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Vorrichtung zum Wiederaufrichten gekippter Transportkübel von Transport- und Förderanlagen, vorzugsweise von Seilbahnen
DieErfindung betrifft eine Vorrichtung zum Wiederaufrichten von zur Entladung gekippter Transport- kübel von Transport- und Förderanlagen, vorzugsweise von Seilbahnen.
Vor allem bei Seilbahnen mit Kübelbetrieb erfolgt in den meisten Fällen die Kübelentleerung durch Kippen derselben bis zu 1800. Um denEntladevorgang zu mechanisieren, werden die Kübel so aufgehängt, dass sich ihr Schwerpunkt beim aufrecht hängenden Kübel oberhalb des Kübeldrehpunktes befindet. Ein vorzeitiges Umkippen wird durch eine Sperrklinke verhindert. An der Entladestelle befindet sich ein Anschlag, der die am Kübel befindliche Sperrklinke aushebt, damit der Kübel selbständig umkippt und sich entleert. Hiebei verlagert sich der Kübelschwerpunkt unter den Drehpunkt, so dass ein selbsttätiges Aufrichten des Kübels nicht möglich ist. Das Aufrichten erfolgt dann von Hand, wobei grosse körperliche Anstrengungen notwendig sind, zumal oftmals noch Transportgutreste im Kübel verbleiben.
Ausserdem besteht bei dieser Art der Kübelaufrichtung die Gefahr, dass ein Kübel die Entladestation auf Grund menschlichen Versagens unaufgerichtet verlässt und noch im Kübel verbliebenes Transportgut auf der Transportstrecke herausfällt und unter der Seilbahnstrecke befindliche Personen oder irgendwelche Gegenstände verletzt bzw. beschädigt.
Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen, wurden Vorrichtungen geschaffen, die den Kübel sofort nach der Entladung wieder aufrichten. Zu diesem Zweck sind die Transportkübel so am Gehänge angeordnet, dass sich der Schwerpunkt der Transportkübel in jedem Fall, also beim gefüllten und leeren Kübel, unterhalb des Kübeldrehpunktes befindet. Dadurch wird erreicht, dass sich der Kübel immer von selbst aufrichtet.
Das Kippen dieser Kübel erfolgt mit Hilfe einer besonderen Vorrichtung, u. zw. so, dass eine am Kübelboden angeordnete Lenkrolle beim Überfahren der Entladestelle, beispielsweise eines Bunkers, an einer in Fahrtrichtung ansteigenden und kurvenförmig ausgebildeten Führungsschiene entlanggleitet Die Führungsrolle muss durch eine Zwangsführung an der Schiene die Steigung derselben überwinden, wobei gleichzeitig der Kübel gekippt und entleert wird. In dem Punkt, wo der Kübel um zirka 900 geschwenkt wurde, senkt sich die Führungsschiene und somit die Führungsrolle, und der Transportkübel richtet sich auf.
Diese Entladevorrichtung weist jedoch den Nachteil auf, dass die Entladung nur während der Fahrt des Kübels erfolgen kann, woraus sich eine lange Entladestrecke ergibt. Dieser Umstand wirkt sich ungünstig für die Grösse der Entladestation aus, da die Entladestrecke, beispielsweise eine Bunkeröffnung, die gleiche Länge aufweisen muss, wie die Strecke, die der Transportkübel vom Kippen bis zum Wiederaufrichten durchführt, u. zw. deshalb, um noch beim Aufrichten herausfallendes Transportgut aufnehmen zu kön- min ; ausserdem ist diese Vorrichtung für schwere Kübel nicht geeignet.
Um auch grosse Transportkübel mit schwerem Fördergut aufrichten zu können, wurden Vorrichtungen geschaffen, die die Aufgabe haben, nur den entleerten Transportkübel aufzurichten, nachdem diese durch Schwerpunktverlagerung selbständig umgekippt sind. Zu diesem Zweck ist quer zur Fahrtrichtung eine mit Zapfen versehene und in einem Gerüst geführte, mittelbar oder unmittelbar angetriebene Kette so angeordnet, dass sie einen Bogen, entsprechend dem Kippkreis des aufzurichtenden Kübels, bildet. Nach dem
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Entleeren des Transportkübels legt sich an diesen diese Kette mit einem Zapfen an und dreht den Kübel während der Fahrt durch ihre quer zur Fahrtrichtung des Kübels verlaufende Eigenbewegung um seinen
Drehpunkt, bis er vollständig aufgerichtet ist.
Bevor sich der Kübel von der Kette löst, wird er mittels
Sperrklinke gegen selbsttätiges Kippen arretiert. Mit Hilfe besonderer Steuereinrichtungen kann der Keti tenantrieb der unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeit der Kübel angepasst werden. Diese Vorrichtung weist ebenfalls den Nachteil auf, dass die Transportkübel nur während der Bewegung aufgerichtet werden kön- nen, so dass auch hier eine lange Entladestrecke notwendig ist ; ausserdem ist die zum Aufrichten verwen- dete Kette einem starken Verschleiss unterworfen, da das während des Aufrichtevorganges herausfallende
Gut in die Kette fällt und diese stark verschmutzt.
Es ist-Zweck und Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, womit es möglich ist, ge- kippte Transportkübel auch im Stillstand aufzurichten, wobei die Vorrichtung bei einfacher konstruktiver
Ausbildung und geringstem Aufwand, unter Vermeidung aller bekannten Nachteile an solchen Vorrich- tungen eine völlige Funktionssicherheit gewährleistet.
Dies wird im wesentlichen dadurch erreicht, dass in einem an der Transportkübelentladestelle be- festigten Rahmen ein um den Kippradius einer an einem aufzurichtenden Transportkübel angeordneten, auf den Rahmen zeigende Führungsrolle schwenkbares Parallelkurbelgetriebe mit einer an diesem angeord- neten Führungsschiene gegen die Führungsrolle des an der Vorrichtung vorbeifahrenden oder gegenüber dieser haltenden gekippten Transportkübels drückend angeordnet ist, das einmal durch einen von einem mit dem Transportkübel über ein Gehänge verbundenen, auf Schienen laufende Kontakte schliessenden
Kuppler (Fig.
3) oder durch einen in der Entladestation von einer Tragkette aufgenommenen, gegen einen eine Sperrvorrichtung auslösenden Anschlag und für die Zeitdauer der Kübelentleerung und -aufrichtung aufhaltenden und die erfindungsgemässe Vorrichtung über einen ein Zeitrelais einschaltenden und nach
Beendigung des Aufrichtvorganges ausschwenkbaren Anschlag und gegen einen Kontakt fahrenden Kupp- ler (Fig. 2) betätigt wird, indem durch die Kontakte bzw. durch Anschlag und Kontakt mittels Elektro- magnete ein einen das Parallelkurbelgetriebe antreibenden Arbeitszylinder steuernder Steuerschieber be- tätigt wird. Weiterhin wird dies dadurch erreicht, dass eine Koppel an Schwingen einstellbar angeordnet ist, und dass im Arbeitszylinder eine feststehende, durchgehende Kolbenstange mit unterschiedlichen
Durchmessern angeordnet ist.
Im folgenden wird die erfindungsgemässe Vorrichtung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt und beschrieben. Die Zeichnungen zeigen in Fig. 1 eine Ansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung in Ar- beitsstellung, in Fig. 2 eineEntladestelle, bei der das Kippen und Wiederaufrichten der Transportkübel im
Stillstand erfolgt und in Fig. 3 eine Entladestelle, bei der das Kippen und Wiederaufrichten der Transport- kübel während der Bewegung erfolgt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung besteht aus fest mit einer Bunkeroberkante verbundenen und in
Abstand voneinander angeordneten Rahmen 1,. an deren freiem Ende Lagerböcke 2 befestigt sind. In den
Lagerböcken 2 sind Wellen 3, in deren Mitte Ritzel 4 angeordnet sind, gelagert. Eine mit den Ritzeln 4 in Eingriff stehende Zahnstange 5 ist mit einem zwischen den Rahmen 1 gelagerten, auf einer Kolben- stange verschiebbaren Arbeitszylinder 6 verbunden, wobei die Kolbenstange des Arbeitszylinders 6 fest an dem Rahmen 1 befestigt ist. Der Arbeitszylinder 6 ist über Rohrleitungen 7 mit einer Pumpe 8, die mit einem Motor 9 gekoppelt ist, verbunden. In die Rohrleitung 7 ist ein von Magneten 10 und 11 beeinfluss- barer Steuerschieber 12 zwischengeschaltet.
An den Aussenseiten der Welle 3 sind Schwingen 13 unver- drehbar befestigt ; Koppeln 14 sind am freien Ende der Schwingen 13, mit ihrer Verlängerung in den Fahr- bereich von Transportkübeln 15 ragend, gelenkig angeordnet. An der in den Fahrbereich der Transportkü- bel 15 ragenden Seite der Koppeln 14 ist eine Führungsschiene 16 angebracht. Die Transportkübel 15 sind in einem Gehänge 17, welches an einem Kuppler 18 hängt, drehbar gelagert, u. zw. so, dass sich der
Schwerpunkt bei aufgerichteten Transportkübeln 15 oberhalb und aussermittig von der Kübe. Idrehachse be- findet.
Am Aufhängepunkt der Transportkübel 15 ist eine Sperrvorrichtung 19 vorgesehen. Am Transport- kübel 15 ist ausserdem eine Führungsrolle 20, beim gekippten Kübel 15 auf die Führungsschiene 16 zei- gend, angeordnet. Bei einer Entladung und Wiederaufrichtung der Transportkübel 15 im Stillstand sind in der Entladestation eine den Seilbahnwagen aufnehmende, angetriebene Tragkette 21 und über der Ent- ladestelle ein Kontakt 22 und ein schwenkbarer Anschlag 23 angebracht.
Erfolgt eine Entladung und Wiederaufrichtung der Transportkübel 15 während der Bewegung, so ist in der Entladestation eine den Kuppler 18 aufnehmende Laufschiene 24 angeordnet. Entlang der Laufschie- ne 24 befindet sich eine angetriebene Mitnehmerkette 25, und an Stelle des Anschlages 21 ist ein Kon- takt 26 angebracht. Bei beiden Varianten der Entladung und Wiederaufrichtung der Transportkübel 15 be-
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findet sich am Anfang der Entladestelle ein auf die Sperrvorrichtung 19 der Transportkübel 15 zeigender
Anschlag 27.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Vorrichtung bei einer Entladung und Wiederaufrichtung der
Transportkübel 15 im Stillstand ist folgende : Sobald ein von der Strecke kommender Transportkübel 15 in die Entladestation einfährt, wird der mit ihm über das Gehänge 17 verbundene Kuppler 18 von einem
Seil auf bekannte Art gelost, von der Tragkette 21 aufgenommen und zur Entladestelle transportiert. Hie- bei muss der Transportkübel 15 den Anschlag 27 überfahren, wobei sich die Sperrvorrichtung 19 auslöst und der Transportkübel 15 kippt.
Sofort nach dem Auslösen der Sperrvorrichtung 19 wird der Kuppler 18 mit Hilfe des über der Ent- ladestelle angebrachten Anschlages 23 angehalten, und die Tragkette 21 läuft allein unter dem Kuppler 18 weiter. Der Anschlag 23 betätigt durch den Anprall des Kupplers 18 ein Zeitrelais, das, nachdem der
Transportkübel 15 gekippt und entleert ist, den Magneten 10, der den Steuerschieber 12 betätigt, ein- schaltet. Der Steuerschieber 12 leitet das von der Pumpe 8 geförderte Druckmittel so in den Arbeits- zylinder 6, dass dieser das aus den Schwingen 13 und Koppeln 14 bestehende Parallelkurbelgetriebe mit der an den Koppeln 14 angeordneten Führungsschiene 16 gegen die Führungsrolle 20des Transportkübels 15 drückt und diesen aufrichtet.
Hiebei ist es aber erforderlich, dass der Schwenkradius der Führungsschie- ne 16 mit dem Schwenkradius der Führungsrolle 20 und somit mit dem Schwenkradius der Schwingen 13 übereinstimmt. Um ein Ausweichen der Transportkubel 15 beim Aufrichten zu verhindern, wird das Ge- hänge 17 seitlich geführt.
Sobald der Transportkübel 15 vollständig aufgerichtet ist, schaltet der Steuerschieber 12 die Schwenk- bewegung der Vorrichtung aus. Gleichzeitig wird über geeignete Mittel der Anschlag 23 entfernt, so dass der Kuppler 18 und der damit verbundene Transportkübel 15 von der Tragkette 21 wieder mitgenommen und dem Tragseil der Seilbahn übergeben werden kann. In dem Moment, wo die Tragkette 21 den Kupp- ler 18 weiterbefördert, betätigt das Gehänge 17 den Kontakt 22, der mit dem Magneten 11 verbunden ist.
Bei Betätigung des Kontaktes 22 wird durch den Magneten 11 der Steuerschieber i2 so verstellt, dass der von diesem gesteuerte Arbeitszylinder 6 die Vorrichtung in ihre Ausgangsstellung zurückschwenkt.
Sobald die Ausgangsstellung der Vorrichtung erreicht ist, wird über Anschläge der Steuerschieber 12 in die Stellung"Halt"gebracht. Das Arbeitsspiel der Vorrichtung beginnt erst dann wieder, wenn der nächste Kuppler 18 an den Anschlag 23 anfährt und das damit verbundene Zeitrelais erneut einschaltet.
Um zu ermöglichen, dass bei gleichbleibender Förderleistung der Pumpe 8 die Rückführung der erfindungsgemässen Vorrichtung in die Ausgangsstellung mit einer grösseren Geschwindigkeit erfolgen kann, ist die linke Hälfte der feststehenden Kolbenstange des Arbeitszylinders 6 stärker ausgebildet, wodurch eine Verkleinerung der Kolbenfläche erreicht wird.
Soll nun dieEntladung undWiederaufrichtung des Transportkübels 15 während der Bewegung erfolgen, so kann die gleiche Vorrichtung, wie bereits beschrieben, zur Anwendung kommen, nur dass der Anschlag 23 durch den Kontakt 26 ersetzt wird, das Zeitrelais entfällt und der Transport der Kuppler 18 auf einer Laufschiene 24 mittels Mitnehmerkette 25 erfolgt. Bei einer solchen Entladungsweise wird der Kuppler 18 bei Einfahrt in die Entladestation von einer Laufschiene 24 aufgenommen und von der angetriebenen Mitnehmerkette 25 weiter zur Entladestelle gezogen. Gleichzeitig wird der Kuppler 18 vom eigentlichen Tragseil ausgekuppelt. Sobald sich der Transportkübel 15 der Entladestelle nähert, muss er, genau wie bei der Entladung im Stillstand, den Anschlag 27, der die Sperrvorrichtung 19 löst, überfahren.
Während der dadurch eingeleiteten Entladung bewegt sich der Transportkübel 15 weiter, bis er mit dem Kuppler 18 oder Gehänge 17 den Kontakt 26, der den Arbeitshub der erfindungsgemässen Vorrichtung direkt einleitet, überfährt.
Der Abstand zwischen dem Anschlag 27 und dem Kontakt 26 muss so gross gewählt werden, dass im Moment der Betätigung des Kontaktes 26 der Transportkübel15 entladen ist. Der durch die Berührung des Kontaktes 26 eingeleitete Arbeitshub der Aufrichtvorrichtung vollzieht sich bis zur Beendigung desselben auf die gleiche Weise, wie bei der Kübelaufrichtung im Stillstand, nur dass die Führungsrolle 20 auf Grund der Fahrtbewegung des Transportkübels 15 an der Führungsschiene 16 entlangrollt. Die Führungsschiene 16 ist in Abhängigkeit von der Fahrt-und Wiederaufrichtgeschwindigkeit des Transportkübels 15 länger auszubilden, als bei einer Wiederaufrichtung im Stillstand.
Sobald der Transportkabel 15 wiederaufgerichtet und in die Sperrvorrichtung 19 eingerastet ist, wird vom Kuppler 18 oder Gehänge 17 der Kontakt 22 betätigt, und es erfolgt der Rücklauf der erfindungsgemässen Vorrichtung bis zur Ausgangsstellung.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung lässt sich nicht nur zum Aufrichten gekippter Transportkilbel von Seilbahnen, sondern auch für alle andern Transportkübel, die zur Entleerung gekippt werden, anwenden.