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Verfahren zum Anbeten von Hochofen.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, um die beim Anblasen der Hochöfen häufig stattfindenden Explosionen zu vermeiden.
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struktion gleich bei Beginn des Hochofenbetriebos zu beginnen, wodurch gleich von Anfang an marktfähiges Eisen hergestellt werden kann und Explosionsgefahren, wie solche bei den bekannten Eisenerzeugungsverfahren im Hochofen bestehen, vermieden werden.
Bisher geschah der Beginn des Hochofenbetriebes gewöhnlich in der Weise, dass man den Ofen zuerst mit einer grossen Menge Holz, dann mit einer grossen Menge Koks, dann mit einer Menge Koks und Kalk und hierauf mit abwechselnden Schichten geeigneter Dicke von Beschickung, Brennmaterial und Kalk besetzt, worauf das Holz entzündet und das Ganze ungefähr 24 Stunden bei natürlichem Luftzug brennen gelassen wird, wobei die Verbrennungsprodukte durch den offen gelassenen Gichtverschluss entweichen. Durch den natürlichen kalten Luftzug findet nur eine unvollkommene Verbrennung statt und der Ofen bleibt verhältnismässig kalt, so dass er einige Zeit nach dem Anzünden kalt arbeitet, wodurch Eisen erzeugt wird, welches nicht marktfähig ist, sondern unter grssen Arbeits kosten, Brennmaterial- und Metallverlust umgeschmolzen werden muss.
Dor Grund, warum man nicht gleich von vornherein Gebläseluft anwendet,) liegt in der Explosionsgefahr der aus Gasen und Gebläseluft bestehenden explosiven Gasmischung in der Gicht und in den Rohren oder dgl., durch welche die Gase ihrer Verbrauchsstello dem Kessel und den Winderhitzern zugeführt werden. Es dauert lange Zeit, bis die Gase die in den Rohren oder dgl. befindliche Luft verdrängt haben, so dass ihre gefahrlose Verbrennung ohne Explosion, welch letztere eine Zerstörung des Ofens zur Folge haben würde, unter dem Kessel oder im Winderhitzer stattnnden kann.
Es ist häufig vorgekommen, dass selbst nachdem erfahrene Hüttenmänner den Beginn der Verbrennung der Gichtgase für zulässig und betriebssicher befunden hatten, doch noch so viel Luft in den Rohren oder dgl. geblieben war, dass sich ein explosives Gas-und Luftgemisch bildete, welches hei seiner Zündung explodierte und grosse Zerstörungen verursachte. Nach der vorliegenden
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verdrängt wird.
Auf der Zeichnung ist ein Hochofen mit doppelter Gichtglocke und Staubsnmmler bekannter Konstruktion im senkrechten Schnitt dargestellt. Der Hochofen a ist von bekannter Konstruktion und am oberen Ende der Gicht durch eine doppelte Gichtglocko b, bl verschlossen, von welcher ein Abzugsrohr c für die'Gichtgase abwärts zu einem Staubsammler cl führt, von dem aus diese Gase durch eine Verteiiungsieitung, z. B. das Rohr d, nach der Verbrauchsstelle geführt werden.
Bisweilen wird zwischen den Staubsammler und das Rohr d ein Ventil e zur Regelung des Gaszuflusses zu dem Rohr d eingeschaltet, aber in vielen Fällen werden an dieser Stelle keine Ventile angeordnet, sondern nur an der Verbrauchsstelle der Gichtgase, den Kesseln, Winderhitzern oder dgl.
Nachdem der Hochofen mit den nötigen Materialien beschickt ist werden alle Ventile geschlossen, ebenso alle Klappen, welche sich in der Leitung zwischen Staubsammer und den Kesseln, Winderhitzern oder dgl. befinden. Die Gichtglocke, oder wenn der Ofen mit einer Doppelglocke versehen ist, beide Gichtglockcn, bleiben offen. Hierauf wird durch das mit einem Absperrventil 9 versehene Rohr f in den Staubsammler cl Dampf eingelassen. Der von den Kesseln kommende Dampf wird so lange eingelassen, bis aus der Gicht eine dichte, weisse Dampfsäcio aufsteigt. Hierauf werden die Gichtglocken geschlossen und das oder die Gasabflussrohre i geöffnet, erst das eine derselben bis Dampf
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Weise geöffnet und geschlossen wird, falls am Ofen zwei Gasabflussrohre vorhanden sind.
Hierauf wird das Ventil e geöffnet oder, wenn an dieser Stelle kein Ventil vorhanden ist, werden die an der Verhranchsstello des Gases, den Kesseln oder Winderhitzern oder dgl.
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da oder die Ventile geiiffnet worden sind, wird der Ofen in seinem unteren Teile angezündet und nach dem Anzünden heisse Luft eingeblasen und in wenigen Minuten wird aus den Ventilen bei den Kesseln oder Winderhitzern Dampf ausströmen. Sobald Gas in
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Wenn im Vorstehenden von heisser Gebläseluft gesprochen wird, so wird angenommen, dass ein einem anderen Ofen benachbarter Ofen einer aus mehreren Öfen bestehenden Anlage angeblasen wird. In diesem Falle wird zum Anblasen des Ofona in bekannter Weise in Winderhitzern erhitzte Luft zugeführt.
Bei einem alleinstehenden Ofen oder wo heisse Gebläseluft erst vorhanden ist, wenn die Winderhitzer von den Gichtgasen des Hochofens geheizt werden, wird selbstverständlich die unmittelbar nach dem Anzünden des Ofens eingeblasene Luft kalt sein. In diesem Falle dauert es längere Zeit, bis der Ofen sich in gutem Betrieb befindet, als wenn heisse Gebläseluft sofort zur Verfügung steht, aber nichtsdestoweniger ist eine Explosionsgefahr ausgeschlossen und die zur Erzeugung marktfähigen Eisens erforderliche Zeit wird bedeutend abgekürzt.
Man kann den Dampf auch an mehreren Stellen gleichzeitig einführen, z. B. am oberen Ende des Rohres c beize Hei einem auf diese Weise angeblasenen, ungefähr 30 ni hohen Hochofen wurde das Gas zuerst den Brennern der Winderhitzer zugeführt, wobei die Entfernung vom oberen Ende des Ofens bis zur Entzündungsstelle des Gases ungefähr 150 na beträgt. Der Dampf wurde in den Staubsammler durch ein Rohr von 5 cm lichter Weite unter einem Druck von ungefähr 36 kg eingeblasen. Der Hochofen lieferte 24 Stunden eher Eisen als bei der alton Aublasomethode und dazu gleichzeitig marktfähiges Eisen von Anfang an, ohne die geringste Explosionsgefahr.
Falls das Leitungsrohr c und der Staubsammler vollständig kalt sind, ist es zweckmässig, dieselben durch ein im Staubsammler angezündetes Feuer anzuwärmen, wobei der durch das Feuer entwickelte Rauch im Rohr c aufsteigt und durch die Gicht des Ofens entweicht. Hiedurch werden die Rohre vorgewärmt und eine zu grosse
Kondensation und zu grosser Dampfverbrauch vermieden.
Nach einer Blasepause empfiehlt es sich ebenfalls vor dem Wiederbeginn des Blasons und der Anzündung der Gichtgase Dampf durch die Rohre zu loiten, um eine Explosion
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bestehende) Mischung ihrer Verbrauchsstelle, den Kesseln oder Winderhitzern zuzuführen.
Der Dampf wird die Temperatur der Gase unter die kritische Temperatur vermindern und dieselben gleichzeitig verdünnen, um Explosionen zu verhindern. Der Dampf wird auch die Wirkung der Gebläseluft, welche das Gas durch das Rohr c und die übrige Leitung nach der Vprbranchsstelle drückt, unterstützen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Anblasen von Hochöfen, dadurch gekennzeichnet, dass vor die aus dem Ofen strömenden Gase ein schweres Gas oder Dampf geleitet wird, welche ein Explodieren der Gichtgase an ihrer Verbrauchsstelle verhindern.