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CH171378A - Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die mindestens zum Teil aus einem Carbamid-Aldehyd-Kondensationsprodukt bestehen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die mindestens zum Teil aus einem Carbamid-Aldehyd-Kondensationsprodukt bestehen.

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Publication number
CH171378A
CH171378A CH171378DA CH171378A CH 171378 A CH171378 A CH 171378A CH 171378D A CH171378D A CH 171378DA CH 171378 A CH171378 A CH 171378A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
carbamide
condensation
condensation product
added
electrolytes
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Application number
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English (en)
Inventor
Neuss Oskar
Original Assignee
Neuss Oskar
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Neuss Oskar filed Critical Neuss Oskar
Publication of CH171378A publication Critical patent/CH171378A/de

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  • Phenolic Resins Or Amino Resins (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die mindestens zum Teil aus einem       Carbamid-Aldehyd-Kondensationsprodukt    bestehen.    Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Verfahren zur Herstellung von Gegenstän  den, die mindestens zum Teil aus einem       Carbamid    - Aldehyd - Kondensationsprodukt  bestehen, wie Griffe, Messerschalen, Knöpfe,  Gegenstände zur elektrischen Isolierung, mit  vorgenanntem Kondensationsprodukt über  zogene Gegenstände aus anderem Mate  rial usw.  



  Unter     Carbamid-Aldehyd-Kondensations-          produkt    werden in der vorliegenden Beschrei  bung Harze verstanden, welche durch Kon  densation von Formaldehyd oder dessen  Polymeren     bezw.    von     aldehydabgebenden     Stoffen einerseits und Harnstoff und/oder       Thioharnstoff    oder deren Derivaten und     Sub-          stitutionsprodukten    gegebenenfalls in An  wesenheit weiterer Reaktionskomponenten,  wie zum Beispiel Phenol und dergleichen,  anderseits erhalten werden.  



  Schon C.     Goldschmidt    (Zentralblatt<B>1,897,</B>       TI,    194, 737), sowie     Dixon    (Trans.     Chem.          Soc.   <B>113,</B> 246 ff., 1918) erhielten aus Form-         aldehyd    und Harnstoff, Mono-     bezw.        Dime-          thylolharnstoff.    Diese Körper haben jedoch  eine technische Verwendung nicht gefunden.  



  Es ist weiterhin bekannt geworden, dass  man in wässeriger     Formaldehydlösung    unter  Zugabe von sauren     Kondensationsmitteln     oder mit Wärmezufuhr Massen     kondensieren     kann, die sich zu     Kunstpressmassen    ver  arbeiten lassen.  



       Man    hat ferner     Kunstpressmassen    aus  Harnstoff oder     Gemischen    von Harnstoff  und     Thioharnstoff    und Formaldehyd her  gestellt, indem man Harnstoff oder die Ge  mische von Harnstoff und     Thioharnstoff    und  Formaldehyd mit und ohne     Kondensations-          mittel    in der Hitze aufeinander einwirken  liess, wodurch man bei überschüssigem Form  aldehyd gallertartige Massen erhielt. Diese  mussten erst nachträglich zerkleinert und mit  ausserordentlicher Schwierigkeit und mit  grossem Zeitaufwand getrocknet werden, be  vor man sie heiss pressen konnte.

   Man hat  endlich durch Zusätze von Elektrolyten, wie      Säuren, Basen, Salze,     Eiweissflockungsmit-          teln    als Kondensationsmittel,     Ausflockungen     bewirkt. Aus den auf diese Weise hergestell  ten Kondensationsprodukten hat man teil  weise nachträglich zum Teil die zugefügten  Elektrolyte wieder herausgewaschen. Man  hat teilweise auch durch Erhitzung mit  gleichzeitiger     Kondensationsmittel    - Zugabe  Kondensate gebildet und diese nachträglich  verarbeitet, oder man hat die Kondensation  im Druckgefäss durchgeführt. Alle diese  Verfahren zeigen zum Teil kostspielige und       unnötige        Manipulationen,    welche gemäss dein  Verfahren der Erfindung vermieden werden  können.

    



  Das erfindungsgemässe Verfahren ist da  durch gekennzeichnet, dass man die Konden  sation ohne jede äussere Zufuhr von Wärme  und ohne jede Zufuhr von Katalysatoren vor  sich gehen lässt, den Ausgangskomponenten  des     Karbid-Aldehyd-Kondensationsproduktes     vor der     Kondensation    Stoffe zusetzt, die  keine     Fällungselektrolyte    sind und     das    ent  stehende Kondensat durch Hitze und Druck  in die gewünschte Form bringt.  



  Man kann also von allen vorher geschil  derten Massnahmen,     wie        Kondensation    unter  künstlicher Wärmezufuhr, Zusatz von Kata  lysatoren,     Kondensationsmitteln    und der  gleichen absehen und erhält trotzdem ein  ebenso     hochwertiges    Produkt wie bei den       vorbekannten    Verfahren. Für viele Verwen  dungszwecke ist das entstehende Produkt so  gar vorzuziehen.

   Die Vorteile des Ver  fahrens bestehen darin, dass man nicht auf  die Erhitzung bei der     Kondensation    an  gewiesen ist, dass man die sonst eventuell  durch Zugabe von     Kondensationsmitteln    oder       Elektrolyten    in das Kondensat eingeführten  Verunreinigungen vermeidet, die nur durch  einen     langwierigen        Auswaschungsprozess    und  dann auch manchmal noch nicht vollkommen  zu     beseitigen    sind.  



  Vor allem aber liegt nie die Gefahr vor,  dass in dem Endprodukt Säuren, Basen oder  ähnliche Substanzen enthalten sein können,  welche bei der     Verpressung    des     Kondensates     zu Störungen führen können. Durch (las    Fehlen von sonst zugefügten Säurebestand  teilen wird auch das Endprodukt, wenn es  für die elektrische Isolation verwendet wer  den soll, besonders wertvoll.  



  Kondensationsprodukte mit hoher Fliess  fähigkeit kann man erhalten, wenn man Ge  mische von Harnstoff und     Harnstoffderi-          vaten,    insbesondere     Thioharnstoff,    mit be  schränkten Mengen Formaldehyd ohne äussere  Wärmezufuhr kondensiert. An Stelle von  Formaldehyd können auch dessen Äqui  valente benutzt werden.  



  Man verwendet zweckmässig auf 1     Mol     Harnstoff     bezw.    dessen Derivate etwa 2     Mol     Formaldehyd. Als besonders vorteilhaft hat  sich ein Gemisch von Harnstoff und     Thio-          harnstoff    erwiesen.  



  Die Bildungswärme der Kondensation  genügt vollkommen, 'so     dass    ohne Wärme  zufuhr von aussen gearbeitet werden kann.  Die mechanischen Eigenschaften der Kon  densationsprodukte werden durch Zugabe von  faserigen Füllstoffen,     Zelluloseflocken,    Ge  webefasern Asbestwolle und dergleichen be  einflusst, die Färbung und Materialeffekte  durch Zugabe von Füllstoffen oder     Farbmit-          teln,    die Plastizität durch Zusatz von     Phe-          nolen,    wie     Kresol    oder     Resorcin    von Glyzerin       etc.,

      wobei sich die     Phenole    und     Kresole    mit  Formaldehyd zu     Phenolalkoholen    umsetzen,  welche nicht sauer reagieren.  



  Die Herstellung von geformten Gegen  ständen nach dem vorliegenden Verfahren er  folgt in zwei Stufen. Bei der     Kondensation     entsteht zunächst kein klares Produkt, son  dern eine     meerschaumartige,    kreidige, poröse  Masse. Diese kann durch Formen in der  Wärme unter Druck in mehr oder minder  durchscheinende Produkte übergeführt wer  den. Durch eine derartige Zweiteilung des  Verfahrens gelingt es, die Massen, verglichen  mit verschiedenen der bekannten Verfahren,  mit einem Bruchteil des Formaldehyds man  cher bekannter Verfahren zu erzielen und zu  erreichen, dass in der Presse selbst die     Poly-          merisation    und Formgebung bewirkt wird.  Dies ist technisch und- wirtschaftlich von  grösster Bedeutung.

   Ausserdem sind die ge-      bildeten Kondensationsmassen keine     Hydro-          gele,    welche das Wasser bekanntlich hart  näckig zurückhalten, sondern     Xerogele        (Trok-          kengele),    die die Feuchtigkeit nur mecha  nisch aufsaugen und schon bei gewöhnlicher  Temperatur leicht abgeben.  



  <I>Beispiel 1:</I>  100     gr    Harnstoff werden in 200 cm"  Handelsüblichem Formaldehyd (zirka 40%)  gelöst und als Füllstoff 20     gr    Zellstoffwatte  und als Fliessmittel 75     gr    Phenol zugegeben  und einfach stehen gelassen. In einigen  Stunden bis Tagen bildet sich aus der Flüs  sigkeit ein amorpher Körper. Dieser wird  nach .der Erstarrung beispielsweise in einer  Maschine nach Art eines Fleischwolfes zer  kleinert und wird dann, zweckmässig auf  Horden, bis ungefähr 40 Grad getrocknet.  Die Trockenzeit dauert 1 bis 2 Tage.

   Das  getrocknete Material, das sich noch mit der  Hand zerreiben lässt, wird dann weiter     ge-          pulvert    und unter Druck und Hitze bei etwa  130 Grad in ein mehr oder weniger durch  scheinendes Produkt verwandelt. In üblicher  Weise können dem     Pressprodukt    Füllmittel,  Fasermaterial, Farbkörper,     Weichmachungs-          mittel    (Fliessmittel) und andere Körper zu  gegeben werden, die nicht als     Fällelektrolyte     anzusehen sind.  



  <I>Beispiel 2:</I>  90     gr    Harnstoff und 10     gr        Thioharnstoff     werden in 250     gr    Formaldehyd gelöst     und     als Fliessmittel     (Pla.stifizierungsmittel)    bei  spielsweise 10     gr    Phenol ohne Wärmezufuhr  zugesetzt: ausserdem werden Füllstoffe bei  gegeben. Nach kurzer Zeit entsteht ein  weisser Niederschlag, der nach Trocknung  und     Mahlung    heiss     verpresst    wird.

   Man     kann     auch so arbeiten,     da.ss    mit obiger Lösung ge  tränkte Zellstofflagen, ohne, oder nach voll  kommener vorheriger Zerkleinerung, zu Plat  ten und flachen Formen     verpresst    werden.    <I>Beispiel 3:</I>    10     gr        Thioharnstoff    und 90     gr    Harnstoff  werden in     20()    cm' Formaldehyd gelöst und       Zelluloseflocken    beigemischt. Es setzt eine       exotherme    Reaktion ein und nach kurzer Zeit    fällt ein weisser Niederschlag aus.

   Das Kon  densat wird nach Zusatz eines Fliessmittels,  bestehend aus 10     gr        Meta.cresylsäure,        weiter     sich selbst überlassen. Das entstandene Kon  densationsprodukt     wird    getrocknet und in der  Wärme     verpresst.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gegen ständen, die mindestens zum Teil aus einem Carbamid - Aldehyd - Kondensationsprodukt bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Kondensation ohne jede äussere Zufuhr von Wäme und ohne jede Zufuhr von Kata lysatoren vor sich gehen lässt, den Ausgangs komponenten des Carbamid-Aldehyd-Kon- densationsproduktes vor der Kondensation Stoffe zusetzt, die keine Fällungselektrolyte sind und das entstehende Kondensat durch Hitze und Druck in die gewünschte Form bringt. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Kondensations produkt vor der Verformung getrocknet und gemahlen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man auf 1 Mol Carb- amid 2 Mol Formaldehyd verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Ausgangs komponenten solche Stoffe als Füllstoffe zusetzt, die keine Fällungselektrolyte sind. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Füllstoff Faser material verwendet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Ausgangs komponenten als Farbkörper solche Stoffe zusetzt, die keine Fällungselektrolyte sind. G. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Ausgangs komponenten als Weichmachungsmittel solche Stoffe zusetzt, die keine Fällungs- elektrolyte sind.
CH171378D 1931-10-22 1932-10-20 Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die mindestens zum Teil aus einem Carbamid-Aldehyd-Kondensationsprodukt bestehen. CH171378A (de)

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