Mehrimpulsrakete und Verfahren und Einrichtung zu ihrer Herstellung Vorliegende Erfindung betrifft eine Mehr- ini.piilsrakete. Darunter wird eine Pulver rakete verstanden, deren Vortriebsilnpulse mehrmals hintereinander von einem Minimiun zu einem Maximum und umgekehrt schwan ken.
Gemäss der Erfindung ist wenigstens ein Teil der Treibladung aus mehreren hinterein ander angeordneten, getrennte Kammern teil weise begrenzenden Tabletten mit abwech selnd verschieden grossen Aussendurchmessern zusammenbesetzt., derart, dass die Ma.ntelflä- ciien der fertiggepressten zapfenartigen Ta bletten mit kleinerem Aussendurchmesser als dein Raketenhülseninnendurchmesser, Aussen- braiidflä.ehen sind,
und die in der Raketen liülse naehgepressten Tabletten mit ihren zylin- < lrischen llantelfläehen an der Raketenhülsen innenwand anliegen, so dass ihre obere und untere fi#undfläehe - soweit als von den anlie-enden fertigbepressten Tabletten nicht gedeckt - AiissenbiTandfläehen bilden.
Die Erfindung umfa,sst ferner ein Verfah ren zur Herstellung der umschriebenen Rakete sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Die beiliegende Zeichnung zeigt Ausfüh- ruirgsbeispiele des Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 stellt einen Längsschnitt durch eine Jlelii-inil>ulsrakete mit konzentriseli angeord neten Düsen. dar.
Fig. 2 zeigt. einen Längsschnitt durch eine llelirirripulsrakete mit einer zentralen Düse. Fig. 3 ist ein Längsschnitt durch das Ra ketenende mit zentraler Düse und darin an geordneter Drehreibzündung.
Fig. 4 ist der Grundriss der Fig. 3.
Fig. 5 ist ein teilweiser Längsschnitt durch eine Vo ,pressmatrize.
F.i.g. 6 stellt den Grundriss der Fig. 5 dar. Fig. 7 zeigt einen teilweisen Längsschnitt durch eine Fertigpressmatrize.
Fig. 8 ist der Grundriss der Fig. 7.
Die in Fig. 1 gezeichnete Mehrimpuls rakete besitzt eine aus Kunststoff oder Leicht- metall bestehende Hülse a.. In das rückwärtige Ende der Hülse a ist der Düsenblock b einge setzt, der .aus Kunststoff oder anderem zweek- mä.ssigem Material angefertigt ist. Der Düsen lalo.ck besitzt mehrere konzentrisch angeord nete Düsen.
Die Achsen der Düsen sind gegen die Hülsenachse geneigt. In der Hülse a ist die Treibladung angeordnet. Diese besteht aus vier fertig gepressten Tabletten Cl-C4, kenntlich an ihrer zapfenartigen Form und am kleineren Aussendurchmesser als der Rake- teirIiülseninnendürehmesser,
und aus vier vor- und nachgepressteri Tabletten dr-d4. Letztere sind vor dem Einsetzen an ihrer zylindri schen plattenartigen Form und- an dem nur wenig kleineren Durchmesser (verblichen mit Raketenhülseninnendurchmesser) mi erkennen.
Wenn eine zapfenartig fertiggepresste Ta: Mette in der Raketenhülse auf dem Düsen- block aufsitzt, dann nimmt man eine solche vorgepresste Tablette, legt sie auf die fertig gepresste und presst sie nun mit einem zylindrischen Pressstempel (länger als die Raketenhülse) auf die zapfenartig fertigge- presste Tablette. Dabei presst sich die bisher nur mit Vorpressdruck angefertigte zylindri sche Tablette einerseits fest an die zapfen artige Tablette und gleichzeitig an die R.ake- tenhülseninnenwand luftdicht an.
Zwischen der untersten, ferti:ggepressten Tablette cl und dem Düsenblock bist eine Auflagplatte d eingelegt. Die Aussenbrandfläche einer jeden Tablette c besteht aus der 1Vlantelflä.che e und zwei Querschnittsfläehen f,
mit welch letzte ren die Tabletten aufeinanderliegen. Die zap fenartig fertiggepressten Tabletten cl-c4 können am Mantel und der obern Grnund- flä.che brennbare Überzüge 1T erhalten, wie dies in Fig. 1 für e2 gezeigt ist. Die unterste Tablette cl liegt auf der Auflagplatte d.
Zwischen je zwei fertiggepressten Tabletten cl und e2 liegt eine vor- und nachgepresste Tablette dl, die einen zylindrischen Mantel hat, mit- dem sie an der Raketenhülseninnen- wand zwecks Abdichtung anliegt. Die Tablet ten cl-c" begrenzen mit ihren Mantelflächen die voneinander getrennten,
ringförmigen Kammern gl-g4. Durch diese Ausbildung@ist die Abbrennflä.che der Tabletten auf mehr als das Doppelte vergrössert gegenüber den Abbrennflächen der Rakete nach dem Schwei zer Patent. Nr.1-60447. Auf die zuletzt einge brachte Tablette d4 wird die Zeitzünderseheibe g aufgepresst.
Die Raketenhülsenwand hat an Stellen, die die ringförmigen Kammern begrenzen, z. B. bei g2, je eine Bohrung, die mit. einem Pfropfen oder Platte hl-hverschlossen ist. In Bohrungen dieser Pfropfen hl und h.# ist eine Zündleitung i eingesteckt, die bezweckt, z.
B. die in der ringförmigen Kammer 92 in Gang befindliche Verbrennung unter Um gehung der anschliessenden Kammern g3 ,direkt in die ringförmige Kammer g-, weiter zuleiten, wodurch die Entflammung in der noch allseits verschlossenen, ringförmigen Kammer cl-, und damit Explosion der ganzen Treibladung von diesem Punkt aus erfolgt. Zwecks Vergrösserung der Abbrennfläche der fertig gepressten Tabletten c kann in die ringförmige Kammer ein brennbarer Zylin der, z.
B. in Pulvermasse getränkter Gewebe zylinder, eingeschoben werden., der bei Ent- flammung der Mantelfläche der fertig ge pressten Tablette mitentflammt wird und die Anfangsbrennfläche in der betreffenden ring förmigen Kammer vergrössert.
Die in Fig. 2 gezeichnete Mehrimpuls- rakete mit der Hülse a. besitzt zum Unter schied von der in Fig 1 dargestellten eine zentrale Düse j, auf der ein Teil der Tr eib- ladumg in Form kreisrin,gförmig-er Tabletten k1 bis k7 mit. der Bohrung A atügepresst ist.
In die letztere ist ein Trennpfropfen B aus Treibladungs.materia.1. eingepresst, durch den die Boht2ung r1 in zwei Kammern I und II unterteilt ist. Auf die letzte Tablette k7 ist die erste fertiggepresste zapfenartige Tablette cl aufgesetzt, darauf die vorgepresste Ta blette dl durchNachpressen angepresst usw.
J bezeichnet am rüeh-wärti--@en Ende der Hülse a angebrachte Steuerflügel.
Funktionsweise der in Fig. 1 dargestellten Mehrimpulsrakete mit Düsenblock: Ausserhalb der Rakete befinden sich die aus Abreiss- und Zeitzünder bestehenden Zündleitungen, wel che in die Öffnungen des Düsenblockes b hin einragen, und,die am Düsenblock b anliegende Oberfläche der Auflagplatte d und die Quer- schnittsbrandfläehe f der fertig gepressten Tablette cl. Diese brennt ab,
entflammt die Tablette dl. Sobald diese verbrannt ist, brennt c%ie von ihr entflammte Tablette c2. So folgen Entflammung und Abbrand einer Tablette nach der andern. Die zuletzt brennende Ta blette entflammt den Zeitzünder in der Zeit zünderseheibe g, der langsamer abbrennt als die Treibladung und eine an ihn anschlie ssende Nutzlast der Rakete, z. B. eine Knall- ladung einer Hagela.bwehrrakete entzündet..
Bei der beschriebenen Mehrimpulsrakete steigt der Vortriebimpuls bei Entflammung der ersten fertig gepressten Tablette cl infolge Abbrennens an der Quersehnittsfläehe f und an der Mantelfläche e gleich auf ein 'Maxi- murr,
um beim Abbrennen der ersten vor- und rraehgepressten Tablette d1 infolge Fehlens der Mantelbrandfläche auf ein Minimum zu sinken, welche Impulsänderung sich von Ta blette zu Tablette wiederholt. Die Dicke der Tablette dl in Raketenlä.ngsachsriehtung kann grösser oder kleiner sein.
Ist sie :grösser, wird die Aufeinanderfolge der Impulse langsamer sein, ist .die Tablette weniger dick, folgen die Impulse rasch aufeinander und ausserdem erfolgt dann das Absinken des Vortriebsim- pulses weniger, weil die rascher folgende Ent- flammung der nächsten fertig gepressten Ta blette sogleich wieder ein Maximum als näch sten Vortriebsimpuls ergibt.
Funktionsweise der in Fi;,. 2 dargestellten Mehrimpulsrakete mit zentraler Düse: die in den Fig. 3 und 4 ersichtliche Drehreib7ün- dung wird betätigt. Sie besitzt eine Zünd schnur 1, an die Stoppinen m, anschliessen. Die aus der Raketendüse j herausragende Zündschnur ist, mit Zündmasse n versehen, wogegen die Innenfläche des Verschlussdeekels der Raketenhülse mit Reibmasse o versehen ist.
Der Verschlussdeckel ist in der in Fig. 4 ersiehtliehen Stellung montiert, wobei die Zündmasse den nicht mit Reibmasse bedeck ten Teil der Innenfläche des Verschlussdeckels berührt. Das Versehlussband p wird abgenom men, der Verschlussdeckel gedreht, dadurch kommt n mit. o in Berührung, n, wird ent flammt, worauf die Zündschnur l die Ent- flammung an die Oberfläche der Treibladung weiterleitet.
Dieser Treibladungsteil brennt -,--gen die Raketenhülseninnenwand hin ab, wobei auch die. Querschnitts- und die Mantel fläehe der ersten fertig gepressten Tablette cl entflammt wird, abbrennt, die erste vor- und naehgepresse Tablette dl entflammt usw., bis die letzte vor- und nachgepresste Tablette den Zeitzünder C in der Zeitzünderseheibe g ent- flammt,,der dann z.
B. die Knalladung, F im Raketenkopf E und die Knalladungsteile G in der Aussenhülse<I>H</I> über die Stoppinen <I>D</I> entflammt. Zwischen Knalladungsteilen G tritt die Zündleitturg i hindurch in die Rake tenhülse a bzw. darin vorhandene Öffnungen ein, wobei z.
B. aus der brennenden ringför- migen Kammer g1 die Zündung über i also unter Umgehung der Kammer 92 mit c2 und d2 direkt an das mit Treibladung getränkte Gewebe s in Kammer g3 weitergeleitet wird, wodurch c3 dund d3 entflammt weiden und, da der Raum noch geschlossen ist, dort die Rakete zur beabsichtigten Explosion bringen.
Um beliebige Stellen der Treibladung zu entzünden, bevor sie durch den normalen Ab brand der Treibladungsteile entflammt wer den, können unter anderem Zünder verwendet werden, die in der Raketenhülse an jenen Stellen eingebaut werden, wo die ringförmi gen Kammern sind, also in Fig. 1 z.
B. bei g2. Diese Zünder können durch elektrische Wellen geschaltet werden, wobei der Wellen geber am Erdboden. nächst der Startstelle der Rakete liegen, kann.
Dann zünden bzw. ent flammen die Zünder die ihnen nächstgelegene Treibladungsoberfläche der fertig gepressten Tablette, deren Gase in der noch allseits ge schlossenen ringförmigen Kammer nicht ent weichen können, daher die Raketenhülse zer reissen und gleichzeitig die Knalladung oder sonstige Nutzlast der Mehrimpulsrakete zur Verpuffung oder sonstwie in Funktion setzen.
Die Vorpressmatrize (Fig. 5) besitzt eine Fussplatte qzc, die im Zentrum ihrer zylindri schen Ausnehmung eine Erhöhung aufweist, um die herum der Hohlzylinder r aufgesetzt ist, in welchem der Pressstempel t längs eines Führungsbolzens K gleitet und mit seiner hartverchromten Fläche<I>L</I> die Treibladung u zur vorgepressten Tablette formt.
Fig. 7 zeigt einen teilweisen Längsschnitt durch die Fertigpressmatrize, bestehend aus dem Hohlzylinder v, der im untern Teil ko nisch erweitert ist, dem massiven Pressstempel tc" einer Unterlagsplatte <I>x</I> mit zentralem zy lindrischem Zapfen, derart,
da.ss die zwischen dem Pressstempel und dem zylindrischen Zapfen liegende Treibladung im konischen Teil des Hohlzylinders zur zapfenartigen Ta blette fertig, wird.
Inder Unterlags- g platte ist der Durchmesser Dl der niedrigen zylindrischen Ausnehmung etwas grösser als der Aussendurchmesser des Hohlzylinders,, der Durchmesser D2 der tieferen zylindrischen Ausnehmung etwas grösser als der grössere Durchmesser der zapfenartigen Tablette.
Fer ner besitzt die Unterlagsplatte eine kreisring förmige Bohiauig R, deren grösserer Innen durchmesser den Hohlzylinder beim Pressen führt und deren kleinerer Aussendurchmesser Zapfendurchmesser ist. Die Handhabung der Vorpressmatrize ist folgende: die Treibladung u wird in ihre kreis ringförmige, öffnung eingefüllt, darüber vor stehende Treibladung mit der Unterseite der Fussplatte qu .abgestrichen.
Der beim Einfül len nur zurückgezogene Pressstempel wird nun auf die Treibladung aufgesetzt. und mit geringem Druck auf :den Stempel die Treib ladung mir vorgepressten Tablette geformt. Dann wird die Matrize von der Fussplatte ab gehoben und der Pressstempel ,mit der Hand oder unter der Presse völlig in die Matrize gedrückt, wodurch die vo:rgepresste Tablette aus der unten konischen Matrize ausgedrückt wird.
Die Handhabung der Fertigpressmatrize ist folgende: Treibladung wird in den Hohlzylin der, der in der kreisringförmigen Bohrung R bis unter das Ende des zentralen Zapfens hochgehoben ist, eingefüllt, der Pressstempel auf die Treibladung aufgesetzt.
Unter der Presse drückt nun gleichzeitig der Pressstem- pel von oben. .auf die Treibladung, von unten her der zentrale Zapfen der Unterlagsplatte, wobei der Hohlzylinder und der Pressstempel allmählich nach unten gedrückt werden, bis das untere Ende des Hohlzylinders-iin untern Ende der Bohrung R aufliegt, wodurch das Ende der Pressung angezeigt ist.
Nun wird der Hohlzylinder samt Pressstempel und fer tig gepresster zapfenartiger Tablette ans der kreisringförmigen Bohrung R der Unterlags- platte herausgezogen, letztere umgekehrt, der Hohlzylinder in die niedrige zylindrische Ausn ehmung eingesteckt, unter der Presse auf den Pressstempel Druck ausgeübt, wo durch die fertig gepresste zapfenartige Ta blette aus dem.
Hohlzylinder in die tiefere Ausnehmung D2 der Unterlagsplatte fällt.