CH429743A - Verfahren zur Herstellung von Melamin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von MelaminInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Melamin Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Verfahren zur Herstellung von Melamin durch Erhitzen von Harn stoff unter autogenem Druck mittels im Innern des Reaktionsgefässes befindlicher stromdurchflossener Lei ter und unter Verwendung nichtmetallischer Materialien für die Auskleidung des Reaktionsgefässes. Für das Verfahren ist wesentlich, dass man als stromdurchflos senen Leiter das geschmolzene Reaktionsgut verwendet.
Die Möglichkeit für dieses Verfahren beruht auf der Er kenntnis, dass Harnstoff eine Leitfähigkeit in einer Höhe besitzt, die seine unmittelbare Ausnutzung als Stromleiter und damit als Heizwiderstand zulässt. Aller dings ist bei der Durchführung des Verfahrens zu be achten, dass bei der Umsetzung von Harnstoff zu Mela- min Zwischenprodukte entstehen, deren Leitfähigkeit ebenso wie die des Melamins - um Grössenordnungen geringer sind als die des Harnstoffs. Das bedeutet natur- gemäss eine Erschwerung für die Einbringung der erfor derlichen Energie, vor allem in bezug auf die Auslegung der Elektroden.
Die vorliegende Erfindung beruht nun auf dem Grundgedanken, durch Zusatz eines Elektrolyten zum Reaktionsgemisch, der unter den Reaktionsbedingungen nahezu vollständig dissoziiert ist, eine Grundleitfähigkeit zu schaffen, die praktisch unbeeinfluss ist von den ver schiedenen Zuständen des chemischen Systems. Dementsprechend behandelt sie ein Verfahren zur Her stellung von Melamin durch Erhitzen von Harnstoff un ter autogenem Druck mittels im Innern des Reaktions- gefässes befindlicher stromdurchflossener Leiter, wobei als stromdurchflossener Leiter das geschmolzene Reak tionsgut und als Strom Wechselstrom verwendet werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekenn zeichnet, dass dem Reaktionsgemisch geringe Mengen von Säuren, deren Salzen und/oder Anhydriden zuge setzt werden.
Für die Zusatzstoffe ist somit erforderlich, dass sie unter den Reaktionsbedingungen von der Schmelze ge löst und in Ionen dissoziiert werden. Zu diesen Stoffen gehören vor allem Säuren, insbesondere die Mineralsäu- ren, die vor allem in Form ihrer Salze und Anhydride eingesetzt werden.
Bevorzugt sind die Ammoniumver- bindungen und hier wiederum vor allem Ammonchlorid und Ammonphosphat. Die Zusatzmenge liegt im allge- meinen im Bereich von etwa 0,1-5 Gew.%, bezogen auf eingesetzten Harnstoff.
Die Auswahl des Zusatzstoffes und die einzuset zende Menge richtet sich zweckmässig danach, dass man während der Reaktion im stationären Zustand etwa einen spezifischen Widerstand von 15 Q cm erreicht. Harnstoff hat bei 200 in unzersetztem Zustand einen solchen spezifischen Widerstand. Ein Zusatz von z. B. 2 % Ammonchlorid erniedrigt diesen Widerstand auf etwa 7-8 S- cm.
Während bei der thermischen Umset zung von Harnstoff zu Melamin ohne Zusatzelektrolyt die spezifischen Widerstände bis auf ca. 5000 n cm an wachsen, kann der Widerstand mit der angegebenen Menge Ammonchlorid auf ca. 15 D cm gehalten wer den. Die hierdurch erreichte Vereinfachung bei der Energiezuführung ist ohne weiteres ersichtlich.
Die Zugabe selbst erfolgt zweckmässig in der Weise, dass der Zusatzstoff zusammen mit dem Harnstoff in der erforderlichen Menge in das Reaktionsgefäss einge bracht wird.
Die durch die vorliegende Erfindung erzielte beson ders wirksame Art der Energiezufuhr macht es möglich, die Reaktion in verfahrensmässig besonders einfacher Form durchzuführen. Hierbei wird so vorgegangen, dass man das Gemisch aus Harnstoff und Zusatzstoff unter den Reaktionsbedingungen in die Schmelze einleitet, die im wesentlichen aus bereits umgesetzten Produkten be steht. Das Verfahren wird also so geführt, dass das Reaktionsgemisch immer eine bestimte Mindestmenge an Melamin enthält. Diese Arbeitsweise ist vorteilhaft in zweifacher Hinsicht.
Einerseits umgeht man die beim üblichen Verfahren auftretende Ausbildung von festen Zwischenprodukten und damit die Gefahr von Verstop fungen. Zum andern erreicht man eine homogene Leit fähigkeit über den gesamten Reaktionsraum. Es tritt also praktisch kein Leitfähigkeitsgradient auf.
Bei der vorbeschriebenen besonderen Ausführungs- form des Verfahrens arbeitet man im allgemeinen so, dass der Melaminspiegel etwa zwischen 50 und 95 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Reaktions- schmelze, beträgt.
Bei diesen Zahlenangaben handelt es sich nur um statistische Werte. In der praktischen Durchführung des Verfahrens, wie sie beispielsweise in Fig. 3 des Hauptpatentes gezeigt wird, ist es naturgemäss so, dass in der Nähe der Harnstoffeintrittsstelle ein ver- hältnismässig hoher Harnstoffanteil und ein verhältnis- mässig niedriger Melaminanteil vorhanden ist,
während nahe der Abzugstelle für das Melamin im wesentlichen nur noch reines Melamin vorhanden ist.
<I>Beispiel</I> Es wird ein Druckreaktor von 211 Inhalt aus VA Extra verwendet, der mit einer Titanauflage und weiter hin auf der Innenseite mit einer Ausmauerung aus Gra phit (Wandstärke 5 cm) ausgekleidet ist. Der Reaktor entspricht im übrigen der Darstellung der<B>_</B> Fig. 3 nach dem Hauptpatent. Durch den unteren Reatordeckel ist eine zentral gelagerte Kohleelektrode eingeführt, die zur mechanischen Stabilisierung mit einem Titankern verse hen ist. Die zweite Elektrode wird durch die Wand ge bildet.
Im stationären Zustand wird an die beiden Elek troden eine Spannung von 6 V bei 50 hz gelegt, wodurch sich eine Stromstärke von etwa 1000 A einstellt. Die Stromzuführung erfolgt derart, dass im Reaktionsgefäss eine Höchsttemperatur von 420 C herrscht.
Stündlich werden 20 kg Harnstoff, die 2 Gew.-% Ammonchlorid enthalten, im oberen Drittel des Reaktionsgefässes zuge- führt. Man achtet darauf, dass die Raumerfüllung durch die flüssige Phase etwa 2/g im Reaktor beträgt, d. h.
die Flüssigphase reicht bis etwa zur Höhe des Harnstoffein- tritts. Die Verweilzeit beträgt etwa 40 Minuten. Am un teren Teil des Gefässes wird die im wesentlichen aus reinem Melamin bestehende flüssige Phase abgezogen,
wobei sich eine Ausbeute an Melamin von 94 % ergibt. Die Entspannung der Gase erfolgt über ein Drosselventil derart, dass ein :autogener Druck von ca. 100 atm ge halten wird. Das statistische Verhältnis zwischen Harn stoff und Melamin im Reaktionsgefäss beträgt etwa 20:80.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Melamin durch Er hitzen von Harnstoff unter autogenem Druck mittels im Innern des Reaktionsgefässes befindlicher stromdurch flossener Leiter, wobei als stromdurchflossener Leiter das geschmolzene Reaktionsgut und als Strom Wechsel strom verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, dass dem Reaktionsgemisch geringe Mengen von Säuren, deren Salzen und/oder Anhydriden zugesetzt werden.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die Zusatzstoffe in Mengen von 0,1-5 Gew.-%, bezogen auf eingesetzten Harnstoff, zu- gesetzt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass Ammonchlorid zugesetzt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass Ammonphosphat zugesetzt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass im Reaktionsgefäss dauernd eine Menge an Melamin belassen wird, die zwischen etwa 95 und 50 Gew.-o/o d er gesamten Reaktionsschmelze beträgt.
Applications Claiming Priority (2)
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1963
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