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CH427084A - Verfahren zur Herstellung von reaktiven Farbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von reaktiven Farbstoffen

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Publication number
CH427084A
CH427084A CH893560A CH893560A CH427084A CH 427084 A CH427084 A CH 427084A CH 893560 A CH893560 A CH 893560A CH 893560 A CH893560 A CH 893560A CH 427084 A CH427084 A CH 427084A
Authority
CH
Switzerland
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sep
dyes
acylatable
groups
dye
Prior art date
Application number
CH893560A
Other languages
English (en)
Inventor
Peter Dr Hindermann
Hans-Peter Dr Koelliker
Juerg Dr Amann
Andre Dr Pugin
Original Assignee
Geigy Ag J R
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Geigy Ag J R filed Critical Geigy Ag J R
Priority to CH893560A priority Critical patent/CH427084A/de
Publication of CH427084A publication Critical patent/CH427084A/de

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Description


      Verfahren        zur    Herstellung von reaktiven     Farbstoffen       Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel  lung von reaktiven Farbstoffen, welche sich auf ge  wissen Textilfasern     fixieren    lassen.  



  Es wurde gefunden, dass man wertvolle reaktive  Farbstoffe der Formel I  
EMI0001.0005     
         worin     F einen mittels     Aminogruppen     gebundenen     Farbstoffrest,          Cyl    und     Cy2    je einen Rest eines     cyclischen          Polycarbimidderivates,     D den Rest eines mittels     Aminogruppen     gebundenen organischen Amins, das  mehr als eine     acylierbare        Amino-          gruppe    enthält,       R1,

          R2    und     R3    ersetzbare     Substituenten    und  n eine niedere ganze Zahl bedeuten,       erhält,       wenn man n     Mol    des mehr als eine     acylierbare        Ami-          nogruppe    enthaltenden organischen Amins zuerst mit  2n     Mol        cyclischem        Polycarbimidderivat    mit drei er  setzbaren     Substitucnten    reagieren lässt und das  Reaktionsprodukt hierauf mit einem     Mol    des n     acy-          lierbare    

      Aminogruppe    enthaltenden Farbstoffs um  setzt.  



  Die Komponenten werden dabei so gewählt, dass  das Endprodukt mindestens eine saure,     salzbildende,          wasserlöslichmachende    Gruppe oder zweckmässig  mehrere solche Gruppen     enthält.     



  Der organische Farbträger F der Formel I kann  einer beliebigen     Farbstoffklasse    angehören. Vorzugs  weise ist F der Rest eines technisch leicht zugängli  chen,     stabilen    und echten     Farbstoffs,    beispielsweise  der Rest eines     Azo-,        Anthrachinon-,        Phthalocyanin-          oder    Nitrofarbstoffs, der mittels einer     Aminobgruppe     mit     Cy,    verbunden ist.  



       Cy,    und     Cy_    bedeuten je den Rest eines     cycli-          schen        Polycarbimidderivates,    worin je die     Hydroxyl-          gruppe    der     enolisierten,    einen     Ringbestandteil    bil  denden     Carbimidgruppe    durch die reaktionsfähigen       Substituenten    R,,     R2    oder R3     bezw.    durch D oder F  ersetzt ist, nach dem Schema:

    
EMI0001.0059     
          Cy     bedeutet in     Cy,    und     Cy.    somit einen     tertiären     Ringstickstoff enthaltenden 5- oder vorzugsweise       6-gliedrigen        Heteroring    von aromatischem Charakter,  welcher an dem Ringstickstoff benachbarten Kohlen  stoffatomen mit F     bezw.    D     bezw.        R1,        R2    oder     R3     verbunden ist. Die Reste     Cy,    und     Cy,    können gleich  oder verschieden sein.

   Vorzugsweise bedeutet     Cy,     den     1,3,5-Triazinylrest    und     Cy,    ebenfalls den         1,3,5-Triazinylrest    oder einen     Pyrimidylrest.    Als wei  tere     6-gliedrige        Heteroringe    entsprechend     Cy    kom  men beispielsweise auch asymmetrische     Triazinringe     in Betracht.  



  Als ersetzbare     Substituenten        R1,        R2    und     R3     kommen negative     Substituenten,    insbesondere die  Halogene Chlor und Brom, gegebenenfalls aber auch       Sulfonylsubstituenten    oder     Nitrogruppen    in Betracht.

        Der Rest D,     Abkömmling    eines mehr als eine       acylierbare        Aminogruppe    enthaltenden     organischen     Polyamins, kann der     aliphatischen,        araliphatischen,          cycloaliphatischen,    der     aromatisch-isocyelischen    oder  der     heterocyclischen    Reihe angehören.

   D ist vorzugs  weise ungefärbt; D kann aber auch     Farbstoffcharak-          .ter        besitzen,        beispielsweise    den Rest     eines        Diamino-          azofarbstoffs        vorstellen.    D     ist    vorzugsweise     ein.        Dia-          min        mit    2 unter den Reaktionsbedingungen     acylier-          bare,n        Aminogruppen;

      D     kann    .aber auch     ein,    Poly  amin     mit    zwei unter den     Reaktionsbedingungen        acy-          lierbaren        Aminogruppen        sein,    ja sogar ein     Polyamin     mit mehr     als    zwei     acylierbaren        Aminogruppen.    Als       acylierbar    werden     Aminogruppen    angesprochen,  wenn sie unter .den     Reaktionsbedingungen,    d. h.

   in       wässriger    Lösung der betreffenden     Aminoverbindung          mit        heterocyclischen        Imidchloriden        reagieren.        Diaryl-          aminogruppen    gelten demnach     ebensowenig        als        acy-          lierbar    wie tertiäre     Aminogruppen.    Dies schliesst  nicht aus, dass sie im Rest D vorhanden sind, etwa       wenn    D sich von der     4,

  4'-Diamino-diphenylamin-          2-sulfonsäure    oder von einem tertiären     Bis-(2'-ami-          noäthyl)-    oder     Bis-(3'-aminopropyl)-amin    ableitet.  Als     acylierbare        Aminogruppen    kommen in erster  Linie primäre     Aminogruppen        in    Betracht und nur  unter günstigen Umständen auch sekundäre     Amino-          gruppen,    welche     dann.    vorzugsweise nur niedermole  kulare     Alkylgruppen,

      vorzugsweise die     Methyl-    oder  die     Äthylgruppe    enthalten. Es ist günstig, wenn in  den     vorzugsweise    verwendeten     diacylierbaren        Diami-          noverbindungen    :die eine     Aminogruppe    reaktions  freudig, die andere reaktionsträger ist.

   Beispielsweise  kann die eine     Aminogruppe        primär    und die andere  sekundär sein; oder es kann in den bevorzugten       diprimären        Diaminoverbindungen    die eine     Amino-          gruppe        sterisch    behindert und/oder in der     Basizität          geschwächt        sein.        In    den bevorzugten     diprimären        D.i-          aminoverbindungen    der Benzol-,     Naphthalin-,

          Diphe-          nyl-    und     Stilbenreihe    geschieht diese     Beeinflussung     der einen     Aminogruppe        zweckmässig    durch     0-Sub-          stitution,    insbesondere durch     0-Substitution    mit sau  ren     Gruppen,    wie der     Carboxyl-    und     insbesondere     der     Sulfonsäuregruppe.    Demgemäss sind neben der       4,4'-Diammostilben-2,2'-disulfonsäure,    der 4,

  4'     Di-          aminodiphenyl-mono-    und     disulfonsäuren    insbeson  dere die 1,3- und     1,4-Diaminobenzol-6-sulfonsäuren     sehr günstige Komponenten     für    den Aufbau     erfin-          dungsgemässer    Farbstoffe.  



  Die     erfindungsgemässen        Reaktivfarbstoffe    sind  somit dadurch     charakterisiert,    dass sie an     räumlich     durch D getrennten, tertiären Ringstickstoff enthal  tenden, aromatischen Ringen entsprechend     Cy,    und       Gy,    bewegliche     Substituenten    enthalten, und     zwar     am     einen        Heteroring    nur     einen,

      am anderen aber  zwei dieser beweglichen     Substituenten.    Dank diesem  charakteristischen Aufbau     sind    in den erfindungsge  mässen Farbstoffen zwei Zentren verschiedener  Reaktionsfreudigkeit vorhanden.  



  Bei allen Umsetzungen mit den beweglichen     Sub-          stituenten    enthaltenden     cyclischen    Polycarbimidderi-         vaten    sind die üblichen Vorsichtsmassnahmen gebo  ten, um zu verhindern, dass reaktive Gruppen oder  Atome, die     im        Farbstoffmolekül    verbleiben sollen,  vorzeitig ausgetauscht werden.

   Die Temperatur- und       pH-Bedingungen    sind der     Beweglichkeit        des    zu erset  zenden     Substituenten        anzupassen.    So soll     beispiels-          weise        :das    erste     Halogenatom    von     Cyanurchlorid-    oder       bromid    bei niederen Temperaturen bis zu höchstens  20 , das zweite     Halogenatom    bei, mittleren Tempe  raturen von 25 bis 50  ausgetauscht werden.

   Als  säureabstumpfendes Mittel verwendet man     in    erster       Stufe    mit     Vorteil        Al'kalisalze    niederer     aliphatischer     Säuren, beispielsweise     Natriumacetat    oder     Natrium-          formiat.    Auch neutrale     Alkalisalze    von Polysäuren       können    verwendet werden, insbesondere auch die       Alkalisalze        polysulfonierter    Ausgangsfarbstoffe.

    Auch die Neutralisation der Reaktionsmischungen  muss     mit    der gebotenen Vorsicht     durchgeführt    wer  den. Man verwendet dazu     zweckmässig    verdünnte  Lösungen von     Alkalicarbonaten    oder     Alkalibicarbo-          naten,    arbeitet bei niederen Temperaturen und ver  meidet     pH-Werte    der Reaktionsmischungen von über  6,5 bis 7. Auch bei der Isolierung und Trocknung der  Reaktionsprodukte muss mit der nötigen Vorsicht  verfahren werden.  



  Im vorzugsweise wasserlöslichen organischen  Farbträger F kommt als löslich-machende Gruppe     in     erster Linie die     Sulfonsäuregruppe    in Betracht, dane  ben aber auch die     Carboxylgruppe.    Ferner können  beispielsweise     acylierte        Sulfonsäureamidgruppen,    wie       Alkyl-    oder     Aryldisulfamid-        bezw.        Alkyl-    oder     Aryl-          carbonylsulfimidgruppen,        Phosphonsäuregruppen     oder     Sulfatgruppen    vorhanden sein.

   Die Zahl dieser  sauren,     wasserlöslichmachenden    Gruppen beträgt  mindestens 1 und vorzugsweise 2 bis 4. Sind mehrere  vorhanden, so können sie gleich oder     voneinander     verschieden sein. Es ist günstig, wenn neben anderen  sauren Gruppen auch immer noch mindestens eine       Sulfonsäuregruppe    vorhanden ist.  



  Die sauren,     wasserlöslichmachenden    Gruppen  können teilweise in der Form der freien Säure, sollen  aber im übrigen vorzugsweise in der Form     ihrer          Alkalisalze,    beispielsweise     in    Form der     Lithium-,     Natrium-, Kalium- oder     Ammonium-salze    vorliegen.  



       Wenn;    F einem     Azofarbstoff    entspricht, so stellt  es     in    erster Linie den Rest eines     Monoazofarbstoffs     vor, in zweiter Linie den Rest eines     Disazofarbstoffs.     Der Rest  
EMI0002.0188     
    kann sich in     Disazofarbstoffen    ausser in der Anfangs  und der Endkomponente auch in der Mittelkompo  nente befinden.

   Geeignete     Aminoazofarbstoffe    ent  halten mindestens eine und vorzugsweise zwei bis  drei sauer dissoziierende Gruppen, darunter     vorteil-          haft    mindestens     eine    oder überhaupt nur     Sulfonsäu-          regruppen.    Die mit dem     cyclischen        Carbimidhaloge-          nid    zu kuppelnde     Aminogruppe    ist zweckmässig pri-           mär,        gegebenenfalls    sekundär,

   dann niedrig     alky-          liert.    Sie kann sich direkt an durch die     Azogruppe     verbundenen aromatischen Resten oder in externen       Substituenten    befinden, beispielsweise in     Aminoben-          zoylaminogruppen.    Die     Aminoazofarbstoffe    können  metallfrei oder schwermetallhaltig sein, beispiels  weise Kupfer, Chrom, Kobalt oder Nickel enthalten.

    In diesem Fall handelt es sich in erster Linie um       o,o        =Dioxyazo-,        o-Oxy-o'-carboxyazo-    und gegebe  nenfalls auch um     o-Oxy-o'-aminoazofarbstoffe,    wel  che noch mindestens eine     acylierbare        Aminogruppe     enthalten. Zweckmässig wird die     Metallisierung    der  Farbstoffe vor der Umsetzung mit den     cyclischen          Carbimidhalogeniden    ausgeführt.  



  Erfindungsgemäss verwendbare     Aminoazofarb-          stoffe    kann man nach üblichen Methoden herstellen,  beispielsweise aus     Nitroarylazofarbstoffen    oder       Nitrobenzoylaminoarylazofarbstoffen    durch Reduk  tion der Nitrogruppen, ferner durch Kupplung von       Aryldiazoniumverbindungen,    auch von     diazotierten          Aminoazofarbstoffen,    die vorzugsweise sulfoniert  sind, mit in     p-Stellung    zu einer     acylierbaren        Amino-          gruppe    kuppelnden aromatischen Aminen,

   weiter mit       Aminoarylpyrazolverbindungen,    wie     1-Aminophe-          nyl-5-pyrazolonen    oder     -5-aminopyrazolen,    mit     Ami-          nonaphtholsulfonsäuren    und deren Derivaten mit ab  gewandelter     Aminogruppe,

      beispielsweise mit     amino-          benzoylierter        Aminogruppe.    Wertvoll sind hier be  sonders die Farbstoffe aus in     2-Stellung    mit     Diazo-          benzol-o-sulfonsäuren    gekuppelten     1-Hydroxy-          naphthalin-3-sulfonsäuren,    die eine     Aminogruppe     oder eine     Aminobenzoylaminogruppe    in 5- oder     6-          oder    7- oder     8-Stellung    enthalten und auch noch wei  ter substituiert, z. B. noch weiter     sulfiert    sein können.

    



  Bedeutet F den Rest eines     Phthalocyaninfarb-          stoffs,    dann kann dieser metallfrei oder     kobalt-,        nik-          kel-,        titan-,        zinn-    und insbesondere kupferhaltig sein.

    Vorzugsweise handelt es sich dabei um Verbindun  gen, welche die definitionsgemässe Gruppe  
EMI0003.0058     
    nicht direkt an einem     Benzorest    des     Phthalocyanin-          gerüsts    enthalten, sondern an einem externen     Substi-          tuenten,    beispielsweise an einem mittels einer     Sulfa-          midgruppe    oder einer     Sulfonsäureestergruppe    mit  diesem Gerüst verbundenen organischen     Substituen-          ten,

      der der     aliphatischen    oder     (besonders    im Falle  der     Esterbindung)    der aromatischen Reihe angehören  kann.  



  Auch wenn F den Rest eines     Anthrachinonfarb-          stoffs    bedeutet, befindet sich der charakteristische       Substituent     
EMI0003.0075     
    vorzugsweise nicht direkt am     Anthrachinongerüst,     sondern beispielsweise an kerngebundenen Phenyl-         amino-,        Diphenylamino-,        Phenoxy-,        Phenoxyphenyl-          amino-,        Phenylthio-    oder     Phenylthiophonylamino-          gruppen.    Die sauren,     wasserlöslichmachenden    Grup  pen,

   insbesondere die     Sulfonsäuregruppen,    können  dagegen als     Substituenten    des     Anthrachinonrestes     und als     Substituenten    an externen     Arylresten    von  kerngebundenen     Gruppen    vorhanden sein, beispiels  weise als     Substituenten    in einer der vorstehend auf  gezählten Gruppen.

   Erfindungsgemässe     Anthrachi-          nonfarbstoffe    leiten sich vorzugsweise vom     1,4-Dia-          minoanthrachinon    mit mindestens einer substituier  ten, insbesondere aromatisch substituierten     Amino-          gruppe    und von den entsprechenden kernsubstituier  ter Derivaten ab, beispielsweise von den 2-, 5-,     6-          und        7-Halogen-,    5- oder     8-Hydroxy-,    5- oder       6-Alkylsulfonyl-,    5- oder     6-Trifluormethylderivaten,     insbesondere aber von den     1,

  4-Diaminoanthrachi-          non-2-mono-    oder -2,5-, -2,6-, -2,7-     bezw.        -2,8-disul-          fonsäuren,    vor allem aber von der     1-Amino-4-phenyl-          amino-a#nthhrachinon-2-sulfonsäure,    aber auch von  der entsprechenden     -2-carbonsäure.     



  Die     erfindungsgemässen,    gut wasserlöslichen  Farbstoffe eignen sich zur Erzeugung von nassechten  Färbungen auf     hydroxylgruppenhaltigen    organischen  Substraten, insbesondere auf     Cellulosematerial,    durch  Imprägnieren derselben mit wässrigen     Farbstofflö-          sungen    und Fixierung in Gegenwart von säurebin  denden Mitteln.

   Die Imprägnierflotten können die in  der Färberei     üblichen    Hilfsmittel enthalten, beispiels  weise anorganische     Neutralsalze    wie     Natriumchlorid     und Natriumsulfat,     ferner    Netz-,     Dispergier-,        Egali-          sier-    oder Verdickungsmittel,     Säureamide,    wie Harn  stoff oder niedere     Fettsäureamide,

      und gegebenen  falls auch     hydrophile        organische        Lösungsmittel.    Als  säurebindende Fixiermittel kommen in erster Linie  basisch dissoziierende     Alkalisalze    von anorganischen  Polysäuren in Betracht, beispielsweise die     Lithium-,     Natrium oder     Kaliumsalze    von Phosphorsäuren,  Kohlensäure,     Borsäuren,    Kieselsäuren und gegebe  nenfalls sogar verdünnte Lösungen von     Alkalihydr-          oxyden.    Die     erfindungsgemässen    Farbstoffe zeichnen  sich dank ihrem charakteristischen Aufbau durch  eine bisher unerreichte Anwendungsbreite aus,

   indem  sie sich nach den meisten bisher bekannt     gewordenen          Fixierverfahren,    d. h. nass oder trocken, kalt oder  heiss mit ähnlichem Erfolg fixieren lassen. Ihre An  wendung ist deshalb weder an besondere     apparative     Einrichtungen noch an     spezifische        F'ä.rberezepte    ge  bunden. Die     mit    den neuen Farbstoffen     erzeugten          Cellulosefärbungen    zeichnen sich auch durch eine  verhältnismässig sehr geringe Stärkeeinbusse beim  Seifen aus.  



  Die     erfindungsgemässen    Farbstoffe,     insbesondere     die     Monoazo-,        Anthrachinon-    und     Phthaloeyanin-          farbstoffe    eignen sich auch zur Erzeugung von echten  Färbungen von     nucleophile    Haftstellen aufweisenden  organischen Substraten,     insbesondere    zum Färben  von     keratinischen    Fasern wie     Wolle    und zum Färben  von     Leder.     



  Nähere Einzelheiten über die Verfahren zur Her-           stellung        erfindungsgemässer    Farbstoffe     können    dem  nachfolgenden Beispiel     entnommen    werden. Im Bei  spiel bedeuten die Teile, sofern etwas     anderes    nicht       ausdrücklich    vermerkt ist, Gewichtsteile und die  Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben. Ge  wichtsteile stehen zu     Volumteilen    im gleichen     Ver-          hältnis    wie Gramm zu Milliliter.  



  <I>Beispiel</I>  37 Teile     4,4'-Diaminostilben-2,2'-disulfonsäure     werden in 400     Teilen    Wasser unter Zusatz von       Natriumcarbonat    als     Natriumsalz    neutral gelöst und  innerhalb von     11/2        Stunden    bei     0-4     zu einer fein-         dispersen    wässrigen Suspension von 36,9 Teilen     Cya-          nurchlorid        zugetropft;

      die Reaktion ist beendet, wenn  in .der     Reaktionslösung    keine     diazotierbaren        Amino-          gruppen    mehr nachgewiesen werden können.  



  Zu .dieser Lösung wird nach dem Verdünnen mit  250 Teilen Wasser eine neutrale Lösung des     Natri-          umsalzes    von 42,1 Teilen des     Aminoazofarbstoffes     aus     diazotierter        2-Aminonaphthalin-4,8-disulfon-          säure,    gekuppelt mit     1-Amino-3-methylbenzol,    in 350  Teilen     Wasser        zugefügt,

      die Mischung auf die Tem  peratur von 0-5  eingestellt und drei Stunden bei  dieser Temperatur     gerührt.    Der entstandene Farb  stoff der Formel  
EMI0004.0035     
    wird durch Zusatz von     Natriumchlorid    vollständig       ausgefällt,        abfiltriert,    mit     verdünnter        Natriumchlorid-          lösung    gewaschen und zuletzt im Vakuum     getrocknet.     



  Der Farbstoff löst sich     in    Wasser und     konz.          Schwefelsäure    mit gelber Farbe. Mit der     Farbstofflö-          sung    imprägnierte Baumwolle ist nach einer Behand  lung mit säurebindenden Mitteln in nassechten gelben  Tönen gefärbt.  



  Verwendet man anstelle der 37 Teile     4,4'-Diami-          nostüben-2,2'-disulfonsäure    eine     äquimolare    Menge  der in der nachfolgenden Tabelle noch     aufgeführten     Diamine, oder ersetzt man die 42,1 Teile des im obi  gen Beispiel verwendeten     Aminoazofarbstoffes    durch  entsprechende     Teile    der in der Tabelle angegebenen       Aminoazofarbstoffe,    so     erhält    man ähnliche Farb  stoffe, mit welchen man     ähnliche        Baumwollfärbungen     von vergleichbaren     Echtheiten    erzeugen kann.

    
EMI0004.0059     
  
    <I>Tabelle</I>
<tb>  Nr. <SEP> Aminoazofarbstoff <SEP> Diaurin <SEP> Farbton
<tb>  1 <SEP> 2-Aminonaphthalin-4,8- <SEP> 4,4'-Diamino- <SEP> gelb
<tb>  disulfonsäure <SEP> ---> <SEP> stilben-2,2'  1-Amino-2-methoxy- <SEP> disulfonsäure
<tb>  5-methylbenzol
<tb>  2 <SEP> 2-Aminonaphthalin-3,6- <SEP> do. <SEP> gelb
<tb>  disulfonsäure <SEP> >
<tb>  1-Amino-3-äthoxybenzol
<tb>  3 <SEP> 1-Amino-3-nitrobenzol- <SEP> do. <SEP> gelb
<tb>  6-sulfonsäure <SEP> <U>-</U><B>D</B> <SEP> 1-(4'  Sulfophenyl)-3-methyl  5-pyrazolon;

  
<tb>  Nitrogruppe <SEP> reduziert
<tb>  zur <SEP> Aminogruppe
<tb>  4 <SEP> 1-Aminobenzol-2- <SEP> do. <SEP> rot
<tb>  sulfonsäure <SEP> -@     
EMI0004.0060     
  
    Nr. <SEP> Aminoazofarbstoff <SEP> Diaurin <SEP> Farbton
<tb>  1-Amino-8-hydroxy  naphthalin-3, <SEP> 6-disulfon  säure
<tb>  (alkalisch <SEP> gekuppelt)
<tb>  5 <SEP> 2-Aminonaphthalin-4,8- <SEP> 1,4-Diamino- <SEP> gelb
<tb>  disulfonsäure <SEP> -@ <SEP> benzol-6  1-Amino-3-methylbenzol <SEP> sulfonsäure
<tb>  6 <SEP> do. <SEP> 1,3-Diamino- <SEP> gelb
<tb>  benzol-6  sulfonsäure
<tb>  7 <SEP> do. <SEP> 4,4'-Diamino- <SEP> gelb
<tb>  diphenyl-2,2'  disulfonsäure
<tb>  8 <SEP> do. <SEP> 4,4'-Diamino- <SEP> gelb
<tb>  diphenyl-3  sulfonsäure       Weitere Beispiele von Farbstoffen, die .sich auch  nach oben beschriebenem Verfahren herstellen las  sen, sind im Patent Nr. 385 375 beschrieben.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von reaktiven Farb- stoffen der Formel I EMI0004.0063 worin F einen mittels Aminogruppen gebunden Farbstoffrest, Cyl und Cyz je einen Rest eines cyclischen Polycarbimidderivates, D den Rest eines mittels Aminogruppen gebundenen organischen Amins, das mehr als eine acylierbare Amino- gruppe enthält, Ri,
    R2 und Ra ersetzbare Substituenten und n eine niedere ganze Zahl bedeuten, welche Verbindung mindestens eine saure, salzbil dende wasserlösüchmachende Gruppe enthält, da durch gekennzeichnet,
    dass man n Mol des mehr als eine acylierbare Aminogruppe enthaltenden organi schen Amins zuerst mit 2n Mol cyclischem Polycar- bimidderivat mit drei ersetzbaren Substituenten rea gieren lässt und das Reaktionsprodukt hierauf mit einem Mol des n acylierbare Aminogruppen enthal tenden Farbstoffs umsetzt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, gekenn zeichnet durch die Verwendung von .acylierbaren sul- fonierten Aminoazofarbstoffen. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, gekenn zeichnet durch die Verwendung von acylierbare Aminogruppen enthaltenden sulfonierten Anthrachi- nonfarbstoffen. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, gekenn zeichnet durch die Verwendung von acylierbare Aminogruppen enthaltenden Phthalocyaninfarbstof- fen. 4.
    Verfahren gemäss Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Ver wendung von 2,4,6-Trihalogen-1,3,5-triazin als cycli- sches Polycarbimidderivat. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Ver wendung eines diprimären Amins der Benzol-, Diphenyl- oder Stilbenreihe als organisches Amin mit mehr als einer acylierbaren Aminogruppe. 6.
    Verfahren gemäss Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch die Ver wendung von 2,5- oder 2,4-Diaminobenzol-l-sulfon- säure als organisches Amin mit mehr als einer acy- lierbaren Aminogruppe.
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