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Einrichtung zum Walzen von Material, insbesondere metallischem Material
Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der im Patent Nr. 205442 beschriebenen Einrichtung zum Walzen von Material, insbesondere metallischem Material. Bei jener Einrichtung sind unter Einschaltung von Zwischenwalzen um ortsfeste Walzenstützkörper umlaufende Arbeitswalzen vorgesehen, wobei die die Walzen im Abstand und mit parallelliegenden Achsen haltenden, ebenfalls umlaufenden Teile in Form von starren, ringförmigen, drehbaren Walzenkörben zugleich als Mittel zum Übertragen der Antriebskräfte auf die Walzen dienen und bei der die Arbeits- und Zwischenwalzen mittels Hebeln an den Walzenkörben angelenkt sind.
Das Besondere jener Einrichtung besteht darin, dass die in an sich bekannter Weise paarweise je eine Arbeitswalze abstützenden, je aus einer Anzahl in axialer Richtung hintereinander angeordneten Walzenabschnitten bestehenden Zwischenwalzen, deren Abschnitte in ebenfalls an sich bekannter Weise je einen Aussenring und einen Innenring aufweisen, durch zwischen den Walzenabschnitten liegende Verbindungsglieder in einem bestimmten seitlichen Abstand ihrer Achsen voneinander gehalten und die Innenringe auf an den Walzenkörben undrehbar angeordneten Achsen befestigt sind und teils Gruppen mit konzentrisch, teils Gruppen mit exzentrisch zur Achsmitte verlaufenden Umflächen aufweisen.
Bei diesem Walzwerk sind die Zwischenwalzen paarweise um die Achse der zugehörigen Arbeitswalze schwenkbar, so dass die Zwischenwalzen beim Umlauf um die Walzenstützkörper sich der von der Kreisbahn abweichenden Form der an den Walzenstützkörpern angeordneten Leitstücke anpassen können. Dadurch ist zwar in jeder Stellung am Leitstück eine gute Abstützung der Arbeitswalzen gewährleistet und damit ein Walzen unter kontinuierlichem Materialvorschub ermöglicht. Die Hebel für die Anlenkung der Arbeits- und Zwischenwalzen beanspruchen aber, abgesehen von dem verhältnismässig komplizierten und empfindlichen Aufbau mit Zapfen und Gegengewichten, viel Raum, so dass auf dem Walzen- korbumfang nur eine beschränkte Anzahl von
Aggregaten unterzubringen ist. Dadurch ist das
Walzgut im Spalt zeitweise ohne Beeinflussung durch eine Walze und hat darum keinen festen Halt.
Zur Vermeidung dieses Übelstandes sind erfindungsgemäss die Arbeitswalzen und die Zwischenwalzen in bezüglich der Walzenkörbe radial verschieblichen Gleitschuhen gelagert, wobei die Zwischenwalzen mit sie frei drehbar in Abstand voneinander haltenden Endstücken versehen sind, die mit zapfenförmigen Ansätzen in kreisringsegmentförmigen Gleitstücken lagern, die ihrerseits innerhalb jedes Gleitschuhes auf gekrümmten Lagerkörpern konzentrisch zur Achse der zugehörigen Arbeitswalze hin-und herverschieblich sind.
Durch den Fortfall der Hebel, der Zapfen und des Gegengewichtes, ergibt sich die Möglichkeit, unter Beibehaltung derselben Durchmessergrössen der Walzenkörbe, eine wesentlich grössere Anzahl von Arbeitswalzenaggregaten in den Walzenkörben unterzubringen als bei der Anordnung gemäss dem Patent Nr. 205442. Da die beiden Walzenkorbhälften durch die in diesen untergebrachten Lagerungen der Arbeits- und Zwischenwalzen miteinander auf Distanz verbunden sind, können auch noch die besonderen Distanzstücke zwischen den Walzenkorbhälften in Fortfall kommen, so dass der gesamte Umfang der Walzenkörbe für die Unterbringung der Arbeitswalzenaggregate benutzt werden kann.
Durch die Unterbringung einer bedeutend grö- sseren Anzahl von Arbeitswalzenpaaren können die Grössenverhältnisse der Vorrichtung so festgelegt werden, dass fast immer zwei Arbeitswalzenpaare in Eingriff stehen bzw. sich im Walzspalt befinden, so dass, bevor ein Paar den Walzspalt verlässt, das nachfolgende Paar bereits in Eingriff steht. Das Walzgut erhält dadurch im Spalt einen bedeutend festeren Halt. Abgesehen von der Möglichkeit, eine grössere Anzahl von Walzenaggregaten unterzubringen und dadurch die Walzkapazität bedeutend zu erhöhen, wird durch
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den Fortfall der Hebel, Zapfen, Gegengewichte usw. eine konstruktive Vereinfachung der Vorrichtung erzielt.
Gleitschuhe, in denen Arbeitswalzen und Zwischenwalzen gelagert sind, sind an sich bekannt. Diese Gleitschuhe gleiten in schwenkbar an den Walzenkörben gelagerten Führungen, die über Planetenräder derart gesteuert werden, dass die Gleitschuhe immer in vertikaler Lage verbleiben. In vertikaler Richtung bewegen sich die Gleitschuhe nur dann, wenn die Zwischenwalzen über Leitstücke abrollen. Bei dieser Ausführungsform ist jedoch nur ein ruckweiser Vorschub möglich, d. h. das Walzgut steht still, wenn das Arbeitswalzenpaar in Eingriff mit dem Walzgut ist und ein Vorschieben desselben kann nur in dem kurzen Zeitintervall erfolgen, in dem ein Walzenpaar das Walzgut verlässt und das darauffolgende noch nicht zum Eingriff gekommen ist.
Zum Unterschied von einer solchen vertikalen Bewegung der Gleitschuhe, die sich nur in der unteren und oberen Stellung der Gleitschuhe mit einer radialen Bewegung deckt, führen die Arbeitswalzen mit den Zwischenwalzen, gemäss der vorliegenden Erfindung, immer eine Radialbewegung aus, wobei, um ein Anpassen der Zwischenwalzen an die in den Walzenstützkörpern angeordneten Leitstücke zu ermöglichen und ein reibungsloses Arbeiten zu gewährleisten, die Zwischenwalzen schwenkbar sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung veranschaulicht, u. zw. zeigt Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch das Walzwerk, Fig. 2 in grösserem Massstab die Seitenansicht einer Arbeitswalze mit einer der zugehörigen Zwischenwalzen teilweise im Schnitt durch die Lagerung und Fig. 3 die Ansicht in Richtung des Pfeiles x in Fig. 2 unter Fortlassung von Teilen des Walzenkorbes.
In den Walzenständern 32 sind übereinanderliegend walzenförmige Stützkörper 20, 21 undrehbar gelagert. Auf diesen liegen in gleichen Winkelabständen Zwischenwalzenpaare 25, 25' und 26, 26'auf, die während des Walzens mit auf ihnen abgestützten Arbeitswalzen 16, 17 um die Stützkörper im Sinne der Pfeile 18 herumgeführt werden.
An den einander zugekehrten Seiten der Stützkörper 20, 21 sind in diese Leitstücke 23, 24 eingesetzt, die sowohl konvergierende Bahnen 23', 24'als auch parallele Bahnen 23", 24" bilden.
Die Umfläche der Stutzkörper tritt beiderseits der Leitstücke aus der Kreisbahn heraus, so dass die Umfläche sowohl konvergierende als auch divergierende Bahnen bildet.
Die Stützkörper 20, 21 sind von drehbar und antreibbar gelagerten Walzenkörben 34, 35 umgeben, in denen die Arbeitswalzen 16, 17 unter Vermittlung von in den Walzenkörben radial verschiebbaren Gleitschuhen 111, 112 angeordnet sind. Die Gleitschuhe dienen als Lagerkörper sowohl für die Arbeitswalzen 16, 17 als auch für die Zwischenwalzen 25, 25'und 26, 26'.
Da die Gleitschuhe stets eine geradlinige radiale Bewegung ausführen, können während des Walzens auftretende Seitenkräfte kein seitliches Versetzen der Arbeitswalzen bewirken.
Um eine dauernde Anlage der Arbeitswalzen an den Zwischenwalzenpaaren und dieser an den Stützkörpern 20, 21, sicherzustellen, sind zwischen jedem Gleitschuh und dem zugehörigen Walzenkorb Druckmittel vorgesehen. Diese bestehen zweckmässig aus Druckfedern 113.
Damit die Zwischenwalzenpaare 25, 25'bzw.
26, 26'über die von der Kreisbahn abweichende Form der Leitstücke 23 und 24 rollen können, sind die Zwischenwalzenpaare je um die Achse der zugehörigen Arbeitswalze 16 bzw. 17 schwenkbar gelagert. Die Endstücke 114, 115 der Zwischenwalzen sind zu diesem Zwecke mit zapfenförmigen Ansätzen 114', 115'versehen, die in kreisringsegmentförmigen Gleitstücken 116, 117 gelagert sind. Diese können in gekrümmten Lagerkörpern 118, 119 konzentrisch zur Achse der zugehörigen Arbeitswalze hin- und hergleiten.
Die Gleitstücke 116, 117 sind mittels Kragen 116', 117'in Ausnehmungen der Lagerkörper 118, 119 geführt, wodurch eine axiale Verschiebung der Zwischenwalzen verhindert wird. Durch Federn 120, 121 werden die Lagerkörper 118, 119 in Anlage an den Gleitstücken 116, 117 gehalten.