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Vorrichtung zum Anzeigen von Fadenbrüchen, insbesondere an Spinnmaschinen
Fadenbruchanzeigevorrichtungen sind bei Web- und Wirkstühlen sowie Zwimmaschinen allgemein bekannt, um das Reissen eines Fadens anzuzeigen.
Während ein in derartigen Textilmaschinen verwendeter Faden bzw. ein in ihnen befindliches Garn verhältnismässig hohe Festigkeit besitzen, die es ermöglicht, auf den Faden diejenigen zur Fadenspan- nung zusätzlichen Kräfte auszuüben, die mit dem Abtasten des Fadens durch den Fühler der Fadenbruch- anzeigevorrichtung unvermeidbar verbunden sind, treten bei Spinnmaschinen abweichende Verhältnisse auf, die die Verwendung in üblicher Weise ausgebildeter Fadenbruchanzeigevorrichtungen ausschliessen.
Es ist davon auszugehen, dass hier kein Faden im üblichen Sinne reisst, sondern es reisst das aus dem Lie- ferzylinder austretende Spinngut, bestehend aus zarten und zartesten Einzelhaaren und-härchen, die erst dadurch zu einem Faden werden, dass sie durch die von der Spindel ausgehende Drehung zum Faden ge- formt werden. Hier liegt das sogenannte kritische Dreieck mit der Spitze zur Spindel hin und dem in bestimmter Breite aus dem Lieferzylinder austretenden Spinngut als Basis. Es bildet die Gefahrenstelle, weil die einzeln nebeneinander liegenden und nacheinander reissenden Härchen nicht die Widerstandsfähigkeit des fertig gesponnenen Fadens haben.
Dazu kommt, dass es im Wesen der wirtschaftlichen Verarbeitung des Spinngutes in Spinnmaschinen liegt, seine Zusammensetzung so zu bestimmen, dass es gerade die Spannung vertragen kann, die mit dem Spinnvorgang verbunden ist. Die Güte des Spinngutes kann aus denselben Gründen nicht etwa mit Rücksicht auf die zusätzlichen Beanspruchungen erhöht werden, die mit der Anwendung üblicher Fadenbruchanzeiger unabänderlich verbunden sind, so dass die Aufgabe auftritt, die Fadenbruchvorrichtung so auszubilden, dass sie keine Kräfte auf das in Form des Vorgarnes oder eines Faserschleiers (Faserbandes) auftretende Material ausübt, die über die Beanspruchungen hinausgehen, die mit dem Spinnvorgang untrennbar verbunden sind.
Die zur Lösung dieser Aufgabe vorgeschlagene Vorrichtung zum Anzeigen von Fadenbrüchen kennzeichnet sich erfindungsgemäss dadurch, dass mindestens ein an der Ausbildung einer Fadenöse, die einer Spinnspindel als Fadenführer (Sauschwänzchen) zugeordnet ist, teilnehmendes Stück der Öse oder die Öse selbst quer zum Fadenlauf beweglich angeordnet und durch unmittelbares Anliegen des gespannten Fadens in der einen Grenzstellung gehalten ist. Weiterhin soll der bewegliche Teil der Öse oder diese selbst mit einer Kontakteinrichtung zur Fadenbruchanzeige verbunden werden. Ein zur Lagerung oder Führung des beweglichenösenteils oder der Öse dienendes Gehäuse ist dabei in jenem Raum angeordnet, der durch zwei zueinander parallele Ebenen begrenzt ist, deren jede eine Spindelachse enthält und senkrecht zu einer Ebene steht, welche beide Spindelachsen enthält.
Eine derartige Vorrichtung übt deshalb keine zusätzlichen Kräfte auf den sich zum Faden formenden Werkstoff, kurz Faden genannt, aus, weil dieser Faden bei den Spinnmaschinen, bei denen die Spinnstrecke mit der Achse der Spindel einen stumpfen Winkel bildet, an dessen Scheitel der Faden durch die der Spindel zugeordnete Fadenöse läuft, auf die Fadenöse notwendigerweise eine Kraftwirkung ausübt, der durch die Wahl des Materials deshalb Rechnung getragen ist, weil ihr Auftreten mit dem Spinnvorgang unabänderlich verbunden ist.
Da der bewegliche Teil der Fadenöse durch Auftreten einer der Kraftwirkung auf die Fadenöse entsprechenden Fadenspannung aus der Grenzstellung ausgelenkt ist, in der die den Fadenbruch anzeigende Einrichtung betätigt ist, und da der Faden an diesem beweglichen Teil unmittelbar
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anliegt, muss die Gegenwirkung des Kraftschlusses, unter dem der bewegliche Ösenteil am Faden anliegt, bereits bei einem Wert beginnen, der unterhalb dieser Spannung liegt ; erst beim Auftreten des Kräfte- gleichgewichtes, d. h. in der Betriebsstellung des beweglichen Ösenteiles, erreichen die Rückführkräfte einen der Höhe der Fadenspannung entsprechenden Wert.
Bei Spinnmaschinen, bei denen ein derartiger stumpfer Winkel zwischen Spindelachse und Spinnstrecke nicht auftritt, bildet die Fadenöse, die der Spin- del als Fadenführer zugeordnet ist, die Spitze des Fadenballons, der durch den Faden unter dem Einfluss der Fliehkräfte gebildet und durch die Öse zusammengehalten wird. Die hiebei entstehende Kraftwirkung hält bei Anordnung einer erfindungsgemäss ausgebildeten Vorrichtung den beweglichen Teil der Fadenöse in der Grenzstellung, in der die einen Fadenbruch anzeigende Einrichtung nicht beeinflusst ist, während diese Beeinflussung sofort eintritt, wenn infolge eines Bruches bei Abwicklung des Spinnvorganges die
Spannung wegfällt, die den beweglichen Ösenteil in der Betriebsgrenzstellung gehalten hatte.
Es bestätigt sich somit, dass im Gegensatz zu bekannten Fadenbruchanzeigern die Anordnung eines erfindungsgemäss ausgebildeten Fadenbruchanzeigers zu keiner Erhöhung der Krafteinwirkungen auf den Faden führt und dass trotzdem der Fadenbruch zuverlässig angezeigt wird. Das Merkmal, dass Lagerung oder Führung des beweglichen Teiles des Fadenbruchanzeigers in dem Raum liegen, der durch zwei aufeinander folgende Spindelachsen begrenzt wird, führt dazu, dass trotz der relativen Geringfügigkeit der
Auslösekräfte von der Grössenordnung der die Fadenspannung bedingenden Kräfte ein verhältnismässig hohes
Drehmoment entwickelt wird, das sich in entsprechend grosse Kraftwirkungen auf Kontaktteile umsetzt, wenn diese beispielsweise angeordnet sind, um einen Stromkreis zu schliessen und zu öffnen,
in dem die durchweg optisch wirksamen Anzeigevorrichtungen für den Fadenbruch, beispielsweise Glühbirnen, liegen, deren Aufleuchten den Fadenbruch weithin sichtbar anzeigt. Trotz der fast seismographischen Empfindlichkeit der erfindungsgemäss ausgebildeten Vorrichtung werden also die Kontakte mit Sicherheit geöffnet und geschlossen, wobei es naturgemäss auch Fälle geben kann, in denen die der Fadenspannung das Gleichgewicht erhaltenden Kräfte gross genug sind, um die Kontaktberührung bzw.-entfemung zuverlässig zu bewirken.
Anderseits wirkt sich die gleiche, vorteilhafte Erhöhung des Drehmomentes allein in den Fällen günstig aus, in denen die vom Fadenfühler ausgeübten Steuerkräfte zu klein sind, als dass mit ihnen ausreichend hohe Kontaktdrücke oder andere Kräfte erzeugt werden könnten, mit deren Hilfe die Einrichtung betätigt wird, die zum optischen oder akustischen Kenntlichmachen eines Fadenbruches vorgesehen ist.
Eine besonders zweckmässige Ausbildung der Vorrichtung ergibt sich, wenn die als Fadenführer dienende Öse durch zwei Bogenstücke gebildet ist, von denen sich das eine am Ende eines schwenkbaren Hebels und das andere am Ende eines feststehenden Hebels befindet. Diese Ausbildung eignet sich insbesondere für Spinnmaschinen, bei denen die Spinnstrecke in der Achse der Spindel verläuft, der die Fadenöse als Fadenführer zugeordnet ist. Wählt man dabei die Krümmung des Bogenstückes des schwenkbaren Hebels grösser als die Krümmung des Bogenstückes des feststehenden Hebels, so erfolgt die erforderliche Anpassung an den auftretenden Fadenballon. Ist der feststehende Hebel als der kräftigere Hebel ausgeführt, so übernimmt dieser kräftigere Hebel den Schutz für den beweglichen und infolge seiner Lagerung oder Führung empfindlichen Teil.
Dadurch nämlich, dass in derartigen Spinnmaschinen eine Vielzahl von Spindeln umläuft, deren Spulen ausgewechselt werden müssen, bedarf es der Freilegung des oberhalb einer Spindel befindlichen Raumes, in welchem sich die Fadenüberwachungseinrichtungen befinden. Bei dem in Sekundenschnelle auszuführenden Auswechseln der Spulen sind starke Stösse gegen diese Vorrichtungen unvermeidbar, so dass es des Schutzes der empfindlichen Teile durch verhältnismässig kräftige, möglichst unbewegte Teile bedarf.
Um in einfachster Weise zu erreichen, dass Lagerung oder Führung des beweglichen Teiles des Fadenbruchanzeigers in dem durch die Spindelachsen begrenzten Raum liegen, so dass lange Hebelarme entstehen, die trotz kleiner Kräfte an dem beweglichen Ösenteil oder an der Öse auf Grund des bereits erwähnten, ausreichend grossen Drehmomentes zu den benötigten Kontaktdrücken führen, ist ein die Hebel
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teil, dass das Gehäuse als eine Hebellagerungen und Kontaktstücke staubdicht abschliessende Kapsel ausgebildet werden kann. Da die Staubentwicklung in den Spinnsälen stark ist und dazu führt, dass sich auf den Kontaktstücken isolierende Schichten bilden können, die die einwandfreie Anzeige stören, ist die Abschirmung gegen Staubeinwirkung besonders wichtig.
Das Gehäuse kann gleichzeitig die optische Anzeigevorrichtung für den Fadenbruch, etwa in Form einer an einer Stirnwand angeordneten Glühbirne, aufweisen.
Ist das den beweglichen Teil der Fadenöse bildende Stück derselben oder ist die Fadenöse als solche im oder am Gehäuse derart gelagert, dass ein etwa paralleler Verlauf der Hebel zu dem gemeinsamen Träger der Fadenbruchanzeigevorrichtungen entsteht, so erhält man einfache Ausbildungsformen dieser
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Hebel nebst langen Hebelarmen ohne Störung des Gesamtaufbaues der Maschine. Um dabei die erforderlichen Anpassungen an die jeweiligen örtlichen Verhältnisse zu ermöglichen, ist der zwischen Gehäuse und feststehendem Hebel eingeschlossene Winkel zweckmässig verstellbar.
Weiter ist es vorteilhaft, den zwischen Gehäuse und beweglichem Hebel eingeschlossenen Winkel, bezogen auf eine gleichbleibende Betriebsstellung des Hebels, veränderlich einstellbar auszugestalten, damit die gleiche Anpassung in bezug auf die beweglichen Teile der Fadenbruchanzeigevorrichtung durchgeführt werden kann.
Man hat bereits den Versuch gemacht, die notwendige Empfindlichkeit derartiger Fadenbruchan- zeigevorrichtungen dadurch zu steigern, dass man die Öse als Ganzes beweglich ausbildete und ihre Dreh- achse mit Kontaktstücken verband, die in dem Stromkreis liegen, der die optisch oder akustisch wirksa- men Fadenbruchanzeigevorrichtungen enthält. Die Öse befindet sich dabei mit einem an sie angeschlossenen Fadenfühler im labilen Gleichgewicht, wenn man vom Faden absieht, an den sich der in Kippstellung befindliche Fadenfühler anlegt, so dass das weitere Kippen des Fühlers und der mit ihm verbundenen Teile verhindert wird.
Aber dadurch, dass dem Kippmoment begegnet werden muss, das bei Freiwerden zur Überführung der Fadenöse und des Fühlers in die Grenzstellung erforderlich ist, in welcher der Fadenbruch angezeigt wird, wird zusätzlich zu den Krafteinwirkungen auf den Faden, die durch die Führung desselben in der Öse entstehen, eine weitere Belastung des Fadens verursacht. Diese zusätzliche Belastung führt bereits zu einer Überlastung eines mitRücksicht auf die Wirtschaftlichkeit des Spinnprozesses sparsam ausgewählten Spinnmaterials, so dass durch Anordnung dieses Fadenwächters mehr Fadenbrüche auftreten, als sie ohne ihn auftreten würden.
Dadurch, dass erfindungsgemäss der Faden nicht stärker belastet wird, als wenn er nur in der zur Durchführung des Spinnverfahrens erforderlichen Weise durch die der Spindel zugeordnete Fadenöse ohne Fadenbruchvorrichtung geführt ist, treten nur die Fadenbrüche auf, die mit dem Spinnvorgang verbunden wären, wenn überhaupt keine Fadenbruchanzeigevorrichtung vorhandenwäre.
Besondere Aufmerksamkeit ist in weiterer Durchführung des der Erfindung zu Grunde zu legenden Gedankens der Ausbildung des Gehäuses zu schenken, das die feststehenden und die mit dem beweglichen Fadenösenteil verbundenen Kontaktstücke aufnimmt, die ihrerseits in einem Stromkreis liegen, in dem Signaleinrichtungen zur optischen, akustischen oder sonstwie gearteten Anzeige eines Fadenbruches liegen. Es ist oben schon der Vorschlag gemacht worden, die beweglichen Teile der Fadenbruchanzeigevorrichtung in einem derartigen Gehäuse staubdicht zu kapseln, da bekanntlich und erfahrungsgemäss die Durchführung von Spinnprozessen mit einer starken Staubentwicklung verbunden ist. Der Staub setzt sich auf den Kontaktteilen ab und bildet Isolierschichten, welche die einwandfreie Stromleitung behindern.
Dadurch kann es vorkommen, dass trotz Anordnung der Fadenbruchanzeigevorrichtung ein eintretender Fadenbruch nicht gemeldet wird.
Der Erfindung ist daher die weitere Aufgabe gesetzt, das Gehäuse so auszubilden, dass ein Absetzen von Staub auf den Kontaktteilen im wesentlichen ausgeschlossen ist, so dass eine einwandfreie Betriebsweise der Vorrichtung sichergestellt wird. Um das zu erreichen, kennzeichnet sich das Gehäuse in weiterer Durchführung der Erfindung durch Unterteilung in ein die Kontaktstücke und vorzugsweise auch die Signaleinrichtung aufnehmendes Teilgehäuse und ein weiteres Teilgehäuse, das zur Aufnahme der Enden des ösenbildenden Hebels oder der ösenbildendenHebel dient, wobei das erste Teilgehäuse, nur von Drehteilen durchsetzt, bis auf die Durchlässe für die Drehteile allseitig staubdicht abgeschlossen ist, während das zweite Teilgehäuse schlitzförmige,
offene Ausnehmungen zur Durchführung des Hebels oder der Hebel besitzt. Während eine zuverlässige Abdichtung gegen schwingende Teile, wie sie in Form der genannten ösenbildenden Hebel auftreten, kaum verwirklichbar ist, macht die Abdichtung von Drehteilen durch Runddichturgen keinerlei Schwierigkeiten, sc dass es durch Anordnung der gehäuseunterteilenden, nur von Drehteilen durchsetzten Zwischenwandung ohne weiteres möglich ist, die Kontaktteile praktisch gegen jeden Staubzutritt zu sichern.
Trotzdem erscheint es zweckmässig, ober-und unterhalb der Durchlassichlitze des zweiten Teilgehäuses für den oder die Hebel staubabweisende Gehäusewand vorsprünge vorzu- ieren. Es ist bekannt, dass der Staub bei unbewegter Luft, wie sie insbesondere in den Spinnsälen während ler Arbeitspausen und der Arbeitsruhe herrscht, nach unten absinkt und sich auf im Absinkweg befindliche reile auflegt. Das sind in diesem Falle die staubabweisenden Gehäusewandvorsprünge, so dass der absin- kende Staub abgelenkt wird und nicht über die Schlitze in das Teilgehäuse eindringt.
Anderseits muss gera- ie das die Hebelenden aufnehmende Teilgehäuse zugänglicher sein als das die Kontaktstücke aufnehmende reilgehäuse, insbesondere mit Rücksicht auf die erforderlichen Nachstellungen der Hebel. Aus diesem Grunde ist die Ausbildung so getroffen, dass das zweite Teilgehäuse bei geschlossen bleibendem ersten reilgehäuse eröffen-und abschliessbar ausgebildet ist.
DasGehäuse kann vorteilhafterweise hochklappbar sein, indem es mit Hilfe eines Scharniers schwenk- ) ar an einem Sockel, der Stromzuführungskontakte für die Kontakteinrichtung zur Fadenbruchanzeige
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aufweist, angebracht ist. Ober- und unterhalb der Ausnehmungen des zweiten Teilgehäuses für den oder die Hebel können staubabweisende Gehäusevorsprünge vorgesehen sein.
Wenn oben ausgeführt wurde, dass sich die neue Fadenbruchanzeigevorrichtung besonders für Spinn- maschinen eignet, weil hier die erwähnten besonderen Verhältnisse auftreten, so bedeutet das natürlich nicht, dass nach Schaffung dieser Vorrichtung ihre Anwendung auf Spinnmaschinen beschränkt wäre.
Auch bei andern Textilmaschinen ist es erwünscht, die Belastung des Fadens durch Fadenbruchan- zeigevorrichtungen nicht unnötig zu erhöhen, so dass sich der vorgeschlagene Fadenbruchanzeiger auch bei Web- und Wirkstühlen sowie bei Zwirnmaschinen mit besonders gutem Erfolg anwenden lässt.
Die Zeichnung gibtAusführungsbeispiele erfindungsgemäss ausgebildeter Fadenbruchanzeigerwieder.
Fig. 1 entspricht einem Längsschnitt durch ein erfindungsgemäss ausgebildetes Gehäuse mit dem sich anschliessenden Sockelgehäuse gemäss Linie I-I der Fig. 2, die ihrerseits einen waagrechten Längsschnitt nach Linie H-H der Fig. 1 veranschaulicht, Fig. 3 zeigt einen senkrechten Querschnitt nach Linie III-Ill, Fig. 4 einen senkrechten Querschnitt nach Linie IV-IV der Fig. 1. Fig. 5 gibt eine Seitenansicht auf das hochgeklappte Gehäuse wieder, während Fig. 6 einer Draufsicht auf das in Betriebsstellung befindliche Gehäuse entspricht. Fig. 7 gibt die Zuordnung eines nach den Fig. 1 - 6 ausgebildeten Fadenbruchanzeigers zur zugehörigen Spindel wieder.
Fig.. 8 gibt die gleiche Zuordnung für den Fall wieder, dass die Spinnstrecke in der Verlängerung der Spindelachse liegt. Fig. 9 gibt eine andere Form der Ösenausbil- dung gegenüber derjenigen nach Fig. 10 wieder. Fig. 10 zeigt die Anordnung und Ausbildung des Fadenbruchanzeigers für den Fall, dass die Verhältnisse der Fig. 8 vorliegen, wobei die Öse als Ganzes beweglich ausgebildet ist. Fig. 11 zeigt einen Fadenbruchanzeiger nach den Fig. 1 - 6 in hochgeklappter Stellung. Fig. 12 zeigt die Anordnung einer Reihe nebeneinander liegender Fadenbruchanzeiger.
Es sei zunächst die bauliche Ausbildung der Fadenüberwachungseinrichtung nach den Fig. 1 - 6 beschrieben.
Die Fig. 2 und 6 lassen zunächst die einer Spindel als Fadenführer zugeordnete Fadenöse 1 erkennen, in der ein an der Ösenbildung teilnehmendes Stück 2 dadurch beweglich ausgebildet ist, dass es ein Bogenstück in dem langgestreckten Hebel 3 bildet, der um die Drehachse 4 schwingend aufgehängt ist. Das weitere, an der Ösenbildung teilnehmende Bogenstück 5 gehört dem feststehenden Hebel 6 an. Der Hebel 6 ist dabei kräftiger ausgeführt als der Hebel 3 und er liegt, wie insbesondere Fig. 4 erkennen lässt, unterhalb des beweglichen Hebels 3, so dass er diesen gegen von unten nach oben gerichtete Stösse und Schläge schützt, die dadurch entstehen können, dass die unterhalb der gezeigten Vorrichtung befindlichen Spulen verhältnismässig schnell ausgewechselt werden müssen, welche Bewegungen sich auf die Hebel 3 nachteilig-auswirken können.
Um nun die erfindungsgemäss erstrebte, staubsichere Unterbringung der mit dem beweglichen Hebel 3 verbundenen und darüber hinaus vorhandenen Kontaktteile verwirklichen zu können, sind folgende Einrichtungen getroffen.
In einem ersten Teilgehäuse 7, das durch Unterteilung des Gesamtgehäuse gebildet, ist, befinden sich die noch im einzelnen zu erwähnendenKontaktteile und ausserdem ein Teil der Lagerung der Drehachse 4 des beweglichen, ösenbildenden Hebels 3. Ein zweites Teilgehäuse ist mit 8 bezeichnet und schliesst das Teilgehäuse 7 nach unten hin ab. Das Teilgehäuse 8 weist, wie insbesondere Fig. 4 erkennen lässt, den Durchführungsschlitz 9 für die Hebel 3 und 6 auf. Diese Schlitze lassen sich schlecht abdichten, zumal nicht nur die Verschwenkungsbewegung des Hebels 3, sondern ausserdem Einstellbewegungen zu berücksichtigen sind, die zur Anpassung der Fadenbruchanzeigevorrichtung an die jeweils herrschenden räumlichen Verhältnisse erforderlich sind.
Aus diesem Grunde ist der Hebel 6 im Teilgehäuse 8 nicht starr, sondern mit Hilfe der Klemmschraube 10 festgelegt. Er wird dabei abgestützt durch ein von der unteren Abschlusswand 11 des ersten. Teilgehäuses 7 gebildetes Widerlager. Die Klemmverbindung 10,12 ermöglicht es, den Hebel 6 in jeder gewünschten Winkelstellung zur Längsrichtung des Gehäuses festzulegen. Aus dem gleichen Grunde ist das Ende des Hebels 3 in dem Klemmbügel 13 festgelegt, der mit Hilfe der Madenschraube 14 (Fig. 3) so gegen die Drehachse 4 gezogen werden kann, dass das Ende des Hebels 3 in jede gewünschte Winkelstellung zur Drehachse 4 zu bringen ist. Diese Anordnung ermöglicht es, die untere Abschlusswand des Teilgehäuses 7 so auszubilden, dass nur die Drehteile 4, 10 durchgeführt zu werden brauchen.
Es genügen also beispielsweise einfache Runddichtungen 15, um das Innere des Teilgehäuses 7 nach aussen staubdicht abzukapseln. In der gleichen Weise wirkt sich die Gegenmutter 16 zur Klemmschraube 10 aus. Die Drehachse 4 stützt sich axial auf die Lagerkugel 17, die von der Brücke 18 der Wange 19 aufgenommen ist, die in Verbindung mit der Gegenwange 20 das Teilgehäuse 8 seitlich begrenzt. Die Wangen 19, 20 weisen Nuten 21 auf, in denen die biegsame Zunge 22 geführt ist, die das Teilgehäuse 8 an der Unterseite abschliesst. Die Drehachse 4 besitzt einen oberen Teil 23, der den Stift 24 trägt.
Der
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Stift 24 vermag die Kontaktfeder 25, deren Ende 26 mit dem Teilgehäuse 7 fest verbunden ist, bei einer
Verdrehung der Drehachse 4 entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn (Fig. 2) so zu verformen, dass die Kon- taktspitze 27 von der Kontaktplatte 28 abgehoben wird.
Dadurch wird ein Stromkreis geöffnet, in dem die Glühbirne 29 liegt, die an der freien Stirnfläche des Gehäuseteiles 7 angeordnet und durch die Ste- ge 30 gehalten ist ; diese Stellung des Stiftes 24 und der mit ihm verbundenen Drehachse 4 entspricht der
Betriebsstellung des beweglichen Hebels 3 mit dem ösenbildenden Bogenstück 2, in der der in der Öse 1 geführte Faden eine in Fig. 2 nach rechts gerichtete Kraft auf das Bogenstück 2 ausübt, die zu einem
Drehmoment führt, das infolge der Hebelübersetzung, die durch die verschiedenen Längen der Teile 3 und 24 eintritt, gross genug ist, um die Kontaktspitze 27 mit Sicherheit von der Kontaktplatte 28 abzu- heben und abgehoben zu halten. Ein Kontaktblech 31 sorgt für die Stromversorgung der Glühbirne 29 für den Fall des Schliessens des erwähnten Stromkreises.
Die Fassung der Glühbirne 29 bildet den zweiten Pol, der an der Masse liegt, die das negative Strompotential führt. Die Kontaktfeder 25 ist mit weiteren, stromleitenden Teilen 32 verbunden, die die Anschlusskontaktplatte 33 tragen. Dementsprechend liegt die Kontaktplatte 28 an stromleitenden Teilen 34 an, die mit der Kontaktplatte 35 verbunden sind. Den
Kontaktplatten 33,35 liegen, wie die Fig. 1 und 2 erkennen lassen, Kontaktzungen 36, 37 mit den Kon- taktspitzen 38, 39 gegenüber. Wird das Gehäuse 7,8 so nach oben geklappt, wie dies Fig. 5 veranschau- licht, so heben sich die Kontaktplatten 33, 35 von den Kontaktspitzen 38, 39 ab und unterbrechen den vor- her beschriebenen Stromkreis, unabhängig davon, ob die Kontaktspitze 27, wie in Fig. 2 gezeigt, an der
Kontaktplatte 28 anliegt oder nicht.
Sie liegt in der gezeichneten Stellung an, weil in Fig. 2 der Hebel 3 eine Lage einnimmt, die bei Reissen des durch die Öse 1 geführten Fadens entsteht. In diesem Falle fällt die oben beschriebene, durch den Stift 24 ausgeübte Kraftwirkung auf die Kontaktfeder 25 fort und diese spreizt sich entsprechend ihrem Federungsvermögen auf, womit es zur Berührung der Teile 27, 28 und damit zum Schliessen des erwähnten Stromkreises kommt. Die Glühbirne 29 leuchtet also auf. Demgemäss liefert die Kontaktfeder 25 die Rückführkräfte, die bei einem Fadenbruch für die Rückführung des Hebels 3 aus der Betriebsstellung in die Stellung der Fig. 2 sorgen. Ein vom Gehäuse 7 gebildeter Anschlag 40 für den Stift 24 begrenzt eine Verdrehung des Hebels 3 entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn in Fig. 2 über die- jenige Stellung hinaus, in der die Öse 1 gebildet ist.
Erfolgt also in diesem Zustand ein Hochklappen des Gehäuses 7, 8 um die Scharnierachse 41 (S. Fig. 5 und 6), so erlischt die Glühbirne 29, nachdem sie ihre Funktion, den Fadenbruch anzuzeigen, erfüllt hatte. Ist der Faden wieder in die Öse 1 eingezogen, d. h. hat sich Kontaktspitze 27 von der Kontaktplatte 28 entfernt, so bleibt das Niederklappen des Gehäuses ohne Einfluss auf die Öffnung des Stromkreises 27, 28.. Es ist lediglich der betriebsbereite Zustand der Einrichtung eingetreten.
Um eine möglichst bequeme Stromversorgung nebeneinander aufgereihter Fadenbruchvorrichtungen zu gewähren, führt die Kontaktzunge 36 zur metallischen Buchse 42 (s. Fig. 1 und 2), die zur Aufnahme der Kontaktschraube 43 dient. Diese ist bei 44 zugespitzt und vermag dadurch die Isolierung eines Kabels 45 zu durchdringen, welches den elektrischen Leiter 46 aufweist, der mit dem positiven Pol der nicht gezeichneten Stromquelle bzw. des elektrischen Anschlussnetzes in Verbindung steht.
Der negative Pol liegt an der nicht gezeichnetenMasse, also am Maschinengestell, und den mit ihm verbundenen Kontaktteilen an. Das Kabel 45 verläuft in Richtung der nebeneinander aufgereihten Fadenbruchanzeigevorrichtungen, so dass diese in der gezeigten, einfachen Weise an die Stromversorgung angeschlossen sind.
Die Fig. 3 und 4 lassen erkennen, dass die Teilgehäuse 7 und 8 ihrerseits nochmals längsgeteilt sind, wobei die Teilungsfuge mit 47 bezeichnet ist. Hohlnieten 48 halten die Teilgehäuse zusammen. Wird auf die leichte Zugänglichkeit des Gehäuseinneren Wert gelegt, so können die Hohlnieten 48 durch Schrauben ersetzt sein. Die gleichen Figuren lassen erkennen, dass das Teilgehäuse 7 bei 49 dachfirstartig gestaltet ist, so dass zum Absetzen neigender Staub abgelenkt wird. Aus dem gleichen Grunde sind oberhalb und unterhalb der Durchlassschlitze 9 für die Hebel 3,6 staubabweisende Gehäusewandvorsprünge 50,51 vorgesehen, die nach Art von Tropfnasen ausgebildet sind, so dass auch hier dem Staub die Gelegenheit genommen wird, sich abzusetzen.
Die Kontaktzungen 36,37 und die mit ihnen zusammenhängenden Kontaktteile sind in dem Sockelgehäuse 52 untergebracht, das feststehend angeordnet ist und beispielsweise an einer durchgehenden Schiene befestigt ist, die einen Teil der Maschinenruckwand bildet, falls diese nicht selbst zur Befestigung der Sockelgehäuse 52 herangezogen wird.
Fig. 7 zeigt die Anordnung der Fadenbruchanzeigevorrichtung im Verhältnis zu der Spindel, der die Öse der Fadenbruchanzeigevorrichtung als Fadenfuhrungsöse zugeordnet ist. Diese Öse 2,5 wird in der in den Fig. 1 - 6 dargestellten Weise von dem Gehäuse 7,8 getragen, das an das Sockelgehäuse 52 über das
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Scharnier 41 angelenkt ist. Zu erkennen ist weiter die Maschinenrückwand 53, an der das Sockelge- häuse 52 befestigt ist. Die Spindel selbst ist mit 54 bezeichnet. Zu erkennen ist weiter der Faden 55, der durch die von den Teilen 2 und 5 gebildete Öse durchgeführt ist. Der vom Faden gebildete Ballon ist bei
56 zu erkennen. 57 ist das Lieferzylinderpaar, so dass die Fadenbewegungsrichtung von oben nach unten verläuft.
Dabei kommt es in der Öse 2, 5 zu der gezeigten Abknickung des Fadenverlaufes.
Fig. 8 gibt dieselben Verhältnisse für den Fall wieder, dass das Lieferzylinderpaar 58 in der Achse der Spindel 54 verläuft. Der beim Spinnen entstehende Fadenballon 56 übt, wie das für die Fig. l-ss bereits dargelegt worden ist, eine Kraftwirkung auf das Bogenstück 2 (s. Fig. 2) des beweglichen He- bels 3 aus, so dass es in der Betriebsstellung der Kontaktspitze 27 von der Kontaktplatte 28 abgehoben ist und die Glühbirne 29 nicht aufleuchtet. Fällt der Ballon infolge Fadenbruches weg, so bleibt auch die Wirkung des Fadenballons auf das Bogenstück 2 aus und die Teile gehen in die Stellung nach Fig. 2 über, in der der Fadenbruch durch Aufleuchten der Glühbirne 29 angezeigt wird.
Während die Fadenbewegungsrichtung auch in Fig. 8 von oben nach unten verläuft, kehrt sich diese Richtung bei Doppeldrahtspindeln mit Fadenaufwicklung auf eine Kreuzspule um, ohne dass sich an der Knickbildung in der Fadenführung nach Fig. 7 etwas ändert.
Fig. 9 zeigt eine etwas abgeänderte Ausführung der Fadenbruchvorrichtung. Der bewegliche Hebel 59 besitzt nunmehr ein Bogenstück 60, das nach derselben Seite hin geöffnet ist wie das Bogenstück 5 des unbewegten Hebels 6, ohne dass sich an der Ösenbildung bei 1 etwas ändert.
Fig. 10 zeigt eine Ausbildung der Fadenbruchvorrichtung, bei der nur ein einziger beweglicher Hebel 61, der nach Art des Hebels 3 in Fig. 2 ausgebildet ist, vorhanden ist und seinerseits ein um 3600 verwundenes Bogenstück 62 aufweist, ohne dass sich an der Ösenbildung bei 1 etwas ändert.
Fig. 11 veranschaulicht in schematischer Darstellung dasselbe, was in Fig. 5 bereits gezeigt worden ist.
Fig. 12 schliesslich stellt dar, in welcher Weise an der gemeinsamen Maschinenrückwand 53 mehrere Fadenbruchvorrichtungen in Längsrichtung aneinandergereiht sind.
Durch Anordnung der Gehäuse 7, 8 in dem Raum 63, der zwischen zwei zueinander planparallelen Ebenen 64 auftritt, die ihrerseits die Achsen der Spindeln 54 (s. Fig. 7 und 8) enthalten, nimmt der bewegliche Hebel 61 eine verhältnismässig grosse Länge an, so dass trotz Ausübung kleiner Kräfte auf die bewegliche Öse 62 bzw. auf das die Öse mitbildende, bewegliche Ösenstück 2 (s. Fig. 2) verhältnismässig grosse Drehmomente um die Drehachse 4 (s. Fig. 1) entstehen, die sich dem Stift 24 mitteilen. Dadurch hebt dieser Stift 24 die Kontaktfeder 25, die mit Rücksicht auf einen guten Stromübergang bei 27, 28 entsprechend kräftig dimensioniert ist, zuverlässig und betriebssicher an, so dass die Verwirklichung dieser Betriebsstellung keine Schwierigkeiten macht.
Umgekehrt übt die Kontaktfeder 25 kräftige Rückführungskräfte auf die Teile 24,4, 3 und 2 aus, wenn der Faden reissen sollte ; dadurch kommt es mit Sicherheit und Zuverlässigkeit zur Kontaktberührung bei 27, 28, so dass die Glühbirne 29 aufleuchtet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Anzeigen von Fadenbrüchen, insbesondere an Spinnmaschinen, dadurch gekenn- zeichnet, dass mindestens ein an der Ausbildung einer Fadenöse, die einer Spinnspindel als Fadenführer (Sauschwänzchen) zugeordnet ist, teilnehmendes Stück der Öse (1) oder die Öse (62) selbst quer zum Fadenlauf beweglich angeordnet und durch unmittelbares Anliegen des gespannten Fadens in der einen Grenzstellung gehalten ist, dass der bewegliche Teil (2) der Öse oder diese selbst mit einer Kontakteinrichtung (27, 29) zur Fadenbruchanzeige verbunden ist und dass ein zur Lagerung oder Führung des beweglichen Ösenteiles oder der Öse dienendes Gehäuse (7,8) in jenem Raum liegt, der durch zwei zueinander paral- lele Ebenen begrenzt ist,
deren jede eine Spindelachse enthält und senkrecht zu einer Ebene steht, welche beide Spindelachsen enthält.