CH 700 299 B1
Beschreibung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Uhrengehäuse für eine Armbanduhr, an dem eine in eine vorgegebene Drehrichtung drehbare Lünette vorgesehen ist.
[0002] Derartige Uhrengehäuse sind in der Regel wasserdicht ausgeführt und werden beispielsweise bei Taucheruhren verwendet, um mittels der drehbaren Lünette eine bei einem Tauchgang verstreichende Zeitdauer anzuzeigen. Hierzu ist die drehbare Lünette mit zugeordneten Markierungen versehen, z.B. einem Pfeil, Zahlen und Unterteilungen. Zu Beginn eines Tauchgangs kann die Lünette derart verdreht werden, dass der Pfeil einen dem Beginn des Tauchgangs entsprechenden Startzeitpunkt anzeigt, sodass die Zahlen und Unterteilungen während des Tauchgangs die jeweilige Tauchdauer ausgehend von dem Startzeitpunkt angeben.
[0003] Die CH 662 030 A3 beschreibt ein wasserdichtes Uhrengehäuse, bei dem ein Uhrglas über eine erste Dichtung starr mit einer Oberseite eines Gehäusemittelteils verbunden ist, an dessen Unterseite eine Abdeckung mit einer zweiten Dichtung vorgesehen ist. Darüber hinaus ist an der Oberseite des Mittelteils eine drehbare Lünette angeordnet, die mit an dem Uhrglas und/oder dem Gehäuse vorgesehenen Klinkenschaltmitteln zusammenwirkt. Diese dienen dazu, ein Verdrehen der Lünette nur in eine vorgegebene Drehrichtung zu ermöglichen und ein Verdrehen in die Gegenrichtung zu blockieren.
[0004] Ein Nachteil dieses Uhrengehäuses liegt darin, dass die Lünette auch nach einem beispielsweise zu Beginn eines Tauchgangs durchgeführten Einstellvorgangs weiterhin frei drehbeweglich in die vorgegebene Drehrichtung ist. Dies kann bei dem Tauchgang zu einer ungewollten Verdrehung der Lünette und somit zu einer Verstellung des Tauchbeginns auf einen früheren Startzeitpunkt führen. Da dieser frühere Startzeitpunkt aus Sicherheitsgründen als eigentlicher Tauchbeginn zu betrachten ist, um eventuellen Tauchunfällen vorzubeugen, würde eine derartige Verstellung zu einer ungewünschten Verkürzung des Tauchgangs führen.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Uhrengehäuse mit einer in eine vorgegebene Drehrichtung drehbaren Lünette bereitzustellen, bei der eine ungewollte Verdrehung der Lünette in die vorgegebene Drehrichtung verhindert werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Uhrengehäuse mit einer drehbaren Lünette und eine Uhr mit einem derartigen Uhrengehäuse gemäss dem Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche. Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
[0007] Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen und in den Zeichnungen dargestellten, in keiner Weise als Einschränkung der Erfindung zu verstehenden Ausführungsbeispielen. Es zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Oberseite einer Armbanduhr gemäss der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Armbanduhr von Fig. 1 in Richtung des Pfeils II von Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Armbanduhr von Fig. 1 in Richtung des Pfeils III von Fig. 1,
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Unterseite der Armbanduhr von Fig. 1,
Fig. 5 eine vergrösserte, perspektivische Ansicht der Armbanduhr von Fig. 1,
Fig. 6 einen Ausschnitt einer Schnittansicht der Armbanduhr von Fig. 1 entlang der Linie Vl-Vl von Fig. 5, und
Fig. 7 einen Ausschnitt einer Schnittansicht der Armbanduhr von Fig. 1 entlang der Linie VII—VII von Fig. 5.
[0008] In den verschiedenen Figuren werden gleiche oder gleich wirkende Teile mit denselben Bezugszeichen bezeichnet und in der nachfolgenden Beschreibung gewöhnlich nur einmal beschrieben, wobei sich Begriffe wie links, rechts, vorne, hinten, oben und unten auf die jeweilige Zeichnungsfigur beziehen und somit in Abhängigkeit von einer jeweils gewählten Ausrichtung (Hochformat oder Querformat) von einer Zeichnungsfigur zur nächsten variieren können.
[0009] Fig. 1 zeigt die Oberseite eines Zeitmessgeräts 10 gemäss der vorliegenden Erfindung. Das Zeitmessgerät 10 ist beispielhaft eine Uhr, bevorzugt eine Armbanduhr, mit einem Uhrengehäuse 20, an dem Befestigungsglieder 14, 16 zur Befestigung eines Armbandes vorgesehen sind. Z.B. ist am Befestigungsglied 14 ein erstes Armbandelement (92 in Fig. 3) und am Befestigungsglied 16 ein zweites Armbandelement (94 in Fig. 3) befestigt.
[0010] Die Uhr 10 hat Anzeigemittel 70 zur Zeitanzeige, die unter einem am Gehäuse 20 befestigten Uhrglas 28 angeordnet sind. Die Anzeigemittel 70 weisen beispielhaft einen Stundenzeiger 72 und einen Minutenzeiger 74 auf, die über eine Krone 60 einstellbar sind. Darüber hinaus kann die Uhr 10 ein oder mehrere Komplikationen aufweisen, die über zusätzliche Kronen einstell- bzw. bedienbar sein können. Z.B. kann die Uhr 10 einen Chronographen aufweisen, der über eine Krone 69 betätigbar ist. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass derartige Komplikationen sowie die Zeitanzeige
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als solche nicht Teil der vorliegenden Erfindung sind, sodass zwecks Knappheit der Beschreibung auf eine detaillierte Erläuterung dieser Elemente verzichtet wird.
[0011] Die Uhr 10 ist bevorzugt eine Taucheruhr. Hierzu ist das Uhrengehäuse 20 bevorzugt unter Verwendung von Dichtungen 23, 29 (Fig. 6, 7) wasserdicht ausgebildet, wie unten bei Fig. 6 und 7 im Detail beschrieben.
[0012] Das Uhrengehäuse 20 weist eine in eine vorgegebene Drehrichtung 19 drehbare Lünette 30 auf, die vorzugsweise ringförmig ausgebildet ist und gemäss einer Ausführungsform Keramikmaterial aufweist. Die Lünette 30 hat zugeordnete Markierungen 39, die z.B. einen grossen Pfeil 32, Zahlen 33 («10», «20», «30», «40» und «50»), sowie als Unterteilungen dienende, kleine Pfeile 33 umfassen. Die Markierungen 39 dienen bevorzugt zur Tauchzeiterfassung. Z.B. kann zu Beginn eines Tauchgangs die Lünette 30 derart in die Drehrichtung 19 verdreht werden, dass der grosse Pfeil 32 einen dem Beginn des Tauchgangs entsprechenden Startzeitpunkt anzeigt. Während des Tauchgangs kann dann die jeweilige Tauchdauer ausgehend von dem Startzeitpunkt anhand der jeweiligen Position des Minutenzeigers 74 an der Lünette 30 abgelesen werden.
[0013] An dem Uhrengehäuse 20 ist ein Betätigungsring 40 zum Betätigen der Lünette 30 vorgesehen, das z.B. aus Stahl ausgebildet ist. Der Betätigungsring 40 ist bevorzugt mit einem Greifelement 50 verbunden, das vorzugsweise zumindest teilweise aus Kautschuk ausgebildet ist.
[0014] Der Betätigungsring 40 und das Greifelement 50 sind bevorzugt ringförmig ausgebildet und miteinander verbunden. Beispielweise sind der Betätigungsring 40 und das Greifelement 50 miteinander verklebt. Alternativ hierzu kann das Greifelement 50 elastisch um den Betätigungsring 40 herum gespannt sein und von einer entsprechenden Reibungskraft an diesem gehalten werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass verschiedene andere Befestigungsarten einzeln oder in Kombination ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung möglich sind und somit unter den Schutzbereich der unten stehenden Schutzansprüche fallen.
[0015] Der Betätigungsring 40 ist axial von einer Freigabeposition in eine Betätigungsposition verschiebbar. Im Kontext der vorliegenden Erfindung wird als «axiale Verschiebung» des Betätigungsrings 40 eine lineare Verschiebung entlang seiner Rotationsachse, d.h. in Richtung eines Pfeils 17 (Fig. 7), bezeichnet. In Fig. 1 entspricht eine derartige axiale Verschiebung des Betätigungsrings 40 einem Anheben des in seiner Freigabeposition dargestellten Betätigungsrings 40 mit dem Greifelement 50, um diesen aus der Blattebene heraus in die Betätigungsposition zu verschieben. In dieser Betätigungsposition kann der Betätigungsring 40 mit dem Greifelement 50 in die vorgegebene Drehrichtung 19 verdreht werden, um die Lünette 30 in die vorgegebene Drehrichtung 19 zu drehen, wie unten stehend bei Fig. 7 beschrieben.
[0016] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Uhr 10 von Fig. 1 mit dem Uhrengehäuse 20. Dieses hat beispielhaft ein Mittelteil 25, an dessen Unterseite eine Abdeckung 22 vorgesehen ist. An seiner Oberseite sind das Uhrglas 28 und die mit dem Greifelement 50 verdrehbare Lünette 30 angeordnet.
[0017] Fig. 3 zeigt eine andere Seitenansicht der Uhr 10, in der die Befestigung des ersten und zweiten Armbandelements 92, 94 an den Befestigungsgliedern 14 bzw. 16 mit Federstiften 82 bzw. 84 verdeutlicht ist. Die Befestigungsglieder 14, 16 sind bevorzugt am Mittelteil 25 des Uhrengehäuses 20 ausgebildet.
[0018] Gemäss einer Ausführungsform ist am Greifelement 50 ein Markierungsfeld 52 ausgebildet, an dem z.B. ein Typenschild oder eine entsprechende Beschriftung vorgesehen werden kann. Dieses Markierungsfeld 52 kann in der Freigabeposition des Betätigungsrings 40 von Fig. 1 durch eine Drehbewegung des Rings 50 beispielsweise derart positioniert werden, dass es wie in Fig. 3 gezeigt über der Krone 60 zentriert wird, wie unten bei Fig. 6 beschrieben.
[0019] Fig. 4 zeigt die Unterseite der Uhr 10 von Fig. 1. Fig. 4 verdeutlicht die am Mittelteil 25 des Uhrengehäuses 20 befestigte Abdeckung 22.
[0020] Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht der Uhr 10 von Fig. 1, in der zur Vereinfachung der Zeichnung auf eine Darstellung der Anzeigemittel 70 und der Markierungen 39 von Fig. 1 verzichtet wurde. Fig. 5 verdeutlicht das Markierungsfeld 52.
[0021] Wie aus Fig. 5 ersichtlich, ist am Uhrengehäuse 20 im Bereich der Krone 60 ein Begrenzungsglied 27 vorgesehen. Dieses ist mit dem Mittelteil 25 verbunden, z.B. verschraubt, und dient dazu, eine ungewollte Betätigung der Krone 60 zu verhindern und zumindest abschnittsweise eine Führungsnut (55 in Fig. 6 und 7) für den Betätigungsring 40 von Fig. 1 auszubilden bzw. zu begrenzen.
[0022] Fig. 6 zeigt eine Schnittansicht eines Ausschnitts der Uhr 10 von Fig. 1, bei der der Betätigungsring 40 und das Greifelement 50 in der Freigabeposition dargestellt sind. Wie bei Fig. 1 beschrieben, ist die Uhr 10 bevorzugt wasserdicht ausgebildet und als Taucheruhr geeignet. Hierzu ist einerseits die Abdeckung 22 über die Dichtung 23 und andererseits das Uhrglas 28 über die Dichtung 29 zum Mittelteil 25 des Uhrengehäuses 20 hin abgedichtet. Im Uhrengehäuse 20 kann ein nicht gezeigtes Uhrwerk angeordnet werden.
[0023] Gemäss einer Ausführungsform ist im Bereich des Uhrglases 28 ein Halteglied 98 vorgesehen, das vorzugsweise ringförmig um einen Aussenumfang des Uhrglases 28 herum angeordnet ist. Dieses ist am Mittelteil 25 befestigt, z.B. durch Verkleben, Verschweissen oder Verschrauben, oder einstückig mit diesem ausgebildet. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass auch andere Befestigungsarten möglich sind und somit in den Schutzbereich der unten stehenden Schutzansprüche
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fallen. Beispielsweise kann der Haltering 98 am Mittelteil 25 unter Verwendung eines Federglieds elastisch verspannt werden.
[0024] An dem Haltering 98 ist die drehbare Lünette 30 drehbeweglich gelagert bzw. liegt zumindest abschnittsweise auf diesem auf. Die Lünette 30 ist mit einem Verstellelement 35 verbunden, das bevorzugt als Stahlring ausgebildet und ebenfalls drehbeweglich am Uhrengehäuse 20 angeordnet ist, wie unten stehend beschrieben. Die drehbare Lünette 30 ist beispielhaft am Verstellring 35 befestigt, z.B. mit einer oder mehreren Schrauben 31. Alternativ hierzu können die drehbare Lünette 30 und der Verstellring 35 einstückig ausgebildet sein.
[0025] Der Verstellring 35 hat eine Schulter 97, die zumindest abschnittsweise an dessen Innenumfang ausgebildet ist und gegen einen Führungsvorsprung 95 des Halterings 98 anliegt. Somit bilden der Verstellring 35 und die an dieser befestigten Lünette 30 eine Nut 91, in die der Haltering 98 zur drehbeweglichen Lagerung des Rings 35 und der Lünette 30 am Gehäuse 20 eingreift. Um hierbei ausschliesslich eine Drehung des Verstellrings 35 und somit der Lünette 30 in die vorgegebene Drehrichtung 19 von Fig. 1 zu ermöglichen, ist ein Blockierglied 99 vorgesehen, das dazu ausgebildet ist, den Verstellring 35 bei einer Drehung in die entgegengesetzte Drehrichtung zu blockieren. Das Blockierglied 99 ist nicht Teil der vorliegenden Erfindung und kann wie im Stand der Technik gebräuchlich realisiert werden, sodass zwecks Knappheit der Beschreibung auf eine weitere Beschreibung des Blockierglieds 99 verzichtet werden kann.
[0026] Gemäss einer Ausführungsform hat der Verstellring 35 eine erste Verzahnung 36 und der Betätigungsring 40 eine zweite Verzahnung 46. Wie aus einem vergrösserten Ausschnitt 66 ersichtlich ist, hat die Verzahnung 36 eine Vielzahl von Zähnen 37 und die Verzahnung 46 eine Vielzahl von Zähnen 47. Diese sind in der Freigabeposition der Ringe 40, 50 nicht in Eingriff miteinander, d.h. der Betätigungsring 40 gibt den Verstellring 35 in der Freigabeposition frei. Während die Lünette 30 somit in dieser in Fig. 6 dargestellten Freigabeposition nicht verdrehbar ist, kann der Betätigungsring 40 mit dem Greifelement 50 frei gedreht werden, bevorzugt sowohl in die vorgegebene Drehrichtung 19 von Fig. 1 als auch in die entgegengesetzte Drehrichtung, z.B. um das Markierungsfeld 52 von Fig. 5 in eine gewünschte Position zu bewegen.
[0027] Der Betätigungsring 40 ist im Querschnitt beispielhaft L-förmig mit einem Fussabschnitt 41 ausgebildet, an dem die Verzahnung 46 angeordnet ist. Der Betätigungsring 40 hat eine erste Nut 44, die der Freigabeposition zugeordnet ist, und eine zweite Nut 42, die der Betätigungsposition zugeordnet ist. Die Nuten 42, 44 sind bevorzugt ringförmig an der dem Uhrengehäuse 20 zugewandten Seite des Betätigungsrings 40 ausgebildet.
[0028] Fig. 7 zeigt eine Schnittansichteines anderen Ausschnitts der Uhr 10 von Fig. 1, bei der der Betätigungsring 40 und das Greifelement 50 in der Betätigungsposition dargestellt sind. Hierzu wurde der Betätigungsring 40 mit dem Greifelement 50 aus der Freigabeposition in Richtung des Pfeils 17 axial verschoben.
[0029] Wie aus einem vergrösserten Ausschnitt 77 ersichtlich ist, greift in dieser Betätigungsposition der Betätigungsring 40 mit seiner Verzahnung 46 lösbar in die Verzahnung 36 des Verstellrings 35 ein, d.h. die Zähne 47 und die Zähne 37 sind in der Betätigungsposition in Eingriff miteinander. Somit kann durch eine Verdrehung des Greifelements 50 und somit des Betätigungsrings 40 in die vorgegebene Drehrichtung 19 von Fig. 1 eine Drehung des Verstellrings 35 und der mit diesem verbundenen Lünette 30 in diese Drehrichtung 19 erreicht werden. Hierbei wird der Betätigungsring 40 zumindest abschnittsweise in einer am Uhrengehäuse 20 vorgesehenen Nut 55 geführt, in der der Ring 40 drehbeweglich gelagert ist. Die Nut 55 ist vorzugsweise zumindest abschnittsweise zwischen dem Begrenzungsglied 27 und dem Gehäuse 25 ausgebildet.
[0030] Gemäss einer Ausführungsform ist am Mittelteil 25 des Uhrengehäuses 20 mindestens ein Federelement 83 vorgesehen, das den Betätigungsring 40 in radialer Richtung in der Nut 55 einspannt bzw. hält. Das Federelement 83 hat bevorzugt eine Mehrzahl von Federbolzen 85, die z.B. über den Umfang des Uhrengehäuses 20 verteilt angeordnet sind. Diese haben zugeordnete Federkugeln 87, die in der Freigabeposition des Betätigungsrings 40 mit einer vorgegebenen Federkraft in die Nut 44 eingreifen. In der in Fig. 7 gezeigten Betätigungsposition greifen die Federkugeln 87 mit der vorgegebenen Federkraft in die Nut 42 ein.
[0031] Das Federelement 83 ermöglicht dementsprechend, den Betätigungsring 40 in axialer Richtung, d.h. in Richtung des Pfeils 17, in seiner Freigabe- oder Betätigungsposition zu blockieren. Somit wird eine ungewollte axiale Verschiebung des Betätigungsrings 40 von der Freigabe- in die Betätigungsposition verhindert, sodass eine ungewünschte Verdrehung der Lünette 30 wirksam verhindert wird. Darüber hinaus wird in der Betätigungsposition eine komfortable Handhabung des Betätigungsrings 40 unter Verwendung des Greifelements 50 ermöglicht, da ein Halten des Rings 40 in der Betätigungsposition durch den Benutzer entfällt und somit ein sicheres, einfaches und präzises Verdrehen der Lünette 30 möglich ist.
[0032] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung, die in den Ansprüchen definiert ist, sind vielfache Abwandlungen und Modifikationen des erfindungsgemässen Uhrengehäuses für eine Armbanduhr möglich, ohne dessen Funktionsweise zu verändern. Dementsprechend sind derartige Abwandlungen und Modifikationen als Teil der Erfindung zu verstehen, und sind zur Definition von deren Schutzbereich als in den Ansprüchen erwähnt, heranzuziehen.
Patentansprüche
1. Uhrengehäuse (20) für eine Armbanduhr (10), an dem eine in eine vorgegebene Drehrichtung (19) drehbare Lünette (30) vorgesehen ist, aufweisend:
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einen drehbeweglich an einem Mittelteil (25) des Uhrengehäuses (20) angeordneten Verstellring (35), der mit der Lünette (30) verbunden ist;
einen drehbeweglich am Mittelteil (25) angeordneten Betätigungsring (40), der axial von einer Freigabeposition in eine Betätigungsposition verschiebbar ist, wobei der Betätigungsring (40) dazu ausgebildet ist, in der Freigabeposition den Verstellring (35) freizugeben und in der Betätigungsposition lösbar in den Verstellring (35) einzugreifen, um in der Betätigungsposition eine Drehung des Verstellrings (35) und der mit diesem verbundenen Lünette (30) in die vorgegebene Drehrichtung durch eine Verdrehung des Betätigungsrings (40) zu ermöglichen.
2. Uhrengehäuse nach Anspruch 1, bei dem die drehbare Lünette (30) am Verstellring (35) lösbar befestigt ist.
3. Uhrengehäuse nach Anspruch 2, bei dem die Lünette (30) am Verstellring (35) verschraubt ist.
4. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die drehbare Lünette (30) als Keramikring ausgebildet ist.
5. Uhrengehäuse nach einem dervorhergehenden Ansprüche, bei dem der Verstellring (35) als Stahlring ausgebildet ist.
6. Uhrengehäuse nach Anspruch 1, bei dem die drehbare Lünette (30) und der Verstellring (35) einstückig ausgebildet sind.
7. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Verstellring (35) eine erste Verzahnung (36) aufweist und an dem Betätigungsring (40) eine zweite Verzahnung (46) vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, in der Betätigungsposition des Betätigungsrings (40) in die erste Verzahnung (36) einzugreifen.
8. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Betätigungsring (40) als Stahlring ausgebildet ist.
9. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Betätigungsring (40) ein Greifelement (50) aufweist.
10. Uhrengehäuse nach Anspruch 9, bei dem das Greifelement (50) ein mit dem Betätigungsring (40) verbundenes Greifelement ist.
11. Uhrengehäuse nach Anspruch 9 oder 10, bei dem das Greifelement (50) Kautschuk aufweist.
12. Uhrengehäuse nach einem dervorhergehenden Ansprüche, bei dem mindestens eine Nut (55) vorgesehen ist, in der der Betätigungsring (40) zumindest abschnittsweise gelagert ist.
13. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem mindestens ein Federelement (83) vorgesehen ist, das den Betätigungsring (40) in axialer Richtung zumindest in einer seiner Freigabe- oder Betätigungsposition blockiert.
14. Uhrengehäuse nach Anspruch 13, bei dem das Federelement (83) eine Mehrzahl von Federbolzen (85) aufweist, die über den Umfang des Mittelteils (25) verteilt angeordnet sind.
15. Uhrengehäuse nach Anspruch 14, bei dem der Betätigungsring (40) eine erste ringförmige, dem Mittelteil (25) zugewandte Nut (44) aufweist, die der Freigabeposition zugeordnet ist, wobei den Federbolzen (85) zugeordnete Federkugeln (87) in der Freigabeposition des Betätigungsrings (40) in die erste Nut (44) eingreifen.
16. Uhrengehäuse nach Anspruch 15, bei dem der Betätigungsring (40) eine zweite ringförmige, dem Mittelteil (25) zugewandte Nut (42) aufweist, die der Betätigungsposition zugeordnet ist, wobei die den Federbolzen (85) zugeordneten Federkugeln (87) in der Betätigungsposition des Betätigungsrings (40) in die zweite Nut (42) eingreifen.
17. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Blockierglied (99) vorgesehen ist, das dazu ausgebildet ist, den Verstellring (35) bei einer Drehung in die der vorgegebenen Drehrichtung (19) entgegengesetzte Drehrichtung zu blockieren.
18. Uhrengehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Halteglied (98) vorgesehen ist, an dem die Lünette (30) und der Verstellring (35) gelagert sind.
19. Uhr (10) mit einem Uhrengehäuse (20), an dem eine in eine vorgegebene Drehrichtung (19) drehbare Lünette (30) vorgesehen ist, wobei das Uhrengehäuse (20) aufweist:
einen drehbeweglich an einem Mittelteil (25) des Uhrengehäuses (20) angeordneten Verstellring (35), der mit der Lünette (30) verbunden ist;
einen drehbeweglich am Mittelteil (25) angeordneten Betätigungsring (40), der axial von einer Freigabeposition in eine Betätigungsposition verschiebbar ist, wobei der Betätigungsring (40) dazu ausgebildet ist, in der Freigabeposition den Verstellring (35) freizugeben und in der Betätigungsposition lösbar in den Verstellring (35) einzugreifen, um in der Betätigungsposition eine Drehung des Verstellrings (35) und der mit diesem verbundenen Lünette (30) in die vorgegebene Drehrichtung durch eine Verdrehung des Betätigungsrings (40) zu ermöglichen.
20. Uhr (10) nach Anspruch 19, bei dem das Uhrengehäuse (20) nach einem der Ansprüche 2 bis 18 ausgebildet ist.
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