und/oder Zentrist, jnd/oder konzentrisch aus der Maischesäule (2) erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1,2,4 und 5, gekennzeichnet dadurch, daß der Abzug der Würze nach einer. Rast bei Ruhe in den oberen Etagen (II, III) ohne Filter (3,4) erfolgen kann.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet dadurch, daß aus dem unteren Bereich des Maischedickstoffes (22) über Filter 18 unter ständiger oder Intervallrührung vor dem Filter (18) und/oder Rückspülimpulsen (11) die Restsüße abgezogen werden kann.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß derTreber (22) in einem Trichter gesammelt und durch Schwerkraft ausgetragen werden kann.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß der Treber (22) restentwässert werden kann.
Priority Applications (1)
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| DD29049586A DD262336A3 (de) | 1986-05-23 | 1986-05-23 | Maisch- und ablaeuterverfahren |
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| DD262336A3 true DD262336A3 (de) | 1988-11-30 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102024123187B3 (de) * | 2024-08-14 | 2025-12-18 | Bucher Denwel Gmbh | Vorrichtung zum Abläutern von Würze aus einer Maische |
-
1986
- 1986-05-23 DD DD29049586A patent/DD262336A3/de not_active IP Right Cessation
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