CH156815A - Verfahren zur elektrothermischen Herstellung von metallischem Magnesium durch Reduktion von Magnesiumverbindungen. - Google Patents
Verfahren zur elektrothermischen Herstellung von metallischem Magnesium durch Reduktion von Magnesiumverbindungen.Info
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Description
Verfahren zur elektrothermischen Herstellung von metallischem Magnesium durch Reduktion von 1Vlagnesiumverbindungen. Das Verfahren betrifft die elektrother mische Herstellung von metallischem Magne sium aus seinen Verbindungen, insbesondere aus Magnesiumoxyd enthaltenden oder lie fernden Gesteinsarten, durch Reduktion mit Kohle im Strom eines indifferenten Gases, zu welchem Zweck die Ausgangsstoffe üb licherweise mit Kohle zu Elektroden verpresst werden können, zwischen denen man den Lichtbogen übergehen lässt, oder ein Gemisch der Ausgangsstoffe mit Kohle durch den Lichtbogen erhitzt werden kann. Die gebil deten Magnesiumdämpfe werden in der Regel durch den Gasstrom aus dem Reaktions raum herausgeschafft und in einem besonde ren Kondensationsraum aufgefangen und ver dichtet. Bei diesem Verfahren macht die Kondensation Schwierigkeiten, indem die feinen Metalltröpfchen unter dem Einfluss der bei der Reaktion entstehenden Gase, ins besondere des Kohlenoxyds, an der Ober fläche reoxydiert werden, so dass sie sich mit einer dünnen Oxydhaut überziehen ; hier durch wird das Zusammenfliessen zu grösseren Tropfen und die Gewinnung des Metalles in kompakter Form verhindert. Das nachträg liche Umschmelzen des Magnesiumstaubes führt gleichfalls nicht leicht zum Ziele, in dem auch hierbei das Zusammenschmelzen durch die die Körnchen umgebende Oxyd haut erschwert oder sogar verhindert wird. Man trachtete daher, wie bei solchen Prozes sen allgemein üblich, die Staubbildung da durch möglichst zu vermeiden, dass die Ab kühlung der Dämpfe nicht plötzlich erfolgt, sondern vom Eintritt in die Vorlage an all mählich bis zur Verflüssigungstemperatur fortschreitet. Das Ergebnis bleibt indes un befriedigend. Auch durch andere Mittel ist es bisher nicht gelungen, den bezeichneten Übel stand in einfacher Weise zu beseitigen. Es ist andererseits auch schon versucht worden, bei der elektrothermischen Gewin nung des Magnesiums durch Reduktion mit Kohle im Strom eines indifferenten Gases, insbesondere im Wasserstoffstrom, die Kon densation des Metalles durch Abschrecken, also durch plötzliche Abkühlung von der hohen Bildungstemperatur auf die Verflüs sigungstemperatur, zu bewerkstelligen. Durch den plötzlichen Temperaturabfall wird zwar die Staubbildung ausserordentlich begünstigt; man hat jedoch gehofft, durch die grosse Ab kühlungsgeschwindigkeit die Reoxydation, und daher die Bildung von Oxydhäutchen an der Oberfläche der Metallkörnchen so weit zurückzudrängen, dass ein zu kompaktem Me tall ohne weiteres verarbeitbares Kondensat zu gewinnen wäre. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Das so entstehende amorphe Pulver hat sich im Gegenteil in keiner Weise zusammenschmelzen lassen. Offenbar beruht das darauf, dass das metallische Magnesium in diesem Gemisch von Magnesiumoxyd und Kohle (die durch Rückzersetzung des beim Prozess entstehenden Kohlenoxyds gebildet wird) kolloidal verteilt ist. Das vorliegende Verfahren ermöglicht es nun, einen solchen durch Abschrecken der Dämpfe gewonnenen Magnesiumstaub, zweck mässig nachdem er von den Gasen getrennt wurde, mit Hilfe bestimmter Massnahmen in kompaktes Metall überzuführen. Das Verfah ren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mag nesiumstaub in einer indifferenten Gasatmo sphäre auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der Verflüchtigung des Magnesiums eintritt. Bei dieser Behandlung kommt unter Aus scheidung des Kohlenstoffes und Magne- siumoxyds, sowie anderer Fremdstoffe (wie Fe oder Si) die Bildung eines Metallregulus zustande. Da sich Magnesium schon in der Nähe seines Schmelzpunktes zu verflüchtigen beginnt, kann dieser Prozess bei hohem Va kuum wenig oberhalb der Schmelztemperatur durchgeführt werden. Möglicherweise wird unter diesen Bedingungen die Oxydhaut von den Metallkörnchen durch örtliche Destilla- tionsvorgänge entfernt, so dass dann die frei gelegten Tröpfchen zusammenfliessen kön nen. Wie immer sich das verhalten mag, so steht doch die überraschende Tatsache fest, dass aus Magnesiumpulver in dieser Weise kompaktes Metall erschmolzen werden kann, was bisher nicht möglich war. Enthält das Ausgangsmaterial Begleit- stoffe, wie Eisen, Aluminium, Silizium, Kal zium oder dergleichen in grösserer Menge, wie dies zum Beispiel bei den Magnesiten der Fall ist, so ist es vorteilhafter, den gebildeten Magnesiumstaub in einer indifferenten Gas atmosphäre unter Vakuum durch Zufuhr so grosser Wärmemengen auf eine Temperatur oberhalb des Siedepunktes des Magnesiums zu erhitzen, dass das im Staub enthaltene Magnesiummetall abdestilliert. Auch in die sem Fall empfiehlt es sich, unter hohem Va kuum zu arbeiten. Um Magnesiummetall von höchster Rein heit zu erzeugen, kann das regulinisch ge wonnene Metall nach bekannten Methoden weiter gereinigt werden. Wenn die Erhitzungstemperatur entspre chend gesteigert wird, kann das gleiche Er gebnis auch ohne Anwendung von verminder tem Druck erzielt werden. Gemäss dieser Ausführungsform des Verfahrens wird also der Magnesiumstaub in einer indifferenten Gasatmosphäre auf eine Temperatur erhitzt, die in der Nähe des Siedepunktes des metal lischen Magnesiums liegt. Offenbar werden auch hierdurch die erwähnten örtlichen De stillationsvorgänge eingeleitet. Vorzugsweise wird zur Herstellung des Magnesiumstaubes ein Gemisch des zerklei nerten Ausgangsmaterials mit fein verteilter Reduktionskohle in den elektrischen Licht bogen eingeblasen, wie dies für die Reduk tion von Erzen bereits bekannt ist. Um zu besonders feinen Mischungen mit Kohle zu gelangen, werden die magnesiumhaltigen Ausgangsmaterialien, wie gleichfalls be kannt, mit gepulvertem Kohlenstoff gemischt und mit Hilfe von Bindemitteln, die beim Erhitzen Kohlenstoff zurücklassen (wie Teer- öl, Teer, Pech, Melasse, Asphalt, Asphalt emulsion) verformt, worauf man die Form- linge auf Temperaturen erhitzt, bei denen das Bindemittel verkokt wird, und die so ge wonnenen Briketts schliesslich fein vermahlt. Beim Einblasen solcher Pulvergemische in den Lichtbogen werden die Reaktionskompo nenten in äusserst kurzer Zeit auf eine sehr hohe Temperatur gebracht, so dass hernach beim Abschrecken der gebildeten Dämpfe ein Magnesiumstaub entsteht, der für die Auf arbeitung nach dem erfundenen Verfahren hervorragend geeignet ist. Es wird bemerkt, dass es auch schon be kannt ist, durch Reduktion erhaltenes Mag nesiummetall zum Zwecke der weiteren Rei nigung im Wasserstoffstrom zu destillieren. Vorgeschlagen wurde ferner, beim Umschmel zen von metallischem Magnesium die Schmelze während des Schmelzprozesses durch indifferente Gase gegen Oxydation zu schützen. Bekannt ist schliesslich ein Verfah ren zum Reinigen von Magnesium, das darin besteht, dass man Wasserstoff oder ein an deres indifferentes Gas bei Temperaturen, bei denen die Verunreinigungen flüchtig sind, durch oder über das geschmolzene Metall leitet. In allen diesen Fällen liegt das zu rei nigende Metall bereits als kompaktes Metall vor.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur elektrothermischen Her stellung von metallischem Magnesium durch Reduktion von Magnesiumverbindungen mit Kohle im Strom eines indifferenten Gases, bei welchem die gebildeten Metalldämpfe durch Abschrecken zu Staub kondensiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnesiumstaub in einer indifferenten Gas- atmosphäre auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der Verflüchtigung des Magnesiums ein tritt. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Magnesium- staub auf einer Temperatur in der Nähe des Siedepunktes solange gehalten wird, bis die Teilchen zusammengeflossen sind. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Nagne- siumstaub durch Erhitzen in einer indif ferenten Gasatmosphäre unter verminder tem Druck in kompaktes Metall überge führt wird. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung im hohen Vakuum vor genommen wird. 4.Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Magne- siumstaub in einer indifferenten Gasatmo sphäre unter Vakuum durch Zufuhr so grosser. Wärmemengen auf eine Tempera- tur oberhalb des Siedepunktes des Magne siums erhitzt wird, dass das im Staub ent haltene Magnesiummetall abdestilliert. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Destillation unter hohem Vakuum vorgenommen wird.
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